Samstag, 10. Januar 2026

Kurzrezension: Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte


Die Fakten

Titel: Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte
Autor: T.J. Klune
Verlag: Heyne (16. März 2020)
Genre: Cozy Fantasy
Seitenzahl: 477 Seiten
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Der Inhalt


Linus Baker ist ein vorbildlicher Beamter. Seit Jahrzehnten arbeitet er in der Sonderabteilung des Jugendamtes, die für das Wohlergehen magisch begabter Kinder und Jugendlicher zuständig ist. Nie war er auch nur einen Tag krank, und das Regelwerk der Behörde ist seine Gute-Nacht-Lektüre. Linus' eintöniges Dasein ändert sich schlagartig, als er auf eine geheime Mission geschickt wird. Er soll das Waisenhaus eines gewissen Mr. Parnassus', das sich auf einer abgelegenen Insel befindet, genauer unter die Lupe nehmen. Kaum dort angekommen, stellt Linus fest, dass Mr. Parnassus' Schützlinge eher etwas speziell sind – einer von ihnen ist möglicherweise sogar der Sohn des Teufels! In diesem Heim kommt Linus mit seinem Regelwerk und seiner Vorliebe für Vorschriften nicht weit, das merkt er schnell. Eher widerwillig lässt er sich auf dieses magische Abenteuer ein, das ihn auf der Insel erwartet, und erfährt dabei die größte Überraschung seines Lebens ...



Die Eindrücke

Handlung: "Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte" lag viel zu lange auf dem SuB, da kamen die 12 für 2026 Challenge und der Buddyread mit Sofia (Sofias World of Books) gerade recht. Nach dem Lesen kann ich nun gar nicht viel zu dem Buch sagen, außer dass es einfach herzallerliebst war! T.J. Klune erzählt hier in gemütlichem Tempo eine skurrile, magische, wunderschöne Geschichte über Familie, Zusammenhalt, kindliche Freude, Liebe und Sonnenschein. Viel passiert nicht auf den 477 Seiten, außer dass sich die Figuren hinterlistig ins eigene Herz schleichen und es schwer machen das Buch nach dem letzten Kapitel wieder aus der Hand zu legen. Zwar hätte ich mir am Ende ein wenig mehr Informationen und eine etwas substanziellere Auflösung gewünscht, dennoch kann ich mich den vielen Fans der Geschichte anschließen und das Buch zu meinem ersten Jahreshighlight 2026 küren. 

"Wir werden nicht durch Geburt zu dem, was wir sind, sondern durch die Entscheidungen, die wir in unserem Leben treffen. Es lässt sich nicht alles auf Schwarz und Weiß reduzieren, denn es gibt noch so viel dazwischen. Man kann etwas nicht einfach als gut oder böse abtun, ohne die Facetten dahinter zu berücksichtigen."

Schreibstil: Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das so viele positive Gefühle in mir ausgelöst hat. Das Setting und die heimelige Leseatmosphäre sind einfach zum Wegträumen: Eine Insel mitten im Meer, ein lebendiges Zuhause voller Lachen und ganz besondere Kinder, die auf den zweiten Blick aber nur genau das sind - Kinder. T.J Klune hat es hier geschafft, mit leisen Beschreibungen und einem recht distanzierten Schreibstil die Gefühle und Beziehungen seiner Figuren wahnsinnig lebendig zu machen. Zwischen morbiden Morddrohungen der Kinder, durchschaubarem Gruselfaktor und skurrilem Humor schimmert von der ersten Seite an die Liebe zwischen den Figuren durch und gepaart mit den vielen kleinen Weisheiten, die zusätzlich versteckt sind, hat mir das beim Lesen ein Dauerlächeln ins Gesicht gezaubert. 

"Arthur sagt, für die Dinge, die man gerne macht, sollte man sich immer Zeit nehmen", verkündete Talia. "Wenn wir das nicht tun, vergessen wir vielleicht, wie man glücklich ist."

Figuren: Die Hauptfigur Linus Baker ist zu Beginn eigentlich ein Protagonist, der mich nicht weniger interessieren könnte: Vorzeigebeamter mittleren Alters mit Wohlstandspfunden, einsamem Stadthaus und keinerlei Zukunftsplänen. Der Kontrast seines aufgeräumten, langweiligen Lebens zum chaotischen Heim von Mr. Parnassus könnte nicht größer sein. Ihm dabei zuzusehen, wie sich trotz Gegenwehr sowohl Arthur als auch die Kinder alle in sein Herz schleichen und aus ihm einen ganz neuen Menschen machen, ist einfach wundervoll. Genau wie er konnte auch ich mich nicht gegen den zuckersüßen Charme von Talia, Lucy, Sal, Theodore, Chauncey und Phee wehren. Neben der wunderschönen Found Family ist auch die angedeutete Liebesgeschichte zwischen Linus und Arthur ein Highlight. Genau wie alles andere im Buch ist auch diese leise, implizit und einfach herzerwärmend schön. Ich freue mich riesig, dass ich für einen zweiten Teil zu den beiden und ihren Kindern zurückkehren kann!

"Es ist nur menschlich, vom Weg abzukommen, ob nun irrational oder nicht. Und auch wenn manche Fehler gravierender sind als andere: Solange wir aus ihnen lernen, werden wir durch sie zu besseren Menschen."

Das Urteil

"Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte" ist eine warmherzige, magische Wohlfühlgeschichte, die leise unter die Haut geht und lange im Herzen bleibt. Die besonderen Figuren, ihre Weisheiten und die heimelige Atmosphäre machen diese Geschichte zu meinem ersten Jahreshighlight 2026.

*keine WERBUNG, selbstgekauft*

 Quelle Informationen: Goodreads.de. Klapptexte und Zitate sind Eigentum des Verlags oder jeweiligen Rechtinhabers.

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