Allgemeines:
Titel: Shadow Falls Camp - Erwählt in tiefster Nacht
Autorin: C.C. Hunter
Genre: Fantasy
Verlag: FISCHER (23. April 2015)
ISBN-10: 3596198151
ISBN-13: 978-3596198153
Originaltitel: Shadow Falls Camp 5 - Chosen at Nightfall
Preis: 14,99€ (Broschiert)
9,99€ (Kindle-Edition
Seitenzahl: 592 Seiten
Weitere Bände: Shadow Falls Camp - Geboren um Mitternacht
Shadow Falls Camp - Erwacht im Morgengrauen
Shadow Falls Camp - Entführt in der Dämmerung
Shadow Falls Camp - Verfolgt im Mondlicht
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Inhalt:
Kylie hat das Shadow Falls Camp verlassen und ist zu ihrem Großvater und ihrer Großtante in die Chamäleon-Gemeinschaft gezogen. Dort will sie mit anderen Jugendlichen ihrer Art mehr über sich erfahren und lernen, wie sie ihre unglaublichen Kräfte anwenden kann. Aber Kylie vermisst das Shadow Falls Camp, vor allem ihre Freunde dort. Als im Shadow Falls Camp etwas Schreckliches geschieht, das auch Kylie in Gefahr bringen könnte, tauchen Burnett und Derek auf, um sie zurückzuholen. Doch die Chamäleon-Gemeinschaft will Kylie nicht gehen lassen, und es bleibt nur eine Möglichkeit … Kylie muss sich entscheiden: Wo ist ihr Zuhause? Und wen liebt sie wirklich – Lucas oder Derek?
Bewertung:
Geschafft! Das schoss mir durch den Kopf als ich dieses mittelmäßige Finale dieser durchschnittlichen Reihe endlich hinter mir hatte. Jetzt habe ich sie alle 5 gelesen und kann sie von meinem SuB streichen. Mehr als diese Genugtuung und ein bisschen Amüsement hat mir diese Reihe aber leider nicht beschert und so werde ich sie bestimmt nicht mehr zur Hand nehmen und ihr keine Träne nachweinen. Zeit also, ein letztes Mal mit dieser Reihe abzurechnen!
Erster Satz: "Kylie Galen sah von dem Peperoni-Salami-Pizzastück auf dem feinen Porzellanteller vor sich auf."

"Das Einzige, was zählte, war, dass sie ihre Mom rettete. In dem Moment wusste sie, was Mario gemeint hatte, als er von ihrer Schwäche gesprochen hatte. Liebe. Schwäche hin oder her, Liebe war das Einzige, wofür es sich lohnte zu sterben."
Einige Punkte, die mir gut gefallen haben, wurden dabei immer wieder von nervtötenden Wiederholungen und schierer Ideenlosigkeit überschattet, sodass ich bis zum Ende leider eine ziemliche Anti-Haltung gegen das Buch entwickelt habe. Gut gefallen hat mir zum Beispiel, dass hier die Bedeutung der Familie, die Wichtigkeit von Vertrauen und das Thema Vergebung in den Mittelpunkt rücken. Kylies tiefe Freundschaft zu Miranda, Della, Holiday und Burnett war zusammen mit der Beziehung zu ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und zu Daniel ein Lichtblick und konnten mich über die 592 Seiten retten. Kylies Hin-und-Her zwischen Lucas und Derek konnte ich aber wirklich nicht mehr ertragen. Es war doch wirklich von Anfang an klar, wen sie am Ende nimmt und als dann die Entscheidung auf Lucas fiel hielt sich die Überraschung bei mir in Grenzen. Das war aber noch nicht das Schlimmste an dem Ganzen. Ganz übel waren seine dick aufgetragenen Liebesbekundungen, seine permanente Leidensmiene und liebeskranke Reue sowie Kylies Hinhaltetaktik, mit der sie ihm - ja was eigentlich? - helfen wollte(?). Dass ich ihre Versöhnung und den Grund dafür irgendwie überlesen habe, spricht ja Bände dafür, dass ihr Liebesdrama am Ende nur noch unnötig und konstruiert war.

"Du wirst zu mir kommen, Kylie Galen, bereit zu leiden und zu sterben durch meine Hand, nur zu meinem Vergnügen. Du wirst mir nicht entkommen. Deine Schwäche wird dir zum Verhängnis werden!"
Und dann, nachdem mir auf hundert Seiten erzählt wurde, dass Kylie Mario auf keinen Fall besiegen kann weil er so viel stärker ist als sie, dass sie leiden und sterben wird, dass es aussichtslos ist blablabla, dann war ich irgendwann auf Seite 530 angelangt und ein spannender Endkampf war noch lange nicht in Sicht. Dafür, dass das Finale ja "soo aussichtslos und gefährlich" werden sollte, wurde ich angesichts der schrumpfenden Restseitenzahl immer skeptischer - zu recht. Denn als es dann endlich losgeht (total unspektakulär, aus dem Nichts), bekommen wir eine Wendung vorgesetzt, die es eigentlich nicht verdient, so genannt zu werden (ich habe es schon seit Band 2 gewusst) und starten in einen Kampf, der in zwei Seiten abgeschlossen wird. Da fehlten einfach der Knalleffekt, der eindeutige Bezug zum größeren Handlungsrahmen und die zündende Idee dahinter. Auf der Buchrückseite wird die Geschichte als "packendes Finale", "actionreich" und "romantisch" angepriesen. Ich kann alles in allem leider keiner dieser drei Attribute zustimmen.
Damit endet die Reihe genau so wie sie begonnen hat: absolut mittelmäßig, wenn nicht sogar etwas unterdurchschnittlich. In der Idee mit dem Camp, den Geistern, den Konflikten mit der FRU, gewaltbereiten Gangs und den verschiedenen, spannenden Protagonisten wäre so viel Potential gewesen, doch leider verrennt sich die Autorin in einer grottigen Dreiecksbeziehung und einem übersteigerten Identitätskonflikt und behandelt durch das unregelmäßige Miteinbinden elementarer Ereignisse oder richtungsweisender Elemente, die Spannung stiefmütterlich. Mir fehlten hier die Tiefgründigkeit der dargestellten Welt, interessante Intrigen zum Mitdenken und eine prickelnde, mystische Atmosphäre. Stattdessen werden wir mit vorhersehbaren Wendungen abgespeist und von Wiederholungen überhäuft. Mein Endfazit für die Reihe lautet also: wirklich nur für anspruchslose Leser weiterzuempfehlen!
Fazit:
Ein rasanter Einstieg, ein lächerlich kurzer und unspektakulärer Endkampf und dazwischen: 400 Seiten Teenie-Gefühlschaos 5.0 mit etlichen Wiederholungen, vorhersehbaren Wendungen und gegen null tendierender Spannung. Für das "große Finale" einer fünfbändigen Reihe echt mies!
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