Die Fakten
Titel: Light and Flame
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Verlag:
Heyne (11. Oktober 2023)
Genre: Romantasy
Seitenzahl: 848 Seiten
Originaltitel: A Light in the Flame
Weitere Bände: Shadow and Ember (Teil 1)
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Der Inhalt
Die Eindrücke
Disclaimer: Bereits vor 4 Jahren habe ich den ersten Band dieser Spin-off-Reihe gelesen. Meine Erfahrung mit der Hauptreihe "From Blood and Ash" liegt sogar noch weiter zurück, die ich nach vier Bänden schließlich nicht weiterverfolgt habe. Wieso habe ich "Light & Flame", also der zweite Band der Spinn-Off-Reihe rund um Sera und Nyktos, jetzt nochmal ausgegraben? Das ist eine sehr gute Frage, die ich leider nicht viel besser beantworten kann als mit "es lag schon so lange auf dem SuB, ich hatte spontan Lust auf Romantasy und dachte mir, warum eigentlich nicht". Leider entpuppte sich das Buch für mich als klassischer Fall von "zu lange gewartet" und rückblickend kann ich nicht wirklich sagen, dass es sich gelohnt hätte, dem Buch nochmal eine Chance zu geben. Kurz gesagt: Ich habe mehrfach darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen, weil es mich einfach nicht richtig packen konnte. Gleichzeitig war es aber auch nicht langweilig oder schwach genug, um es wirklich zur Seite zu legen.
Handlung: Mein größtes Problem ist weiterhin die zur Hauptreihe redundante Handlung, die sich viel zu sehr auf der Anziehung zwischen den Figuren ausruht. Wieder begegnet man einer jungen, unerfahrenen Auserwählten, die ungeliebt und vernachlässigt in einem Palast lebt, von einer Vaterfigur im Kämpfen ausgebildet wird und sich in einen geheimnisvollen Fremden verliebt, der sich schließlich als mächtiger Anführer entpuppt und sie in eine neue Welt einführt. So wirken viele Szenen repetitiv, ohne dass die eigentliche Geschichte spürbar vorankam. Erschwerend kommt dazu, dass die Reihe immer wieder neue Enthüllungen und zusätzliche Elemente ins Worldbuilding einführt, statt offene Fäden sinnvoll zusammenzuführen. Dadurch fehlte mir oft das Gefühl von echter Entwicklung oder erzählerischem Fortschritt und teilweise fühlte es sich eher wie ein ungekürzter Rohentwurf an als wie ein straff ausgearbeiteter Roman. Auch das Ende konnte mich nur teilweise überzeugen: Zwar sorgt der Cliffhanger für Spannung, insgesamt wirkte der Abschluss aber eher vorhersehbar und etwas unspektakulär. Kombiniert man das bekannte Konzept, das langsame Erzähltempo, das teilweise verwirrenden Worldbuilding und die vielen, sehr langen Dialogen, bekommt man also leider einen etwas zähen Eindruck der Geschichte. Je weiter ich lese, desto mehr bekomme ich den Eindruck, als hätten es eine bündige Trilogie und einen Einzelband als Spin-Off für diese Geschichte wunderbar getan.
Schreibstil: Der Schreibstil von Jennifer L. Armentrout bietet eigentlich wie gewohnt wieder alles, was Fans des Romantasy-Genres verzückt: humorvolle Spitzen, romantische und prickelnde Szenen, epische Kämpfe und schockierende Wendungen samt Cliffhangern. So blieb das Buch trotz seiner Länge und der eher wenig berauschenden Handlung kurzweilig lesbar. Allerdings hat diese Mischung anders als noch vor einigen Jahren bei mir nicht mehr richtig gezündet. Das liegt vor allem daran, dass sich diese Vertreter des Romantasy-Genre für mich zu wenig weiterentwickelt haben, vieles inzwischen sehr vertraut und unoriginell wirkt und ich beim Lesen dauerhaft das Gefühl hatte, das da eigentlich deutlich mehr drin wäre.
Figuren: Dasselbe Gefühl hatte ich auch bei den Figuren, die ebenfalls stark auf Tropes, Klischees und Bekanntes setzen. Nyktos und Sera erinnern mich in ihrer Dynamik und ihrer Rollenverteilung weiterhin stark an die Charaktere der Hauptreihe. Vor allem Nyktos entspricht wieder sehr dem gleichen männlichen Archetyp, den die Autorin häufig verwendet: geheimnisvoll, mächtig, beschützerisch, dunkelhaarig und gottgleich (im wahrsten Sinne des Wortes). Auch die Insta-Love, bei der schon sehr früh viel körperliche Nähe zwischen den Hauptfiguren besteht, fand ich etwas ermüdend, da sie den beiden Figuren einfach nicht gerecht wird. Besonders enttäuschend fand ich, dass die Missverständnisse zwischen ihnen weiterhin einen so großen Teil ihrer Interaktionen bestimmen und sie sich gefühlt mehrfach im Kreis um dieselben Konflikte drehen. Was für mich jedoch weiterhin gut funktioniert hat, waren die Nebenfiguren. Charaktere wie Nektas, Rhain, Bele, Jadis oder Raegar bringen immer wieder genau die Auflockerung und den Humor in die Geschichte, die sie dringend braucht. Besonders die Draken sind für mich echte Highlights der Reihe und sorgen für einige der unterhaltsamsten Momente. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass sie noch mehr Raum bekommen und eine größere Rolle innerhalb der Handlung spielen. Ob ich diese Reihe weiterverfolgen werde, ist also auch fraglich. Sie ist nicht schlecht, nur eben nicht gut genug, um mich weiterhin durch die etlichen, extrem umfangreichen Bände zu tragen.
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