Montag, 22. Juni 2026

Montagsfrage #217 - Queere Bücher im Pride Month?

Hallöchen,

nach einem heißen und ereignisreichen Wochenende auf dem Southside-Festival melde ich mich zurück in meine Geburtstagswoche :) Bevor der Juni auch schon wieder fast vorbeigezogen ist, möchte ich auch dieses Jahr wieder eine Montagsfrage zum Pride Month stellen. Nachdem es in den letzten Jahren um Buchempfehlungen gegangen ist, interessiert mich dieses Mal ganz grundsätzlich, ob der Sichtbarkeitsmonat etwas in Eurer Buchauswahl verändert:


Lest Ihr während des Pride Month bewusst Bücher mit queeren Figuren oder Themen, oder spielt das für Eure Buchauswahl keine Rolle?


Ich lese seit Jahren grundsätzlich ganz gezielt viele Bücher mit queeren Figuren oder Themen. Kurzer Einschub an der Stelle: Ich habe diese Bücher auf dem Blog mit einem Label versehen, sodass man sie gezielt suchen kann. Wenn Ihr mögt, könnt Ihr HIER ausführlich durch meine Empfehlungen aller Genres stöbern. Genau wie in meiner Antwort zur Frage zu Büchern zum Weltfrauentag brauche ich also auch bei queeren Themen persönlich diesen Anlass nicht, um meine Leseauswahl bunter zu machen. 

Nichtsdestotrotz finde ich den Pride Month insbesondere vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen so wichtig wie noch nie. In einer Zeit, in der queere Menschen vielerorts wieder stärker angefeindet werden, Rechte infrage gestellt oder sogar zurückgenommen werden sollen, ist Sichtbarkeit wichtiger denn je. Bücher können dabei natürlich nicht alle Probleme lösen. Aber sie können Verständnis schaffen, Perspektiven erweitern und Menschen zeigen, dass ihre Geschichten erzählenswert sind. Sie können queeren Leser*innen das Gefühl geben, gesehen zu werden, und anderen einen Einblick in Lebensrealitäten ermöglichen, die sie vielleicht nicht aus eigener Erfahrung kennen. Deshalb freue ich mich über jede Aktion, jede Empfehlungsliste und jede Diskussion im Pride Month. Nicht, weil queere Bücher nur in diesem einen Monat Aufmerksamkeit verdienen, sondern weil sie das ganze Jahr über selbstverständlich Teil unserer Bücherregale sein sollten. Und bis wir an diesem Punkt angekommen sind, halte ich solche Anlässe für wichtig und wertvoll.

Wie ist das bei Euch?

Liebe Grüße
Sophia

Um in die Linkliste aufgenommen zu werden, hinterlasst bitte einen Kommentar mit dem Link zu Eurem Beitrag.

Büchernarr
Buch-Café


Nächste Woche bei der Montagsfrage: 

Halbjahresbilanz: Buchbingo *reloaded*?

10 Kommentare:

  1. Guten Morgen Sophia und in die Runde,

    ich stimme Dir voll und ganz zu, auch wenn ich in den typischen Genres weniger zu Hause bin wie Du. Aber es gibt auch Optionen, ohne direkt auf queere Figuren zu fokussieren, die mir persönlich sogar lieber sind.
    Zu meiner heutigen Antwort.

    Viele Grüße und einen guten Start in die Woche
    Frank

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Frank,

      uff, ja das Wochenende war verdammt heiß und leider geht es ja jetzt auch erstmal mit den hohen Temperaturen weiter. Ich hoffe, du kannst dich ab und zu etwas abkühlen und überstehst die Zeit gut.
      Mir ist es auch am liebsten, wenn Repräsentation ganz natürlich in die Geschichte eingeht, ohne dass man groß etwas davon merkt. Bis sich das durchgesetzt hat, lese ich aber auch gerne gezielt Geschichten, in denen queere Vielfalt vermarktet wird.

      Liebe Grüße
      Sophia

      Löschen
  2. Hallo Sophia,

    genau wie du lese ich das ganze Jahr über queere Literatur. Auch wenn der Pride Month dieses Jahr ein wenig an mir vorbeigegangen ist, bleibt er dennoch unglaublich wichtig, um Aufmerksamkeit zu schaffen und Sichtbarkeit zu zeigen.

    Mein Beitrag heute: https://buch-cafe.blogspot.com/2026/06/wordworld-montagsfrage-217-queere.html?m=1

    Liebe Grüße,
    Jennifer

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Jennifer,

      ich kann das total verstehen, finde aber auch deine Motivation als Mutter für deine Kinder offen zu sein und neuen Perspektiven nachzugehen, total schön.
      Von deinen Buchempfehlungen habe ich übrigens auch alle von Casey McQuiston bereits gelesen und fand sie sehr gut.

