Sonntag, 9. September 2018

Kurzrezension: Eine wie Alaska



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Die Fakten:

Autor: John Green
Verlag: dtv (1. Juni 2009)
Genre: Drama
Originaltitel: Looking for Alaska
Seitenzahl: 304 Seiten
Sonstiges: Zweifach nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2008

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Der Inhalt:

Miles hat die Schule gewechselt. Auf dem Internat verknallt er sich in die schöne Alaska. Sie ist das Zentrum ihres Sonnensystems, der magische Anziehungspunkt des Internats. Wer um sie kreist, ist glücklich und verletzlich gleichermaßen, euphorisch und immer nah am Schulverweis. Alaska mag Lyrik, nächtliche Diskussionen über philosophische Absurditäten, heimliche Glimmstängel im Wald und die echte wahre Liebe. Miles ist fasziniert und überfordert zugleich. Dass hinter dieser verrückten, aufgekratzten Schale etwas Weiches und Verletzliches steckt, ist offensichtlich. Wer ist Alaska wirklich?
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Die Eindrücke:

Schreibstil: Der Schreibstil John Greens ist unglaublich wahrhaftig:
Man liest nicht von Gefühle, man liebt.
Man liest nicht von Tränen, man weint.
Man liest den Humor nicht, man lacht.
Charaktere: Die Protagonisten sind alle exzentrisch und fein gearbeitet. Ganz besonders beeindruckend ist die intensive Beziehung zwischen Miles, dem zurückhaltenden Langweiler mit der Vorliebe für letzte Worte und der schillerndsten Persönlichkeit unter den Nerds, dem Wirbelsturm eines Mädchens Alaska.

Gefühle: John Green lässt seine jungen Protagonisten zwischen Verzweiflung, Schuldgefühle, Leidenschaft, Erwachsenwerden, Traurigkeit, Schmerz, Liebe und Bewunderung pendeln und vermittelt diese Gefühle dem Leser. Auch andere große Literatur, Poesie und Philosophie spielen eine Rolle.

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Das Zitat:

"Das große Vielleicht war über uns, und wir waren unbesiegbar."
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Das Urteil:

Über Träume, besondere Menschen und kleine Inseln des Glücks inmitten des harten Schicksals - John Green wie er leibt und lebt! Lasst euch mitnehmen ins große "Vielleicht"!

Kommentare:

  1. Hallo :)

    Schön, dass dir das Buch gefallen hat. Ich habe es damals kurz nach "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" gelesen, weil ich das Buch so toll fand. "Eine wie Alaska" hat mich dann aber im Vergleich etwas enttäuscht.

    Liebe Grüsse
    paperlove

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  2. Huhu,

    Ja das kann ich total verstehen. Durch diese besondere Skurrilität, die die ganze Zeit über in der Luft liegt, kann man irgendwie keine allzu feste Beziehung zu den Charakteren aufbauen und nicht so mitleiden, wie bei "Das Schicksal ist ein mieser Verräter". Aber das macht das Buch auch wirklich besonders ;-) Auf alle Fälle bin ich ein großer Fan von John Green

    Liebe Grüße
    Sophia

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    1. Ich mag John Greens Bücher an und für sich auch, aber irgendwie lesen sie sich immer ein bisschen ähnlich. Gerade was "Eine für Alaska" und "Margos Spuren" angeht... da hatte ich den Eindruck, dass es sich um ein und dieselbe Protagonistin, nur unter anderem Namen handelt :D

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    2. Echt? Das ist ja interessant. Ich fand eigentlich immer, dass er sehr eigenwillige, individuelle Charaktere hat. Natürlich ist sein Stil und gerade diese Eigenwilligkeit und auch die Probleme, mit denen sich die Protas auseinander setzen müssen immer recht ähnlich, aber sonst habe ich das eigentlich gar nicht so empfunden. Aber das lässt sich ja auch verschieden wahrnehmen ;-)
      Hast du sein neustes Buch gelesen? "Turtles all the way down"? Weil das fand ich wirklich besonders!

