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Donnerstag, 3. September 2026

Kurzrzension: Brigands & Breadknives


Die Fakten

Titel: Brigands & Breadknives
Autorin: Travis Baldree
Verlag: Tor (11. November 2025)
Genre: Cozy Fantasy
Seitenzahl: 336 Seiten
Weitere Bände: Legends & Lattes (Band 1)
Bookshops & Bonedust (Band 0.5)
Link: Hier klicken!




Der Inhalt

Jahrzehntelang hat Fern die Stille und die Stürme im Leben einer Buchhändlerin mal genossen, mal ertragen, aber jetzt, angesichts lähmender Langeweile, ist es Zeit für einen Neuanfang, und zwar in der Stadt Thune. Dort will die Rättin ihre Bücher künftig neben dem Café ihrer lange vermissten Freundin Viv verkaufen. Mit einem köstlichen Kaffee in der Hand schmökert es sich doch am besten! Und vielleicht heilen die Renovierungsarbeiten ganz nebenbei ihre Seelenpein gleich mit. Wenn die Dinge nur so einfach wären! Nach einer sehr langen feucht-fröhlichen Nacht erwacht die Rättin weit weg von zu Hause in Gesellschaft einer legendären Kriegerin, eines chaotischen Trolls mit einer Vorliebe für Tafelsilber und eines mörderischen Katers. Gemeinsam müssen sich die drei (oder manchmal vier) Gefährten gegen einen bösen Kobold zur Wehr setzen ... und dabei keinen Tropfen Kaffee verschütten.



Die Eindrücke

Handlung: Nachdem mir Anfang des Jahres "Legends & Lattes" so gut gefallen hat und mich in die gemütlichen Fänge des Cozy Fantasy Genres gezogen hat, wanderten die anderen Bücher von Travis Baldree natürlich auch sofort auf meine Leseliste für 2026. Mittlerweile habe ich die Novellen "Pages to Fill", "Goblins and Greatcoats" sowie das Prequel "Bookshops & Bonedust" gelesen, sodass mir nur noch "Brigands & Breadknives" gefehlt hat. In einem weiteren spaßigen Buddyread mit Sofia (yk, @sofiasworldofbooks) habe ich die Lücke nun endlich geschlossen und mich an die Geschichte von Fern gemacht, die wir schon aus "Bookshops & Bonedust" kennen. Wie bei den vorherigen Büchern von Travis Baldree ist die Geschichte sehr figur- und atmosphärenzentriert erzählt, sodass man für die Handlung einen langen Atem mitbringen muss. Mir gefällt allerdings sehr gut, dass der Autor hier von seinem bisherigen Erzählkonzept abweicht, in dem man jeweils einer Figur beim Ankommen an einem neuen Ort und dem Aufbau eines Ladens zusieht. Überraschenderweise geht es gar nicht um ihre neue Buchhandlung. Stattdessen begeben wir uns hier mit Fern auf ein ganz unerwartetes Abenteuer und sehen einiges von der bisher unentdeckten Fantasy-Welt... Ein hochspannender Pageturner ist es natürlich trotzdem nicht, aber der einfache, gemütliche Plot hält genügend Konflikte und Überraschungen bereit, strotz nur von Atmosphäre, süßem Humor und liebevollen Figuren, um über die knapp 336 Seiten gut unterhalten zu werden. 

"Always remember, although the unimaginative see life as a thread stretched from one point to another, birth to death, a life truly lived is a glorious tangle. One is never lost. And if one is lucky, one is never found, either."

Freitag, 21. August 2026

Klassiker Challenge: Sonderbares vom Kurfürstendamm


Nachdem "Doktor Erich Kästners Lyrische Hausapotheke" bei mir einen eher gemischten Eindruck hinterlassen hat, ich aber ein großer Fan seiner Kinderbücher bin, habe ich beschlossen, mir im Rahmen meiner Klassiker Challenge noch "Sonderbares vom Kurfürstendamm" von Erich Kästner vorzunehmen. Auf 209 Seiten sind hier Gedichte, Essay, sowie Romanauszüge des Autors gesammelt, die alle um die Stadt Berlin kreisen...


