Die Fakten
Titel: Escaping From Houdini: Mord auf dem Atlantik
Autorin: Kerri Maniscalco
Verlag:
Piper (24. Oktober 2024)
Genre: Romantic Suspense
Seitenzahl: 544 Seiten
Originaltitel: Escaping From Houdini (übersetzt von Diana Bürgel)
Weitere Bände: Stalking Jack the Ripper (Band 1)
Hunting Prince Dracula (Band 2)
Capturing the Devil (Band 4)
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Der Inhalt
Die Eindrücke
Handlung: Nach einigen Jahren Abstand habe ich beschlossen, die "Stalking Jack the Ripper"-Reihe endlich weiterzuverfolgen und mich an den dritten Mordfall von Audrey Rose und Thomas zu wagen. Leider ist "Escaping from Houdini" für mich aber bisher der Tiefpunkt der viktorianischen Historienkrimi-Reihe. Der eigentliche Kriminalfall konnte mich diesmal deutlich weniger überzeugen als in Band 1 und 2. Die Hinweise und die Beweisführung wirken teilweise chaotisch, und die Identität des Täters ist vergleichsweise früh vorhersehbar. Leider gab es zusätzlich auch hier wieder ein paar Plotholes und Stellen, die zwar nicht fehlerhaft waren, sich für mich aber einfach nicht ganz rund angefühlt haben, da Audrey Rose und Thomas an vielen Stellen nicht wirklich aktive Ermittlungsarbeit betreiben, sondern trotz ihrer angeblichen Genialität nur offensichtlichen Hinweisen folgen und sich dabei in unnötig gefährliche Situationen begeben. Vor allem aber hat mich gestört, dass das romantische Drama zunehmend so viel Raum einnimmt, dass der Mordfall und gerade die Aspekte, die die ersten beiden Bände für mich so besonders gemacht haben, in den Hintergrund rücken.
Schreibstil: Dabei hätte das Setting eigentlich alles mitgebracht, was ich an der Reihe mag: ein luxuriöser Ozeandampfer, High-Society-Ballabende, Zirkusartisten und der düstere Moonlight Carnival bieten den Hintergrund für eine atmosphärisch-düstere Geschichte. Dass es Kerri Maniscalco draufhat, düstere Settings zum Leben zu erwecken, hat sie in ihrer "Kingdom of the Wicked"-Reihe schon ausführlich bewiesen. Auch hier wird die Kombination aus historischem Setting, Kriminalfall und morbider Zirkusatmosphäre durch den lebendigen Schreibstil der Autorin stimmungsvoll zum Leben erweckt. So lässt sich der Roman flüssig lesen und vermittelt gepaart mit vielen blutigen Beschreibungen der Leichen und den wie immer beigefügten Fotografien und Zeichnungen die dunklen, spannenden Gothic-Vibes, für die ich die Reihe liebe.
Figuren: Mehr noch als der recht chaotische Krimi-Plot hat mich die Entwicklung von Audrey Rose in diesem Band enttäuscht. Ich hatte schon zuvor immer mal wieder Probleme mit ihren sprunghaften Emotionen und Pick-me-Vibes, aber hier hat sie einiges an Respekt von mir eingebüßt. Ihre Entscheidungen wirken auf mich zunehmend widersprüchlich, egoistisch und unreif – vor allem, weil sie selbst immer wieder Freiheit und Selbstbestimmung einfordert, diese anderen Figuren aber nicht im gleichen Maße zugesteht. Gleichzeitig wird die Beziehung zu Thomas, die in Band 2 endlich Tiefe gewonnen hatte, durch ein für mich völlig konstruiert wirkendes Liebesdreieck unnötig in die Länge gezogen. Mephisto konnte mich dabei weder als Figur noch als Love Interest wirklich überzeugen und wirkt letztlich wie eine weniger interessante Kopie von Thomas. Besonders schade ist, dass die bisher so starke Partnerschaft zwischen Audrey Rose und Thomas dadurch stark in den Hintergrund rückt und Kommunikation, Vertrauen und gemeinsame Ermittlungsarbeit von Eifersucht, Geheimnissen und Missverständnissen verdrängt werden. Ich hoffe sehr, dass Band 4, den ich gleich hinterherschieben werde, das wiedergutmachen wird!
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