Dienstag, 22. Januar 2019

Ein Buch für alle Fans von Ransom Riggs, C.S. Lewis und Philip Pullman: "Der Atem einer anderen Welt"

 Für alle, die ihr Herz an eine andere Welt verloren haben bringt der Fischer Verlag am 23. Januar 2019 die mehrfach preisgekrönte Fantasy-Novelle von Seanan McGuire »Every Heart a Doorway« zusammen mit den beiden Folgebänden »Down Among the Sticks and Bones« und »Beneath a Sugar Sky« endlich auf Deutsch heraus. Der Band trägt den schmuckvollen Namen "Der Atem einer anderen Welt" und hat 464 Seiten. Eine Freundin hat mir schon so viel von diesen Geschichten vorgeschwärmt, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Ich habe mir mal ein Rezensionsexemplar angefragt und drücke mir fest die Daumen, dass das klappt ;-)
 
ISBN-10: 3596298849
ISBN-13: 978-3596298846
Preis: 6,99 (Kindle-Edition)
19,99 (Gebundene Ausgabe)
 
Inhalt:
 
Kinder und Jugendliche sind zu allen Zeiten in Kaninchenlöcher gefallen, durch alte Kleiderschränke ins Zauberland vorgestoßen oder auf einer Dampflok in magische Welten gereist. Aber … was geschieht eigentlich mit denen, die zurückkommen? Mit Nancy, die die Hallen der Toten besucht hat und den Rest ihres Lebens am liebsten still wie eine Statue verbringen würde. Und mit Christopher, den Jungen mit der Knochenflöte, der die Toten für sich tanzen lassen kann. Sumi, die das Chaos braucht wie die Luft zum Atmen, weil sie aus einer Unsinnswelt kommt. Oder Jack & Jill, die mit Vampiren und Wissenschaftlern unter einem blutig-roten Mond aufgewachsen sind. Als sie sich in »Eleanor Wests Haus für Kinder auf Abwegen« treffen, ahnen sie nicht, dass ihnen ihr größtes Abenteuer noch bevorsteht …

Lesermeinungen:
 
»So unfassbar gut, dass es weh tut.«
-Charlie Jane Anders-
 
»Eine der außergewöhnlichsten Geschichten, die ich je gelesen habe.«
-V.E. Schwab-
 
»Seanan McGuire ist eine der klügsten Autorinnen weit und breit. Mit ›Der Atem einer anderen Welt‹ beweist sie, dass ihr Herz genauso groß ist wie ihr Verstand scharf.«
-Charlaine Harris-

 
Über die Autorin:
 
Seanan McGuire (*1978 in Kalifornien) erhielt 2010 den John W. Campbell Award als Best New Writer. 2013 tauchte sie als erste Person überhaupt fünf Mal auf demselben Stimmzettel zum Hugo Award auf. Seitdem hat sie zahlreiche Urban-Fantasy-, Science-Fiction- und Horror-Romane geschrieben. Für »Der Atem einer anderen Welt« wurde sie mit dem Hugo, dem Nebula, dem Locus und dem Alex Award ausgezeichnet.

(Quelle - Information und Coverbild: Amazon.de. Die Bilder und Cover, sowie die Inhaltsbeschreibungen und Klappentexte sind Eigentum des jeweiligen Verlages bzw. Schriftstellers oder anderweitigen Rechteinhabers.)

Sonntag, 20. Januar 2019

Serienempfehlung: The Shannara Chronicles

All die Jahre habe ich es geschafft ohne Netflix, Amazon Prime oder anderem meine Abende zu gestalten doch seit ich der Verlockung nicht mehr widerstehen konnte und Prime für einen Monat getestet habe bin auch ich hoffnungslos süchtig ;-)
 
Meine erste richtige Serie, die ich in einer Woche durchgesuchtet habe war die US-amerikanische Fantasy-Fernsehserie "The Shannara Chronicles", die auf den Shannara-Romanen des Fantasyautors Terry Brooks basiert.
 Mit zwei Staffeln mit jeweils 10 Folgen, die ca. 42 Minuten gehen macht das also 14 Stunden Serienspaß, also 2 Stunden pro Tag. Allein diese furchtbar peinliche Zahl sagt ja schon aus, dass die Serie von Regisseur Brad Turner aus dem Jahre 2017 nicht so schlecht gewesen sein kann...