Eindrücke

Erich Kästner zeichnet hier ein lebendiges, manchmal skurriles und oft augenzwinkerndes Bild von Berlin zwischen den 1920er- und 30er-Jahren. Als Reporter, Beobachter und Nachtschwärmer war er mitten im Berliner Großstadtgetümmel der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unterwegs und berichtet in unzusammenhängenden Texten von seinen Erfahrungen und Gedanken zu Orten und Bewohnern. Manche Passagen lesen sich dabei wie entspannte Streifzüge durch die Stadt, andere beobachten ihre Bewohner mit viel Witz und einer guten Portion Ironie. Zum Ende hin verändert sich der Ton und die Texte werden ernster, beschäftigen sich mit dem aufkommenden Nationalsozialismus, der Bücherverbrennung und den Trümmern der Nachkriegszeit. So werden eine Stadt und eine Zeit auf interessante Art zum Leben erweckt und die Texte lesen sich beinahe wie aus einer Zeitkapsel. 

Donnerstag, 20. August 2026

Sammelrezension: Die Accelerati Trilogie


Als großer Fan von Neal Shusterman war es nur eine Frage der Zeit, bis ich mir seine Accelerati Trilogie vorknöpfen musste. Zusammen mit Eric Elfman entspinnt er hier über drei Bände hinweg eine Abenteuergeschichte rund um den Erfinder Nikola Tesla, dessen turbulente Erfindungen das Leben des jungen Nick durcheinanderwirbeln... Ich habe alle drei Bände innerhalb kürzester Zeit inhaliert und hatte großen Spaß mit der Reihe!



Der Inhalt

Ein kaputter Toaster, eine uralte Kamera, eine defekte Autobatterie: Wie konnte Nick ahnen, dass es sich bei dem Schrott auf seinem Dachboden um bahnbrechende Erfindungen Nikola Teslas handelt? Leider sind die Gegenstände nicht nur genial, sondern auch gefährlich. Denn der Geheimbund der Accelerati will sie für sich – um jeden Preis! 


Meine Eindrücke

Wie man es von Neal Shusterman kennt, mischt er in seiner dreibändigen Reihe temporeiches Abenteuer, echte Emotionen, interessante Gedanken mit einem Schuss Humor zu einer prickelnden Mischung, die ich großen wie kleinen Abenteuerfans empfehlen würde, die etwas für Wissenschaft und Technik übrig haben. Denn aus der herrlich schrägen Grundidee, Nikola Teslas Erfindungen in den Händen eines Teenagers zum Leben zu erwecken, entwickelt sich nach und nach ein erstaunlich komplexer Plot, in dem Tesla selbst, Thomas Edison, ein geheimer Wissenschaftlerbund und sogar ein elektrisch aufgeladener Himmelskörper eine Rolle spielen. Die Geschichte wird also von Band zu Band größer, ohne dabei ihre Liebe zum vollkommenen Unsinn zu verlieren. Alle drei Bände halten dabei definitiv, was die Titel versprechen: Sie erzählen eine geniale, verblüffende Geschichte mit irrsinnigen Wendungen, atemberaubender Spannung, gemeingefährlichen Bösewichten und grandios verrückten Helden. 

Dienstag, 18. August 2026

Klassiker Challenge: Goethes Balladen


Im Rahmen meiner Klassiker-Challenge habe ich mich an die Sammlung der bekanntesten Balladen Johann Wolfang von Goethes gewagt. "Balladen" enthält auf 116 Seiten "Der Erlkönig", "Der König von Thule", "Der Rattenfänger", "Der getreue Eckhart", "Gingo Biloba" sowie "Willkommen und Abschied". Ich bin ja bekannterweise kein großer Goethe Fan (zumindest nicht seiner Dramen, insbesondere "Faust" ist mir ein Graus), aber nachdem ich mit Schillers Balladen im letzten Jahr so eine gute Zeit hatte, habe ich mich auch einigen seiner zahlreichen Dichtungen gewidmet.


Eindrücke

Goethes Balladen sind deutlich vielseitiger, als ich zunächst erwartet hatte, und reichen von schaurigen Sagen und märchenhaften Geschichten bis hin zu Liebesgedichten und Naturbetrachtungen. Besonders bekannt sind natürlich „Der Erlkönig“, in dem ein nächtlicher Ritt durch die unheimliche Begegnung mit dem Erlkönig tragisch endet, und „Der König von Thule“, das von Treue über den Tod hinaus erzählt. „Der Rattenfänger“ und „Der getreue Eckhart“ greifen dagegen auf sagenhafte Stoffe zurück, während „Gingo Biloba“ und „Willkommen und Abschied“ stärker persönliche und lyrische Seiten Goethes zeigen. Auch wenn mich nicht jede Ballade gleichermaßen erreicht hat, fand ich die Sammlung insgesamt kurzweilig und abwechslungsreich. Gerade die bildhafte Sprache, die oft düstere Atmosphäre und die pointierten Geschichten haben mir besser gefallen als Goethes dramatische Werke – und wie schon bei Schiller zeigt sich, dass Klassiker in dieser kompakten Form durchaus überraschend viel Spaß machen können.