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    3. Vielleicht kam es mir auch nur so vor, weil ich die Bücher zeitlich nahe beieinander gelesen habe. Aber du hast recht, die Wahrnehmungen können da sehr unterschiedlich sein :)

      Ja, das neuste Buch habe ich tatsächlich auch gelesen. Besonders war es auf alle Fälle, ich wusste nur bis zum Schluss nicht so genau, wo Green mit der Geschichte hin wollte. Hier findet du meine Rezension dazu, falls es dich interessiert :)

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    4. Klaro hab ich mal bei dir vorbeigeschaut. ;-) Super süßer Blog übrigens!!!
      Ich weiß nicht, ob du meine Rezi auch gelesen hast, aber ich stimme dir auf jeden Fall zu, dass die Geschichte gerade zum Beginn ein wenig an den Haaren herbeigezogen wirkt und deshalb mit fest angezogener Handbremse startet.
      Manchmal habe ich das Gefühl dass John Green einfach über erzähltechnischen Elementen wie unvorhersehbaren Wendungen, einer komplexe Story Line mit rotem Faden, einen zum bersten gespannten Spannungsbogen oder schockierender Action steht - all das, was das durchschnittliche Buch spannend und lesenswert macht, scheint er einfach nicht zu brauchen. ;-) Natürlich fragt sich die ganze Welt - inklusive mir - wie er das bloß hinbekommt...
      Ich finde, John Green weiß es einfach, mit ganz besonderen Figuren, Lebensweisheiten und einer fantastischen Atmosphäre zu überzeugen und mit leisen Tönen still und heimlich den Leser um den Finger zu wickeln, zu packen und bis zum Schluss nicht mehr loszulassen.

      Also auch wenn "Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" anders ist als seine vorhergehende Romane, ernster, ruhiger und in sich ruhender daherkommt ist es doch wieder ein echter John Green: berührend, verstörend, authentisch. Nur das Ende, das konnte mich auch nicht wirklich überzeugen.

      Ich bin aber wirklich sehr gespannt, was er als nächstes fabriziert!!!

      Liebe Grüße
      Sophia

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    5. Danke für das Kompliment :) Ich hatte gestern leider keine Zeit mehr dafür, es aber nun gleich nachgeholt und deine Rezension zu "Schlaf gut, ihr fiesen Gedanken" durchgelesen. (Notiz am Rande: Mich hat's dabei übrigens noch einmal vor Ekel durchgeschüttelt, weil ich diese ekligen Beschreibungen bereits wieder verdrängt hatte. Aber damals beim Lesen des Buches dieser speziellen Szenen, die mit der Zwangsstörung zusammenhängen, habe ich echt fast einen Brechreiz gekriegt. :D)

      Ja, da hast du recht. Ich lese seine Bücher trotz allem sehr gerne, aber irgendwie fehlt mir am Ende meistens ein roter Faden. Bei "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" habe ich das im Vergleich nicht empfunden. Da war meiner Meinung nach ein deutlicher Handlungsbogen zu erkennen und die Story wirkte in sich abgeschlossen. Bei seinen anderen Büchern wirken seine Storys manchmal irgendwie unfertig. Gerade "Margos Spuren" ist ein perfektes Beispiel dafür. Da habe ich mich irgendwie veräppelt gefühlt und ehrlich gesagt auch nicht ganz verstanden, was die Message sein sollte - wenn es denn überhaupt eine gibt. Genauso erging es mir auch bei "Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken." Ich stimme dir aber zu, dass er es immer wieder schafft, eine besondere Atmosphäre zu schaffen. Trotzdem finde ich deine Bücher teilweise überwertet. Sie sind in meinen Augen meistens okay, aber mehr nicht. :D Vielleicht gehe ich auch einfach jedes Mal mit zu hohen Erwartungen ran, weil mich "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" damals so berührt hat. :)

      Ich bin aber auch schon gespannt, mit was er uns als nächstes überrascht. Weiss man da schon was? :D

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    6. Oh ja, die Ausführung über das Mikrobiom und dieses ständige Aufpopeln der Fingerwunde zerrt schon an den Nerven und schlägt auf den Magen. Ich denke, gerade weil so viel Wahrheit in dem Buch steckt und es ja auch hieß, dass John Green autobiographische Elemente verarbeitet hat, sind diese Szenen so erschreckend und vielleicht ist das auch der Grund, warum did Geschichte irgendwann sehr stark ddn Boden unter den Füßen verliert. Gerade in der Rückschau, wo wir jetzt über die Schwächen des Buches reden, fällt es mir total schwer, in Worte zu fassen, was mir an der Geschichte gefallen hat. Denn irgendwas ist schon bei mir angekommen. So ist es auch mit Margos Spuren bei mir gewesen. Irgendwie kam am Ende schon was rüber aber ich kann mein Verhältnis zu dem Buch total schlecht zusammen fassen, weil ich das Gefühl, das ich beim Lesen hatte, einfach nicht zufassen kriege ;-) Der Film dazu war aber noch schlimmer. Weil die wunderbare Erzählweise gefehlt hat, war da nur dieser abstruse Handlungswirrwarr und am Ende blieb gar nichts übrig.
      Das mit den hohen Erwartungen ist natürlich immer ein großes Problem, dass ich auch oft habe und einfach nicht abschalten kann. Von etwas Neuem von Green hab ich bislang noch nicht gehört, aber er hält sich ja auch immer relativ lange bedeckt....