 
Darum geht´s:
 
Die Welt, wie wir sie kennen, ist seit tausenden von Jahren am Ende in dieser grandiosen Mischung aus "Herr der Ringe" und "Game Of Thrones". An ihre Stelle traten die Vier Lande, die von Elfen, Zwergen, Trollen, Gnomen und Menschen bevölkert werden. Unter ihnen drei ungewöhnliche Gefährten, die eine epische und fantastische Reise antreten, um die Vier Lande vor einen dunklen Bedrohung zu bewahren.

 
Warum sollte ich mir die Serie unbedingt ansehen?
 
Es ist immer wieder erstaunlich, was aus einem fetten Fantasy-Wälzer alles gemacht werden kann. So auch mit Terry Brooks "Die Elfensteine von Shannara", welches hier spektakulär animiert, mit hitziger Atmosphäre und flottem Tempo zum Leben erwacht. Wie es sich für eine Serie gehört dürfen wir hier verschiedene Protagonisten auf ihrer abenteuerlichen Reise durch die "Vier Lande", eine postapokalyptische Welt auf dem nordamerikanischen Kontinent, begleiten auf der uns viele Überraschungen, Gefahren, neue Bekanntschaften und natürlich auch Liebe und der Wandel der Protagonisten erwarten.

Das Setting hat dabei mit Elfen, Zwergen, Menschen, Trollen, Druiden und Gnomen in verschiedenen Königreichen, verschieden Interessengruppen wie Rebellen, Nomaden, Elfenjägern, kleinen Enklaven und verrückten Einsiedlern, einer Menge magischer Geheimnisse und natürlich der großen Bedrohung durch alte, dunkle Mächte wie Dämonen oder Hexenmeister einiges zu bieten. Hässliche wie schöne Landstriche und Kreaturen sind dabei fantasievoll und wundervoll animiert, sodass man sehr gern ein die magische, vielseitige Welt der "Vier Lande" eintaucht. Dabei ist von allem ein bisschen vorhanden, was in einer guten Serie drin sein muss: dystopische Science-Fiction, schöne Romantik, hinterhältige Intrigen, dunkle Mystery, krasse Endzeitstimmung, epische Schlachten und kleine Rebellionen - verpackt in verschiedenen Handlungssträngen, die über die ganzen vier Lande und auch in die Vergangenheit zurückreichen.

Donnerstag, 17. Januar 2019

Atemberaubende Spannung, mitreißende Gefühle und der Kampf gegen Unterdrückung: Iron Flowers

 
Atemberaubende Spannung, mitreißende Gefühle und der Kampf gegen Unterdrückung: das ist der zweite und abschließende Band der fulminanten Serie von Tracy Banghart. "Iron Flowers - Die Kriegerinnen" erscheint genau wie der Vorgänger "Iron Flowers - Die Rebellinnen" im Fischer Verlag und wird ab dem 23. Januar 2019 zu haben sein.

 Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
ISBN-10: 3737355622
ISBN-13: 978-3737355629
ASIN: B07J2746RS
Preis: 5,99€ (Kindle-Edition)
17€ (Gebundene Ausgabe)
 
 
Inhalt:
 
Sie haben alles verloren.
Doch sie kämpfen weiter.
Denn das Schicksal aller Frauen und Mädchen liegt allein in ihrer Hand.
 
Die Schwestern Serina und Nomi sind Gefangene: Nomi in der Gewalt eines brutalen Regenten, der alle Frauen unterdrückt. Serina auf einer Gefängnisinsel, auf die sie verschleppt wurde. Um in dem brutalen Regime zu überleben, bleibt den Schwestern nur eins: erbittert zu kämpfen – gegen die Unterdrückung und für ihre Liebe. Mit allen Mitteln und jede auf ihre Weise.
 
 
Über die Autorin:
 
Als bekennender Fan der Serie »The 100« hat Tracy Banghart mit ihren E-Book-Serien »Rebel Wings« und »By Blood« irgendwann angefangen, selbst Stoffe mit starken Frauenfiguren zu erschaffen und so eine große Fangemeinde gewonnen. Sie wuchs in Maryland, USA auf, studierte in England Buchwissenschaften und lebt heute auf Hawaii.

