Mittwoch, 14. Oktober 2020

Crescent City - Wenn das Dunkel erwacht

 

Allgemeines:

Titel: Crescent City - Wenn das Dunkel erwacht
Autorin: Sarah J. Maas
Genre: Fantasy/Dystopie
Verlag: dtv (18. September 2020)
Seitenzahl: 928 Seiten
ISBN-10: 3423762969
ISBN-13: 978-3423762960
Preis:16,99€ (Kindle-Edition)
22€ (gebundene Ausgabe)
Originaltitel: Crescent City - House of Earth and Blood
Weitere Bände: Crescent City - Untitled (erscheint November 2021 auf Englisch)

Inhalt:

Magie, Musik – und tödliche Gefahren: Die junge Bryce Quinlan, Halb-Fae und Halb-Mensch, genießt jedes Vergnügen, das Crescent Citys Nächte zu bieten haben. Doch dann wird ihre beste Freundin Danika von einem Dämon brutal ermordet – und für Bryce bricht die ganze Welt zusammen. Als der Dämon zwei Jahre später erneut zuschlägt, wird Bryce gegen ihren Willen in die Ermittlungen hineingezogen und muss mit Hunt Athalar zusammenarbeiten. Einem Engel, der als gewissenloser Auftragsmörder berüchtigt ist, – und mit dem sich Bryce auf ein Spiel mit dem Feuer einlässt. Während die beiden der Spur des Dämons tief in die Unterwelt der Stadt folgen, entdecken sie eine bösartige Macht, die ganz Crescent City in Schutt und Asche legen könnte …


Bewertung:

Wer schon längere Zeit meinen Blog verfolgt wird nicht überrascht sein zu hören, dass ich dem Erscheinungstermin von "Crescent City" seit der Ankündigung letztes Jahr begeistert entgegengefiebert habe. Da der deutsche Verlag mit der Übersetzung wahnsinnig Gas gegeben hat, stand schon seit Mitte September meinem Versuch zu überprüfen, ob die Geschichte wirklich den Hype der englischen Community verdient, nichts mehr im Weg ... außer meinen eigenen Ansprüchen. Wie bei allen langersehnten Neuerscheinungen hatte ich als langjähriger Sarah-J.-Maas-Fan ein wenig Angst, von diesem Genreausflug enttäuscht zu werden. Doch wieder einmal waren diese Sorgen unbegründet: "Crescent City" ist komplex, brutal, schonungslos, herzbrechend, wunderschön, magisch, liebevoll, bildgewaltig, detailreich und wieder einmal einfach nur EPISCH!

"Hunt schaltete sein Handy aus und trat dann durch die Tür hinaus ins Freie. Er war wie ein Schandfleck im Licht, ein Schatten vor der Sonne. Mit einem einzigen kräftigen Schlag seiner Schwingen stieg er in die Luft. Und schaute nicht mehr zurück."

Schon bei der Gestaltung könnte ich stundenlang ins Schwärmen kommen. Dass das detailgetreue Cover mit den vielen liebevoll gestalteten Einzelheiten, den inhaltliche abgestimmten Spielereien, den kontrastreichen Farben und dem fantasievollen Motiv ein Hingucker ist, muss ich denke ich nicht genauer erklären. Positiv überrascht haben mich aber der kunstvolle Buchschnitt, der auch nach dem Lesen immer noch farbenfroh und knitterfrei mit dem Hauptmotiv verzückt, die aufwändig illustrierte Karte, der goldene Sichelmond unter dem Schutzumschlag und die episch-düstere Ausgestaltung der Buchdeckelinnenseiten. Dass bei meiner limitierten Ausgabe außerdem noch ein passendes Tattoo mit der Aufschrift "Through Love All Is Possible" mitgeliefert wurde, setzt dem stimmigen Gesamtkonzept natürlich nochmal ein Sahnehäubchen auf. Dass das Buch trotz der knapp 1000 Seiten und der gebundenen Ausgabe recht dünn ist, wird durch die recht kleine Schrift und das dünne Bibel-Seiten-Papier gewährleistet. Warum die englische Ausgabe trotzdem nur etwa die Hälfte des Umfangs aufweist, ist und bleibt mir ein Rätsel... 

"Du kannst es. Wir stehen das zusammen durch."
Es durchstehen - zusammen. Dieses chaotische Leben. Diese chaotische Welt. Bryce schluchzte, aber dieses Mal nicht nur vor Schmerz."

