Nachdem im Januar die zweite Staffel erschienen war, habe ich nach der Empfehlung einer Freundin beschlossen, der Drama-Serie "Ginny & Georgia" mal eine Chance zu geben. Auch wenn sich die Handlung, die Figuren und die allgemeine Atmosphäre als ganz anders entpuppten, als ich das ursprünglich angenommen hatte, bin ich mittlerweile ein richtiger Fan geworden, sodass ich die 20 innerhalb von zwei Staffeln erschienene Folgen, die alle etwa 50-60 Minuten gehen, innerhalb kürzester Zeit weggebinched habe.
Darum geht´s:
Auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit zieht die 30-jährige Georgia Miller (Brianne Howey) mit ihrer 15-jährigen Tochter Ginny (Antonia Gentry) und ihrem jüngeren Sohn Austin (Diesel La Torraca) in die Kleinstadt Wellsbury in New England. Als sie einen Job im Büro des Bürgermeisters Paul Randolph (Scott Porter) findet, ihre Tochter Ginny zum ersten Mal Freunde findet und die Liebe ebenfalls an die Tür klopft, scheint sich das Leben zum ersten Mal in die Richtung eines Traums von Stabilität und Sicherheit zu entwickeln. Doch hinter der geordneten Fassade brodeln einige ungelöste Konflikte und das neue Glück gerät in Gefahr, als Georgias Vergangenheit beginnt, sie einzuholen...
Das denke ich über die Serie:
"Ginny & Georgia" hat vor allem eines: mich positiv überrascht. Mit dem gemütlichem Kleinstadt-Setting mit Teenieproblemen, besorgten Müttern, Kuchenverkäufen und Straßenfesten wirkt die Serie zunächst wie eine oberflächliche Highschool-Coming-of-Age-Serie, die man als Lückenfüller für zwischendurch schauen kann. Nach wenigen Folgen kommen jedoch psychologische Themen, Thriller-Elemente, Gesellschaftsdramen und Beziehungsstudien hinzu, die der Serie deutlich mehr Tiefe, Vielschichtigkeit, Ernsthaftigkeit und Düsternis ermöglichen, als man ihr auf den ersten Blick zutrauen würde.
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Fest steht also, dass hier jede Figur mehr zu verbergen hat als ursprünglich gedacht und bis zum Ende von Staffel 2 habe ich ausschließlich jeden fest ins Herz geschlossen. Besonders spannend an den Charakterisierungen ist, dass sie uns alle als Spiegel dienen und verschiedene Gefühle wie Fremdscham, Unwohlsein, Wut oder Verachtung; aber auch Bewunderung, Neid, Belustigung oder Zuneigung auslösen. Neben der durchweg grandiosen Leistung der SchauspielerInnen ist auch das diverse Casting positiv hervorzuheben. Negativ fällt hier allerdings wieder auf, dass der Cast der Jugendlichen 24+ Jahre alt ist. Figuren wie Ginny, Max, Abby und Marcus kann man optisch noch abnehmen, dass sie unter 20 Jahre alt sind, andere wie Hunter (Mason Temple) oder beispielsweise Sophie (Humberly González) stechen aber optisch deutlich als zu alt für die Rolle heraus.
Mein Urteil:
Unterm Strich gelingt "Ginny & Georgia" ein spannender, unterhaltsamer, überraschend tiefgründiger und sensibel erzählter Rundumschlag durch verschiedene Genres und wichtige Themen unserer Gesellschaft. Positiv hervorzuheben sind neben den psychologischen Themen vor allem die bewusst gesetzten Kontraste in Themen und Setting, die grandiose Leistung der SchauspielerInnen, der diverse Cast und die wendungsreiche Handlung. Eindeutige Empfehlung!!!
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