(Quelle - Information und Coverbild: Amazon.de. Die Bilder und Cover, sowie die Inhaltsbeschreibungen und Klappentexte sind Eigentum des jeweiligen Verlages bzw. Schriftstellers oder anderweitigen Rechteinhabers.)

Montag, 14. Januar 2019

Montagsfrage #103 - 14.01.19

Scan (verschoben)
 
Hallöchen,
 
direkt nach zwei unseligen Stunden Deutsch Unterricht über die Naturlyrik des 19. und 20. Jahrhunderts (Stichworte: Symbolismus, Frührealismus, Rilke etc) trifft die heutige Montagsfrage über das "Stiefkind der Schulliteraturgattungen" (wie Antonia die Lyrik so nett betitelt hat) einen wunden Punkt. Trotzdem werde ich versuchen, nicht mit pessimistischem Einschlag zu beantworten:
 
 

Lyrik: ausgedient oder am aufblühen?

 
Bei Lyrik kommen bestimmt bei vielen von euch sehr negativ konnotierte Schicksalswörter wie "das lyrische Ich", "ein fünfhebiger Jambus" oder "Erlebnislyrik des Sturm und Drang" in den Sinn, bei dem es - ganz ehrlich - wirklich jeden schüttelt. Auch für mich als angehende Abiturientin bedeutet "Gedichtinterpretation" oder "Gedichtvergleich" ein endloses Herumrätseln an Metaphern, Aufdröseln von Versmaßen und Reimschema und Wiederkäuen von Epochenbezügen. Ich habe mich schon so oft gefragt, was es mir bringen soll, diese Kunstform so genau auseinander zu nehmen, das mir am Ende der Kopf total schwirrt und ich bei dem Wort "Kreuzreim" einen Würgereiz bekomme.
 
Doch hat das tatsächlich etwas mit der Lyrik an sich zu tun? Liegt meine Aversion gegen Gedichtinterpretationen daran, dass wir heutzutage mit Lyrik nicht mehr viel anfangen können?
Ich glaube nein! Ich denke, dass Lyrik egal in welcher Form schon immer eine Möglichkeit war, um abstrakte Gefühle und Gedanken oder auch einfach nur schöne Beschreibungen auszudrücken, sodass andere sich daran erfreuen können - einfach Kunst eben. Natürlich gibt es vielleicht Menschen, die dafür kein Gespür haben und keinen tiefergehenden Sinn in der Wortansammlung sehen (so geht es mir zum Beispiel mit moderner Kunst - für mich bloß Farbkleckse), aber ich denke, dass ganz viele von den negativen Gefühlen durch die undifferenzierte Herangehensweise in der Schulzeit antrainiert sind. Denn was spricht eigentlich dagegen, auch heute noch ein Gedicht von Rilke oder Herder zu lesen, das einfach nur schön ist und sich davon vielleicht inspirieren zu lassen oder einfach aus einer spontanen Regung selbst zu Papier und Stift zu greifen und etwas aufzuschreiben das vielleicht keinen Literaturnobelpreis verdient hat aber echt und einfach schön ist? Interpretation und Formanalyse einfach mal beiseite und die Gedichte lieber wirken zu lassen? Eigentlich nichts. Und deshalb denke ich auch nicht, dass Lyrik jemals veraltet sein wird und ausgedient hat. Vielleicht werden unsere Zugriffmöglichkeiten auf sehr alte Gedichte langsam schwinden aber dafür wird es wieder neue Kunstformen geben, die man mit Spannung verfolgen kann.
 
Eine dieser neuen Trendformen ist der Poetry Slam. Ich selbst schreibe ab und zu auch Texte, die darunter zu verordnen wäre und sehe mir auch regelmäßig die Meisterschaften und Auftritte in meiner Umgebung an. Von Cabaret in Gedichtform, philosophischen Anwandlungen, witzigen Zungenbrechern, Alltagsgeschichten bis hin zu hochpolitischen Pointen kann man da alles finden.
Außerdem lese ich auch gerne ab und zu den ein oder anderen Gedichtband im modernen Stil von kleinen, unbekannten Autoren. Und dann wäre da noch die Instagram-"Lyrik"... ja man liebt sie oder man hasst sie aber das fällt wohl auch unter die künstlerische Freiheit. Und wenn das der wirksamste Weg ist, um junge Menschen den Würgereiz auf das Wort "Gedicht" abzugewöhnen … warum nicht!
 