Inhaltlich aufgeteilt ist die Geschichte in vier Teile "Die Senke", "Der Graben", "Der Canyon" und "Die Schlucht", sowie in 97 Kapitel inklusive eines kurzen Epilogs, die dieser langen und komplexen Story eine Struktur verschaffen. Zuerst erhalten wir einen kurzen Einblick in Bryce´ Leben bevor der allesverändernde Überfall auf ihre Wohnung, den wir leider schon durch den Klapptext gespoilert bekommen, alles durcheinanderwirbelt. Diese fast 120 Seiten starke Einleitung ist zugegebenermaßen sehr anstrengend zu lesen, da die Leser hier permanent durch etliche neuen Namen, Orte, Andeutungen, Erklärungen und Personen gefordert werden. Man muss kopftechnisch anwesend sein, mitdenken, fast schon Notizen machen, um mitzukommen, da sich dieser Einstieg in tonnenweisen scheinbar unwichtigen Details verliert. Später wird jedoch belohnt, wer genau gelesen hat. Denn wer zu Beginn noch dachte, Sarah J. Maas sei so begeistert von ihrem Setting gewesen, dass sie es mit dem Worldbuilding etwas übertrieben hat, wird im Laufe der Geschichte bald merken, dass alles Teil eines abgekarteten Verwirrspiels ist und all die kleinen versteckten Details am Ende ihr Comeback im Showdown erhalten. 

"Uns hatte er gesagt. Eine Einheit. Ein Team. Ein Zwei-Personen-Rudel. Seine Schwingen bewegten sich leicht in der Brise, die vom Istros heraufwehte. "Wir werden den finden, der hinter dieser ganzen Sache steckt, Bryce. Das verspreche ich dir." Und aus irgendeinem Grund glaubte sie ihm."

Nach einem Zeitsprung von fast zwei Jahren bildet sich dann aus dem Anfangs-Wirr-Warr eine spritzige, spannende Buddy-Ermittlungs-Crime-Story heraus und die Geschichte wird nun aus verschiedenen Perspektiven an verschiedenen Orten erzählt. Neben der Protagonistin Bryce erzählen nun auch der gefürchtete Vollstrecker-Engel Hunt, der nur der "Umbra Mortis", der Todesschatten, genannt wird, und Bryce´ Bruder, der Fae-Prinz Ruhn. Die personale Erzählperspektive macht es möglich, viel vor dem Leser zu verbergen und doch einen Einblick in die Gefühle und Gedanken der Figuren zu erhaschen. Denn trotz des sehr ereignisreichen Mittelteils, in dem das ungleiche Ermittler-Duo Bryce und Hunt durch fast alle Bezirke von Crescent City zieht, verschiedenen Spuren nachgeht und die ein oder andere unliebsame Begegnung mit einem Dämon hat, nehmen die Beziehung, die Gefühle und vor allem die Entwicklung der beiden Hauptprotagonistin einen großen und wichtigen Part ein. Im dritten Teil zieht Sarah J Maas das Erzähltempo dann nochmal ordentlich an. Die Geschehnisse ins Crescent City spitzen sich zu und auch Hunt und Bryce kommen sich unweigerlich näher, bevor im letzten Abschnitt in einem chaotischen, epischen Durcheinander die Welt gerettet werden muss. 

"Warum sammelt sie uns überhaupt?", fragte die Koboldin leise. "Bin ich nicht auch eine Person?" Sie zeiget auf das Tattoo an ihrem Handgelenk. "Warum muss das sein?"
"Weil wir in einer Republik leben, die beschlossen hat, dass jede Bedrohung ihrer Ordnung bestraft werden muss, und zwar so drastisch, dass es andere davon abhält, sich ebenfalls aufzulehnen."

