Mit „Die Olchis und das Sams“ ist im Sommer 2026 ein ziemlich ungewöhnliches Crossover zweier echter Kinderbuchklassiker erschienen: Paul Maars Sams trifft auf Erhard Dietls Olchis. Da ich beide Kinderbuchreihen als Kind hoch und runter gelesen habe, musste ich natürlich auch einen Blick in die neuen, kombinierten Geschichten werfen. Bisher sind zwei Bände erschienen, die 125 und 113 Seiten haben und beim Oetinger Verlag erhältlich sind. Ich kann mir allerdings nur schwer vorstellen, dass es bei diesen beiden Geschichten bleiben wird – dafür bietet die Kombination einfach zu viel Potenzial für weiteren Unsinn.
Der Inhalt
Die Wunschmaschine ist kaputt! Das Sams und Herr Taschenbier bitten Professor Brausewein, sie zu reparieren. Doch als das Sams in Brauseweins Labor an einer Flasche mit Verjüngungsmittel rumspielt, verwandelt es Papa Taschenbier aus Versehen in ein Baby! Da die Olchis sich ja als Familie mit Babys gut auskennen, zieht das Sams mit Baby Taschenbier auf den Schrottplatz. Während Brausewein den Schrottplatz nach einem Ersatzteil für die Maschine absucht, versuchen das Sams und die Olchis das Taschenbier-Baby zu bespaßen. Ob Brausewein gelingen wird, Papa Taschenbier zurückzuverwandeln...? Sams + Olchis = riesengroßer Spaß!
Meine Eindrücke
Kleine grüne Wesen, die auf der Müllhalde leben und alles lieben, was Menschen eklig finden und ein Sams mit Wunschpunkten im Taucheranzug, das gerne reimt und alles verspeist, was es findet? Da sind allerlei skurrile und chaotische Momente vorprogrammiert. Es ist großartig zu lesen, wie die zwei Kinderbuchwelten hier aufeinandertreffen und sich zu einer turbulenten, lustigen Geschichte vermischen, ohne dass dabei weder das Sams noch die Olchis ihre typischen Eigenheiten verlieren. Der Sprachwitz, die Reime und der manchmal herrlich absurde Humor des Sams treffen auf den Ekelspaß, die ungewöhnlichen Essgewohnheiten und das chaotische Familienleben der Olchis auf ihrer Müllkippe in Schmuddelfing. Auch die Schreibstile der beiden Autoren passen erstaunlich gut zusammen und erschaffen eine kurzweilige Geschichte, der Klein und Groß gerne folgen.
Mir persönlich hat der erste Band, "Die kaputte Wunschmaschine" etwas besser gefallen als der zweite, "So schön, wenn man Freunde hat". Beide Bände lesen sich aber flüssig, spaßig und mit genau der richtigen Portion Chaos, ohne unnötig kompliziert zu werden. Gleichzeitig steckt in den Büchern natürlich sehr viel Nostalgie für diejenigen, die mit Sams und Olchis selbst aufgewachsen sind. Für mich war es daher weniger ein klassisches Kinderbuch-Leseerlebnis als vielmehr eine kleine Zeitreise in die eigene Kindheit. Ganz viel dazu beigetragen haben übrigens die tollen Illustrationen von Stephanie Stickel. Die Hörbücher hingegen werden durch eine ganze Vielzahl von Sprecher-Koryphäen als Hörspiel eingesprochen. Ich kann also beide Medien für diese Reihe sehr empfehlen. Soweit ich weiß ist noch kein dritter Band angekündigt, ich würde mich aber freuen, wenn ich die Olchis und das Sams auch auf weitere Abenteuer begleiten könnte.Fazit
„Die Olchis und das Sams“ ist ein herrlich chaotisches und nostalgisches Crossover, das die liebenswert-skurrilen Welten beider Kinderbuchklassiker überraschend stimmig miteinander verbindet.

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