Wie seht ihr das? Spielt Lyrik in eurem Leben eine Rolle?
 
Liebe Grüße
Sophia
 

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Sonntag, 13. Januar 2019

Die Känguru-Offenbarung

 
 
Allgemeines:
 
Titel: Die Känguru-Offenbarung
Autor: Marc-Uwe Kling
Genre: Satire
Verlag: Ullstein Taschenbuch (10. März 2014)
Preis:10,99€ (Taschenbuch)
9,99€ (Kindle-Edition)
14,49€ (Hörbuch, live und ungekürzt)
Spieldauer: 7 Stunden und 39 Minuten bzw. 400 Seiten
ASIN: B00IJGHW8A
ISBN-10: 3548375138
ISBN-13: 978-3548375137
Weitere Bände: Die Känguru - Chroniken
Das Känguru - Manifest
Die Känguru - Apokryphen
 
 
Inhalt:
 
Das Beuteltier und der Kleinkünstler auf der Jagd nach dem mysteriösen Pinguin. Haltet euch bereit: "Dies ist die Offenbarung des Kängurus, dem Asozialen Netzwerk zu zeigen, was in der Kürze geschehen soll; und sie wurde gesandt durch eine E-Mail zu seinem Knecht Marc-Uwe, der bezeugt hat das Wort des Kängurus und das Zeugnis vom Asozialen Netzwerk, was er gesehen hat. Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung, denn die Zeit ist nahe." Halleluja.
Auf der Jagd nach dem höchst verdächtigen Pinguin rasen sie durch die ganze Welt. Spektakuläre Enthüllungen! Skandale! Intrigen! Ein Mord, für den sich niemand interessiert! Eine Verschwörung auf niedrigster Ebene! Ein völlig abstruser Weltbeherrschungsplan! Mit Spaß, Spannung und Schnapspralinen...
 
»Das Beste Buch seit "Die Schwester der Nichte der Gattin des Gerbergesellen".«
-Wenzel R. R. Skowronek -
 

 
Bewertung:
 
"Well, you know, kind of like ... whatever"
 
Sie haben mein Leben nachhaltig verändert - "Die Känguru - Werke" von Kleinkünstler Marc-Dieter Kling. Wie ihr schon in meinem Einleitungssatz sehen könnt, wurde ich nachhaltig mit Insiderwitzen infiziert und bin so abhängig von dieser Reihe geworden wie das Känguru von Schnapspralinen. "Die Känguru - Offenbarung" knüpft ununterbrochen an das Lachmuskelkater-Niveau der Vorgänger "Die Känguru - Chroniken" und "Das Känguru - Manifest" an und ist mein absoluter Favorit der Reihe. Wieder konnte ich angesichts der unglaublichen Situationen, die hier zustande kommen und des schonungslosen schwarzen Humors, nicht anders, als immer wieder aus tiefster Seele loslachen und damit äußerst skeptische Blicke meines Umfeldes auf mich zu ziehen.
 
"Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh´" 
- CIA-Verhörmethode
 
Nachdem das Känguru am Ende des letzten Teiles in einem ganz miesen Cliffhanger vom Ministerium für Produktivität abgeschoben wurde, ist es still und langweilig mit Leben von Kleinkün-, nein, Künstler Marc-Uwe. Doch gerade als seine Selbstgespräche schlimme Ausmaße annehmen, sein Psychiater seine Einsamkeit falsch zu deuten beginnt und "ain't no sunshine when it's gone" sein Lebensmotto wird, tauchen immer mehr Hinweise auf das Känguru auf. Ein ominöser Anruf, Anti-Terror-Anschläge des Asozialen Netzwerkes, korrigierte Graffitis, Schnapspralinen - das Känguru taucht wieder aus dem Untergrund auf um die Grundfesten der Welt endgültig mit seiner endgültigen Offenbarung zu erschüttern! Neben rasanten Mau-Mau-Partien mit Krapotke, parodierte Diskussionen über Fantasy Reihen wie "Die Wunderhure" von Wenzel R. R. Skowronek, "Der Riesenzwerg" oder "Die Welt ohne Eigenschaften", Nicht-Drogen-Trips bei "Transformers" auf zehnfacher Geschwindigkeit, philosophischen Diskussionen über die Frage, welches Geschlecht das Känguru hat und Ausführungen über die Phrase "man liebt es oder man hasst es" bereiten sich die beiden auf "die epische Schlacht zwischen Gut und Böse", Kommunismus und Kapitalismus, Schnapspralinen und Teewurst, Känguru und Pinguin vor.
 