      Liebe Grüße
      Sophia

      Löschen
  3. Hallo Sophia,

    hm, bestimmte Gruppen für bestimmte Monate in den Vordergrund zu bringen mag sicherlich eine durchaus gute Idee sein, aber alles in Massen.
    ........ich hoffe, ich werde jetzt für diesen Satz nicht angegangen.......siehe z.B. Demokratie........egal was passiert plötzlich heißt es nur immer man müsse etwas/mehr für die Demokratie tuen....irgendwie in einer Dauerschleife oder?

    Ich persönlich lebe da nach dem Spruch......was Du selber will das man dir nicht tut, das füge auch niemand anderen zu.....und ich lebe persönlich ganz gut damit.

    O.K. 1x habe ich da auch mal rein geschnuppert Liebe zwischen zwei Männern in Italien.
    Doch ich persönlich muss auch keine Bücher dazu lesen, denn was hinter z.B. einer Schlafzimmertür vorgeht, geht nur die Beteiligen etwas an, finde ich.

    Bei uns ländliche/klein Stadt läuft z.B. ein junger Mann immer im Kleid herum.......oder ein anderer hat Sommers-wie Winter keine Schuhe an ....oder ein anderer fängt plötzlich das laute reden an.
    Mag vielleicht am Fang etwas komisch sein, aber man kennt die Leute und gut ist es.

    LG...Karin...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Karin,

      das kann ich gut verstehen. Beim Pride Month geht es nicht darum, bestimmte Gruppen übermäßig in den Vordergrund zu stellen, sondern einen Ausgleich zu schaffen. Sichtbarkeit entsteht ja nicht im luftleeren Raum, sondern als Reaktion darauf, dass Menschen über lange Zeit unsichtbar gemacht, ausgegrenzt oder benachteiligt wurden – und teilweise noch immer werden.

      Außerdem finde ich es interessant, dass queere Bücher oft auf das Thema „Schlafzimmer“ reduziert werden. Die meisten queeren Geschichten, die ich lese, handeln genauso von Freundschaft, Familie, Selbstfindung, Abenteuer, Verlust oder Liebe wie andere Bücher auch. Der Unterschied ist lediglich, dass die Figuren queer sind. Bei einem Liebesroman mit einem Mann und einer Frau würde schließlich auch niemand sagen, dass ihn nur interessiert, was hinter deren Schlafzimmertür passiert.

      Deinen Grundsatz „Behandle andere so, wie Du selbst behandelt werden möchtest“ finde ich übrigens sehr richtig. Für mich gehört dazu aber auch, Menschen und ihre Geschichten sichtbar zu machen, statt sie nur zu tolerieren, solange sie nicht auffallen. Denn echte Gleichberechtigung bedeutet nicht nur, in Ruhe gelassen zu werden, sondern selbstverständlich dazuzugehören, auch wenn man anders ist als die meisten :)

      Liebe Grüße
      Sophia

      Löschen
  4. Hallo Sophia,

    hm, Deine 1.Aussage zu meiner kann man so und so sehen.....augenzwickern...

    2. vielleicht bin ich eher der Typ .......ich brauche den "Schlafzimmerblick " egal welches Ausrichtung einfach nicht.......und klar egal welche Ausrichtung jeder hat, hat mit den gleichen, möglichen Problemen zu kämpfen/zu meistert...

    3. hm, ich denke mir da, aber auch kleine Schritten sind wichtig/richtig....hm, ich kenne die drei Männer nur vom Sehen....also weiß ich auch nicht wo sie vielleicht in unserer Stadt irgendwo dazu gehören....augenzwickern..

    LG...Karin...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Karin,

      vielleicht ist das am Ende auch genau der Punkt: Nicht, dass alle dieselben Bücher lesen und dieselben Leben leben müssen, sondern dass unterschiedliche Menschen und Lebensrealitäten ganz selbstverständlich ihren Platz haben dürfen – ohne dass darüber groß diskutiert werden muss. 😊

      Liebe Grüße
      Sophia

      Löschen
  5. Hallo Sophia,

    deshalb auch mein persönliches Ansinnen........alles in Maßen.....man ändert viele Sachen nicht von heute auf morgen .....die jahrelang halt so und so gewesen sind .und auch mit der " Keule" /Dauerschleife werden viele Sachen einfach nicht besser....alles braucht seine Zeit, finde ich zumindest.

    LG...Karin..

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Karin,

      ja, Veränderungen brauchen immer Zeit. Es ist nur wichtig, dass man sich auf den Weg macht und darauf einlässt, sonst bleiben wir als Gesellschaft stehen und das kann auch keiner wollen.

      Liebe Grüße
      Sophia

      Löschen

Ich freue mich, wenn Du einen Kommentar dalässt.
Egal ob Kritik, Verbesserungsvorschläge, Lob, Anmerkungen, Fragen oder eigene Meinung - das ist der richtige Ort dafür ;-)