*keine WERBUNG, selbstgekauft*

Quelle Informationen: Amazon.de. Klapptexte und Zitate sind Eigentum des Verlags oder jeweiligen Rechtinhabers.

Donnerstag, 23. Juli 2026

Eine ganz dumme Idee


Allgemeines

Titel: Eine ganz dumme Idee
Autor: Fredrik Backman
Verlag: Goldmann Verlag (20. September 2021)
Genre: Roman
Seitenzahl: 464 Seiten
Originaltitel: Folk med angest (übersetzt von Neil Smith)
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Inhalt

Eine Kleinstadt in Schweden kurz vor dem Jahreswechsel: An einem grauen Tag findet sich eine Gruppe von Fremden zu einer Wohnungsbesichtigung zusammen. Sie alle stehen an einem Wendepunkt, sie alle wollen einen Neuanfang wagen. Doch dieser Neuanfang verläuft turbulenter als gedacht. Denn wegen der ziemlich dummen Idee eines stümperhaften Bankräubers werden auf einmal alle Beteiligten zu Geiseln. Auch wenn davon niemand überraschter ist als der Geiselnehmer selbst. Es folgt ein Tag voller verrückter Wendungen und ungeahnter Ereignisse, der die Pläne aller auf den Kopf stellt – und ihnen zeigt, was wirklich wichtig im Leben ist …


Bewertung

"Eine ganz dumme Idee" wurde mir von meiner Kollegin empfohlen und ausgeliehen. Als mein erstes Buch von Fredrik Backman (sein bekanntestes, "Ein Mann names Ove" kenne ich nur als Film), wusste ich ehrlich gesagt nicht so recht, was mich erwarten würde. Ich hatte mit einer unterhaltsamen Geschichte gerechnet – vielleicht etwas skurril, vielleicht ein wenig philosophisch –, aber nicht mit einem Roman, der mich gleichermaßen zum Lachen, Mitfiebern und Nachdenken bringt.

Samstag, 18. Juli 2026

Klassiker Challenge: The Gardener


Im Rahmen meiner Klassiker Challenge habe ich mit „The Gardener“ von Rabindranath Tagore zum ersten Mal einen Nobelpreisträger gelesen. Der 1913 erschienene Gedichtband, der aus dem Bengalischen übersetzt ist, vereint Liebeslyrik mit philosophischen Betrachtungen über Schönheit, Vergänglichkeit und das Leben. Für die knapp 150 Seiten habe ich mir gerne einige Wochen Zeit genommen und möchte nun kurz meine Eindrücke sammeln:



Die Eindrücke

„The Gardener“ besteht aus lose miteinander verbundenen Gedichten, die immer wieder um die unterschiedlichsten Facetten der Liebe kreisen – um Sehnsucht, Nähe, Verlust, Hingabe und das Ungesagte. Vieles bleibt bewusst offen und lässt Raum für eigene Deutungen. Diese Zurückhaltung verleiht den Texten eine stille, beinahe schmerzliche Intensität. Der Stil wirkt dabei erstaunlich zeitlos. Rabindranath Tagores Sprache ist voller Naturbilder, Allegorien und spiritueller Symbolik, gleichzeitig aber von einer schlichten Klarheit geprägt, die die Gedichte unmittelbar zugänglich macht. Hinter dieser Einfachheit verbirgt sich jedoch eine bemerkenswerte Tiefe: Viele Verse lassen sich auf ganz unterschiedliche Weise lesen und gewinnen gerade beim Nachdenken oder Wiederlesen an Bedeutung. Besonders beeindruckt hat mich, wie mühelos Tagore philosophische Gedanken mit emotionaler Ehrlichkeit verbindet, ohne dabei jemals schwer oder belehrend zu wirken.

"It is a game of giving and withholding, revealing and screening again; some smiles and some little shyness, and some sweet useless struggles. This love between you and me is simple as a song."

Sonntag, 5. Juli 2026

Elternabend: Kein Thriller (Auch wenn der Titel nach Horror klingt!)


