Samstag, 25. April 2026

Kurzrezension: Not Quite Dead Yet


Die Fakten

Titel: Not Quite Dead Yet
Autorin: Holly Jackson
Verlag: Electric Monkey (22. Juli 2025)
Genre: Thriller
Seitenzahl: 400 Seiten
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Der Inhalt

In sieben Tagen wird Jet Mason tot sein. Jet ist die Tochter einer der reichsten Familien in Woodstock, Vermont. Mit 27 Jahren wartet sie immer noch darauf, dass ihr Leben endlich beginnt. "Das kann ich später noch machen", sagt sie immer. Denn Jet hat Zeit. Bis zu jener Halloween-Nacht, als sie von einem unsichtbaren Eindringling brutal angegriffen wird. Dabei erleidet Jet eine schwere Kopfverletzung, und die Ärzte sind sich sicher: In spätestens einer Woche wird ein tödliches Aneurysma Jet umbringen. Jet hätte nie gedacht, dass sie Feinde hat. Doch plötzlich sieht sie alle Menschen in ihrem Umfeld in einem neuen Licht: ihre Familie, ihre ehemalige beste Freundin, die jetzt ihre Schwägerin ist, ihren Ex-Freund. Sie weiß, ihr bleiben höchstens sieben Tage. Tage, in denen sich ihr Zustand verschlechtert und nur Billy, ein Freund aus Kindertagen, an ihrer Seite ist. Dennoch ist sie fest entschlossen, endlich etwas zu Ende zu bringen: Jet wird ihren eigenen Mord aufklären.


Die Eindrücke

Handlung: "Not Quite Dead Yet" ist mein siebtes Buch von Holly Jackson, nach der "A Good Girl´s Guide to Murder"-Reihe und ihren Einzelbänden wie "The Reappearance of Rachel Price" oder "Five Survive". Mittlerweile stelle ich mich schon vorab auf eine atmosphärische, emotional mitreißende und undurchsichtige Geschichte ein, trotzdem war "Not Quite Dead Yet" nochmal eine ganze Schippe besser als erhofft. Auf knapp 400 Seiten erzählt Holly Jackson abermals eine komplexe, hochspannende und atmosphärische Krimigeschichte mit Psychothriller-Elementen, die man kaum aus der Hand legen kann und die bis zur letzten Seite zum Miträtseln einlädt. Die gesamte Handlung spielt mit absurd hohem Erzähltempo innerhalb weniger Tage und ist dabei so intensiv wie herrlich unvorhersehbar. Mit jedem Kapiteln tun sich neue Abgründe im scheinbar heimeligen, geordneten Umfeld von Jet auf, sodass ich trotz grober Idee die Auflösung als solche niemals erraten hätte. Intensiviert wird die Suche nach Jets Mörder durch die fortschreitende Verschlechterung von Jets Zustand, ihrem mit jeder Stunde unweigerlich näher rückenden Tod und der leisen Hoffnung im Hintergrund, ob sie es nicht doch irgendwie überleben wird, jetzt, wo sie gerade beginnt ihr Leben in die Hand zu nehmen... 

Schreibstil: Toll unterstrichen wird die spannende Atmosphäre der Geschichte wieder durch die abwechslungsreiche, temporeiche Erzählweise von Holly Jackson. Die Autorin erzählt aus Jets Perspektive und nutzt dafür einen personalen Er-Erzähler, bindet im weiteren Verlauf der Geschichte aber auch weitere Perspektiven und Briefe mit ein. Mit den medizinischen Schilderungen von Jets Aneurysma, spannender Action und teilweise auch Gewalt ist auch dieser Roman wieder recht düster und blutig. Wer sich auf diese herz- und halsbrecherische Achterbahnfahrt einlassen kann, bekommt aber eine Geschichte vorgesetzt, die nicht nur wegen ihrer außergewöhnlichen Idee - eine Frau, die ihren eigenen Mord aufklärt - im Gedächtnis bleibt. 

Figuren: Denn für mich war es vor allem Jet selbst, die diese Geschichte zu einem Herzensbuch gemacht hat. Interessanterweise trägt Holly Jacksons erster Krimi mit einer erwachsenen Figur erstaunlich viele YA-Elemente und Coming-of-Age Themen in sich, während ihre YA-Thriller bisher immer deutlich erwachsener waren als gedacht. Denn Jet ist mit Ende 20 noch nicht wirklich in ihr Leben gestartet, wohnt zu Hause bei ihren Eltern und weiß noch nicht, was sie tun möchte, bis es zu spät ist und ihre Zeit davon läuft. Mit ihrer vorgeschobenen Abgeklärtheit und der naiven Ziellosigkeit ist sie zu Beginn keine klare Identifikationsfigur, mit der man von Seite eins an mitfiebert. Allerdings macht sie innerhalb der wenigen Erzähltage eine enorme Entwicklung durch und schleicht sich heimlich doch ins Leserherz. Ob sie es am Ende schafft, ihren eigenen Mordfall aufzuklären und gegen alle Wahrscheinlichkeit zu überleben... lest selbst!


Die Zitate


She wanted what she'd always wanted. To do something, achieve something big, something undeniably great, to prove that she could.

"I think I’ve spent so long waiting for it all to begin, for life to really start, that I missed out on what it was really all about.”

That final week, not quite long enough, not quite dead yet.”

Was this what it felt like to be a man? Walking on this creepy dark bridge, not scared for a second that she wouldn't make it out the other side, because it didn't really make a difference whether she did or not. The night belonged to her now too. A dead woman walking. And dead women had no use for fear.

Das Urteil

„Not Quite Dead Yet“ ist ein intensiver, atmosphärischer und emotional aufgeladener Krimi, der mit hohem Tempo, cleverer Konstruktion und einer außergewöhnlichen Prämisse bis zur letzten Seite fesselt. Besonders Jet als vielschichtige, verletzliche und zugleich kämpferische Hauptfigur macht die Geschichte zu einem echten 5-Sterne-Highlight, das lange nachhallt.


*keine WERBUNG, selbstgekauft*

Quelle Informationen: Goodreads.de. Klapptexte und Zitate sind Eigentum des Verlags oder jeweiligen Rechtinhabers.

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