Sonntag, 15. Juli 2018

Exoplanet 3: Countdown



 
Allgemeines:
 
Titel: Exoplanet 3: Countdown
Autor: Armin Weber
Verlag: Independently published (14. Juli 2018)
Genre: Science-Fiction
ISBN-10: 1983180750
ISBN-13: 978-1983180750
 ASIN: B07FL3XVF6
Seitenzahl: 416 Seiten
Preis: 11,99€ (Taschenbuch)
Weitere Bände: "Exoplanet - Mission Kepler 438b"
"Exoplanet - Lichtsturm"
 
 
Inhalt:
 
 Nach Jahren voller Schmach und Unterdrückung, dem Aufstand gegen die Diktatur von Nummer 2 und dem entscheidenden Kampf gegen ihre Rückkehr sitzen John, William und Bence auf dem Kristallplaneten fest. Als sie endlich freikommen und zur Erde zurückkehren, wird schnell klar: Nummer 2 war noch das Geringste ihrer Probleme! Erdsatelliten melden, dass für 4 Minuten und 21 Sekunden die kosmische Hintergrundstrahlung erloschen war. In dieser kurzen Zeitspanne offenbart sich ein Geheimnis, das das Weltbild der Wissenschaftler für immer verändert. Unter anderem enttarnt sich eine außerirdische Intelligenz, die Jahrtausende lang raffiniert versteckt war und sich nun gegen die Erde wendet.
Dort ahnt niemand, dass die letzten Roboter von Nummer 2 im Wega-System eine Katastrophe bewirkt haben, die das Überleben der Menschheit in Frage und auf eine gefährliche Probe stellt...
 
 
Bewertung:
 
 DISCLAIMER: Dies ist der dritte Teil der Exoplanet-Reihe! Spoiler über die Handlung von Teil 1 und 2 können nicht vermieden werden!
 
Nachdem ich immer wieder von der außergewöhnlichen Exoplanet-Reihe von Armin Weber überrascht und begeistert wurde, war es für mich keine Frage, dass ich auch den dritten und letzten Teil lesen will. Auch wenn mich hier etwas komplett anderes erwartete, als ich angenommen hatte, konnte mich auch diese Geschichte auf ihre besondere Art und Weise mitreißen und überzeugen.
Das dritte Cover fügt sich ganz wundervoll in die Reihe der Motive und ist sowohl stimmungsmäßig als auch von der Gestaltung wieder ein absoluter Eyecatcher. Durch die halb angestrahlte Erde, die in dem zarten Licht fragil, wunderschön und zerbrechlich wirkt, wird auch im Zusammenhang mit dem Titel und dem Klapptext eine Spannung erzeugt. Denn auch wenn noch nichts von der genannten Bedrohung für die Erde gezeigt wird, deuten die heftigen Kontraste schon eine Katerstrophe an. Ich finde die Gestaltung aller drei Cover einfach nur wundervoll!!!

Gleich mit einem neuen, unbekannten Protagonisten in einem komplett neuen Setting den dritten Teil einer Reihe zu beginnen, noch dazu nur wenige Stunden nach dem Beenden der Handlung des zweiten Teiles, finde ich sehr gewagt. Durch den interessanten Prolog aus der neutralen Perspektive eines Geschichtseintrags bekommen wir jedoch wichtige Grundinformationen geliefert, um die ganze Tragweite der Situation verstehen zu können. Denn obwohl John, Bence und William auf dem Kristallplaneten festsitzen und eigentlich nichts lieber wollen, als endlich freizukommen um zur Erde zurückkehren zu können, müssen sie bald feststellen, dass Nummer 2 noch das geringste ihrer Probleme war. Denn zurück auf der Erde erwartet sie eine weitere böse Überraschung: für 4 Minuten und 21 Sekunden meldeten die Messgeräte des NASA-Zentrums ein Aussetzten der Hintergrundstrahlung des Universums und es offenbarte sich ein Geheimnis, dass das Weltbild des NASA-Teams für immer verändern wird: Jahrtausende lang geschickt versteckt kommt nun ein galaktischer Gegenspieler zum Vorschein. Denn ohne es zu wissen haben die Geschehnisse im Wega-System eine weitere Katerstrophe angestoßen und abermals liegt das Überleben der Menschheit in den Händen weniger Einzelner…

 Die Darstellung der Geschichte ist hier definitiv wieder sehr Plot-orientiert, was auch bei diesem Genre durchaus sinnig ist! Während dadurch bei den Charakteren und dem Schreibstil Abstriche gemacht werden, kommt das der Spannung sehr zugute. Besonders gut gefallen an dem Aufbau des Plots hat mir, dass wir Leser nur häppchenweise mit Informationen versorgt werden und hierbei sowohl bei uns als auch bei den präsentierten Wissenschaftlern ein stufenweiser Erkenntnisprozess ausgelöst wird. So ahnen wir durch geschickt platzierte Andeutungen immer die nächste Wendung voraus, bevor sie dann eingeleitet wird und haben danach die Möglichkeit, uns mit einem neuen Fakt abzufinden, bevor der nächste Hammer folgt. Auf diese Art und Weise werden wir Leser in den Denkprozess mit einbezogen und aufgrund der vielen Wendungen und neuen Erkenntnissen, die unser Protagonisten immer wieder aus der Bahn werfen, ist durchgängig eine konstante Grundspannung vorhanden. Auch wenn man kritisieren kann, dass gerade im Mittelteil eigentlich nicht besonders viel passiert und die vielen Dialoge zwischen den Wissenschaftlern das Bild bestimmen, wird man durch die vielen Perspektivwechsel bei der Stange gehalten. Diese schaffen etwas Abwechslung, in dem wir einen anderen Blickwinkel auf das Thema einnehmen und uns ganz auf die Gefühlswelt der Charaktere konzentrieren. Außerdem wird mit jedem Kapitel das Erzähltempo weiter angezogen, was dafür sorgt, dass die Story mich sofort in den Bann gezogen hat und mich gerade am Ende durch die schnellen Entwicklungen mitriss.