So viel zum inhaltlichen Aufbau, der erstmal solide und logisch wirkt. Das eigentliche Genie der Geschichte entfaltete sich im ausgeklügelten Verwirrspiel der Autorin: wie sie den Leser immer wieder auf falsche Fährten lockt und dann überrascht und ein komplett neues Bild zeichnet, ist wirklich genial!  Hier spielt Maas geradezu mit falschen Annahmen und tänzelt auf einem schmalen Grat zwischen Verschwiegenheit, Geheimnissen, Lügen und Täuschungen. Würde ich die Geschichte mit meinem jetzigen Wissen nochmals lesen, würden mir viele subtile Andeutungen und wohl platzierte Ausführungen zu später wichtigen Themen auffallen, die ich angesichts der Komplexität der Handlung beim ersten Lesen komplett übersehen habe. So kommen viele Wendungen zwar sehr überraschend, sind aber nach kurzem Nachdenken immer schlüssig und nachzuvollziehen - was die wirkliche Kunst bei Plot-Twists ist. 

"Ein Leben. Das waren Fotos von jemandem mit einem Leben, noch dazu mit einem erfüllten. Eine Erinnerung daran, wie es sich angefühlt hatte, ein Zuhause zu haben und jemanden, dem es nicht egal war, ob man lebte oder starb, jemanden, der einem ein Lächeln ins Gesicht zauberte, wenn man nur den Raum betrat. So etwas hatte er noch nie zuvor erlebt. Mit niemandem."

Das gilt jedoch nicht nur für die Handlung, sondern auch für die Protagonisten. Gerade von Bryce hat man zuerst ein völlig falsches Bild, nämlich das eines verzogenen, macht- und respektlosen Partygirls, welches sie selbst vor der Welt noch zu kultivieren scheint und das sich erst im zweiten Drittel der Geschichte langsam aufzulösen beginnt. Dadurch wirkt die Halb-Fae zu Beginn erstmal etwas unsympathisch, was der spätere Eindruck ihrer starken, sturen und sarkastischen Persönlichkeit aber wieder wett macht. Auch der gefallene Engel Hunt (eigentlich Orion) Athalar, der als Auftragsmörder für den Gouverneur Micah arbeitet und deshalb als "Todesschatten" gefürchtet wird, entpuppt sich als anders als zu Beginn erwartet. Dieser "Ich bin ein egomaner Idiot, aber ihr werdet mich in 100 Seiten trotzdem lieben, weil ich dann meinen weichen Kern zeige"-Move wird ja in so vielen Geschichten gebracht, um vermeintliche Bad-Boy-Klischees zu umgehen, sodass er selbst schon wieder zum Klischee geworden ist. Wir kennen sie ja alle: dominante, starke, sexy Protagonisten (ob CEOs, Prinzen, Engel, Vampire oder Fae spielt dabei keine Rolle), mit großem Ego, insgeheim gebrochenen Herzen und starken Eifersuchtsproblemen. Auch Sarah J. Maas wurde in der Vergangenheit oft für ihre dominanten Alpha-Love-Interests kritisiert. Mit Hunt und Bryce findet sie jedoch einen Weg, genau dieses Stereotyp zu parodieren und offen anzusprechen, in dem sich Bryce über das "Alpha-Arschloch-Gehabe" der Männer in ihrem Umfeld ärgert. Dadurch kommt es nicht nur zu unfassbar lustigen Dialogen, sie problematisiert auch indirekt diese Art der Figurendarstellung, auf die wir LeserInnen immer wieder hereinfallen, auf sehr unterhaltsame Art und Weise. Kleine Kostprobe gefällig?

"Ist es nicht furchtbar ermüdend, die ganze Zeit ein Alpha-Arschloch zu sein? Habt ihr Typen vielleicht eine Art Regelbuch dafür? Oder vielleicht geheime Selbsthilfegruppen?"
"Ein was?"
"Ein Alpha-Arschloch. Dominant-aggressiv." Sie deutet mit der Hand auf seinen nackten Oberkörper. "Du weißt schon: Männer wie du, die sich bei der kleinsten Provokation das Hemd vom Leim reißen. Die auf zwanzig verschiedene Arten einen Mord begehen könnten. Bei denen die Frauen sich überschlagen, um sie anzumachen. Und wenn ihr dann tatsächlich endlich eine vögelt, schaltet ihr total auf den Meine-Gefährtin-Modus: Ihr lasst keinen Mann auch nur in ihre Nähe, entscheidet für sie, was und wann sie zu essen hat, was sie tragen soll, wann sie sich mit ihren Freundinnen essen darf."
"Wovon zum Teufel redest du?"
"Eure Lieblingshobbys sind: vor euch hinbrüten, kämpfen und rumbrüllen. Ihr habt die Kunst perfektioniert, auf dreißig verschiedene Arten zu fauchen und zu knurren. Ihr habt eine Clique scharf aussehender Freunde um euch herum. Und sobald einer davon eine Frau zu seiner Gefährtin macht, fallen auch die anderen um wie Dominosteine. Und die Götter mögen euch beistehen, wenn ihr alle den ersten Nachwuchs bekommt..."