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    7. Ewww, schon allein dein erster Satz bringt mich zum Erschaudern. Ich glaube, ich musste die Stelle mit der Fingerwunde sogar überspringen, weil mir so übel wurde. Aber ich hab generell Probleme damit, wenn jemand über Wunden oder Blut spricht - oder sowas anzusehen :D

      Und beim Film stimme ich dir zu. Den mochte ich auch nicht so, aber ich finde Cara Delevigne unglaublich unsympathisch, vielleicht war ich da voreingenommen :D

      Na, dann bin ich mal gespannt, mit welchem Buch uns John Green als nächstes überraschen wird :)

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    8. Ohja, die Besetzung ist wieder eine ganze andere Baustelle.... die war wirklich nicht zu 100% passend. Wobei wann ist dss schon der Fall? Ich denke es ist einfach sehr schwierig, so ein Buch zu verfilmen und bei all meiner Mäkeleien, die ich immer gerne anstelle, bin ich doch irgendwie froh, dass ich weder einen geeigneten Cast aussuchen noch ein Buch mit super rotem Faden, tollen Protagonisten und einer schönen Atmosphäre
      zu schreiben ;-) Also auf jeden Fall Hut ab an alle, die es versuchen, nur dass wir Blogger etwas haben, was wir kritisieren können ;-)
      Ich mag solche Diskussionen sehr aber manchmal komme ich mir dabei ein bisschen schäbig vor...

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    9. Ja, wobei ich sie gar nicht so unpassend als Margo fand, aber die Schauspielerin dahinter ist einfach unglaublich unsympathisch. Besonders in den Presseinterviews fiel sie mir sehr negativ auf. Sie kann keine Frage ernsthaft beantworten, sondern reagiert immer mit Sarksamus, was sie halt teilweise sehr unfreundlich wirken lässt. Ein Interview hat sie doch ganz abgebrochen, was für ziemlich viel Wirbel gesorgt hat. Ich finde, wenn man diesen Job macht, dann gehört es halt einfach dazu, Interviews zu geben. Aber Cara wirkt immer so, als wäre sie sich zu schade dafür.

      Wieso kommst du dir schäbig vor? :o

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    10. Hui, das ging ja schnell ;-)
      Ja das hast du recht! Das gibt bei mir auch Minuspunkte aber ich fand sie auch so als Margo nicht ganz zutreffend. Ich weiß nicht genau, was mich gestört hat, aber für mich war sie einfach nicht mit der Protagonistin aus dem Buch in Übereinstimmung zu bringen.
      Und schäbig fühle ich mich aus dem selben Grund, aus dem ich einfach keine richtigen Verrissrezis schreiben kann: ich bringe es einfach nicht übers Herz das Lebenswerk einer anderen Person in wenigen Worten als schlecht abzustempeln, während ich es noch nicht einmal schaffe, über die ersten 10 Kapitel in der Textproduktion hinaus zu kommen....

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    11. Ja, ich war gerade online und habe eine E-Mail Benachrichtigung gekriegt ;)

      Ich stehe aber gerade ein bisschen auf dem Schlauch, weshalb du jetzt auf Verrissrezis kommst? Ich kann verstehen, dass dir das schwer fällt, aber zwischen einem Buch nicht gut finden und ein Buch zu verreissen gibt es noch einen himmelweiten Unterschied, finde ich? ;)

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    12. Ohja, das mit den Benachrichtigungen ist echt praktisch ;-) Und trotzdem bin ich soooo gut darin, zu verschlafen auf Kommentare zu antworten... Wie zum Beispiel auf deinen letzten. Ich bin mir fast sicher, Gmail hat sich gegen mich verschworen und unterschlägt absichtlich Kommentarmeldungen ;-) Dieser Account lässt für meinen Geschmack zu viele Mails verschwinden...
      Ja das mit den Verrissrezis ist ein echt schlechter Vergleich gewesen XD Ich hab nur gerade wohl so etwas, was sich eine Schreibblockade nennt und bin darüber ein wenig depressiv geworden ;-)

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