Freitag, 27. Dezember 2019

Eine Woche voller Montage



Allgemeines:

Titel: Eine Woche voller Montage
Autorin: Jessica Brody
Genre: Jugendroman
Verlag: Magellan (25. Juli 2016) 
ISBN-10: 3734850223
ISBN-13: 978-3734850226
Preis: 17,95€ (Gebundene Ausgabe)
9,99€ (Kindle-Edition)
Seitenzahl: 448 Seiten
Originaltitel: A Week of Mondays
Link: Hier klicken!



Inhalt:

Ellie erlebt den schrecklichsten Montag ihres Lebens: Eine Katastrophe jagt die nächste, und als wären alle Peinlichkeiten nicht schon schlimm genug, macht ihr Freund Tristan aus heiterem Himmel mit ihr Schluss! Ellie wünscht sich nur eines: Sie möchte bitte, bitte eine zweite Chance.
Die kriegt sie – am nächsten Morgen wacht sie auf und stellt fest: Es ist wieder Montag! Ellie setzt alles daran, die Fehler von gestern/heute zu vermeiden und für ihr eigenes Happy End zu sorgen. Doch wer hätte gedacht, dass ein Montag so hartnäckig sein kann?



Bewertung:

Blub-di-di-blub-blub-ding!

"Eine Woche voller Montage" beginnt mit einem fröhlichen Smartphone-Ton, den wir alle sofort im Ohr haben. Modern, heiter, manchmal ein wenig nervig aber im Grunde genommen süß - genau wie dieser Ton ist auch die Geschichte. Jessica Brody erzählt hier mit viel Witz und Herz eine unterhaltsame Teenie-Komödie ohne große Überraschungen.

Das Cover ist ein typischer Magellan-Traum - liebevoll und aufwändig gestalte
t, innen und außen voller Details. Den Schutzumschlag der gebundenen Ausgabe ziert ein großes rotes Riesenrad, dessen Bedeutung erst im Laufe der Geschichte ans Licht kommt. Das helle Rot passt wunderbar zu dem sanften Türkis des Hintergrunds und der Titel hebt sich sowohl optisch als auch fühlbar vom Rest ab. Auf der Rückseite des Buches ist ein Abreißkalender zu sehen, der innerhalb der Geschichte die Anzahl der erlebten Montage anzeigt. Auch unter dem Schutzumschlag, entzücken die türkisene Farbe des Buches, die Lichteffekte auf den Buchdeckeln und der ausgestaltete Buchrücken. Die ersten Seiten schmücken kleine bunte Riesenradkabinen. Neben den Kalenderblättern, die die Handlung in die sieben erlebten Montage einteilen, ist noch erwähnenswert, dass die Unterabschnitte immer mit einem Songtitel benannt sind, die es sich lohnt, während des Lesens zu hören. Insgesamt also eine sehr nette Gestaltung, die den Leser der Zielgruppe ansprechen wird und definitiv mehr Klasse hat als das englische Originalcover!


"Heute wird ein guter Tag. Das spüre ich." 


Das denkt Ellie Sparks, als sie an einem ganz normalen Montagmorgen aufsteht und aus dem Haus geht. Wie sehr man sich doch irren kann. Nicht nur dass sich ihre Eltern morgens mal wieder anbrüllen und sie deshalb vergisst, einen Schirm mitzunehmen, was ihr ihr Aussehen auf den Jahrgangsfotos komplett vermiest, sie fährt auch noch mit Karacho über eine orange-rote Ampel, was ihr ein teures Blitzlichtgewitter beschert. Es folgen ein vergessener Geschichtstest, bei dem sie nur raten kann, eine Kamikaze-Krähe im Spanisch-Unterricht, ein misslungenes Beratungsgespräch bei Mr. Superman, eine schrecklich peinliche Rede mit Allergienotfall vor der gesamten Schule, ein vergeigtes Auswahltraining für die Softballmannschaft und das schlimmste Date der Welt, auf dem ihr Freund mit ihr Schluss macht. Und als sie denkt, endlich alles überstanden zu haben, … geht alles wieder von vorne los. Ein nie enden wollender Albtraum oder die Chance, alles wieder in Ordnung zu bringen? 


"Bitte lass es mich doch noch einmal versuchen.
Bitte gib mir eine zweite Chance.
Ich schwöre, ich kriege das hin."


