Montag, 16. Dezember 2019

Montagsfrage 16.12.19


Guten Morgen,

jetzt beginnt offiziell der Endspurt! Nur noch drei Vorlesungen, zwei Tutorate, zwei Seminare und eine schriftliche Arbeit und dann habe ich endlich Ferien. Eigentlich schon traurig, dass ich nach der ersten Hälfte des ersten Semesters schon so ausgeknockt bin aber ich brauche ganz dringend eine Pause!


Welcher Autor war deine literarische Neuentdeckung des Jahres?



Diese Jahr habe ich viele tolle neue Autoren und ihre Geschichten entdeckt, sodass ich mich gar nicht recht entscheiden will. Ich bin endlich mal dazugekommen was von den NA-Autorinnen Brittainy C. Cherry und Emma Scott zu lesen, um die ja die letzten Jahre schon ein Hype entstanden ist. In "Wenn Donner und Licht sich berühren" stellt uns Brittainy C. Cherry zwei vielschichtige, etwas verkorkste, zerbrechliche und doch starke Protagonisten vor, die sich entgegen aller Wahrscheinlichkeit finden - bis das Schicksal dazwischen kommt. Diese Geschichte voller zuckersüßer Details, einem poetischen Schreibstil, leidenschaftlicher Musik, grausamen Wahrheiten, tiefem Schmerz und wahrer Liebe hat mich zu einem wirklichen Fan der Autorin gemacht. Auch "The Light in Us" von Emma Scott ist eine emotionale Geschichte über zwei verlorene Gestalten, die sich langsam gegenseitig heilen. Widersprüchliche Gefühle wie Liebe, Dunkelheit, Schmerz und nicht zuletzt der poetische Stil der Autorin machen das Buch für Fans des Genres zu einem absoluten Must-Read.

Sehr gefreut hat mich auch, dass ich dieses Jahr endlich mal dazu gekommen bin, Bücher von Leigh Bardugo zu lesen. Zuerst habe ich mit Diana und Alia aus "Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen" die Welt gerettet und schließlich meinen ersten Ausflug ins Grisha-Verse gewagt Ich liebe ihren Stil einfach: düster, magisch und spannend webt sie ihre Geschichte, nimmt uns mit an schillernde Schauplätze und schockt uns mit Überraschungen. Dabei tragen nie Kämpfe, Intrigen, Brutalität und Irrglaube den Sieg davon, sondern immer Mitgefühl, Freundschaft und Liebe, sodass sich wir nie vergessen, dass wir es im Grund mit einem kunterbunten Märchen zu tun haben. Ein Märchen voller fliegender Schiffe, unterirdischer Burgen, Ungeheuer, die Erde fressen, Vögel mit feurigen Schwingen, brennender Wasserfälle, gekappter Bergspitzen und Eisschlössern über den Wolken.

Eine weitere tolle Fantasy-Autorin, die ich dieses Jahr neu entdeckt habe - und vor der ich davor tatsächlich noch nie hörte - ist Naomi Novik. Sie hat mich mit "Das kalte Reich des Silbers" beeindruckt. Das fantastische Porträt dreier starker Frauen in einer Welt voller Intrigen, winterlicher Kälte und dämonischem Feuer. Komplex, atmosphärisch, bewegend, düster und doch voller funkelnder Schönheit - so muss Fantasy sein!

Was zum Denken hat mir der junge Journalist und Autor Cory Doctorow durch seine Utopie "Walkaway" mitgegeben. Dieser Roman ist eine schonungslose Analyse der gesellschaftlichen Probleme der Gegenwart und gleichzeitig ein hoffnungsvoller Ausblick der Humanismus und Digitalisierung zu einer spannenden Utopie verbindet. Viele interessante Gedanken und Visionen können jedoch leider nicht über eine riesige Überlänge und etliche Leseflauten hinwegtäuschen, sodass ich die Geschichte nicht uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Wer sich von 736 Seiten Abstraktion aber nicht abschrecken lässt und auf der Suche nach neuen Gedanken über die Zukunft unserer Gesellschaft ist, könnte in diesem Roman definitiv eine literarische Neuentdeckung finden.