Neben der spannenden Machart mit den vielen unvorhergesehenen Wendungen und Entwicklungen sowie den dynamischen Protagonisten lebt die Geschichte auch von den bekannten Stärken der Autorin. Die erste: Worldbuilding. Manche Fantasy-Welten werden einmal aufgebaut und dann spielt sich die Handlung in diesem statischen Bühnenbild ab, doch nicht bei Sarah J. Maas: Ständig verändert sich der Fokus, der Blickwinkel, der Handlungsort der Geschichte, es werden neue Dinge aufgenommen, bestehende ändern sich - eine stetige Entwicklung, die die Geschichte so perfekt und schlüssig erweitert, dass aus dem roten Fanden, ein rotes Band wird. Das ist eine Fähigkeit, für die ich Sarah J. Maas immer bewundern werde: ihre zusammenhängende Darstellung der Welt, die immer komplexer, verschachtelter und geheimnisvoller wird, mit jedem Charakter und Handlungsstrang, der dazukommt. Hier kreiert sie eine spritzige Mischung aus Dystopie, Krimi und Fantasy-Epos und erzählt von einer modernen Welt, die von einer eigentlich unmöglichen Kombination an Fantasy-Wesen bevölkert wird. Denn statt sich für eine Spezies zu entscheiden, mischt sie hier Engel, Fae, Meereswesen, Hexen, Kobolde, Gestaltwandler, Chimären, Sensenmänner, Vampire, Werwölfe, Geister und Co - fehlen nur noch Feen, Zwerge und Riesen und dann hätte sie alles abgedeckt, was das Fantasy-Genre in den letzten Jahrhunderten erfunden hat. Besonders erstaunlich ist, dass diese verrückte Fantasy-Steampunk-Kombination tatsächlich funktioniert und sie nie das Wesentliche aus den Augen verliert oder die Story überlädt. Sie pickt sich einzelne interessante Aspekte gekonnt heraus, welche dann weitergesponnen und vernetzt werden, bis ein umwerfendes, vielseitiges Gesamtergebnis entsteht! 

"Bisher war mir das nicht klar", murmelte sie. "Aber du und ich ... wir sind Spiegel." (...)
"Ist das etwas Schlechtes?", fragte er. 
Ein mattes Lächeln umspielte ihre Mundwinkel. "Nein. Nein, es ist nichts Schlechtes."
"Du hast kein Problem damit, dass der Umbra Mortis dein emotionaler Zwilling ist?"
Doch ihre Miene wurde wieder ernst. "So nennt man dich zwar, aber das bist du nicht."
"Und wer bin ich?"
"Eine Nervensäge." Ihr Lächeln war strahlender als die untergehende Sonne über dem Fluss. Er lachte, aber sie fügte hinzu: "Du bist mein Freund."

Hier wären wir dann bei der zweiten bekannten Stärke der Autorin angelangt: ihrem außergewöhnlichen Schreibstil. Auch wenn sie hier durchaus modernen schreibt, als in ihren bisherigen Fantasy-Reihen und ich mich erst an die derbe Ausdrucksweise mit den vielen Flüchen und Beleidigungen gewöhnen musste, kann auch der neue Erzählton nichts an ihrem unfassbaren Talent ändern. Wie für all ihre Bücher gibt es ein Wort, das ihr erstaunliches Talent, Worte in Sätzen so zu platzieren, dass sie der Geschichte alleine durch den Schreibstil ein imposantes Auftreten verleihen, super beschreibt: EPISCH. Durch ihre teils sehr außergewöhnliche Wahl der Worte und ihre intensiven Szenenbeschreibungen, fühlt man sich oft, als würde man einem Film zusehen, der vor den eigenen Augen abläuft - Ein wunderbarer Film voller Action, Gefühle und Hintergrund und mit genialen Schauspielern natürlich ;-)

"Ist der Engel da?", fragte Juniper verschmitzt. 
"Er ist auf ein Bier mit seinen Killer-Kumpels."
"Sie heißen Triarier, Bryce."