Du riechst so gut." -Jean-Baptiste Grenouille
 
Denn wo das Känguru doch einen gutartigen, kommunistischen Weltverbesserungsplan hat, muss der Pinguin als kosmischer Gegenspieler natürlich einen bösartigen, kapitalistischen Weltverschlechterungsplan haben. Und um diesen zu verhindern und rauszufinden, was der eiskalte Frackträger vorhat, müssen die beiden diesen erstmal finden. Die Spur des verräterischen Nachbars führt sie um die halbe Welt: in die USA, nach Venezuela, zur Hochburg der Lobbyisten in Brüssel, in die Heimat des Kängurus Vietnam, auf die ehemals griechische Insel Patmos, welche jetzt im Besitz der Firma ist, für die der Pinguin arbeitet, nach Australien und schließlich wieder nach Patmos. Vorbei an geschlossenen Schlecker-Filialen, neu geöffneten Starbucks-Läden und unterstützt von lokalen Mitgliedern der expandierenden Asozialen Netzwerkes kommen sie hinter die totale Weltverschwörung des Pinguins: der neue Controller der ganzen Welt will alles in einen gigantischen Flughafen verwandeln.
 
"Dream a little dream of me." -Freddy Krueger
 
Auf dem Weg trifft das ungleiche Paar unter anderem die alte Band des Kängurus "Kranken House" (früher "Die Kranken Schwestern", "Die abgezogenen Dielen", "Die Angestellten", "Die Probleme", "Die Schniepels", "Die Kräuter der Provinz", "Die Bäume"), die übermotivierte Touristin Sarah, den Vater des Kängurus, Ken der Guru, Die Känguru-Gang mit den innovativen Namen "Kevin, Howie, A.J., Nick und Brian" (so hat noch wirklich gar keine Gruppe geheißen... *hust Backstreet Boys hust*), den Erfolgsautor Wenzel R. R. Skowronek und etwas verblödete Sicherheitsmänner. Wieder mit dabei ist natürlich auch der selbst etwas gestörte Psychiater, Julia Müller ("haha, muh muh muh") und die Kategorie "Buch mit sprechendem Tier" ("Louie der lustige Leguan" von den Kindern der Kindertagesstätte "Sümpfe der Traurigkeit"), Spezialwörter wie "Ratzupaltuff" oder "Pentizikulös" und ganz neu: "Der Schredder". Auch Herta dürfen wir hier wieder treffen. Nachdem ihre Eckkneipe durch etliche andere Formate verdrängt wurde betreibt sie eine (illegale) Kneipe in ihrer Wohnung, die laut ihr nur eine kleine Privatparty mit Fremden ist und in der nichts etwas kostet, es allerdings eine Unkostenkasse des Vertrauens gibt.
  
"I want you to want me. I need you to need me." -Angebot zur Nachfrage
  
Die wechselnden Settings und Situationen bringen neuen Pepp in die Geschichte, die von der Situationskomik im Wohnzimmer immer mehr zum politischen Kabarett mit dystopischen Elementen und Gesellschaftskritik im globalen Stil wird. Neben den altbekannten Problemen wie gleichgeschaltete Medien (die Axel-Springer-Thematik), die Gentrifizierung, Angleichung und Verdrängung in Großstädten (Hertas Eckkneipe), der Rechtsruck und die zunehmende Salonfähigkeit von Populismus (Jörg und Jörn Dwigs), und die Verantwortungslosigkeit von Banken (Bad Banks) werden hier auch der unermesslichen Konsumwahn der Bevölkerung und die scheinbar grenzenlosen Machtbestrebungen der Großkonzerne und deren Einflussnahme in Politik und Gesellschaft aufgezeigt. Neben Hollywood, der Kirche, der amerikanischen Gesellschaft und deutschen Ämtern wird hier zunehmend das ganze System und der Kapitalismus an sich aufs Korn genommen, weshalb gewisse Grundkenntnisse in den Bereichen Politik, Geschichte und Wirtschaft Voraussetzung sind, um einige Witze und Anspielungen zu verstehen.
 