Allgemeines

Titel: Elternabend: Kein Thriller (Auch wenn der Titel nach Horror klingt!)
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer (26. April 2023)
Genre: Roman
Seitenzahl: 336 Seiten
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Inhalt

Der Kleinkriminelle Sascha Nebel hat sich zur falschen Zeit am falschen Ort das falsche Auto für einen Diebstahl ausgesucht. Kaum, dass er hinter dem Steuer eines Geländewagens Platz genommen hat, zieht eine Horde demonstrierender Klimaaktivisten durch die Straße. Allen voran eine junge Frau, die den SUV mit einer Baseballkeule demoliert. Als die Polizei auf der Bildfläche erscheint, ergreifen Sascha und die Unbekannte die Flucht und platzen in den Elternabend einer 5. Klasse. Um die Nacht nicht in Polizeigewahrsam zu verbringen, bleibt ihnen keine andere Wahl: Sie müssen in die Rolle von Christin und Lutz Schmolke schlüpfen, den Eltern des 11jährigen Hector, die bislang jede Schulveranstaltung versäumten. Zwei wildfremde Menschen, zwischen denen kaum größeres Streitpotential herrschen könnte, geben sich als Vater und Mutter eines ihnen völlig unbekannten Kindes aus. Dabei ist die Tatsache, dass Hector der größte Rüpel der Schule ist, sehr schnell ihr kleinstes Problem …


Meine Eindrücke

Elternabend" von Sebastian Fitzek ist ähnlich wie "Der erste letzte Tag" ein bewusstes Genre-Experiment, das mit den Erwartungen der Leserschaft spielt und sich klar vom klassischen Thriller-Repertoire des Autors absetzt. Ich bin ja ehrlich gesagt kein großer Thriller-Fan und habe von dem Autor bis jetzt nur eben jenen Nicht-Thriller sowie "Das Paket" gelesen. Umso gespannter war ich auf diesen Roman, der vor allem auf überdrehte Komik, Tempo und Situationschaos setzt...

Samstag, 4. Juli 2026

Spotlight Sachbuch: Bullshit-Bingo Psychologie



Allgemeines

Titel: Bullshit-Bingo Psychologie: "Hör auf dein Bauchgefühl" und andere Psycho-Mythen auf dem Prüfstand
Autoren: Jochen Metzger und Jens Schröder
Verlag: Komplett-Media Verlag (6. November 2025)
Genre: Psychologisches Sachbuch
Seitenzahl: 206 Seiten
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Meine Eindrücke

Als Psychologin werde ich immer wieder gefragt, welche psychologischen Sachbücher ich eigentlich empfehlen kann. Da komme ich dann meistens kurz ins Rudern, da ich selbst interessanterweise beinahe nie psychologische Sachbücher lese. Das überrascht meistens mein Gegenüber, doch durch mein Studium, die vielen gelesenen Fachbücher und meine tägliche Arbeit sind die meisten Sachbücher zu dem Thema für mich häufig entweder nicht interessant, redundant oder ich möchte mich in meiner Freizeit schlichtweg nicht auch noch damit auseinandersetzen. Ab und zu macht mich ein Titel aber dann doch neugierig, weil er entweder ein Thema abdeckt, in dem ich mich weiterbilden möchte, weil er extrem viel verspricht und ich testen möchte, wie fundiert das Ganze tatsächlich ist, oder weil er nach einer spaßigen Art und Weise klingt, gelerntes nochmal aufzufrischen. "Bullshit-Bingo Psychologie" war eine Mischung aus alldem, da das Buch verspricht, psychologische Mythen, mit denen man häufig konfrontiert wird, zu entlarven.

Dienstag, 26. Mai 2026

The Silent Patient


Allgemeines

Titel: The Silent Patient
Autor: Alex Michaelides
Verlag: Celadon Books (5. Februar 2019)
Genre: Psychothriller
Seitenzahl: 336 Seiten
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Inhalt

Blutüberströmt hat man die Malerin Alicia Berenson neben ihrem geliebten Ehemann gefunden – dem sie fünf Mal in den Kopf geschossen hat. Seit sieben Jahren sitzt die Malerin nun in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt. Und schweigt. Kein Wort hat sie seit der Nacht des Mordes verloren, lediglich ein Bild gemalt: Es zeigt sie selbst als Alkestis, die in der griechischen Mythologie ihr Leben gibt, um ihren Mann vor dem Tod zu bewahren. Fasziniert von ihrem Fall, setzt der forensische Psychiater Theo Faber alles daran, Alicia zum Sprechen zu bringen. Doch will der Psychiater wirklich nur herausfinden, was in jener Nacht geschehen ist?



