Dienstag, 1. Oktober 2019

Serienempfehlung: Sex Education

 
Auf der Suche nach einer witzigen Serie für Zwischendurch, bin ich auf die Netflix Produktion „Sex Education“ aus dem Frühjahr 2018 gestoßen, die mich sofort mit ihrer absurden Handlung und der wunderbaren Mischung aus humorvoller Leichtigkeit und authentischer Ernsthaftigkeit in den Bann zog. Regie führten Ben Taylor und Kate Herron nach dem Drehbuch und der Idee von Laurie Nunn. Die erste Staffel hat 8 Folgen, die zweite Staffel ist schon in Arbeit und wird voraussichtlich im Frühjahr 2020 erscheinen. Ich bin dann auf jeden Fall wieder am Start und kann die Serie nur jedem ans Herz legen!


 
Worum geht´s?
 
Otis Mutter Jean ist Sextherapeutin. Obwohl das dem Teenager eigentlich einen Vorsprung in Sachen Körperlichkeit verschaffen sollte, kämpft er mit umso größeren Komplexen. Als in Moordale das neue Schuljahr beginnt, hat sich das Leben der Jugendlichen über den Sommer verändert. Sie scheinen erwachsen geworden zu sein – oder tun zumindest so als ob. Eric, Otis bester Freund, prophezeit ein ereignisreiches Jahr und behält recht. Das sexuelle Erwachen bereitet den Unerfahrenen einige Probleme. Auf Vorschlag, der als “Schulschlampe” verschrienen Maeve, beschließt Otis sein Zuhause aufgeschnapptes Wissen als Ratgeber an seine Altersgenossen weiterzugeben. Gegen entsprechendes Entgelt selbstverständlich. Damit beginnt aber erst der Kampf der Schülerschaft mit den neuen Gefühlen und auch Otis selbst muss lernen, sich seiner eigenen Sexualität zu stellen...
 
 
Warum sollte ich mir die Serie ansehen?
 
Kennt ihr diese Bücher, Serien und Filme, die über Tabuthemen sprechen wollen, dabei aber durch etliche peinliche Situationen einfach nur zum Fremdschämen sind? Die neue Netflix Serie greift zwar auch etliche Tabuthemen auf, verpackt sie aber so herrlich unverklemmt und ehrlich, dass man amüsiert zusehen kann, ohne am liebsten im Boden zu versinken. Die Irrungen und Wirrungen der Pubertät werden hier facettenreich und unverstellt durch authentische Charaktere dargestellt und alltägliche Probleme und Dramen durch schräge Situationskomik auf den Punkt gebracht.
 
Dabei gelingt der Serie eine wunderbare Mischung von Leichtigkeit und authentischer Ernsthaftigkeit. So locker und direkt die Witze erscheinen, so subtil und gedankenvoll sind die tieferen Konflikte, die unterschwellig durch die Komödie durchscheinen. Egal ob Außenseitertum, Erwartungsdruck, Homosexualität, Loslösen von den Eltern, Loslassen, Eltern-Kind-Konflikt oder Vorurteile - immer wieder durchziehen ernsthaftere Töne den ulkigen Klamauk und regen zum Nachdenken an. 
 
Leider kommt der Beginn nicht ohne die typischen Klischees aus und die mit Handlung vollgepackten 8 Folgen der ersten Staffel läuft auch mal aus dem Ruder. Wunderbar ist aber, dass die stereotypisch aufgebauten Figuren sich langsam zu ambivalenten Persönlichkeiten entwickeln und die Bilder, die wir uns von ihnen gemacht haben, abwerfen. Das Bad Girl Maeve zeigt Intelligenz und Feingefühl, der jungfräuliche Außenseiter Otis (Asa Butterfield) entdeckt eine Begabung für Sextherapie, der dämliche aber gutbestückte Adam lässt Abgründe erkennen, der schwule Eric (Ncuti Gatwa) wächst über sich hinaus und der sportliche Jackson leidet an Angstzuständen. Zudem ist noch zu bemerken, dass der Cast sehr divers ausgesucht wurde. Mein absolutes Highlight war jedoch mit Abstand Maeve Wiley (Emma Mackey), die nicht viel Glück hatte im Leben, die jedoch viel mit dem wenigen anfangen kann, das sie besitzt. Wie sie immer wieder neue Hürden meistert und ein brillanter, sensibler Charakter hinter ihrem schwarzen Humor, ihrer punkigen Kleidung und der üblen Gerüchte zum Vorschein kommt, ist wunderbar mitanzusehen.
 
Das Ende lässt leider viele Handlungsstränge offen und vertröstet uns auf Staffel 2, die leider erst in einem halben Jahr erscheint. Als Fazit kann ich festhalten, dass diese Serie sich zwar ab und zu in Klischees verrennt, dabei aber herrlich unverklemmt, offenherzig, divers und witzig die Themen Sex, Pubertät und Identität verarbeitet, dass man einfach zum Bingen übergehen muss.
 
 
Hier noch der Trailer:
 

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