Samstag, 25. Juli 2026

Spotlight Sachbuch: WIR - Weil nicht egal sein darf, was morgen ist


Die Fakten

Titel: WIR: Weil nicht egal sein darf, was morgen ist
Autorin: Louisa Dellert
Verlag: Komplett-Media Verlag (14. September 2021)
Genre: Sachbuch
Seitenzahl: 224 Seiten
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Meine Eindrücke

Nachdem mir "Unshame" von Louisa Dellert so gut gefallen hat, habe ich beschlossen, auch ihre anderen Sachbücher zu lesen. Zuerst habe ich mich "WIR" gewidmet, welches 2021 während der Corona-Pandemie entstanden ist und sich den großen Herausforderungen dieses Jahrzehnts widmet: Feminismus, Klimakrise, Chancen(un)gleichheit in Deutschland, Migration und Flucht, (Alltags-)Rassismus in Deutschland und digitale Gewalt. 

In großen Abschnitten zu eben jenen Themenkomplexen präsentiert die Autorin Faktenchecks sowie Erfahrungsberichte und Interview mit betroffenen Personen. Dadurch bleiben die Kapitel nicht abstrakt, sondern zeigen immer wieder, wie sich gesellschaftliche Probleme ganz konkret auf das Leben einzelner Menschen auswirken. Sie unterhält sich unter anderem mit Betroffenen der Flutkatastrophe im Ahrtal, mit dem Meeresbiologen Robert Marc Lehmann über die Klimakrise, mit dem SPD Politiker Karamba Diaby über rassistische Gewalt und der Gründerin von HateAid, Anna-Lena von Hodenberg, über digitale Gewalt. Damit lädt Louisa Dellert dazu ein, zuzuhören, die eigene Perspektive zu hinterfragen und andere Lebensrealitäten kennenzulernen. Darüber hinaus erklärt sie in gut recherchierten Faktenchecks mit offenem, wertschätzenden Ton, welchen Herausforderungen sich unsere Gesellschaft stellen muss, wo die Ursprünge dieser Herausforderungen liegen und wie wir alle dazu beitragen können, dass diese Herausforderungen uns nicht überwältigen. 

Natürlich löst "WIR" die großen Probleme unserer Zeit nicht auf knapp 230 Seiten. Das ist aber auch gar nicht der Anspruch. Vielmehr macht das Buch deutlich, dass der wichtigste Schlüssel für gesellschaftlichen Wandel Empathie und Zusammenhalt sind – eben ein „Wir“. Es zeigt, wie wichtig es ist, miteinander statt übereinander zu sprechen, Betroffenen zuzuhören und Diskussionen auf Fakten statt auf Vorurteilen oder ungeprüften Behauptungen aufzubauen.

"Oft gibt es nicht die eine Lösung. Es ist komplexer. Um die Vielschichtigkeit unserer Gesellschaft zu verstehen, braucht es Brücken. Und diese Brücken baue ich."

Das Urteil

Für mich ist "WIR" eine gelungene Einstiegsliteratur für alle, die sich einen ersten Überblick über aktuelle gesellschaftliche Debatten verschaffen möchten. Ein persönliches, gut recherchiertes und empathisches Sachbuch, das weniger Antworten vorgibt, als dazu anregt, die richtigen Fragen zu stellen.

*keine WERBUNG, gehört über Bookbeat*

Quelle Informationen: Amazon.de. Klapptexte und Zitate sind Eigentum des Verlags oder jeweiligen Rechtinhabers.

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