Allgemeines
Titel: Good Vibrations: Die heilende Kraft der Musik
Autor: Stefan Kölsch
Verlag: Ullstein Verlag (15. April 2019)
Genre: Sachbuch
Seitenzahl: 384 Seiten
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Der Inhalt
Meine Eindrücke
In seinem Sachbuch "Good Vibrations" zeigt der Neurowissenschaftler und Violinist Stefan Kölsch, wie stark Klänge und Melodien auf Psyche und Körper wirken können. Was wir wohl alle schon am eigenen Leib erfahren haben, wenn wir bei einem mitreißenden Konzert waren, mit einer guten Playlist beim Sport zu Höchstleistungen aufgefahren sind, oder bei emotionaler Filmmusik ein Taschentusch auspacken mussten, wird hier auf 384 Seiten wissenschaftlich ausgerollt. Vor allem für mich als Psychologin mit ausgeprägtem Interesse am menschlichen Gehirn, Musik im Allgemeinen und Therapieformen, klang das Buch hochinteressant.
Der Autor fasst in vier Teilen, die wichtigsten Studienergebnisse der letzten Jahrzehnte laienverständlich zusammen, ohne dabei die notwendige wissenschaftliche Tiefe zu verlieren. Er erklärt anschaulich, wie und wo im Gehirn Musik wirkt, wie Musik Emotionen beeinflusst und bei Krankheiten helfen kann. Dabei arbeitet er mit gut gewählten Beispielen, die die Inhalte greifbar machen, bindet immer wieder Tipps mit ein und berichtet auch von eigenen Studien. Eine gewisse Bereitschaft, sich auf wissenschaftliche Arbeitsweisen und neurowissenschaftliche Zusammenhänge einzulassen, ist beim Lesen definitiv hilfreich, Vorwissen ist jedoch nicht erforderlich.
Besonders spannend fand ich die Abschnitte über den angeborenen Sinn für Musik, der selbst bei Menschen ohne musikalische Ausbildung vorhanden ist, sowie die Forschung zum Einfluss von Musik auf das Nervensystem. Auch der Einsatz von Musik bei Krankheiten wie Depression, Demenz, Autismus oder Schizophrenie wird sehr interessant dargestellt. Am Ende des Buches widmet sich der Autor praktischen Alltagsempfehlungen, etwa Musikmeditation, der Verbindung von Sport und Musik oder Möglichkeiten, gezielt die eigene Stimmung durch passende Musik zu beeinflussen. Eine schöne Idee ist dabei einen sogenannten „Musiktresor“ anzulegen: eine persönliche Sammlung von Songs, die mit positiven Erinnerungen verknüpft sind und die man bewusst nutzen kann, um seine Stimmung zu heben.
Mein einziger Kritikpunkt an diesem hochinteressanten und übersichtlich gestalteten Sachbuch: Leider wirkt das Buch mit der Zeit etwas redundant. Da Stefan Kölsch die Abschnitte so konzipiert hat, dass einzelne Kapitel unabhängig voneinander gelesen oder bei Bedarf übersprungen werden können, wiederholen sich manche Punkte immer wieder. Wer das Buch – so wie ich – von der ersten bis zur letzten Seite liest, wird daher feststellen, dass einige Inhalte mehrfach aufgegriffen werden. Wer sich für das Thema interessiert, sollte sich davon aber nicht stören lassen und Wiederholungen oder uninteressante Passagen geflissentlich überspringen!
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