Montag, 29. November 2021

Serienempfehlung: Pretty Little Liars

"Pretty Little Liars" ist mit 7 Staffeln, einem erfolgreichen Spin-Off und insgesamt 160 erschienenen Folgen wohl eine der bekanntesten Teenie-Serien der letzten Jahre. Auch ich bin an der US-amerikanische Mystery-Serie, die nach der gleichnamigen Buchserie von Sara Shepard verfilmt wurde, nicht vorbeigekommen und habe bislang 5 der 7 Staffeln gesehen. 

Darum geht´s:

Nach dem spurlosen Verschwinden ihrer Freundin Alison DiLaurentis (Sasha Pieterse) verändert sich das Leben der vier Freundinnen Hanna Marin (Ashley Benson), Aria Montgomery (Lucy Hale), Spencer Hastings (Troian Bellisario) und Emily Fields (Shay Mitchell) drastisch. Nicht nur dass sie die fünfte im Bunde stark vermissen, sie erhalten auch noch plötzlich mysteriöse Nachrichten von einer unbekannten Person namens "A", die droht all die kleinen Geheimnisse auszuplaudern, die die Freundinnen angesammelt haben und von denen eigentlich nur Allison wissen kann. Was ist also mit ihrer Freundin passiert? Was geschieht im beschaulichen Vorort Philadelphias Rosewood? Und wer ist "A", die allen immer einen Schritt voraus zu sein scheint...?


Das denke ich über die Serie:

Nach fünf gesehenen Staffeln mit insgesamt 121 Folgen bin ich zwar noch nicht ganz am Ende der Geschichte um Hanna, Aria, Spencer und Emily angelangt, kann mir aber schon ein recht solides Urteil erlauben: "Pretty Little Liars" ist definitiv keine Serie, die Filmgeschichte schreibt oder neue Maßstäbe setzt, aber ohne Frage eine, die hochgradig süchtig macht und über weite Teile grandiose Unterhaltung bietet. Nicht jede der etwa 42-minütigen Folgen ist von Anfang bis Ende packend, der glamouröse Look, das hohe Erzähltempo, die vier starken Figuren und das komplizierte Netz aus Geheimnisse und Intrigen machen es einem aber trotzdem fast unmöglich, aufzuhören.

"Pretty Little Liars" mischt typische Teenie-Themen mit einer spannenden Mystery Geschichte rund um Allisons Verschwinden und die Identität von "A". Zwar kommen kleinere Wendungen nicht immer überraschend, die Gesamtstory ist jedoch gerade in den ersten Staffel großartig inszeniert. Am laufenden Band werden neue Geheimnisse enthüllt und immer wenn man das Gefühl hat, dass ein Fragezeichen aufgelöst wurde, tauchen plötzlich hundert neue auf. Zusätzlicher Druck wird den Mädchen durch eine Ermittlung des FBIs gemacht, wobei ihnen besonders Detective Darren Wilden (Bryce Johnson) auf den Fersen ist. Dieses Konzept, das vor allem auf der totalen Verwirrung der Zuschauenden beruht, hat etwa bis Staffel 3 wunderbar funktioniert, danach empfand ich das ständige Hin und Her jedoch eher als redundant. Mit der Zeit wuchs mein Frust immer mehr an, da man der Wahrheit auch mit steigender Folgenzahl nicht wirklich näher kommt und die Handlung sich in immer mehr Geheimnissen und Wendungen verstrickt, die mit laufender Staffelzahl immer absurder werden. Statt irgendwann einfach "A"s Identität zu enthüllen und die Handlung dann anderweitig weiterzuspinnen, halten die Serienmacher an dem Geheimnis bis zum Ende fest und strecken diesen Handlungsstrang damit künstlich in die Länge. Ab Staffel 5 wurde mir das Ganze dann trotz der sehr liebgewonnen Figuren und dem gewohnt spaßigen Erzählstil zu abgefahren und ich habe eine Pause eingelegt.

