
Kaum eine Serie war dieses Jahr so gehyped wie "Heated Rivalry". Die kanadische Romance-Dramaserie ist als Serienadaption der "Game Chagers"-Reihe von Rachel Reid entstanden und umfasst in 6 Folgen die Handlung des zweiten Bandes über Ilya und Shane. Da man die Serie aktuell nur auf HBO Max streamen kann, hat es eine Weile gedauert, bis ich dazu gekommen bin, ebenfalls einen Blick hineinzuwerfen. Fünf Monate nach dem großen Hype gibt es jetzt also noch meinen persönlichen Eindruck:
Darum geht´s:
Nichts kann den Profi-Eishockeystar Shane Hollander (Hudson Williams) aus dem Konzept bringen. Jetzt, da er Kapitän der Montreal Metros ist, wird er nicht zulassen, dass irgendetwas das gefährdet – schon gar nicht der sexy Rivale, mit dem er sich schon seit dem Anfang seiner Karriere battelt. Ilya Rozanov (Connor Storrie), Kapitän der Boston Raiders, ist alles, was Shane nicht ist. Als selbsternannter König des Eises ist er ebenso übermütig wie talentiert. Während sie beide in der Major League aufzusteigen beginnen, kreuzen sich ihre Wege immer wieder. In der Öffentlichkeit werden die Spieler der konkurrierenden Mannschaften als erbitterte Rivalen auf dem Eis präsentiert. Doch hinter verschlossenen Türen treffen sie sich regelmäßig, um ihr Begehren füreinander auszuleben. Allerdings darf niemand von ihrer geheimen Affäre erfahren, denn in ihrem maskulinen Umfeld des Hockeysports würde die Wahrheit ihre Karrieren gefährden. Kompliziert wird die Situation allerdings, als Shane und Ilya echte Gefühle füreinander zu entwickeln beginnen. Gibt es eine Chance für sie, zusammen sein zu können?
Das denke ich zur Serie:
Ich habe trotz des großen Hypes versucht, mit geringen Erwartungen an die Serie heranzugehen und das hat sich definitiv als gute Entscheidung erwiesen. Denn nach den ersten zwei Folgen war ich ehrlich gesagt noch nicht ganz überzeugt. Die Geschichte wird zunächst sehr körperlich erzählt und nimmt sich viel Zeit für die sexuelle Spannung zwischen Shane und Ilya, während die emotionale Ebene zunächst eher im Hintergrund bleibt. Dazu kommt, dass die Geschichte mit zahlreichen Zeitsprüngen auf mehrere Jahre gestreckt wird, sodass zunächst wenig emotionale Verbindung zu den Figuren entsteht. Gerade diese zerstückelte Erzählweise ist aber, was mir im Endeffekt fast am besten gefallen hat. Denn so können wir dabei zusehen, wie sich über einen längeren Zeitraum aus einer rein körperlichen Affäre langsam eine echte Liebesgeschichte entwickelt. Gerade dadurch fühlt sich die Beziehung nie überstürzt an, sondern wächst glaubwürdig und nachvollziehbar. Je mehr die Gefühle zwischen Shane und Ilya im Verlauf in den Mittelpunkt rücken, desto stärker entfaltet sich die Geschichte und desto besser wurden die Folgen für mich. 
Einen großen Anteil daran haben Hudson Williams und Connor Storrie, die als Hauptdarsteller eine unglaublich glaubwürdige Chemie miteinander haben. Gerade weil viele Gefühle über Blicke, kleine Gesten und unausgesprochene Momente transportiert werden, trägt ihre Chemie einen großen Teil der Serie. Auch wenn Marketing und Hype vor allem die expliziten Szenen in den Vordergrund gerückt haben, steckt hinter "Heated Rivalry" also letztlich eine überraschend ruhige und intime Liebesgeschichte. Im Mittelpunkt steht nicht die verbotene Affäre selbst, sondern die Frage, wie zwei Menschen in einem von Männlichkeitsbildern geprägten Profisport über Jahre lernen, einander zu vertrauen und ihre Gefühle zuzulassen.
Die Homophobie im Eishockey wird dabei zwar immer wieder angesprochen, bleibt aber bewusst Hintergrundthema. Wer also auf eine gesellschaftspolitische Auseinandersetzung hofft, wird genauso enttäuscht werden, wie Liebhaber einer klassischen Sportserie. Denn Eishockey bildet hauptsächlich die Kulisse für die Rivalität und den Druck, die Beziehung geheim halten zu müssen. Die eigentlichen Spiele stehen deutlich weniger im Fokus als die Entwicklung der Figuren. Dennoch ist durch das Genre einer Sportromanze der Rahmen gesteckt für sechs dynamische und unterhaltsame Folgen. Das Finale fällt dann angenehm unaufgeregt aus und schenkt Shane und Ilya ein verdientes Happy End, ohne alle Türen zu schließen. Gleichzeitig macht die Serie Lust auf mehr – vor allem durch Scott Hunter, der sich im Laufe der Staffel zu einer der spannendsten Nebenfiguren entwickelt und eine eigene Folge gewidmet bekommt. Da es über ihn auch ein Buch gibt, würde ich seine Geschichte in der zweiten Staffel nur zu gerne weiterverfolgen. Mein Urteil:
Insgesamt hat "Heated Rivalry" für mich einen etwas holprigen Einstieg, steigert sich aber kontinuierlich und entfaltet seine größte Stärke erst nach und nach. Denn gerade die glaubwürdige Entwicklung der Beziehung und die hervorragende Chemie der Hauptdarsteller machen die Serie am Ende zu einer sehr gelungenen Romance, die ich ausgesprochen gerne geschaut habe.


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