Sonntag, 18. Oktober 2020

Kurzrezension: Death Bastards - Dunkle Liebe

 


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Die Fakten:

Titel: Death Bastards - Dunkle Liebe
Autorin: Elena MacKenzie
Genre: Dark Romance
Verlag: beHEARTBEAT (28. August 2020)
Seitenzahl: 262 Seiten
Weitere Bände: Death Bastards - Bittersüßer Kuss  (Teil 2, ET: November 20)
Death Bastards - Finsteres Herz (Teil 3, ET: Januar 21)

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Der Inhalt:

Billie ist 19 Jahre alt, als sie mit ansehen muss, wie ihre Familie und fast alle Mitglieder des MC ihres Vaters abgeschlachtet werden. Zusammen mit ihrer kleinen Schwester wird sie gefangen genommen und geht in den Besitz des neuen Präsidenten der Rebels über. Seitdem durchlebt Billie die reinste Hölle, denn jeder Fehler wird hart bestraft. Erst zwei Jahre später schafft sie es, mit ihrer Schwester zu fliehen. Mit dem Geld, dass sie vor ihrer Flucht gestohlen hat, mietet sie sich einen Laden und eine Wohnung in einer Kleinstadt in Maine. Sie will nie wieder etwas mit Bikern zu tun haben. Doch dann trifft Billie auf Cage, Mitglied des Death Bastards MC - und ihre Überzeugung gerät ins Wanken. Denn sie kann seiner düsteren Anziehung kaum widerstehen ...

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Die Eindrücke:

Disclaimer: Vorab muss ich dazusagen, dass das mein erster (und wohl ganz sicher auch letzter) Ausflug in die MC Romance war und meine Abneigung gegenüber dieser Geschichte sich deshalb wohl eher auf das ganze Genre und weniger auf dieses Buch speziell bezieht...

Handlung: Ich habe mittlerweile schon das ein oder andere Dark Romance Buch gelesen und auch wenn keine der gelesenen Geschichten im entferntesten einem literarischen Meisterwerk gleichkamen, haben sie mich egal ob mit CEOs, Fantasyfiguren, Agenten, Drogenbosse oder Mafiosi bislang wenigstens gut unterhalten. Dieser Ausflug in die Welt der Motorclubs und Biker war aber in erster Linie: seeehr cringe. Nach spannenden Wendungen, Charakterentwicklung oder gezeichnetem Spannungsbogen sucht man auf den 262 Seiten vergeblich. Dafür gibt es jede Menge sexuelle Fantasien, Gewalt und übereilte Liebeserklärungen. Gegen Ende nimmt die Geschichte dann mehr Fahrt auf, bleibt aber recht vorhersehbar und viel zu unrealistisch und überzeichnet, als das ich wirklich mitfiebern konnte. Ich meine eine MC Parallelwelt im praktisch rechtsfreien Raum mit Käfigkämpfen, Entführungen, Massaker, Zwangsprostitution, Menschenhandel und Drogendeals mitten in den USA...  Ich weiß natürlich, dass Biker Gangs und deren Rivalitäten in Amerika eine Bedrohung für die öffentliche Sicherheit darstellen. Aber diese realitätsferne und absolut unproblematisierte Romantisierung der Biker-Kultur konnte mich einfach nicht abholen.

Schreibstil: Auch der Schreibstil mit der sehr derben Sprache, den vielen sexualisierten Gedanken (vor allem des Protagonisten Cage, der neben Billie auch erzählt) und Ausdrücken konnte mich nicht überzeugen. Die Biker-Welt mit "Brüdern", "Old Ladys", "Messen", "Kutten", "Prospects" und "Clubschlampen" und diversen Ausschweifungen konnte ich irgendwie nicht ganz ernstnehmen. Versteht mich nicht falsch: die Story hatte auch ihre guten Momente, insgesamt hat mich aber hier vieles abgestoßen statt anzuziehen, sodass ich beschlossen habe, von Biker-Romances in Zukunft generell eher Abstand zu nehmen. 

