Sonntag, 10. September 2017

Der Weg der gefallenen Sterne

 
Allgemeines:

Titel: Der Weg der gefallenen Sterne
Autor: Caragh O´Brien
 Verlag: Heyne Verlag (10. März 2014)
Genre: Science-Fiction
ISBN-10: 3453534549
ISBN-13: 978-3453534544
Seitenzahl: 352 Seiten
Preis: 7,99€ (Kindle-Edition)
6,99€ (Taschenbuch)
8,99€ (Gebundene Ausgabe)
Weitere Bände: Die Stadt der verschwundenen Kinder;
Das Land der verlorenen Träume
Link: Hier klicken!


 
Inhalt:
 
Was würdest du opfern, damit dein Volk leben kann?
 
Die junge Gaia Stone ist Hebamme. Doch in einer zerstörten Welt kann auch sie den verlorenen Kindern nicht mehr helfen, und so trifft Gaia eine schwere Entscheidung. Gemeinsam mit einer Gruppe junger Siedler verlässt sie das Ödland, um zur Stadt hinter der Mauer zurückzukehren und um Hilfe zu bitten. Werden sie die gefährliche Reise überstehen? Und wird sich Gaias Hoffnung auf eine bessere Zukunft endlich erfüllen?

 
Bewertung:
 
DISCLAIMER: Dieses Buch ist der dritte und letzte Teil einer Buchreihe, deshalb sind mögliche Spoiler über die Handlung der vorherigen Bände nicht zu vermeiden.

Ein Weg voller Gefahren, ein eiskalter Empfang und ein hinterhältiges Angebot - all das wartet auf uns in diesem dritten Teil der "Birthmarked-Reihe", doch ein wenig hat für mich einfach gefehlt.


Erster Satz: "Gaia legte einen Pfeil ein und spannte den Bogen."


Nachdem ich mit der jungen Hebamme Gaia Stone im ersten Teil der Trilogie die dystopische Enklave mit ihrem Vorort Wharfton kennengelernt und schließlich vor der Ungerechtigkeit dort geflüchtet war, im zweiten Band dann auf eine neue Gesellschaft mit ihren eigenen Problemen getroffen war: Sylum, ein dem Untergang geweihtes Dorf, sind wir in diesem letzten Teil dazu gezwungen, mit Gaia und den Bewohnern Sylums die Enklave aufzusuchen und sie um Asyl zu bitten. Dort warten natürlich wieder etliche Probleme auf uns und die einzige Möglichkeit, New Sylum zu retten, scheint mit einem großen Opfer verbunden zu sein... Stirbt der Traum von New Sylum, bevor er richtig gelebt werden konnte? Hat Gaia ihr Volk in den Tod geführt? Oder gibt es doch noch Hoffnung? Was ist, wenn sie auf die unmenschlichen Forderungen des Protektors eingeht? Ist sie für dieses Opfer bereit?


"Ich möchte, dass du dir folgendes Dilemma vorstellst: Angenommen, jemand könnte ein Opfer bringen, das einer Hand voll Leute helfen würde, und diese Hand voll Leute könnte dann der ganzen Gesellschaft helfen. Sollte diese erste Person nicht das Opfer bringen? [...] Sollte die Gesellschaft diese Person nicht dazu zwingen?"


Das Buch hatte ich mir gleich nachdem ich den zweiten Teil gelesen habe, also schon vor über einem Jahr, bestellt, diesen Teil aber auf meinem SuB vergammeln lassen, bis ich jetzt endlich ein wenig Zeit gefunden habe. Ein Fehler, wie sich herausstellte, denn das Buch konnte mich zuerst gar nicht fesseln. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass es hinter Band 1 und 2 weit zurück bleibt, oder einfach, weil ich die Hälfte vergessen hatte und meine Erinnerungen an die vorherige Atmosphäre eventuell durch die weite Entfernung euphorisiert wurde, ich fand es aber auf jeden Fall sehr schade, da ich mir viel von diesem Buch erhofft hatte.

