Freitag, 16. Oktober 2026

Serienempfehlung: Sterling Point

Mit "Sterling Point" ist im August 2026 eine neue Coming-of-Age-Dramaserie bei Prime Video gestartet, die sommerliche Inselidylle mit Familiengeheimnissen, Freundschaft und erster Liebe verbindet. Die achtteilige erste Staffel entführt uns auf eine kleine Insel vor der kanadischen Küste, wo eine junge Frau nicht nur überraschende Wahrheiten über ihre Familie entdeckt, sondern auch ihren eigenen Platz im Leben sucht. Mit einer Mischung aus Mystery, Teenie-Drama und emotionalen Momenten verspricht die Serie beste Unterhaltung für alle, die Geschichten über das Erwachsenwerden und komplizierte Familienverhältnisse mögen.


Darum geht´s:

Annie Jacobson (Ella Rubin) führt ein ganz normales Leben, bis sie vom Tod ihres Großvaters Gordon erfährt und überraschend eine kleine Insel namens Sterling Point in Kanada erbt. Da ihre Mutter früh verstarb und selbst Zeit auf der Insel verbracht haben soll, reist Annie nach Kanada, um mehr über ihre Familie zu erfahren. Dort trifft sie auf Ramona (Amélie Hoeferle), eine junge Frau, die ihrer verstorbenen Mutter zum Verwechseln ähnlich sieht – und tatsächlich Annies Schwester ist, von der sie ihr ganzes Leben lang nichts wusste. Während die beiden beginnen, sich einander anzunähern und die Geheimnisse ihrer Familie aufzudecken, begegnet Annie auf der Insel auch Connor (Keen Ruffalo) und weiteren Menschen, die ihr Leben nachhaltig verändern. Zwischen neuen Freundschaften, erster Liebe und unerwarteten Enthüllungen wird Sterling Point für Annie zu einem Ort, an dem sie nicht nur ihre Vergangenheit, sondern auch sich selbst neu entdeckt...


Das denke ich zur Serie:

So gut der Trailer aussah und die Inhaltsangabe klang, ich habe ehrlich gesagt zu Beginn mehrfach überlegt, "Sterling Point" direkt wieder abzubrechen. Der seltsame Humor, die teilweise völlig überdrehten Figuren und die aufgekratzten Dialoge in den ersten beiden Folgen haben mich zunächst eher abgeschreckt als neugierig gemacht. Im Verlauf der Geschichte war ich dann gottfroh, dass ich drangeblieben bin, auch wenn einzelne Szenen auch später für regelmäßige seltsam unpassende Missklänge in der ansonsten emotional dichten Geschichte sorgen. 

Donnerstag, 15. Oktober 2026

Spotlight Sachbuch: More Than Gossip


Die Fakten

Titel: More than Gossip: Sehnsucht, Sex, Skandale: Warum die Popkultur bestimmt, wer wir sind
Autorin: Gizem Çelik
Verlag: Goldmann Verlag (23. September 2026)
Genre: Sachbuch
Seitenzahl: 305 Seiten
Link: Hier klicken!




Meine Eindrücke

In "More Than Gossip" widmet sich Gizem Çelik den unterschiedlichsten Phänomenen der Popkultur – von der Manosphere über Popfeminismus bis hin zum Dark Romance Trend und Hollywood Beziehungen. Dazu greift sie in 16 Essays bekannte Persönlichkeiten, öffentliche Kontroversen oder Fälle auf, anhand derer sie systematisch aufzeigt, dass hinter vermeintlich oberflächlichem Celebrity Gossip weit mehr steckt als bloße Neugier, Geltungsdrang und Unterhaltung. Stattdessen arbeitet sie heraus, dass es immer um Macht, Moral, gesellschaftliche Normen und die Frage geht, wer öffentliche Narrative prägt und von ihnen profitiert. 

Montag, 12. Oktober 2026

Montagsfrage #231 - Buch mit tollem Setting?