"Wozu ist das?" 
"Das ist blaues Licht."
 "Und was macht es?" 
"Es leuchtet blau."
-Deutsche Hochschule der Polizei
  
Während der epischen Reise um die Welt sehen wir das Asoziale Netzwerk weiter wachsen, sind Teil neuer Anti-Terror-Anschläge, erfahren endlich mehr über die Vergangenheit des Kängurus beim Vietcong und selbst ein Anklang an eine Lovestory kommt vor. Wenn das nicht die perfekte Umsetzung eines finalen, fulminanten, dritten Teils ist? In der Tat ist der ganze Roman in der kompletten Konzeption eine einzige ironische Kritik an der Trilogie-Konzeption mit dem Zwang nach "Grandeur" - mehr, heftiger, größer, spannender, weiter, schneller. Wer kritisiert, dass sich Marc-Uwe Kling hier in seiner eigenen Geschichte verheddert hat, in dem er versucht hat, sein abschließender Band zu einer einzigen Steigerung zu machen, hat nicht verstanden, dass genau das eine absichtliche Kritik an der aktuellen Bücherlandschaft ist. Wo Trash-Trilogien den Büchermarkt überschwemmen, es gang und gebe ist, seine Protagonisten (zum Beispiel der Riesenzweg Ülf) mehrere Male sterben zu lassen und die Regel "drei oder sieben" für die Anzahl der Teile einer Reihe gilt, ist dieser letzte Teil mit seinen umfangreichen sechs CDs ein ironischer Fingerzeig.
  
"ERSTE HEXE:
“When shall we three meet again?
ZWEITE HEXE:
Puh. I’m so busy. Why don’t you call my office?
DRITTE HEXE:
I’m even busier. I have absofuckinglutely no time at all."
 
Neben intelligenter Gesellschaftskritik gibt es jedoch wieder viele witzige falsch zugeordnete Zitate, Anspielungen auf bekannte Geschichten wie "Star Wars", "Herr der Ringe" und "Harry Potter" oder auch auf "Faust" oder Kafka, jede Menge Selbstironie und natürlich einfache Lebensweisheiten, die jeden Leser oder Hörer um Welten in der kognitiven Entwicklung weiterbringen. Für den, der nicht weiß worauf ich anspiele will ich kurz Herta zitieren: "Es gibt Solche und Solche. Und dann noch ganz andere. Und das sind die schlimmsten".

Es gibt wieder poetische Gedichte, witzige Dialoge, ironische Fußnoten des Lektors und Live Musik von "Krankenhouse". Selbstverständlich nervt das Känguru den lieben Marc-Uwe auch hier wieder mit fiesen Wortverdrehungen, die man wirklich nicht mehr aus dem Kopf bekommt (Schankedön, Marc-Uwe!). Zu dem altbekannten Techniktourette gesellt sich bald Marc-Uwes Angewohnheit, Aussagen zu Liedzeilen zu vervollständigen (Welcome to - "The House of Fun"; Come with Me - "Aha! Yeah!";  Stop -  "in the name of Love") oder seine Faszination zu einer App mit dramatischer Fanfare. Besonders nett ist auch wieder der laufende Wettbewerb des Kängurus und Marc-Uwes andere Menschen möglichst subtil zu beleidigen oder die geschickte Verwirrung des Lesers durch Vertauschen der Wörter "ironisch" und "erotisch", "aggressiv" und "attraktiv", "Problem" und "Ekzem". So kommen mal wieder vollkommen wirre und skurrile Situationen zustande, bei denen man oft nicht weiß, ob man sich totlachen, über die erschreckende Wahrheit der Kritik weinen oder die gewitzten Anspielungen staunen soll.
 