Charaktere: Ein kleiner Lichtblick waren hier einige Nebenprotagonisten wie Billies kleine Schwester Rose oder ihre neue Bekannte Tinker. Für die wirklich süße Nebenhandlung um das neue Leben der beiden Schwestern bleibt in diesem Dark Romance Buch aber nicht besonders viel Raum und statt die Protagonisten wirklich zu entwickeln geht es mit oberflächlichem Geplänkel weiter. Auch wenn beide Hauptfiguren grundsätzlich sympathisch sind, stört mich, dass sie so oberflächlich gezeichnet sind, dass ihr Charakter außerhalb ihrer gegenseitigen Anziehung eigentlich keine Rolle spielt. Gerade Cage ist der typischer starker Bad Boy mit zu stark ausgeprägtem Beschützerinstinkt, der bloß auf seine Stärke, sein Aussehen und seine Männlichkeit reduziert wurde. Auch seiner Vergangenheit als Cop und seine schmerzhaften Erfahrungen, die ihn in die MC getrieben haben konnten ihm nicht wirklich mehr Profil verleihen. Billie ist der wunderschöne, verletzliche aber doch starke Gegenpart zu ihm, die sich nach kurzen Zweifeln nur zu gerne in die rettenden Arme ihres starken Helds wirft. Da ist definitiv noch Luft nach oben!

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Die Zitate:

"Ich weiß nicht, wie ich mit dem umgehen soll, was gerade passiert ist. Mein Verstand schreit: Renn weg. Mein Körper schreit: Nimm dir mehr. Und das ist es, was ich wirklich will. Mehr."

"Ein MC hat mir die schlimmsten Dinge angetan. Nicht nur mir, sondern auch Rose. Meine Familie ist tot. Ich habe erlebt, wie Frauen, die ich geliebt habe, in die Sklaverei verkauft oder vergewaltigt wurden. Ich habe miterlebt, wie schnell aus einem Club wie den Bastards ein tiefes schwarzes Loch mitten in der Hölle werden kann, das dich verschlingt, bis nichts mehr von dir übrig bleibt. Aber ich habe auch erlebt, wie sich fremde Menschen in den letzten Tagen für mich eingesetzt und mir dabei geholfen haben, ein neues Leben für Rose und mich aufzubauen. Menschen, die mir nichts schulden. Diese Menschen waren auch Teil eines Clubs."

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Das Urteil:

Dieser erste Ausflug in die Welt der Motorclubs und Biker war mir viel zu derb, unlogisch und vorhersehbar, um mich zu überzeugen. Ich konnte weder die Protagonisten, noch die Biker Welt mit ihrer Gewalt und ihren Ausschweifungen wirklich ernstnehmen und werde mich deshalb in Zukunft von diesem Sub-Genre fernhalten. 

PS: Vielen Dank trotzdem an den beHEARTBEAT-Verlag, für das Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Huhu!
    Ich kann gut verstehen, wieso dich das Buch nicht abholen konnte. Habe zwar das Buch offensichtlich nicht gelesen, aber ich finde es auch immer schwierig, wenn Gewalt und Kriminalität unreflektiert (oder zumindest wenig reflektiert) romantisiert werden. Wenn sich die Charaktere dann auch noch kaum bis gar nicht weiterentwickeln, kann sich eine Geschichte meiner Meinung nach nur schwer retten. :')

    Kann also gut nachvollziehen, was du mit "cringe" meintest! :D
    Tolle Rezi ♥

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    Antworten
    1. Hey Sofia,

      danke für deine "Anteilnahme" ;-) Die Geschichte war nun wirklich nichts für mich. Nicht nur die offensichtlichen Mängel - das ganze Biker-Thema hat mir einfach nicht zugesagt. Da kann man dann nicht mehr viel machen, haha.

      Liebe Grüße
      Sophia

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