Wer durch den Klapptext an den Klassiker "Täglich grüßt das Murmeltier" erinnert sein sollte - genau auf so eine Art Geschichte dürfen wir uns freuen, diesmal aber eingebaut in eine launige High-School-Komödie. Für den Leser klingt es erstmal wie ein riesiger Albtraum, eine ganze Woche voller Horror-Montage erleben zu müssen, bald wird Ellies Zeitschleife jedoch zu ihrer großen Chance, endlich herauszufinden, wer sie ist und was sie eigentlich will. Klar, die Grundidee ist alles andere als neu und ein aufmerksamer Leser wird spätestens nach zwanzig Seiten vorhersagen können, wie die Geschichte ausgeht, dennoch macht es sehr viel Spaß, Ellie auf ihrem holprigen Weg zu ihrem "perfekten" Montag zu begleiten. Jessica Brody macht es unserer jungen Protagonistin alles andere als einfach und beschert dem Leser somit einiges zum Lachen. Jeder neue Montag, den Ellie mit einer neuen Strategie angeht, wird von einem kurzen Abschnitt aus Tristans und Ellies Kennenlernen gefolgt, sodass immer neue Versionen des Tages in Verbindung mit neuen Informationen aus der Vergangenheit dafür sorgen, dass es trotz des gleichen Grundablaufs nicht langweilig wird.


"Es gab nur uns, niemanden sonst. Doch jetzt, wo ich in diesem Meer von Menschen stehe, die alle zu Tristan hochstarren, werde ich das Gefühl nicht los, dass sie auch mich anstarren. Mich bewerten. Mich für nicht gut genug halten. Nicht hübsch genug. Nicht cool genug. Und ehrlich gesagt, frage ich mich manchmal auch, ob sie nicht recht haben."




Hauptsächlich sorgt jedoch Jessica Brodys Schreibstil dafür, dass man die 450 Seiten in einem Rutsch durchlesen kann. In moderner, authentischer Sprache schildert sie die persönlichen Katerstrophen und schulischen Abenteuer unserer jugendlichen Protagonistin und gibt einen realistischen (wenn auch etwas überspitzten) Eindruck davon, was es heiß, ein Teenager auf der High-School zu sein. Sie schreibt von Leistungsdruck, sozialem Vergleich, der ersten Liebe, Beziehungen, Aussehen, College-Bewerbungen, Freundschaft und darüber wie schwer es ist, herauszufinden, was man mit dem Leben anfangen soll, dass einem geschenkt wurde. Neben vielen Insidern, Wortsitzen, Situationskomik und subtilem Humor, hält die Autorin aber auch eine interessante Botschaft bereit: mit jedem Montag kommt Ellie der Wahrheit über sich näher und lernt, dass sie sich nicht für andere verbiegen sollte.



"Tristan war der Soundtrack meines Sommers. Der Takt, zu dem ich mich bewegte. Die Melodie, zu der ich ein- und ausatmete. Die Songtexte, von denen ich lebte. Und auf einmal - an diesem Tag, in dieser Version des Tages - ist es, als hätte ihn jemand wieder angestellt. In voller Lautstärke, bis zum Anschlag aufgedreht. Als hätte ich seinen Rhythmus wiedergefunden, nachdem ich zu lange aus dem Takt geraten war."




Ellie gibt uns aus der Ich-Perspektive einen Einblick in die Gedanken und Gefühle eines ganz normalen Teenagers. Die ehrgeizige Schülerin erscheint mit all ihren Problemen, Hoffnungen, Wünschen, Träumen und Ängsten authentisch und sympathisch, auch wenn sie das ein oder andere Mal den Bogen etwas überspannt um Tristan um jeden Preis davon abzuhalten, am Ende des Tages mit ihr Schluss zu machen. Wie sie sich immer mehr von der Rolle der "Freundin des Rockstars" löst und entdeckt, was sie alles ist und sein kann, ist wirklich wundervoll. Dass Tristan trotz (oder gerade wegen) Ellies Verehrung recht eindimensional bleibt, während Ellies Beziehung zu ihrem besten Freund Owen sehr liebevoll ausgearbeitet wurde, gibt schon von Beginn an klar Aufschluss auf das Ende. Mir haben die vielen zarten Anspielungen, die Ellie im Eifer ihres Horror-Montags zu Beginn übersieht und die zu erkennen sieben Versionen desselben Tages erfordern, sehr gefallen!

Das Ende ist unausweichlich, wundervoll und mit genau der richtigen Prise Kitsch versehen, ging mir persönlich aber ein wenig zu schnell.



Fazit:

Eine gelungene Mischung aus Teenie-Drama, High-School-Komödie, Liebesgeschichte und Familiendrama - mal witzig, mal traurig, mal nervig, mal intelligent. Charmante Unterhaltung, die auch eine interessante Botschaft bereithält.

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