Hallöchen,

nach dem turbulenten Messewochenende beschäftigen wir uns heute nochmal mit Buchsettings (ein Thema, das es mir irgendwie angetan hat...). Ein Messebericht ist übrigens in Vorbereitung!


Gibt es ein Buch, das Ihr wegen des Settings und nicht wegen der Handlung empfehlen würdet?


Ich habe schon in früheren Montagsfragen immer mal wieder Bücher mit tollen Settings gesammelt. Wir hatten ja auch schon explizit Geschichte in Wüsten, Regenwälder, Herbstsettings, oder anderen atmosphärischen Umgebungen gemeinsam exploriert. Mit dieser Frage geht es mir ganz konkret um Bücher, in denen das Setting das "Heavy Lifting" getan hat und der Rest vielleicht gar nicht mal sooo gut war. 

Samstag, 10. Oktober 2026

Serienempfehlung: "The Night Agent" Staffel 3



Anfang des Jahres (19. Februar 2026) ist eine dritte Staffel der Netflix-Thrillerserie "The Night Agent" erschienen. Da ich sowohl Staffel 1 als auch Staffel 2 ganz gut fand, weiß ich ehrlich gesagt nicht, wieso es bis in den Oktober gedauert hat, bis ich mich den neuen 10 Folgen gewidmet habe. Denn wenig überraschend fand ich die Staffel absolut großartig und kann sie sogar zu meiner bisherigen Lieblingsstaffel küren! 

Das liegt vor allem daran, dass die Serie inzwischen genau verstanden zu haben scheint, wo ihre Stärken liegen. Während die ersten beiden Staffeln noch stärker davon lebten, die Verantwortlichen hinter einer Verschwörung zu entlarven und immer neue Geheimnisse aufzudecken, verschiebt sich der Fokus diesmal ein wenig. Wir wissen bereits, dass der Informationshändler Jacob Monroe der Bösewicht der Staffel ist und dass der neu gewählte Präsident nicht ganz so integer ist, wie er sein sollte. Die Spannung entsteht daher weniger aus der Frage, wer eigentlich hinter den neu aufgetauchten finanziellen Verstrickungen und Geldflüssen zu Terroristen steckt, sondern vielmehr daraus, ob Peter und die anderen Beteiligten als vergleichsweise kleine Gruppe überhaupt eine Chance gegen die übermächtigen politischen Strukturen haben. Kann es ihnen gelingen, sich gegen einflussreiche Gegner durchzusetzen und am Ende tatsächlich Gerechtigkeit zu schaffen? Diese Ausgangslage verleiht der Handlung eine moralische Tiefe, die mir in den vorherigen Staffeln noch etwas gefehlt hat. 

Stattdessen großer Schockmomente geht es also stärker um die Menschen hinter den Machtkämpfen und darum, wie schwierig es sein kann, sich gegen ein System durchzusetzen, das einem haushoch überlegen ist. Dadurch bekommen die Figuren deutlich mehr Raum und besonders die neuen Charaktere haben mir außerordentlich gut gefallen. Die Serie scheint außerdem erkannt zu haben, dass der 08/15 Vorzeigeagent Peter mit seinem ausgeprägten Heldenkomplex als Hauptfigur nur bedingt interessant ist und auch seine Liebesgeschichte mit Rose allein nicht genug Stoff für eine spannende Handlung bietet. So bekommen hier andere Charaktere mehr Raum, die mit ihren eigenen Interessen, Geheimnissen und moralischen Grauzonen deutlich mehr Spannung erzeugen. Besonders die Figur des Jacob Monroe (Louis Herthum), der durch einen Rückblick mehr Tiefe erhält, hat mich sehr überzeugt, es gibt aber auch viele starke Frauenfiguren, die mal mit und mal gegen Peter arbeiten. So hat mich das Wiedersehen mit  Wiedersehen mit Chelsea (Fola Evans-Akingbola) aus der ersten Staffel sehr gefreut, aber auch die undurchsichtige First Lady Jenny Hagan (Jennifer Morrison) und besonders die von Genesis Rodriguez verkörperte Journalistin Isabel De Leon sind neue Frauenfiguren, die meiner Meinung nach problemlos eine eigene Serie tragen könnten. 

