Allgemeines
Titel: Liebe Enkel oder Die Kunst der Zuversicht
Autorin: Gabriele von Arnim
Verlag: Kjona Verlag (18. März 2024)
Genre: Essay
Seitenzahl: 80 Seiten
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Meine Eindrücke
In den letzten Jahren sind viele Bücher erschienen, die versuchen, auf die Krisen unserer Gegenwart mit Analysen, Diagnosen oder politischen Forderungen zu reagieren. "Liebe Enkel oder Die Kunst der Zuversicht" von Gabriele von Arnim wählt einen anderen, persönlicheren Ansatz. In Form eines langen, essayistischen Briefes an ihre Enkel schreibt die Journalistin und Autorin über ein Wort, das heute fast altmodisch wirkt und doch vielleicht dringender gebraucht wird als je zuvor: Zuversicht.
Auf knapp achtzig Seiten denkt Gabriele von Arnim über die Bedeutung von Zuversicht in unserer Gegenwart nach und geht dabei auf ihr Verhältnis zu Hoffnung, die Herkunft des Wortes und unseren Umgang mit einer Welt, die gleichzeitig schön und erschreckend sein kann, ein. Dafür blickt sie durchaus nüchtern auf die Realität und benennt Themen wie die Klimakrise, politische Verwerfungen und die vielen Abgründe unserer Welt. Gleichzeitig hebt sie aber auch hervor, dass Zuversicht bedeutet, die Dinge klar zu sehen, nicht zu beschönigen oder zu verdrängen, und dennoch handlungsfähig zu bleiben. So wichtig kritisches Reflektieren, Realismus und Selbstschutz in Krisenzeiten auch sind, für so unentbehrlich halte ich, sich eine gewisse Hoffnung beizubehalten, um nicht in Passivität und Zynismus zu verfallen. Da halte ich es wie die Autorin und würde mir lieber als naiv als zynisch betiteln lassen.
Der Ton des Buches ist dabei klug, warm und immer wieder selbstironisch. Trotz der Schwere der Themen liest sich der Text leicht und beinahe tröstlich. Es ist eines dieser Bücher, das man problemlos an einem Abend lesen kann und das dennoch lange nachwirkt, weil viele der Gedanken darin im Kopf weiterarbeiten. Besonders schön fand ich die vielen literarischen Bezüge im Buch. Immer wieder zitiert Gabriele von Arnim andere AutorInnen oder WissenschaftlerInnen, deren Gedanken sie inspiriert haben. Diese Offenheit wirkt sehr sympathisch, als würde sie ihre Leserinnen und Leser mit in ihre persönliche Bibliothek nehmen, in der Bücher Trost, Orientierung und neue Perspektiven schenken können.
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