Die Aufmachung ist mal wieder hübsch anzusehen. Wie schon beim ersten Teil sieht man die zwei sich ansehenden Gesichter, versetzt mit den blauen Augen und hellere Schlieren, die den Zwischenraum verzieren. Diesmal ist der Hintergrund jedoch in einem Rotton gefärbt, der eher dreckig und dunkel erscheint und dabei fast ein bisschen bräunlich wirkt. Somit sieht es ein bisschen aus wie geronnenes Blut, was auf jeden Fall ganz gut zur Geschichte passt. Vergleicht man das aber nun mit dem Originalcover, dann kann das deutsche hier leider wieder nicht mithalten.

Zusehen ist wie immer ein Gegenstand, der eine wichtige Rolle in der Handlung spielt. Hier der blaue Reif, den die Leihmütter des Trägerinstitutes tragen müssen - ein Zeichen für die Unterdrückung durch den Protektor und ... ein Symbol für den bösartigen Handel, den jener mit Gaia abschließen will... Umrahmt wird dies durch den verschnörkelten Titel und den blutroten Hintergrund, der aussieht wie ein wertvoller Stoff, eventuell der rote Umhang, mit dem sich Gaia immer in die Enklave hineinschleicht. Man kann also viel mehr Verbindungen ziehen und kann sich eine wahre Augenweide in den Schrank stellen. Daneben ist das deutsche Cover ein Witz, wie so häufig.

 Auch den deutschen Titel verstehe ich nicht so ganz. Dass sich sowohl die Enklave, Gaia als auch Sylum sich auf einem neuen Weg in Richtung Zukunft befinden, leuchtet mir ein. Auch dass für Gaia selbst das Sternbild Orion eine wichtige Rolle spielt und in Verbindung mit ihren Eltern und der Babyquote steht, was beides gefallen ist, verstehe ich. Doch in Kombination? Wenn mich jemand aufklären könnte, wäre ich sehr dankbar!


„Die Enklave war bereit - und sie war bewaffnet.“


Sehr gut gefallen hat mir an der Gestaltung aber zum Einen die Karte, die man auf den ersten Seiten findet und welche die Enklave und ihre Umgebung zeigt. Durch ihre Hilfe kann man sich die Geschichte räumlich viel besser vorstellen. Die Karte ist ein wunderschönes Extra, au das ich während des Lesen nicht hätte verzichten wollen, denn ich habe einige Male zurückgeblättert und neugierig nachgeschaut, wo die Charaktere sich gerade aufhalten.
Zum anderen fand ich die Punkte - das Sternbild Orions - mal wieder super, die jeden Kapitelanfang zierten.

Bevor ich damit beginnen, aufzuzählen, weshalb mich das Buch etwas enttäuscht hat, möchte ich klarstellen, dass ich den Roman keineswegs schlecht fand - er war wirklich spannend und hat mich mitgerissen - die wirklich grandiosen Vorgänger hätten aber viel mehr erwarten lassen, was auch wirklich drin gewesen wäre. So etwas finde ich immer sehr schade, es wird der Reihe und dem Autor aber auch nicht gerecht, aus Enttäuschung bloß 1 Stern zu vergeben und sich aufzuregen. Also noch mal: ich mochte dieses Buch und lest diese tolle Reihe unbedingt trotzdem!


“Sie schaute hinüber zu den vielen Menschen, die geduldig anstanden, um ihre DNS registrieren zu lassen, und ihr wurde beinahe schlecht bei dem Anblick. Die bunten Eisbällchen waren der reine Hohn.”

 
Der Schreibstil der Autorin bleibt auch hier wieder wunderbar lebendig und eindringlich. Durch viele Beschreibungen, die aber nie ausarten nimmt man direkt an der Handlung teil, auch wenn es einige Stellen gab, an denen es etwas geholpert hat und einige Ereignisse recht verbindungslos aneinandergereiht waren. 
Man kann sich zwar in Gaia hineinversetzten, spürt ihre Ängste und Sorgen, um sich selbst, ihre Schwester, Leon und ihr Volk, versteht aber trotzdem oft ihre Entscheidungen nicht, kann ihre Taten nicht ganz nachvollziehen. Genau wie sie, bangt man mit, freut sich, als sie endlich die Enklave erreicht hat, nur um erneut um Sicherheit und ein Zuhause kämpfen zu müssen, wird dabei aber ständig von einem Thema zum nächsten gescheucht, sodass alles etwas überhastet und lieblos aus dem Ärmel geschüttelt wirkt.
 
