Montag, 26. Juli 2021

Montagsfrage 26.07.2021


Hallöchen,

wie vorhergesagt war es letzte Woche aufgrund meiner Prüfungsphase ziemlich still (was man auch an den beiden aufeinanderfolgenden Montagsfragen in meiner Chronik sehen kann, haha😁). Seit heute habe ich nun drei von meinen vier Klausuren hinter mich gebracht (ob erfolgreich oder nicht, wird sich dann in den nächsten Wochen herausstellen), was bedeutet, dass ab Donnerstag meine Semesterferien auf mich warten. Es heißt jetzt also noch einmal: die Zähne zusammenbeißen, an den Schreibtisch, dann am Donnerstag alles geben und ab in die Semesterferien! Die sehne ich nun wirklich stark herbei, da ich mittlerweile ziemlich auf dem Zahnfleisch gehe. Das liegt nicht nur an dem anstrengenden Semester, das hinter mir liegt, sondern auch an vielen kleinen Stressoren, die mir meine Woche nicht gerade leicht gemacht haben. Ein Beispiel: Leider habe ich es heute (mal wieder) nur mit ach und krach zur Prüfung geschafft, da es auf meiner Zugstrecke (mal wieder) einen "Notfalleinsatz am Gleis" aka "Personenschaden" aka "tragisches Ende eines Psychiatrieausbruchs" gab und für einige Stunden der gesamte Zugverkehr lahmgelegt wurde. Umso ärgerlicher ist das, da genau vor einer Woche am Montag meine Fahrt zur ersten Prüfung schonmal ein verfrühtes Ende genommen hat, da eine Oberleitung in Brand stand. Klar, als Pendlerin bin ich mittlerweile einiges gewöhnt, aber 2 von 3 Hinfahrten Prüfung zu verhunzen ist selbst für die Deutsche Bahn "next level shit"🙄. So, genug ausgekotzt, jetzt geht´s wirklich los mit der Montagsfrage, die heute mal wieder von Antonia selbst gestellt wurde...


Tabuthemen der Literatur?

Heute fasse ich mich ein bisschen kurz, da ich zu "Tabuthemen" eine ganz klare Meinung habe: ich finde nicht, dass es so etwas wie "Tabuthemen" überhaupt geben sollte, da es meines Erachtens grundsätzlich super ist, wenn wir als Gesellschaft, im sozialen Rahmen und auch als Personen auch über unangenehme Themen sprechen, Grenzen ausloten und intime Probleme nicht totgeschwiegen werden. Die Sexualität, der große moralische Graubereich, unsere finanzielle Lage, psychische Erkrankungen, unsere natürlichen Körperfunktionen wie zum Beispiel die Menstruation, und und und - es gibt viele Themen, die lange Zeit im gesellschaftlichen Diskurs nicht präsent waren, da sie mit Scham verbunden sind und von denen man schon als Kind ohne Erklärung gesagt bekam "darüber spricht man einfach nicht". Tabus sorgen im Endeffekt dafür, dass man sich als Person und auch als Gesellschaft nicht tiefer mit ernsten und schwerwiegenden Themen auseinandersetzt, obwohl die Sperre in unseren Köpfen oft aus einer anderen Zeit, einer anderen Generation weitergetragen wurde. Natürlich können auch Bücher dazu beitragen, aufzuklären, Themen in den Fokus zu rücken, die häufig nicht erwähnt werden und zu betonen, dass man sich für ganz normale Dinge nicht schämen muss. 

Okay, ich halte also soweit fest: Tabus sollten meiner Meinung nach ständig auf ihre Aktualität überprüft, angesprochen und diskutiert werden - sehr gerne auch durch Bücher. An diesem Punkt will ich aber noch dazusagen, dass ich es wichtig finde, sensible Themen (und Inhalte rund um Tabus sind oft eher sensible Themen) von außen ersichtlich zu machen. Also entweder man schreibt gleich in den Klapptext, worum es grob geht, oder man stellt eine Triggerwarnung vorweg. Denn nicht jede Person möchte, oder kann sich zu jedem Zeitpunkt mit jedem Thema beschäftigen. Meine ausführlichere Meinung zu diesem Thema habe ich HIER verlinkt.

Selbstverständlich gibt es neben den typischen, als negativ bewerteten und veraltet angesehenen Tabuthemen, auch gesellschaftlich nützliche Tabus, die ebenfalls als Teil unserer Sozialisierung erlernt werden und garantieren, dass wir halbwegs friedlich zusammenleben können. Ist ein Tabu nun wichtig und gültig, oder veraltet und nicht mehr nützlich? Und wer bestimmt das? Keine Ahnung, aber um das herauszufinden, müssen wir darüber SPRECHEN. Trotz individueller Sichtweisen und Meinungen zu verschiedenen Themen sollte aber auch bei Diskussionen über Tabus immer innerhalb des gesellschaftlichen Common Ground verblieben werden. Was ich damit meine? Über Missbrauch schreiben? Ja bitte, aber nicht verharmlosen oder gar romantisieren. Mord und Totschlag in Büchern? Das bringt erst so richtig Action, aber einfach in einen angemessenen Kontext setzen. Politische Kritik üben? Nur zu, davon lebt ja die Demokratie, aber nicht die Grundrechte von anderen verletzten. Okay? Danke!

Wie seht Ihr das?

Liebe Grüße
Sophia

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