Die Fakten
Titel: Camp Rainbow - Über mir der Himmel
Autorin: Alicia Zett
Verlag: ONE (25. April 2025)
Genre: Queer Romance
Seitenzahl: 465 Seiten
Weitere Bände: Camp Rainbow - Zwischen uns die Wolken (Band 2, ET: 31. Oktober 2025)
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Der Inhalt
Wenn es einen Ort gibt, an dem die 17-jährige Malin ganz sie selbst sein kann, dann ist es Camp Rainbow. Wie jedes Jahr fiebert sie den Ferien in den bayerischen Alpen entgegen: Drei Wochen voller Natur, Freiheit - und hoffentlich ganz viel Herzklopfen. Denn obwohl Malin im queeren Sommercamp eine Menge toller Menschen kennt, ist sie bisher noch ungeküsst. Das soll sich nun ändern! Kurzerhand erstellt sie mit ihren beiden besten Freund:innen eine Want-to-kiss-List, und wenig später beginnt es zwischen ihr und dem Camp-Schwarm Juan zu kribbeln. Doch Malin hat nicht mit Nora gerechnet, dem Mädchen, das alle von sich stößt - und das sie eigentlich niemals auf ihre Liste setzen wollte ...
Meine Eindrücke

Handlung: Von Alicia Zett habe ich mittlerweile ihre "Love is"-Reihe und ihre "Wer,wenn nicht wir?" Dilogie gelesen und gemocht. Umso gespannter war ich auf den Auftakt ihrer neuen "Camp Rainbow"-Reihe, der im April erschienen ist. In "Über mir der Himmel" begleiten wir die 17-jährige Malin durch drei Sommerwochen in einem queeren Feriencamp in den bayerischen Alpen – und erhalten dabei einen weiteren starken Coming-of-Age-Roman mit all den Themen, die Alicia Zetts Bücher so besonders machen: queere Repräsentation, Freundschaft, erste Liebe und die Suche nach sich selbst. Wie schon in ihren früheren Romanen setzt die Autorin dabei auf eine bewusst ruhige Handlung, um den Fokus auf die Figuren und ihre innere Entwicklung zu legen. Das funktioniert vor der Kulisse eines Sommercamps ganz wunderbar, etwas mehr mehr Herausforderungen und ein bisschen mehr Zeit für die Liebesgeschichte hätten aber definitiv nicht geschadet, um die Geschichte etwas komplexer und nicht so gradlinig zu machen.

Schreibstil: Was die Autorin erzählerisch manchmal nicht in der Handlung ausspielt, gleicht sie durch ihren lebendigen, gefühlvollen Schreibstil mehr als aus. Alicia Zett hat ein besonderes Talent dafür, Orte mit Leben zu füllen. Was ihr zuvor schon beispielsweise mit dem Internat Schloss Mare geglückt ist, wiederholt sie hier mit dem Camp, das so liebevoll und atmosphärisch beschrieben, dass man sich sofort dorthin wünschen möchte. Egal ob Filmabende, Stockbrot am Lagerfeuer, Kuchentasting mit der Back-AG, lange Wanderungen oder Tage am See - die fast 500 Seiten sind abermals voller wundervoller Momente, die eine Wohlfühlatmosphäre voller Wärme, Intimität und kindlicher Nostalgie erschaffen. So fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen, weil es nicht nur erzählt, sondern auch ein Gefühl transportiert – von Sommer, Ferien, Freiheit, Freundschaft und Abenteuer. Auch wenn es in erster Linie ein Wohlfühlbuch ist, werden ernste Themen nicht ausgeklammert, sondern wertschätzend eingebettet. Neben queerer Repräsentation und mentaler Gesundheit werden auch Familienbeziehungen angeschnitten.
Figuren: Erzählt wie die Geschichte aus der Perspektive von Marlin, die eine starke und authentische Hauptfigur ist: queer, neurodivergent, manchmal etwas impulsiv, aber stets reflektiert und sympathisch. Sie trägt die Geschichte mit einer Mischung aus Unsicherheit und Mut, die für diese Lebensphase charakteristisch ist. Von ihr können wir viel über Freundschaft, Ehrlichkeit und Selbstakzeptanz lernen. Auch das übrige Figurenensemble mit den Love Interests Nora, Juan oder Marlins Freund:innen Basti und Flo ist durchweg gelungen. Besonders gefreut habe ich mich auch über das kleine Wiedersehen mit Samuel und Caro aus "Wie Farben im Regen". Malins Zwillingsschwester Lila bleibt noch etwas im Hintergrund, was aber zur Figurenkonstellation passt – schließlich soll sie ihre eigene Geschichte in Band 2 ("Zwischen uns die Wolken", ET: 31.10.2025) bekommen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergeht!"Wenn man es so nimmt, dann ist Musik für mich fast so schön, wie die Sterne zu betrachten. Musik bringt alles um mich herum zum Leuchten.”
Fazit
In "Camp Rainbow – Über mir der Himmel" erzählt Alicia Zett abermals einen starken Coming-of-Age-Roman mit bunter, queerer Repräsentation und locker-leichter Wohlfühl-Atmosphäre.

Ich liebe Alicia Zett ebenfalls, sie ist einer meiner absoluten Lieblingsautorinnen. Allerdings fand ich Camp Rainbow persönlich nicht so gut, da mich an manchen Stellen Malins Charakter gestört hat. Ich habe selber ADHS, aber das ist keine Entschuldigung dafür, wenn man andere schlecht redet. Sie stellt sich total in den Mittelpunkt und ist zwischenzeitlich sehr gemein. Das Grundgerüst und die gesamte Idee finde ich aber sehr gut. Vor allem gefällt mir ihre Schwester Lila, ich lese gerade Bd. 2 und es gefällt mir viel besser.
AntwortenLöschenAber deine Kritik ist echt gut aufgebaut, sehr logisch, mit schönen Bildern. Ich mag es sehr gerne
Huhu,
Löschenich kann dich total verstehen. Ich fand allerdings ganz gut, dass Malin ihre Fehler auch immer eingesehen hat und sich entschuldigt, oder Mühe gegeben hat, es wieder gerade zu rücken! Fehler machen ist menschlich, es ist entscheidend, was man tut, wenn sie passiert sind. Ich fand Lila aber auch zugänglicher als Figur und ihr Band hat mir auch richtig gut gefallen. Ich wünsche dir noch ganz viel Spaß mit dem Buch!
Liebe Grüße
Sophia