Neben der spannenden, aber immer verworrener werdenden Jagd auf "A" müssen sich unsere vier Freundinnen auch mit etlichen Problemen in der Familie, der Schule und ihren Beziehungen kümmern. Auch wenn die vier gemeinsam versuchen, "A" das Handwerk zu legen, ziehen sie nicht immer an einem Strang und werden durch wohlplatzierte Enthüllungen von Geheimnissen von "A" immer wieder gespalten. Während Aria versucht, ihre Beziehung zum jungen Englischlehrer Ezra (Ian Harding) zu vertuschen und gleichzeitig vor ihrer eigenen Mutter verbirgt, dass ihr Vater diese betrogen hat, steht Emily in der ersten Staffel vor der großen Entscheidung, sich vor ihrer Familie als lesbisch zu outen. Auch Hanna hat Probleme mit ihrer Familie. Ihre alleinerziehende Mutter Ashley (Laura Leighton) kommt finanziell kaum über die Runden und dann taucht auch noch ihr Vater mit einer neuen Frau und einer Stiefschwester auf. Spencer muss unterdessen mit dem Leistungsdruck innerhalb ihrer Familie, ihrer perfekten Schwester Melissa (Torrey Devitto), deren zwielichtigem Verlobten Ian (Ryan Merriman) und allerlei dunkler Geheimnisse zurechtkommen. Die persönlichen Herausforderungen der vier variieren über die Staffeln hinweg - genügend Zündstoff, um die Spannung weiter anzuheizen und für eine Menge Drama zu sorgen, gibt es aber immer. 

Gut ins das Gesamtbild passen auch die vier sehr unterschiedlichen Figuren, die gleichermaßen viel Screenzeit erhalten und mir über die Zeit sehr ans Herz gewachsen sind. Wer sich am besten mit welchem Charakter identifizieren kann, ist wohl eine Angelegenheit des persönlichen Geschmacks. Ich halte jedoch die sehr direkte Hanna und die ehrgeizige Spencer für die besten Figuren, da sie am lebendigsten erscheinen. Da sich jedoch alle vier Hauptpersonen in einem ständigen Wandel befinden und auch die Leistung der Schauspielerinnen von gut bis grandios schwankt, kann ich allen Hauptfiguren einen hohen Sympathiewert zugestehen. Auch unter den abwechselnd präsenten Nebenfiguren gibt es einige sehr spannende Figuren wie zum Beispiel der düstere Toby Cavanaugh (Keegan Allen), der zwiegespaltene Ezra Fitz (Ian Harding)die blinde Jenna Marshall (Tammin Sursok), die intrigante Mona Vanderwall (Janel Parrish) oder der geheimnisvolle Caleb Rivers (Tyler Blackburn). Mit stets wechselnden Fronten und Beziehungen verschaffen diese Nebenfiguren der Serie eine zusätzliche Spannung und Dynamik. 

Eher kritisch anzukreiden ist die teilweise wacklige Authentizität durch die immer top gestylten Figuren, deren DarstellerInnen das Teenager-Alter schon weit hinter sich gelassen haben. Dass die gesamte Highschool aussieht, als hätten alle schon ihren College-Abschluss ist zwar leider nichts Neues in diesem Genre, untergräbt aber laufend die Glaubwürdigkeit der hier angesprochenen Themen. So ist es teilweise fast unfreiwillig komisch, wenn eine optisch 23jährige Aria, die schon mehrere Beziehungen inklusive einer geheimen Affäre mit ihrem Lehrer hatte, von ihren Eltern Hausarrest aufgebrummt bekommt. Während sich die Figuren in den ersten Staffeln für ihr alter deutlich zu alt verhalten, fällt in den späteren Staffeln hingegen eher ein naives Auftreten auf und man beginnt sich zu fragen, ob die vier durch das ganze Drama und die ständige Bedrohung nicht etwas mehr dazugelernt haben sollten. Neben diesen Einbrüchen der Glaubwürdigkeit ist die Optik der Serie mit einer Menge extravaganter Partys, Events und natürlich dunklen Geheimnisse, Intrigen und verbotener Liebe jedoch ein Hingucker und Teil des süchtig machenden Gesamtkonzepts. 

Ich kann mir also gut vorstellen, dass ich mit etwas zeitlicher Distanz der Serie noch eine zweite Chance geben und auch die letzten beiden Staffeln schauen werde.  

Mein Urteil:

"Pretty Little Liars" ist eine Serie voller Geheimnisse, Liebe, Drama, Wahnsinn, Freundschaft und Spannung. Typische Teenie-Themen werden hier mit einer spannenden Mystery-Geschichte gemixt und optisch glamourös verpackt, was bis Staffel 4 einen grandioser Zeitvertreib garantiert. Die folgenden Staffeln kann ich aufgrund der ständigen Wiederholungen und immer absurderen Wendungen nur noch bedingt weiterzuempfehlen. 

Zum Trailer:



Bild-Quellen: Moviepilot.de

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