 Die Geschichte baut direkt zu Beginn recht wenig Spannung auf und ich habe eine ganze Weile gebraucht, bis ich mich wieder im Geschehen eingefunden hatte. Das könnte daran liegen, dass zwischen dem zweiten und dritten Band viel Lesezeit langen, vielleicht aber auch, dass der Zeitsprung zwischen den beiden Handlungseckpunkten zu weit gewählt war. Am Ende des zweiten Teiles ziehen die Bewohner Sylums los, planen die Stadt inmitten des Ödlands mit all ihren Geheimnissen und Regel hinter sich zulassen. Dann - knapp ein Jahr später - steht die Flüchtlingskarawane vor den Toren der Enklave und bittet um Wasserversorgung. Die Situation ist plötzlich eine vollkommen andere, was in vielen Büchern gegeben ist und auch nicht weiter ein Problem gewesen wäre, hätten sich nicht die Charaktere plötzlich deutlich verändert, ohne dass man eine Entwicklung nachvollziehen oder verstehen konnte. Gegen Ende legt das Erzähltempo dann aber wie gewohnt zu und somit hat es das Buch trotzdem geschafft, mich zu fesseln.
 
Gaia, die rebellische Hebamme mit dem riesigen Herz für alle, die sich innerhalb der Reihe sich ordentlich weiter entwickelt hat und erwachsener und reifer geworden ist, verkümmert zu Beginn zur entscheidungslahmen Diktatorin, die versucht, ihre Macht zu demonstrieren und sich dabei verhält wie ein kleines Kind, dem man sein Lieblingsspielzeug weggenommen hat. Sie macht immer wieder dieselben Fehler, was sie aber nicht menschlich und liebenswürdig erscheinen lässt, sondern eher dumm und naiv, was absolut nicht zu der starken und bodenständigen Frau zu passen scheint, von der ich mir schon zuvor ein Bild gemacht hatte. Sie ist nun die Matrarch, die Anführerin Sylums, trägt also viel Verantwortung auf ihren erst 17jährigen Schultern. Dass ihr das manchmal zu viel wird, merkt man ihr deutlich an. Dass sie sich trotzdem sehr bemüht, kann man ihr hoch anrechnen und viele ihrer Gedankenkonflikte sind durchaus nachvollziehbar, sodass sie nicht vollkommen am Leser vorbei redet und handelt. Denn sie will das alles eigentlich nicht. Sie will die Macht nicht, nicht die Aufmerksamkeit, aber das Schicksal hat sie nun einmal in diesen Weg gedrängt und wenn sie ihn gezwungen ist zu gehen, dann will sie auch das beste daraus machen. Neben Leon hat sie auch noch die beiden Chardo Brüder und andere alte Bekannte, auf die sie zählen kann, wenn sie sich wieder in etwas verrannt hat. Natürlich ist man also trotzdem geschockt und verärgert über die Zustände in der Enklave und das Leserherz schlägt eindeutig für Gaia, als sie dem System den Kampf ansagt, sie hat aber leider trotzdem viel Sympathiepunkte an ein verwirrendes und kaum stringentes Handlungskonzept verloren.
 
 
“Sie musste einen Schritt auf ihn zu machen, um es zu nehmen, und da stellte sie fest, dass sie zitterte, solche Angst hatte sie vor ihm. Das Zwischenspiel in Zelle V hatte sie all ihrer Reserven beraubt, und nun war binnen Minuten von der Matrarch New Sylums nicht mehr als ein verängstigtes Mädchen geblieben.”
 
 
Denn „Der Weg der gefallenen Sterne“ kämpft an zu vielen verschiedenen Fronten, worunter schlussendlich alles zu leiden hat. Er muss nicht nur die offenen Fragen aus dem ersten Band lösen, die der zweite Band geflissentlich übergangen und mit Sylum ein neues Fass mit Problemen aufgemacht hat, sondern auch Wharfton und die Enklave zu einer einvernehmlichen Lösung führen, Gaias verschwundenen Bruder und viele andere „vorgebrachte“ Kinder finden, möglicherweise Leon und seinen Ziehvater versöhnen und den genetischen Problemen und Krankheiten in der Enklave ein Ende setzen. Doch das ist noch längst nicht alles, was sich dieser Roman vornimmt, denn auch das Vol Sylums bringt einige Probleme aus dem zweiten Teil mit:
Die Siedler Sylums müssen gerettet, sie aus ihrem Dorf in eine neue Zukunft geführt, deren genetische Schwierigkeiten, die sich in einer zu hohen männlichen Population zeigen, gelöst und die seltsame Vierecksgeschichte zwischen Gaia, Leon und den Brüdern Peter und Will entwirrt werden. Und das alles im kürzesten Band der Reihe, der gerade mal 350 Seiten hat.
 
