Montag, 25. Januar 2021

Montagsfrage 25.01.2021

Hallöchen,

auch heute gibt es natürlich wieder eine Montagsfrage. Denn auch wenn ich gerade in Uni-Dutys, Karteikarten und Zusammenfassungen versinke und gar nicht weiß, wie ich das alles bis zu den Prüfungen in zwei Wochen in meinen Kopf bekommen soll (ein bisschen Mimimi hilft immer 😂), muss das Leben ja weiter gehen. 


 Wann, bzw. auf welcher Grundlage entscheidest du, ein Buch nicht zu Ende zu lesen? Oder quälst du dich durch jedes Buch? 


Nein, ich quäle mich nicht per se durch jedes Buch, denn dafür gibt es einfach viel zu viele geniale, inspirierende Geschichten da draußen, die unbedingt von mir gelesen werden wollen. Das ist schonmal wichtig voranzustellen, denn auch wenn ich nicht grundsätzlich dagegen bin, Bücher abzubrechen, mache ich mir die Entscheidung doch schwer und vergebe gerne eine zweite und manchmal noch eine dritte Chance. Das kommt dadurch, dass ich schon die Erfahrung gemacht habe, dass mich Bücher trotz eines grottigen Beginns im letzten Drittel so angefixt haben, dass ich froh war, dran geblieben zu sein. Außerdem habe ich beobachtet, dass für manche Geschichten einfach die Zeit und die Stimmung passen müssen und es hilft, wenn ich bei einem Roman eine Pause einlege und es ein paar Wochen später nochmal versuche, wenn ich beispielsweise weniger Stress und mehr kognitive Kapazität habe. Gerade bei Sachbüchern oder Romanen mit schwierigem, vielleicht sogar triggerndem Inhalt ist das bei mir oft der Fall. 

Meine inoffizielle Faustregel ist, dass ich ein Buch beiseite lege, wenn es mich nach dem ersten Drittel nicht gecatcht hat. Das bedeutet also dass ich einer kürzeren Liebesgeschichte ca. die ersten 100 Seiten und bei längeren Romanen beispielsweise im Fantasybereich auch gut und gerne 200 Seiten Zeit gebe, mich zu überzeugen. Zu einem früheren Zeitpunkt kann man meiner Meinung nach einfach schlecht ein Urteil fällen, da gerade komplexere Geschichten erst aufgebaut werden wollen. Ich könnte hier eine ganze Palette an tollen Romanen oder Reihenauftakten nennen, in die ich schwer reingekommen bin, deren weiterer Verlauf die anfänglichen Mühen aber mehr als ausgezahlt haben. In vielen Fällen lohnt es sich also dran zu bleiben. Und selbst wenn nicht - man könnte ja was verpassen (sagt zumindest die Gewissensstimme in meinem Kopf...)🤭

 Kommt mir zu einem späteren Zeitpunkt die Idee, dass mich die Geschichte nervt (das kann nach einem Mittelteil mit enormer Überlänge auch gerne mal vorkommen), bin ich hingegen meistens schon so weit, dass sich das Aufgeben nicht mehr lohnen würde und ich lese den Roman dann aus Prinzip zu Ende. Wie sinnvoll diese Vorgehensweise ist, darüber kann man sich natürlich streiten - für mein Zeitmanagement ist dieses "Aus-Trotz-Zu-Ende-Lesen" jedenfalls grauenvoll -, dadurch ist aber meine Abbruchrate sehr gering. Abgesehen vom Trotz, es einfach durchziehen zu wollen und der Angst, etwas zu verpassen, kann es natürlich auch ein großer Spaß sein, ein Buch einfach aus purer Boshaftigkeit weiterzulesen - nämlich um sich genüsslich darüber aufregen zu können. Total verrückt - vielleicht kennen das ja aber auch die ein oder anderen von Euch (ich hoffe doch sehr, sonst fühle ich mich ein bisschen psycho)...

Ebenfalls trägt mein allgemeiner Lesestil, immer nur ein Buch zur selben Zeit zu lesen, zu der schicken Abbruchstatistik bei. Ich suche mir von meiner Leseliste meistens aus, worauf ich gerade Lust habe und ziehe die Lektüre dann auch mit der Motivation, dass ich erst ein neues, spannendes Buch anfangen darf, wenn dieses beendet wurde, durch potentielle Leseflauten durch. 

Was natürlich auch eine Rolle spielt ist, ob der Roman ein Rezensionsexemplar war oder nicht. Ich bin mittlerweile ziemlich selbstsicher im Umgang mit Rezensionsexemplaren, habe gelernt "Nein" zu sagen (es war ein langer, steiniger Weg😅) und kann mittlerweile auch mit negativen Rezensionen gut umgehen (zumindest behaupte ich das von mir😁) - dennoch haben Rezensionsexemplaren einen ganz klaren Bonus wenn es zu der Frage "Abbruch oder zweite Chance?" kommt, da ich Bücher, die ich nicht zuende gelesen habe, nicht rezensieren kann. Wenn mich aber ein Buch wirklich nervt, langweilt oder sich inhaltlich vieles in mir sträubt und keine Besserung in Sicht ist, breche ich es auch guten Gewissens ab - Rezensionexemplar hin oder her.


Wie sieht das bei Euch aus? Seid Ihr eher Typ "Eiserner Durchzieher" oder "Lesen nach Lust und Laune"?


Liebe Grüße
Sophia

Kommentare:

  1. Huhu Sophia,

    ich breche auch sehr selten ab, da muss mich das Buch schon wirklcih "ankotzen". Manchmal ist es aber auch so schlecht, das ich wissen will wie schlimm es noch wird XD Nur um mich darüber aufzuregen. XD Ja manchmal bin ich schräg. Ist es aber wirklich mega furchtbar, kommt es weg.

    Tintengrüße von der Ruby

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    1. Hey Ruby,

      haha das klingt so verrückt, das kenne ich aber auch🤷‍♀️! Etwas weiterzulesen, nur um sich aufzuregen und sich in diesen Ärger reinzusteigern, das mache ich viel zu oft. Zuletzt war das zum Beispiel bei "365 Tage" so. Das mochte ich gar nicht, wollte es eigentlich abbrechen, war aber zu neugierig, wie schlecht es noch wird und habe mich da auch mit jeder Seite mehr reingesteigert 😜
      Wenn es mich aber nicht mal genug interessiert, um mich darüber aufzuregen (der traurigste aller Fälle), dann lese ich auch nicht weiter.

      Liebe Grüße
      Sophia

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