Bewertung

"The Silent Patient" hat mich mit der wahnsinnig starken Grundidee, dem psychiatrischen Setting und dem Versprechen auf einen atemlosen Psychothriller neugierig gemacht. Mit kurzen Kapiteln, dem anfangs hohen Tempo und dem atmosphärischen Spannungsaufbau hat mich die Geschichte zu Beginn auch sehr in den Bann gezogen. Trotzdem blieb am Ende ein eher gemischter Eindruck zurück, weil vieles zwar clever konstruiert wirkte, emotional und erzählerisch für mich aber nicht vollständig aufgegangen ist. 

"I was crying for all of us. There’s so much pain everywhere, and we just close our eyes to it. The truth is we’re all scared. We’re terrified of each other."

Mittwoch, 8. April 2026

Die Känguru-Rebellion


Allgemeines

Titel: Die Känguru-Rebellion
Autor: Marc-Uwe Kling
Verlag: Ullstein (12. März 2026)
Genre: Politische Komödie
ISBN: 9783843737876 
Seitenzahl: 224 Seiten
Weitere Bände: Die Känguru Werke 1-4
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Inhalt

»Ich rebelliere!«, ruft das Känguru, als es in die Küche kommt. 
»Aha«, sage ich. »Wogegen rebellierst du denn?«
»Gegen die Zustände.«
»Verständlich«, sage ich. »Löblich geradezu.«
»Rebellierst du mit?«, fragt das Känguru. 
»Wenn ich darf.«
»Falsche Antwort. Wer rebelliert, fragt nicht, ob er darf.«
»Guter Punkt.« 
»Also rebellierst du mit?«
»Sehr gerne.«
»Hervorragend«, sagt das Känguru. »Dann sind wir schon zu zweit.«


Bewertung

"Die Känguru-Rebellion" zählte schon seit der Ankündigung zu meiner am neugierigsten erwarteten Neuerscheinung 2026. Neue Geschichten vom Känguru und Marc-Uwe in this economy?!? Es gibt wohl kaum einen passenderen Zeitpunkt für ein Comeback des Traumduos als eine Zeit, in der das aktuelle Weltgeschehen die Realsatire fast selbst schreibt. Wie also am Ende der Känguru-Comics angekündigt: Das Känguru ist zurückgekehrt, als die Welt es am meisten gebraucht hat.

Samstag, 14. März 2026

Sachbuch Spotlight: Darwin gefällt das


Die Fakten

Titel: Darwin gefällt das 
Autoren: Anna Bühler und Christian Alt
Verlag: Goldmann Verlag (27. November 2024)
Genre: Sachbuch
Seitenzahl: 208 Seiten
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Der Inhalt

Im Buch zu ihrem Erfolgspodcast "Darwin gefällt das" erfahren vermeintlich genialen Ideen, die es nie in die Geschichtsbücher geschafft haben, die Würdigung, die sie verdienen, und werden in Wort und Schrift festgehalten. Anna Bühler und Christian Alt erzählen von Bomben, die an Fledermäuse geschnallt werden. Von absurden Selbstversuchen, von Teenagern, die Atomkraftwerke im Garten bauen, und von englischen Kranführern, die sich nichts sehnlicher wünschen, als einmal die British Open zu gewinnen. Die Geschichte ist voll von Experimenten, die astrein in die Hose gegangen sind. Von Menschen, die in ihrer Mission tragisch gescheitert sind. Geblieben ist dennoch etwas: Eine mitreißende Geschichte, an die man sich eben doch erinnern sollte.



Meine Eindrücke

"Darwin gefällt das" habe ich auf Bookbeat beim Stöbern entdeckt und direkt spontan mit dem Hören begonnen. Da ich kein großer Podcast-Fan bin, habe ich von Anna Bühlers und Christian Alts gleichnamigem Podcast-Format bisher noch nichts gehört. Die Idee, in einem Buch 21 der verrücktesten, unbekannten Geschichten der Menschheit zu sammeln, hat mich aber sofort überzeugt. 208 hoch unterhaltsame Seiten später, bin ich nun ein Fan der beiden und überlege tatsächlich doch mal in den Podcast reinzuhören...