 
"Deine beiden Leben treffen sich endlich."
 
 
Das wird im Roman zu Gaia gesagt und ich hatte mich wirklich darauf gefreut, wie die Autorin die Geschichte des ersten und zweiten Bandes, also Sylum und die Enklave vereinen will, noch dazu in nur einem Band, das Endergebnis ist aber eher mittelmäßig. Es entstand eine Geschichte ohne reine Kernhandlung, die verloren und sprunghaft von einer Baustelle zur nächsten hastete, ohne auch nur einen einzigen akzeptablen Weg aus der Krise hinauszufinden, weshalb am Ende sowohl der Stil, die Charaktere, die Atmosphäre, die Spannung und das Ende leiden mussten.
 
Denn auch bei Leon ging viel verloren. Im ersten Band nahm er noch keine so große Rolle ein, wurde dafür dann in Band 2 von einer ganz anderen Seite beleuchtet und tritt nun als der Mann an Gaias Seite auf. Die beiden wollen sogar heiraten und eine gemeinsame Zukunft planen, trotzdem schwebt da immer noch die seltsame Vierecks-Story im Raum, denn neben Leon sind auch die Brüder Chardo Will und Chardo Peter noch immer nicht über Gaia hinweg. Was sie dabei empfindet bleibt verwirrend. So verkommt Leon zu einer blasseren Randfigur, die Gaia unter Druck setzt, endlich was zu unternehmen und mit Eigeninitiativen und Skrupellosigkeit am bestehenden Bild von ihm stark rüttelt. Einerseits spielt er einen tollen Ersatzvater für die kleine Maya und kümmert sich um die Krims, andererseits bringt er ohne Absprachen Bomben an, die viele zivile Opfer fordern könnten und bringt somit Gaia als auch den Protektor in Bedrängnis. Das hat mich ein wenig verwirrt. Deshalb schwankten meine Gefühle für ihn extrem, einmal war er mir sehr sympathisch, während er mir im nächsten Moment eher Angst eingeflößt hat. Schön fand ich aber, dass die beiden nun endlich ein kleines bisschen Zeit haben, zusammen zu sein, auch wenn sich das Schicksal mal wieder gegen ihr Glück verschworen zu haben scheint.
 
 
"Höre nicht auf die Angst."
 
 
In "Der Weg der gefallenen Sterne" darf man alle wichtigen Nebencharaktere noch einmal wiedersehen, bevor wir uns endgültig von dieser Geschichte verabschieden müssen. Wir treffen unsere Lieblinge aus 1 und 2 wieder, es kommen aber auch noch ein paar neue Gesichter hinzu. Das hat mir einerseits sehr gut gefallen, andererseits sieht man sich in diesem Band mit einer breiten Vielzahl an Figuren konfrontiert, die in das Geschehen eingreifen, was ich eher schade fand, da viele interessante Charaktere dadurch zu schnell in Vergessenheit gerieten und zu blass blieben. Schön fand ich aber, dass Gaia hier ihre verlorenen Brüder wiederfinden darf und eine Art kleiner Familienzusammenkunft stattfindet.
 
