Montag, 5. Juli 2021

Montagsfrage 05.07.2021

Hallöchen,

ich könnte Euch jetzt wieder die Ohren vollheulen, dass meine Prüfungen näher rücken, ich gestresst bin und einfach nur will, dass das Semester endlich zuende ist. Aber was soll ich sagen - mir geht´s gut, das Wetter ist schön und so erspare ich Euch das allwöchentliche "Mimimi" und gehe direkt zur Montagsfrage über, die heute von Jay von Bücher wie Sterne gestellt wurde:


Welches Buch, das fast alle Welt toll findet und lobt, findest du selbst grottenschlecht und enttäuschend?

Ja puh, da gab es einige. Grundsätzlich muss ich feststellen, dass der allgemeine Hype, dem ich vor allem im New Adult und Fantasy-Bereich doch oft folge, in den häufigsten Fällen recht hat. Die meisten von der Kritik hochgelobten Bücher können mich am Ende bis zu einem gewissen Punkt überzeugen oder sogar begeistern. Es gibt jedoch auch Ausnahmen und um diese dreht sich die heutige Montagsfrage. 

Als ganz kürzliches Beispiel für eine Geschichte, die in der breiten Bevölkerung recht positiv angekommen ist, für mich aber ein spektakulärer Flop war, ist "365 Tage" von Blanka Lipińska zu nennen. Schon nach wenigen Seiten stand für mich fest: Das ist das schlechteste Buch, das ich seit langem gelesen habe. Leider sah ich mich gezwungen, die Geschichte zu Ende zu lesen (um eine Rezension schreiben zu können, da es ein Rezensionsexemplar war) und habe mich über eineinhalb Wochen durch diesen Schund (verzeiht mir meine klaren Worte) gekämpft. 
Hier geben nicht nur eine toxische Beziehung, ein sexistisches Frauenbild, die Diskriminierung von Randgruppen und die Verherrlichung von Gewalt Anlass zur Diskussion - auch andere Teile der Geschichte wie die Figuren, der Schreibstil und die Handlung weisen größere Mängel auf, über die ich nicht hinwegsehen will und kann. So habe ich mich auf jeder der knapp 400 Seiten darüber aufgeregt, warum man ausgerechnet diese trashige Geschichte in einem bekannten Verlag mit riesiger Auflage herausbringen musste, wo es doch tausende geniale, aber ungesehene Geschichten da draußen gibt, die einen Platz im Rampenlicht eine MILLION Mal mehr verdient hätten, als "365 Tage".

Sehr enttäuscht war ich auch von der Shadow Falls Camp-Reihe von C. C. Hunter, die sich ja aus einem mir unerfindlichen Grund einer internationalen Fangemeinde erfreut. Ich war einfach nur froh, als ich den letzten Band der fünf-teiligen Serie endlich hinter mir hatte und sie von meinem SuB streichen konnte. Mehr als diese Genugtuung und ein bisschen unfreiwilliges Amüsement hat mir diese Reihe aber leider nicht beschert. 2500 Seiten Teenie-Gefühlschaos mit etlichen Wiederholungen, vorhersehbaren Wendungen und gegen null tendierender Spannung - das war wirklich nichts für mich!

Gleichermaßen verhält es sich mit Rachel Wards "Numbers". Auch hier lese ich immer wieder begeisterte Stimmen, ich habe angesichts der nervigen, flachen Charakter, der  langweiligen, unlogischen Story, der deprimierenden Stimmung und der gruseligen Sprache voller schlecht übersetzter Schimpfworte aber nur am laufenden Band die Augen verdreht.

Um mal noch aus dem Jugend-Fantasy-Genre herauszukommen muss ich noch zugeben, dass ich mich überhaupt nicht mit "Girl on the train" von Paula Hawkins anfreunden konnte. Aufgrund des Hypes, der sich nach der Veröffentlichung um diese Geschichte ergeben hat, hatte ich mir ein gebrauchtes Exemplar dieses Buches zugelegt und bin dann erst Jahre später im Urlaub endlich dazu gekommen es zu lesen. Doch obwohl ich geringe Erwartungen, viel Zeit und entspannte Geduld mitgebracht habe, konnte ich mit diesem Buch einfach nicht warm werden. Aufgrund des Klapptextes und der ganzen, kursierenden Werbung hatte ich einen rasanten Thriller erwartet. Was auf mich zukam war jedoch ein träger, gefühlsduseliger und unreflektierter Lebensbericht über die dramatischen und weniger dramatischen Probleme dreier Frauen und deren kleinkarierten Verstrickungen als eine von ihnen verschwindet. Ich kann schon verstehen, dass viele Leser diese Geschichte mögen können und will ihr gerade für das Ende auch nicht die Spannung absprechen - mich konnte sie jedoch einfach nicht überzeugen. 

Ja und dann war da im letzten Frühjahr noch "Three Women - drei Frauen" von Lisa Taddeo, welches in den USA für Aufsehen gesorgt hatte und vom Piper-Verlag als "das Buch der Stunde über weibliche Sexualität" betitelt wurde. Leider weiß "Three Women" nicht so genau, ob es Roman oder Reportage sein will und scheitert schlussendlich an den Ansprüchen beider Genres. Auch wenn die Intensität und Einfühlungsvermögen wirklich beeindrucken, kann ich mich dem Hype nicht anschließen - zu depressiv, zu einseitig, zu distanzlos und unnötig explizit empfand ich den Umgang mit der Thematik.

Das sind jetzt natürlich nur ausgewählte Flops der letzten Jahre, bei denen meine eigene Meinung in besonders krassem Gegensatz zum allgemeinen Hype stand. Wenn Ihr durch weitere Lowlights stöbern wollt, findet Ihr all meine Rezis im Footer des Blogs nach Sternebewertung kategorisiert...

Welcher Hype hat Euch zuletzt am meisten enttäuscht? 

Ich bin schon sehr gespannt auf Eure Antworten!

Liebe Grüße
Sophia

2 Kommentare:

  1. Hey Sophia,

    oha, hattest du "Shadow Falls Camp" in einem Anflug von Optimismus vollständig gekauft oder waren das Geschenke? Hut ab, dass du dich durchgequält hast!

    Bei "The Girl on the Train" würde ich dir widersprechen, ich habe das Buch völlig anders wahrgenommen, aber das macht ja nichts, Geschmäcker sind eben verschieden. ;)

    Montagsfrage auf dem wortmagieblog
    Liebe Grüße,
    Elli

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    1. Hey Elli,

      ich hatte die Shadow Falls Camp Reihe leider einmal komplett auf einem Mängelexemplar-Schnäppchen-Markt mitgenommen, da sie A) nicht teuer waren und B) ich furchtbar naiv war. Da ich wie gesagt die ganze Reihe im Schrank stehen hatte, habe ich dann beschlossen: da muss ich jetzt durch 😂 Ich hatte auch bis zum Schluss die Hoffnung, dass mein Kauf doch nicht ganz umsonst war und es noch besser wird... aber leider Fehlanzeige.
      Was "Girl on the Train" angeht bin ich mir mittlerweile auch nicht mehr sicher, ob ich die Geschichte noch genauso sehen würde (hab die vor vier Jahren mal gelesen), habe aber nicht die Motivation, es nochmal zu versuchen.

      Liebe Grüße
      Sophia

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