"In diesem Fall ziehen Sie eine Maske schnell zu sich heran und platzieren diese fest auf Mund und Nase. Danach helfen Sie Kindern und hilfsbedürftigen Personen."
- Batman zu Robin
  
Aufgrund der wieder episodenartigen Handlung und der in Szenenform geschriebenen Kapiteln, bietet es sich hier wirklich an, das Hörbuch zu hören. Gerade bei längeren Autofahrten oder bei banalen Tätigkeiten wie Wäscheaufhängen oder Abwaschen ist es eine willkommene Ablenkung, einige Szenen aus dem Manifest zu hören. Auch wenn ich eigentlich kein bekennender Fan von Hörbüchern bin und immer lieber die Print-Variante bevorzuge, habe ich es hier nicht bereut, die vorgelesene Version gewählt zu haben. Autor Marc-Uwe Kling liest hier selbst vor, live vor Publikum, weshalb immer mal wieder leise Lacher im Hintergrund zu hören sind, welche aber nicht stören. Im Gegensatz zu anderen Autoren merkt man Mark-Uwe an, dass er es gewohnt ist, Texte vorzutragen. Er liest die Rollen des Ich-Erzählers und des Kängurus mit leicht verstellten Stimmen, sodass man die nasale, laute, nerv tötende Stimme des Kängurus immer schön unterscheiden kann. Mit wohlüberlegten Pausen und Betonungen lenkt er das Geschehen in eine richtige Richtung und seine angenehme Stimme konnte mich wirklich mitreißen. Das Buch hingegen wartet mit schönen Zusatzmaterialien in besonderer Formatierung auf (z.B. siehe Anti-Terror-Anschlag siehe rechts).

Dabei kann man sich den Hörspaß ruhig Häppchenweise zuführen, zu lange Pausen sollte man aber auch nicht machen, denn auch wenn die Szenen oft sehr kurz sind und meistens nichts miteinander zu tun haben, werden immer wieder kleinere Bezüge zur vorangegangenen Handlung gestellt und viele Insiderwitze und Anspielungen setzen voraus, dass man sich noch an Vorhergegangenes erinnert. Dass es immer spannend und witzig bleibt wird durch viele erzähltechnische Elemente garantiert, die Kling wunderbar einwebt. So wechselt er kreativ die Erzählperspektivwechsel, variiert die Erzählzeit, lässt manchmal kurze Erinnerungslücken auftauchen und stellt falsch zugeordnete Zitate vornan.
  
"Jedes Publikum kriegt die Vorstellung, die es verdient." -Mario Barth
  
Das Ende wartet dann mit einer Sammlung an Anti-Terror-Anschläge und einem finales Nachspiel auf, das sofort Lust auf mehr macht. Zum Glück habe ich ja zu Weihnachten den Zuband "Die Känguru-Apokryphen" bekommen, in die ich immer reinhören kann, wenn ich wieder Entzugserscheinungen habe. Zum Abschluss noch ein Zitat vom Känguru das das Konzept und damit die Wichtigkeit des Buches ganz gut zusammenfasst:
 
“Ja. Waffe”, sagt das Känguru, “Warum wird uns pausenlos von Terror, Krisen, Katastrophen, ja von der Apokalypse und den daraus resultierenden Sachzwängen und Alternativlosigkeiten erzählt? Ich sage euch, warum: Furcht gebiert Gehorsam! Wir werden beherrscht durch unsere Ängste. Das Verlachen aber zerbricht die Angst! Es befreit. Es ist eine Selbstermächtigung! Und das wird nur der Anfang sein.”
 
 


Fazit:
 
Die Erfolgsformel zieht auch hier: 1 Kleinkünstler + 1 kommunistisches Känguru + 1 kapitalistischer Pinguin + viele dämliche Ideen = Suchtpotential und Angriff auf die Lachmuskulatur.
Die Geschichtssammlung wird von der Situationskomik im Wohnzimmer immer mehr zum politischen Kabarett mit dystopischen Elementen und Gesellschaftskritik im globalen Stil. Ganz große (Klein-)Kunst, die den Spagat zwischen Witz und messerscharfe Kritik wieder mit Bravour meistert!