Auf sehr interessante Art und Weise ist wieder das Thema Genetik aufgerollt und es werden viele provokante Fragen und Ideen aufgestellt. Denn in der Enklave hat sich einiges getan, während Gaia im toten Wald war. Ein Pilotprojekt, die Babyfabrik wurde geöffnet, bei dem Leihmütter, Kinder für Frauen aus der Oberschicht für Geld austragen. Die Babyquote 2.0, für deren Abschaffung Gaia im ersten Teil hart gekämpft hat. Sie hatte eigentlich vor, das Problem der Enklave, durch fehlende genetische Vielfalt und Inzucht, viele Bluter zu haben, mit ihrem Volk lösen zu können. Doch der Protektor will nichts von Vermischungen wissen. Stattdessen knüpft er das Versprechen, lebensnotwendiges Wasser für das neue Sylum abzutreten, an eine abscheuliche Bedingung, die ein Opfer von Gaia selbst verlangt, denn sie besitzt etwas, dass der Protektor mehr als alles andere haben will - perfekte Gene, um gesunde Babys zur Welt zu bringen...! Wieder geht es um Themen wie Mutterliebe, Verantwortung gegenüber den eigenen Kindern, künstliche Befruchtung, Leihmutterschaft, Adoption, Unfruchtbarkeit, Hämophilie und Recht am eigenen Körper. Man lernt mit Sasha eine junge Mutter kennen, die sehr unter der Vorstellung leidet, ihr Kind weggeben zu müssen. Dabei sehen wir uns verschiedene Sichtweisen mit Vor- und Nachteilen an. Hier beginnt wieder die Gesellschaftskritik, die immer eine kleine leise Stimme in den Büchern gewesen war, sich zu Wort zu melden, und regt zum Nachdenken an.
 
Auf der einen Seite kann man den Protektor ein klein wenig verstehen, dass er nicht gerade erfreut reagiert, als 1800 Leute einfach so vor seinen Mauern auftauchen und Leistungen fordern und er einfach nur um das Wohl seiner Enklave besorgt ist, wie er seine Ideen dann aber umsetzt, starrköpfig auf sich selbst beharrt, skrupellos nicht mit sich reden lässt und vor nichts mehr zurück schreckt, macht ihn klar zum Antagonisten, zusammen mit dem grausamen Bruder Iris, den man schon in Teil 1 zu verachten gelernt hatte.
 
 
"Die Erinnerung an Jahrzehnte gestohlener Kinder und brutaler Unterdrückung saß noch tief in Wharfton. Jetzt, da waren sich alle einig, war es an der Zeit, dem für immer ein Ende zu setzen."
 
 
Was mich wirklich aufgeregt hat ist, dass einer meiner Lieblingscharaktere sterben musste! Das ist ja absolut okay und passiert öfter mal, aber sein Tod wurde gar nicht gewürdigt. Man war nicht dabei als er starb, wusste es nicht, es wird nichts beschrieben, keiner ist dabei, Gaia und wir erfahren es bloß am Rande mal. Sie scheint kaum zu trauern, wie auch andere, nicht einmal seine Beerdigung wir mehr als nur erwähnt und dass obwohl er so eine wichtige Rolle gespielt hat. Das konnte ich wirklich nicht verstehen!!!
 
Das Ende hat mir trotz allem recht gut gefallen. Zwar waren mir manche Handlungsstränge zu wenig ausgearbeitet, aber dafür hat die Autorin wenigstens nicht versucht, ein Friede-Freude-Eierkuchen-Happyend hinzubasteln. Stattdessen bekommt man nach einem vergleichsweise ruhigen Finale, in dem der Protektor und Bruder Iris aber noch mal ihre ganze Ekelhaftigkeit raushängen lassen dürfen, ein eher trübes, melancholisches Ende, dass -obwohl der Protektor entmachtet ist und neue Wahlen anstehen, New Sylum endlich sein Wasser bekommt und die Mauer zwischen Wharfton und Enklave eingerissen wird - nicht ganz fröhlich werden will. Dieser leicht bittere Beigeschmack, dass die machthungrigen Führer der Enklave am Ende doch einen kleinen Sieg davon tragen, da Gaia bleibende Schäden davonträgt, bleibt haften und zeigt, dass nicht alles in einer Dystopie einfach mit einem Happyend abgeschlossen und geheilt werden kann. Stattdessen wir gezeigt, dass die wahre Anstrengung, ein neues, besseres System zu bilden, erst noch kommt. Das hat für mich die Reihe am Ende noch gerettet!
 
 
 
Fazit:

Mittelmäßig. So lautet leider mein Urteil zu dem Abschluss einer grandiosen Reihe. Nachdem Band 1 ruhig, nachdenklich und spannend auftrat, Band 2 mit Feuer, Gefühlen, Impulsivität und Leidenschaft glänzte, kann ich diesem Band nicht mal ansatzweise so begeisternde Begriffe zuordnen. Zu viele Ideen auf zu wenigen Seiten verursachten eine recht flache Abhandlung von Problemen im Akkord, denen einfach die Seele fehlte.

Trotzdem eine sehr lesenswerte Reihe!!!

 
 

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