Die Show stehlen allerdings für mich ganz eindeutig Stephen Moyer und der junge Callum Vinson als herrlich widersprüchliches Vater-Sohn-Duo. Stephen Moyer spielt einen eiskalten Auftragskiller, der gleichzeitig ein ausgesprochen liebevoller alleinerziehender Vater ist. Gemeinsam mit seinem zuckersüßen Sohn zieht er von Hotelzimmer zu Hotelzimmer, wo der Kleine unterrichtet wird, während Papa seinen Mordaufträgen nachgeht. Gerade dieser Kontrast zwischen der liebevollen Vaterrolle und dem skrupellosen Beruf macht die beiden für mich zu den interessantesten Figuren der gesamten Staffel, denen man bis zum Ende heimlich die Daumen drückt!

Zum Glück wurde eine vierte und zugleich letzte Staffel bereits angekündigt! Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie die Geschichte um Peter Sutherland zu Ende erzählt wird, und hoffe, dass die Serie das Niveau der dritten Staffel halten kann. Meine Meinung zur dritten Staffel findet Ihr nun hinzugefügt in meinem Sammelbeitrag zur gesamten Serie, den ich Euch hier verlinke. 

Montag, 5. Oktober 2026

Montagsfrage #230 - Heutige Funktion einer Buchmesse?


Hallöchen,

jetzt sind wir schon wieder im Oktober angelangt und bewegen uns schon auf die Zielgerade von 2026 zu. Mit dem kommenden Messewochenende im Blick (auch hier habe wieder vor, nach Frankfurt zu fahren) möchte ich heute diskutieren, was eine Buchmesse im Jahr 2026 als Veranstaltung eigentlich überhaupt leisten und darstellen soll/muss/kann. Denn wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückblicke, habe ich durchaus das Gefühl, dass sich die Buchmesse verändert hat – und zwar nicht nur in Details, sondern in ihrer grundsätzlichen Funktion:


Was erwartet Ihr eigentlich von einer Buchmesse – Bücher, Begegnungen oder Entertainment?


Wenn ich an meine ersten Buchmessen denke, steht zunächst einmal die Funktion als Treffpunkt der Buchbranche im Mittelpunkt: Verlage präsentieren ihre Neuerscheinungen, FachbesucherInnen treffen GeschäftspartnerInnen, AutorInnen stellen ihre Bücher vor, Agenturen halten Ausschau, ÜbersetzerInnen tauschen sich aus und LeserInnen kommen, um sich durch die Hallen treiben zu lassen, neue Bücher zu entdecken und vielleicht das eine oder andere bekannte Gesicht zu treffen. 

Inzwischen ist dieses Bild deutlich vielfältiger geworden. Die Buchmesse ist nicht mehr nur Ort der Präsentation, sondern zunehmend auch Erlebnisraum. Es gibt Bühnen, Mitmachangebote, Themenwelten, Fotospots, Gaming, Manga und Cosplay, Hörbücher und Podcasts, Film und Serien, Community-Formate und natürlich Social Media. Die Frankfurter Buchmesse selbst bezeichnet ihr neues Konzept inzwischen als „begehbares Lesefestival“ und baut 2026 die Zahl der Bühnen und Erlebnisbereiche noch einmal deutlich aus. Neu hinzu kommen beispielsweise eine Matsuri Stage für Manga, Cosplay und japanische Popkultur, eine Community Stage für Fantasy, Gaming und Popkultur sowie eine eigene Creator Lounge. Die Buchmesse ist also nicht nur Messe, sondern zeitgleich auch Literaturfestival, Publikumsveranstaltung, Fan-Event, Social-Media-Kulisse, Community-Treffpunkt, Marketingplattform sowie politisches und gesellschaftliches Diskussionsforum.