Mittwoch, 11. März 2026

Spotlight Sachbuch: Alpha Boys


Allgemeines

Titel: Alpha Boys
Autor: Aurel Mertz
Verlag: Knaur (2. Februar 2026)
Genre: satirisches Sachbuch
Seitenzahl: 257 Seiten
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Der Inhalt

Theoretisch dürfen Männer sich die Fingernägel lackieren und müssen Konflikte nicht mit den Fäusten regeln. Doch so ganz scheint es dem Y-Chromosom nicht zu behagen, weshalb der Trend für junge Männer heute wieder zum traditionellen Rollenbild geht. Aurel Mertz, selbst Mann, ist davon komplett verwirrt: Warum nach Muskeln und Krypto-Geld streben, statt die Freiheiten einfach anzunehmen? Was hat uns so verletzt, dass wir Einsamkeit und emotionale Verrohung suchen? Worin unterscheiden sich Alphas eigentlich von Betas und Sigmas? Und was haben Trump, Putin und sogar Friedrich Merz damit zu tun?


Meine Eindrücke

"Alpha Boys" ist ein Sachbuch, das genau dorthin blickt, von wo ich mich normalerweise lieber fernhalte: in die Abgründe von Sexismus und Gewalt innerhalb der Manosphere, der Red-Pill-Bewegung oder der Incel-Szene. Oder anders gesagt: auf die Welt toxischer Männlichkeit in einer patriarchale, kapitalistischen Gesellschaft. Die Hauptzielgruppe des Buches sind meiner Einschätzung nach in erster Linie Männer, und nicht immer hat mich die Perspektive vollständig abgeholt. Gleichzeitig fand ich den Blickwinkel aber gerade deshalb spannend, da sie einen Gegenpol zu feministischer Literatur bildet, mit der ich mich sonst gerne beschäftige. Während dort die weibliche Rollenbilder im Patriarchat neu verhandelt, eröffnet Comedian Aurel Mertz hier eine männliche Innenperspektive auf die Krise moderner Männlichkeit.

Dienstag, 10. März 2026

Spotlight Sachbuch: Good Vibrations - Die heilende Kraft der Musik


Allgemeines

Titel: Good Vibrations: Die heilende Kraft der Musik
Autor: Stefan Kölsch
Verlag: Ullstein Verlag (15. April 2019)
Genre: Sachbuch
Seitenzahl: 384 Seiten
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Der Inhalt

Musik ist nicht nur schön ‒ sie bewahrt auch unsere Gesundheit, hält jung und verbessert den Spracherwerb. Sie hilft bei Schlaganfall, chronischen Krankheiten und Demenz. Sie wirkt geradezu Wunder bei Wachkomapatienten. Die Bedeutung von Klängen und Melodien für unsere Psyche und unseren Körper findet immer mehr Beachtung und ist inzwischen unumstritten. Stefan Kölsch zeigt uns anhand vieler Beispiele aus seinem Forschungsbereich, weshalb Musik in allen Formen eine immer größere Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung ganz unterschiedlicher Krankheiten einnimmt, sodass sie inzwischen einen neuen Wissenschaftszweig in der Gesundheitsforschung fundiert. Und er liefert zahlreiche konkrete Tipps, wie jeder von uns mit Musik im Alltag sein Wohlbefinden unterstützen und fördern kann.


Meine Eindrücke

In seinem Sachbuch "Good Vibrations" zeigt der Neurowissenschaftler und Violinist Stefan Kölsch, wie stark Klänge und Melodien auf Psyche und Körper wirken können. Was wir wohl alle schon am eigenen Leib erfahren haben, wenn wir bei einem mitreißenden Konzert waren, mit einer guten Playlist beim Sport zu Höchstleistungen aufgefahren sind, oder bei emotionaler Filmmusik ein Taschentusch auspacken mussten, wird hier auf 384 Seiten wissenschaftlich ausgerollt. Vor allem für mich als Psychologin mit ausgeprägtem Interesse am menschlichen Gehirn, Musik im Allgemeinen und Therapieformen, klang das Buch hochinteressant. 

Donnerstag, 22. Januar 2026

Wilde Reise durch die Nacht


Allgemeines

Titel: Wilde Reise durch die Nacht
Autor: Walter Moers
Verlag: Penguin (neue Auflage 2022)
Genre: illustriertes Kunstmärchen
Seitenzahl: 223 Seiten
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Inhalt

Der junge Gustave möchte unbedingt ein großer Zeichner werden. Aber zuvor muss er in einer einzigen Nacht von der Erde zum Mond und einmal quer durchs Universum reisen, denn er hat eine Wette mit dem Tod abgeschlossen, bei der es um nichts Geringeres als sein Leben und seine Seele geht.