Kurz bevor ich zum Ende komme (ja ich weiß, diese Rezension wird lang, aber ich habe auch viel zu sagen😊), muss ich meine Begeisterung noch mal relativieren, bevor sie zu einseitig wird. Ja, die Geschichte ist definitiv ein Jahreshighlight, konnte mich aber alles in allem nicht ganz so überzeugen wie Maas´ andere beiden Reihen (wobei auch deren Auftaktbände noch Verbesserungspotential hatten). Dafür war der Anfang wie oben schon erläutert zu lasch und die Liebesgeschichte zu sexualisiert. Zwar mochte ich die Entwicklung und die Annäherung von Bryce und Hunt sehr, der Sprung von körperlicher Anziehungskraft zu großer Liebe ging mir aber ein bisschen zu flott und außerdem im allgemeinen Handlungsgeschehen unter. Das Ende entschädigt dann jedoch wieder für diese zwei kleinen Mängel. Hier reiht sich eine 180-Grad-Wendung an die nächste und wir bekommen nicht einen, sondern gleich zwei große Showdowns epischen Ausmaßes vorgesetzt. Was hier passiert habe ich sowas von nicht kommen sehen. Trotz dass ich tausend Theorien während der Ermittlungen entwickelt habe, tappte ich komplett im Dunkeln. Und alles, was ich ersinnen konnte, ist lange nicht so spektakulär und durchdacht wie das, was uns Maas als Erklärung vorsetzt.

"Hunt hielt nur Bryce´ Blick. Ich sehe dich, Quinlan, gab er ihr stillschweigend zu verstehen. Und mir gefällt alles, was ich sehe.
Gleichfalls, schien ihr Lächeln anzudeuten."

Ich weiß nicht, wann mich das letzte Mal ein Buch so unter Strom gesetzt hat. Emotionen sind die eine Sache - Spannung und krasse Dramatik die andere. Die letzten Seiten waren so außergewöhnlich mitreißend, überraschend, spannend, actionreich, richtungsändernd und eindrucksvoll, sodass ich es wahrscheinlich nie vergessen werde. Alleine für dieses Finale sollte dieser Reihenauftakt von allen Fantasy-Liebhabern der Welt gelesen werden! Eine Wendung jagt die nächste, man hat eigentlich durchgängig Gänsehaut, Tränenausbrüche und unkontrollierte Zuckungen, sodass ich bestimmt die Gehirnströme einer Epileptikerin hatte, als die letzten Seiten durch mein Hirn jagten. An einigen Stellen konnte ich auch tatsächlich die Tränen nicht mehr zurückhalten. Spätestens ab dort waren alle objektiven Kritikpunkte vergessen und ich konnte dem actionreichen, dramatischen und unglaublich tragischen Schluss nur gebannt folgen. Das wirkliche Ende ist dann süß, abgeschlossen aber mit genügend offenen Stellen für eine Fortsetzung! Ich bin der Autorin so dankbar, dass sie nicht auf die Idee gekommen ist, ihre Geschichte zu einem früheren Punkt zu unterbrechen und uns mit einem heftigen Cliffhanger zurückzulassen (da gab es einige Stellen, die sich brutal aber bestens dafür angeboten hätten). Nach so einem Cut ein ganzes Jahr (oder sogar länger - Titel und Veröffentlichungstermin von Band 2 sind noch unbekannt) auf die Fortsetzung zu warten hätte ich wohl nicht verwunden... 

"Ich hab Angst", flüsterte sie.
Erneut nahm Danika ihre Hand. "Genau darum geht es doch, Bryce. Darum geht es im Leben: zu leben, zu lieben, im Wissen, dass morgen schon alles vorbei sein kann. Dadurch wird jeder Moment so viel kostbarer."



Fazit:

"Crescent City" ist komplex, brutal, schonungslos, herzbrechend, wunderschön, magisch, liebevoll, bildgewaltig, detailreich und wieder einmal einfach nur EPISCH! Zwar braucht man einen langen Atem, um in die Geschichte einzusteigen, die gutdurchdachte Verwirrungstaktik der Autorin, die in einem spektakulären und wendungsreichen Showdown mündet, ganz zu schweigen von den dynamischen Protagonisten und den bekannten Stärken der Autorin wie Schreibstil und Worldbuilding, entschädigen aber großzügig für kleinere Mängel. 



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