Der Schreibstil ist wieder gewohnt nüchtern und einfach, was natürlich in Verbindung mit den kurzgehaltenen Beschreibungen die schnellen Entwicklungen und Sprünge von einer Situation zur nächsten unterstützt. Wunderbar ist auch das Glossar, das für unwissende Leser hinten angestellt ist und bei astronomischen Fachbegriffen auf die Sprünge hilft. Insgesamt ist die Handlung voller logisch durchdachter und spannender Details und verblüfft immer wieder mit unvorhergesehenen, originellen Ideen. Ohne jetzt Genaueres spoilern zu wollen hat mich die nicht vorhandene Darstellung der galaktischen Gegenspieler, die Zoo-Theorie und auch nicht zuletzt die Frage, ob die Roboter denn nun so etwas wie ein "Ich" besitzen sehr beeindruckt.
 
 Allgemein sind die Charaktere auch in diesem letzten Teil ein wenig zu blass geblieben. Das hatte ich schon in den vorhergegangenen Teilen kritisiert, da ich aber nun mal ein sehr Protagonisten-orientierter-Leser bin, muss ich das auch hier nochmal anbringen. Natürlich ist hier der Schwerpunkt anders gesetzt und bei einem Science-Fiction-Roman erwarte ich auch keine tiefgründigen Kunstwerke, auf mehr als authentische Statisten der Handlung sollte man hier aber nicht hoffen! Dennoch wird wieder eine ganze Palette interessanter Nebenfiguren vorgestellt.

Mit Dr. Prendergast bekommen wir nach dem Ableben von Bohr, Huntsman und Terry Bones wieder einen neuen äußerst unsympathischen Charakter zum Verachten. Gerade dass er eigentlich durchgängig als Witzfigur dargestellt wird, macht ihn zu einem interessanten Antagonisten. Als Gegenpart zu ihm lernen wir noch die junge Wissenschaftlerin und Planetologin Olivia kennen, die nun auch endlich mal eine weibliche Rolle in die Geschichte bringt. Ein weiterer Wissenschaftler, den wir im Zuge der neuen Entwicklungen kennenlernen dürfen ist Dr. Miller. Mit seiner lauten Stimme und der Halbglatze wirkte er fast schon karikativ auf mich. Wie sehr ich diesen vielseitigen Charakter aber doch ins Herz geschlossen habe, hat mir dann aber vor allem sein Abgang am Ende gezeigt. Die Verbindung der Wissenschaftler mit der „normalen“ Welt wird durch den Journalisten Harper präsentiert. Durch ihn bekommen wir etwas von der Nervosität der Bürger mit und erleben auch ein berührendes Dilemma am Ende, das stellvertretend für die Situation vieler Menschen gesehen werden kann.
 
Spoiler Alarm: Unsere drei liebgewonnen Hauptfiguren aus den ersten beiden Teilen werden hier leider ein wenig dezimiert. Während John hier endlich zu dem Hauptcharakter wird, der er die ganze Reihe schon hätte sein können und mir sehr gut gefallen hat, wie er am Ende das Heft in die Hand nimmt und tätig wird, als Prendergast nur herumsitzt, scheidet William recht sang- und klanglos aus der Geschichte. Da hätte ich mir von ihm noch mehr erwartet, da er in Band 1 einmal als fast gleichberechtigter Protagonist gestartet ist. Bence hingegen findet seinen Frieden. Auf sehr ruhige und bedachte Weise findet er endlich nach Hause zurück und stellt sich am Ende dann endlich selbstbewusst dem Tod. Dass endlich die Frage nach seiner Familie aufgelöst wird, hat mich sehr gefreut. Spoiler Ende!

Was genau nun am Schluss passiert, werde ich euch nicht verraten - dazu müsst ihr die Reihe schon lesen. Nur so viel: Puh, war der mutig! Durch den großen Schock und die Wendung, die wohl die allerwenigsten Leser vorhersehen werden, wird die Geschichte von allen möglichen anderen Weltuntergangsszenarien abgehoben. Ohne offene Fragen aber mit etwas blutendem Herzen habe ich die Geschichte beendet und es bleibt nur noch, eine ausdrückliche Empfehlung auszusprechen!


Fazit:

Armin Weber hat mal wieder eine sehr interessante und originelle Geschichte geschaffen, die den Leser vor allem durch viele überraschenden Wendungen und schockierende Szenarien fesselt. Trotz der Abstriche bei den Charakteren und im Stil bin ich beeindruckt von der Logik und den vielen Details, die hinter dieser Geschichte stecken.

Spannung, Weltuntergang und die Frage nach den Geheimnissen des Universums – was will man mehr? Die fulminante Weltraumsaga gipfelt in einem epischen und würdigen Finale!


 

 

Worte zum Schluss:

 
Lieber Armin,
vielen Dank, dass ich bei der Fertigstellung dieses Romans als Testleserin mitarbeiten durfte! Es hat mir total viel Spaß gemacht zu sehen, was eigentlich alles im Entstehungsprozess eines Romans eine Rolle spielt und definitiv meinen Horizont als Rezensentin erweitert! Ich freue mich auf etliche weitere Geschichten von dir!

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