Bewertung

Als großer Walter-Moers-Fan war es nur eine Frage der Zeit, bis ich mich auch seinem Kunstmärchen "Wilde Reise durch die Nacht" widmen würde. Dieses kurze, aber intensive literarische Experiment ist mir deutlich mehr ans Herz gewachsen, als ich ursprünglich erwartet hätte und hat mich einen gemütlichen Sonntagmorgen lang auf eine absurde, wilde, abenteuerliche Reise durch Fantasie, Abenteuer und Kunstgeschichte mitgenommen. 

Sonntag, 11. Januar 2026

Sammelrezension: Legends & Lattes Novellen


Da mir "Legends & Lattes" von Travis Baldree sehr gut gefallen hat, habe ich beschlossen, auch die beiden Novellen des Autors zu lesen, die in diesem Erzähluniversum spielen. Mit 33 und 25 Seiten sind beide Geschichten sehr kurz, aber ein wirklich lohnenswerter Ausflug in Vivs lebendige D&D-Welt. Einen etwas ausführlicheren Nachschlag werde ich in der Vorgeschichte "Bookshops & Bonedust" und der Fortsetzung "Brigands & Breadknives" der Reihe bekommen, welche ich mir auch schon beide gekauft habe. 

Samstag, 10. Januar 2026

Kurzrezension: Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte


Die Fakten

Titel: Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte
Autor: T.J. Klune
Verlag: Heyne (16. März 2020)
Genre: Cozy Fantasy
Seitenzahl: 477 Seiten
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Der Inhalt


Linus Baker ist ein vorbildlicher Beamter. Seit Jahrzehnten arbeitet er in der Sonderabteilung des Jugendamtes, die für das Wohlergehen magisch begabter Kinder und Jugendlicher zuständig ist. Nie war er auch nur einen Tag krank, und das Regelwerk der Behörde ist seine Gute-Nacht-Lektüre. Linus' eintöniges Dasein ändert sich schlagartig, als er auf eine geheime Mission geschickt wird. Er soll das Waisenhaus eines gewissen Mr. Parnassus', das sich auf einer abgelegenen Insel befindet, genauer unter die Lupe nehmen. Kaum dort angekommen, stellt Linus fest, dass Mr. Parnassus' Schützlinge eher etwas speziell sind – einer von ihnen ist möglicherweise sogar der Sohn des Teufels! In diesem Heim kommt Linus mit seinem Regelwerk und seiner Vorliebe für Vorschriften nicht weit, das merkt er schnell. Eher widerwillig lässt er sich auf dieses magische Abenteuer ein, das ihn auf der Insel erwartet, und erfährt dabei die größte Überraschung seines Lebens ...



Die Eindrücke

Handlung: "Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte" lag viel zu lange auf dem SuB, da kamen die 12 für 2026 Challenge und der Buddyread mit Sofia (Sofias World of Books) gerade recht. Nach dem Lesen kann ich nun gar nicht viel zu dem Buch sagen, außer dass es einfach herzallerliebst war! T.J. Klune erzählt hier in gemütlichem Tempo eine skurrile, magische, wunderschöne Geschichte über Familie, Zusammenhalt, kindliche Freude, Liebe und Sonnenschein. Viel passiert nicht auf den 477 Seiten, außer dass sich die Figuren hinterlistig ins eigene Herz schleichen und es schwer machen das Buch nach dem letzten Kapitel wieder aus der Hand zu legen. Zwar hätte ich mir am Ende ein wenig mehr Informationen und eine etwas substanziellere Auflösung gewünscht, dennoch kann ich mich den vielen Fans der Geschichte anschließen und das Buch zu meinem ersten Jahreshighlight 2026 küren. 

"Wir werden nicht durch Geburt zu dem, was wir sind, sondern durch die Entscheidungen, die wir in unserem Leben treffen. Es lässt sich nicht alles auf Schwarz und Weiß reduzieren, denn es gibt noch so viel dazwischen. Man kann etwas nicht einfach als gut oder böse abtun, ohne die Facetten dahinter zu berücksichtigen."

Sonntag, 4. Januar 2026

Kurzrezension: Legends & Lattes


Die Fakten

Titel: Legends & Lattes
Autorin: Travis Baldree
Verlag: Tor (7. Juni 2022)
Genre: Cozy Fantasy
Seitenzahl: 296 Seiten
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Der Inhalt

Viv, eine wilde und tapfere Ork-Kriegerin, ist nach Jahren voller Abenteuer und Fährnisse des Kämpfens müde geworden. Sehr zum Unwillen ihrer Gefährten beschließt sie, das Schwert an den Nagel zu hängen – und dafür ein Kaffeehaus zu eröffnen. In der Hafenstadt Thune setzt sie zusammen mit dem Hobbit Cal ihren Plan in die Tat um und lockt mit dem exquisiten Getränk schon bald Krieger, Zwerge und Wesen jeglicher Art an ... und leider auch den bösen Elf Fennus, der von Viv ein geheimnisvolles Artefakt stehlen will. Eines Nachts steht das Kaffeehaus in Flammen ... aber auch wenn Viv sich mittlerweile in den Succubus Tandri verliebt hat, ist sie alles andere als eingerostet und nimmt den Kampf auf!