Wer mir ebenfalls eine ganz neue Perspektive verpasst hat, ist Angie Thomas. Ich rede hier jedoch nicht von ihrem Weltbestseller "The Hate U Give" (den ich leider immer noch nicht gelesen habe), sondern von ihrem neusten Roman "On The Come Up". Dieser ist nämlich eine erschreckende, authentische, berührende und wichtige Geschichte über die bittere Realität von Armut, Vorurteilen, Rassismus und Gewalt in der es neben schmerzhaft aufrichtiger Gesellschaftskritik jedoch auch um Hiphop als Instrument um die Stimme zu erheben und den Zusammenhalt zwischen Familie und Freunden geht. Überquellende Emotionen, die direkt unter die Haut gehen, eine starke Identifikationsfigur und eine wundervolle Message machen die Geschichte zu einem absoluten Must-Read.

Puh, jetzt habe ich schon 6 Autorinnen und Autoren aufgezeigt, die ich dieses Jahr erst neu entdeckt habe. Eine letzte - und vielleicht auch die inspirierendste - habe ich aber noch für euch: Laini Taylor. Die junge Fantasy-Autorin hat mich erst kürzlich mit ihrer Reihe um Lazlo Strange und die "Muse of Nightmares" Sarai verzaubert. In "Strange the Dreamer - Der Junge der träumte" und "Strange the Dreamer - Ein Traum von Liebe" stimmen nicht nur die Handlung, die Protagonisten und das Setting - auch der Schreibstil gehört zu den schönsten, die ich jemals erfahren durfte. Legendäre Mysterien über wütende Götter, gestohlenen Wörtern, verschwindenden Namen, unzerstörbare Metalle, schreckliche Albträume, gequälte Geister, gefallene Engel, wunderschöne Monster, gewiefte Alchemie und unglaubliche Magie - sanft und poetisch, eindringlich und voll träumerischer Süße nimmt sie uns mit auf eine ereignisreiche Reise und entführt in die sagenumwobene Stadt Weep. Im Großen wie im Kleinen findet sie dabei großartige und manchmal auch absurde Sprachbilder, die uns ihr Setting oder die Gefühle der Protagonisten näher bringen und als weiteres Alleinstellungsmerkmal hervorstechen. Dabei kommen auch detailreiche, bildhafte Ausschmückungen nicht zu kurz, sodass eine magische Atmosphäre entsteht. Diese Geschichte besteht praktisch nur aus diesem gewissen, magischen Etwas, dem fantastischen Prickeln, das man nur in wenigen Büchern findet.
Wer diese sieben Autorinnen und Autoren also noch nicht kennt - meine dringende Empfehlung!

Über welche Autoren seid Ihr dieses Jahr neu gestolpert und welche Schätze habt ihr dadurch entdeckt?

Liebe Grüße
Sophia

Kommentare:

  1. Hey Sophia,

    ich könnte in die Luft springen, weil du hier Cory Doctorow und Laini Taylor benennst. Ich bin seit Jahren Fan der beiden und kann dir nur empfehlen, auch ihren weiteren Büchern eine Chance zu geben! :D

    Montagsfrage auf dem wortmagieblog
    Liebe Grüße,
    Elli

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    1. Hey Elli,

      oh wie süß ;-) ich kenne das total, dass man nach einer Ewigkeit einsamen "Fangirlens" endlich jemanden trifft, der die eigene Meinung teilt! Die beiden Autoren haben mich wirklich sehr beeindruckt dieses Jahr und es war bestimmt nicht das letzte Buch, dass ich von den beiden gelesen habe...

      Liebe Grüße
      Sophia

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  2. Hallo liebe Sophia,
    was für ein toller und ausführlicher Beitrag. Ich habe ihn sehr genossen zu lesen.
    Also über Jane Austen bin ich dieses Jahr gestolpert, wie Du ja schon gesehen hast- aber auch Shaun Bythell- Tagebuch eines Buchhändlers fand ich gut ebenso wie der Roman "Die verlorenen Briefe des William Woolf".
    Ich wünsche Dir einen zauberhaften Wochenstart und eine besinnliche Weihnachtszeit
    Herzliche Grüße
    Andrea ♥

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    1. Hey Andrea,

      vielen Dank für dein Kompliment - wenn ich über Bücher rede, die mich begeistert haben, geht immer ein bisschen meine Begeisterung mit mir durch. Von Jane Austen habe ich leider noch viel zu wenig (und vor allem immer nur Übersetzungen) gelesen, was ich aber bald ändern muss. Die anderen beiden Romane kenne ich ebenfalls nicht - das muss ich aber auch ändern.
      Dir auch eine schöne Weihnachtszeit!

      Liebe Grüße
      Sophia

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