Dienstag, 3. März 2026

Salt Water - Salzwasser


Allgemeines

Titel:  Salt Water – Salzwasser
Autorin: Brianna Wiest 
Verlag: Piper (31. Oktober 2025) 
Genre: Lyrikanthologie
Seitenzahl: 190 Seiten
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Bewertung

Nachdem mich das erste Buch von Brianna Wiest - "101 Essays, die dein Leben verändern werden" - leider gar nicht überzeugen konnte, habe ich ihre Bücher in den letzten drei Jahren eigentlich großzügig umschifft. Nachdem ich zwei sehr vielversprechende Ausschnitte aus ihrer Lyrik-Anthologie "Salt Water" gelesen habe, habe ich dann aber doch beschlossen, ihr nochmal eine Chance zu geben. 

Direkt vorab kann ich sagen: Die Sammlung enthält - wie ich schon durch die Schnipsel, die ich online gesehen habe, angenommen hatte - durchaus einige berührende, sprachlich schöne Passagen. Einzelne Gedichte tragen echte emotionale Tiefe in sich und entfalten beim Lesen eine sanfte, tröstliche Wirkung. Auf knapp 200 Seiten behandelt die Autorin Themen wie Selbstliebe, Heilung nach Trennungen, Verbundenheit mit dem eigenen Körper, Natur und Beziehungen sowie das Leben an sich. Dabei lesen wir das Gedicht in dieser Ausgabe jeweils in Originalsprache und danach in einer deutschen Übersetzung, was mir tatsächlich trotz der Redundanz ganz gut gefallen hat, da die Texte in den beiden Sprachen ganz unterschiedlich wirken und mich mal auf deutsch und mal auf Englisch besser abgeholt haben. 

"Your mind is fire. It can heat your house. Or burn it to the ground."

So toll einzelne Gedichte auch waren, leider konnte mich ein Großteil der Texte nicht nachhaltig erreichen. Viele Gedichte wirken eher wie aneinandergereihte Gedanken oder pointierte Einzeiler, die für sich genommen funktionieren mögen, in ihrer Gesamtheit jedoch häufig oberflächlich bleiben. Ich habe schon in Brianna Wiests Essay-Sammlung vom inhaltlichen "Niveau von Pinterest-Zitaten" gesprochen und dieser Eindruck drängt sich bei einigen generischen, schwachen Texten leider auch wieder auf. So sehr ich mich mittlerweile an formlose Insta-Poetry gewöhnt habe, so hätte ich mir hier doch mehr Tiefgang gewünscht. Ein prägnanter Satz allein macht für mich noch kein gelungenes Gedicht, und zu viele Texte erschienen mir unfertig oder inhaltlich zu wenig ausgearbeitet.

"maybe you were the hero you were waiting for. maybe you were the love of your life all along. maybe you were always happy. and just thought you needed the reassurance of someone safe to let yourself feel it"

Hinzu kommt, dass manche Ratschläge oder Botschaften sehr vereinfachend formuliert sind und wenig Raum für komplexere Lebensrealitäten lassen. Trotz dieser Kritikpunkte habe ich die Anthologie nicht ungern gelesen: Es gibt einzelne starke Momente und gelungene Passagen, die zeigen, welches Potenzial in Brianna Wiests Sprache liegt und die dafür sorgen, dass man trotzdem bis zum Ende weiterliest. In Zukunft werde ich es aber trotzdem dabei belassen und mich anderen Autorinnen zuwenden.

"The little pieces of me, the things I would become. The things I would still love, they'd grow, and they'd evolve, and they'd become. At its core, my whole life blossomed from seeds within me, I spent my years scavenging for them, but all I had to do was water them and give them light. What was already within me would inevitably grow. My job was not to plant them, but to make sure I was well enough to let them take root."

Fazit

Insgesamt bleibt für mich in "Salt Water - Salzwasser" trotz starker Passagen der Eindruck einer mittelmäßigen Sammlung mit vereinzelten Highlights zurück, die in ihrer Gesamtheit nicht die Tiefe erreicht, die ich mir von zeitgenössischer Lyrik erhoffe.


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Quelle Informationen: Goodreads.de. Klapptexte und Zitate sind Eigentum des Verlags oder jeweiligen Rechtinhabers.

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