Die Eindrücke

Handlung: "Legends & Lattes" war einfach das perfekte Buch, um damit das Lesejahr 2025 zu beenden. Mit dem einfachen, gemütlichen Plot ist es schnell und leicht zu lesen, hält aber genügend Konflikte und Überraschungen bereit, um über die knapp 300 Seiten am Ball bleiben zu wollen. Das Worldbuilding in einer High-Fantasy Welt mit starken Dungeons & Dragons Vibes ist nischig genug, um das Nerdherz zu erfreuen, ist aber auch so greifbar, dass es auch Fantasy-Neulinge nicht überfordert. Denn die Handlung in dem neu gegründeten Café könnte theoretisch auch in einer reale Stadt angesiedelt sein, wenn man ignoriert, dass alle Figuren einer magischen Spezies angehören. Schon nachdem ich mit "The Spellshop" so viel Spaß hatte habe ich beschlossen, Cozy Fantasy ist eines meiner neuen Lieblingsgenres, darin wurde ich nun nochmal bestätigt! 

"It was like drinking the feeling of being peaceful. Being peaceful in your mind. Well, not if you have too much, then it’s something else."

Dienstag, 23. Dezember 2025

One Last Stop


Allgemeines

Titel: One Last Stop
Autor*in: Casey McQuiston (they/them)
Verlag: Griffin (1. Juni 2021)
Genre: Queer Romance
Seitenzahl: 418 Seiten
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Inhalt

Die New Yorker Studentin August glaubt weder an Hellseherei, noch an die Art von Liebe, über die Filme gedreht werden. Und ganz sicher glaubt sie nicht, dass ihre WG voller liebenswerter Nerds daran etwas ändern wird – oder gar ihre Nachtschichten in einem Pancake House, das seit den 70er Jahren Kultstatus genießt.
Doch dann ist da in der U-Bahn plötzlich Jane – die ebenso schöne wie unmögliche Jane. Um sie wiederzusehen, fährt August täglich zur selben Zeit mit der Linie Q. Und sie beginnt sich zu wundern: Jeden Tag trägt Jane dieselbe Kleidung, niemals scheint sie aus der U-Bahn auszusteigen. Nur langsam begreift August, dass sie sich für Jane auf ein unmöglich scheinendes Abenteuer einlassen muss …


Bewertung

Von Casey McQuiston habe ich bis jetzt "Red, White & Royal Blue" und "The Pairing" gelesen. Während ich ersteres wahnsinnig charmant fand, konnte mich zweiteres leider nicht überzeugen. Umso gespannter war ich auf die Mystery-Romance "One Last Stop". Weder der eine noch der andere Vorgänger konnte mich aber darauf vorbereiten, wie toll hier eine queere Liebesgeschichte zugleich eskapistisch und politisch, romantisch und klug erzählt wird! Ein überraschendes Jahreshighlight!

Sonntag, 14. Dezember 2025

Klassiker Challenge: The Fisherman and His Soul

Im Rahmen der Klassiker Challenge habe ich nach „Das Gespenst von Canterville“ nun auch „The Fisherman and His Soul“ („Der Fischer und seine Seele“) von Oscar Wilde gelesen. Die 1891 erschienene Erzählung ist deutlich später entstanden als das Canterville-Gespenst und gehört zu Wildes symbolistischen Kunstmärchen. Sie ist reich an Bildern, Mythen und religiösen Motiven, konnte mich emotional aber deutlich weniger erreichen. 


Mein Eindruck

Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein junger Fischer, der sich in eine Meerjungfrau verliebt. Da diese keine menschliche Seele besitzt und nicht an Land leben kann, steht er vor einer unmöglichen Wahl: Um bei ihr sein zu können, trennt er sich mithilfe dunkler Magie von seiner eigenen Seele. Diese wird fortan zu einer eigenständigen Figur, die jedes Jahr zurückkehrt und dem Fischer von ihren Reisen berichtet – und ihn zunehmend in Versuchung führt.