Montag, 28. Juni 2021

Montagsfrage 28.06.2021


Hallöchen, 

letzte Woche war es wie angekündigt etwas stiller bei mir, da zum Einen nun der Semesterendspurt inklusive Prüfungen und Hausarbeiten bei mir startet und ich zum Anderen am Samstag Geburtstag hatte und ich meine freie Zeit mit Familie und Freunden genossen habe. Nach meiner etwas langen psychologischen Ausführung zur Montagsfrage letzte Woche (die Ihr wohl doch spannender fandet, als ich das erhofft hatte), kommt die heutige Frage von Torsten von Torsten’s Bücherecke und bezieht sich wieder eher auf Vorlieben beim Lesen: 


Sind euch eher ständige Handlungswendungen oder eine logische Geschichte wichtig?

Wie schon einige VorrednerInnen würde ich natürlich ganz klar beides bevorzugen. Es geht doch nichts über eine logisch aufgebaute, stringente Handlung, die ab und zu mit einer überraschenden Wendung aufwartet, welche aber gut ins Gesamtkonzept passt... Leider ist das aber häufig eine utopische Anforderung und es stellt sich eher eine "Entweder-Oder-Frage". Klar, es gibt Autoren und Autorinnen, die für ihre toll herausgearbeiteten und in ein logisches Gesamtkonzept eingegliederte Wendungen berühmt sind (da fallen mir spontan Sarah J Maas und Leigh Bardugo ein, die beide Wendungen-Queens sind), aber ansonsten verbindet man mit Handlungswendungen eher Chaos und mit logischen Handlungen Langeweile. 

Fragt man mich nun (und so verstehe ich die heutige Montagsfrage), welches Qualitätskriterium ich aussuchen würde, wenn ich mich für eines entscheiden müsste, nehme ich ohne große Frage die Logik. Klar, Wendungen geben einer Geschichte mehr Pepp, sind tolle Möglichkeiten, Figuren zu entwickeln, Spannung aufzubauen und mit der Perspektive der LeserInnen zu spielen, aber ich kenne auch eine Menge solide, überzeugende Geschichte, die ohne überraschenden Turn auskommen. Spannung kann auch allein aus Szenen heraus oder durch die Interaktion von Figuren entstehen und muss nicht zwingend an einen komplexen und wendungsreichen Plot geknüpft sein. Dahingegen fällt mein Urteil automatisch um einiges kritischer aus, wenn es mit der Logik kriselt. Die ein oder andere unbeantwortete Frage oder eine kleine Logiklücke kann ich (vor allem bei komplexen Geschichten) ohne Probleme ignorieren. Halten sich AutorInnen jedoch nicht an die selbst aufgestellten Regeln in ihren erfundenen Welten, widersprechen in der Realität angesiedelte Geschichten klar bekannten Fakten, handeln Figuren nicht innerhalb des durch ihre Werte, ihre bisherigen Erfahrungen und ihre Lerngeschichte festgesteckten Handlungsspielraums, oder ergeben sich durch Szenen klare Brüche, dann ist das einfach ein großer Mangel in der Handlungsgestaltung, über den ich nicht einfach so hinwegsehen kann oder will. 

Mein zweites Argument zugunsten der Logik ist, dass auch Wendungen immer in gewisser Hinsicht logisch sein müssen, damit sie nicht nur netter Schmuck sind, sondern eine Geschichte bereichern. Eine richtig gute Wendung ist meiner Meinung nach dadurch ausgezeichnet, dass man leise Hinweise und Andeutungen finden würde, wenn man die Geschichte mit dem neuen Wissen nocheinmal lesen würde, sie aber zu subtil sind, als dass sie einem beim Lesen sofort auffallen würden. Eine überraschende Wendung sollte meines Erachtens so logisch in die Handlung eingegliedert sein, dass man darauf kommen KÖNNTE, da es nicht allem bisher gelesenen widerspricht, sondern die Handlung in ein neues Licht setzt. Das ist meiner bisherigen Leseerfahrung nach nur zwei bis drei Mal pro Geschichte möglich, bis man als Leser die ständigen 360-Perspektivwechsel satt hat ("Waaaaas er ist der Bösewicht? Ah ne, doch nicht? Hm, oder doch? Hä? Ach egal") und die Handlungswendungen unlogisch findet. 

Dabei fällt mir auf, dass ich bei Büchern weitaus kritischer bin, was die Logik anbelangt, als bei Filmen oder Serien. Hier fällt es mir leichter, Brüche und Widersprüche zugunsten einer spektakulären und spannenden Handlung zu verzeihen. Bei Büchern fällt es mir schwerer, mein "Gehirn abzuschalten" und hinterfrage Handlungen häufiger. 

Wie ist das bei Euch?

Liebe Grüße
Sophia

2 Kommentare:

  1. Hallo Sophia,
    ich kann dir da nur zustimmen - und es ist gar nicht so einfach, so subtile Andeutungen unterzubringen, damit eine Wendung logisch und überraschend kommt. Oft sind es ja die gleichen Tricks und Kniffe, die zum Einsatz kommen und wenn man viele Bücher liest, hat man manches eben schon mal gesehen .-)
    Ganz liebe Grüße,
    Tala

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    1. Hey Tala,

      da hast du absolut Recht! Gerade Vielleser (wie ich einer bin) zu überraschen, ist eine schwierige Aufgabe. Ich kann die Bücher, die mich im letzten halben Jahr wirklich mit einer Wendung überraschen konnten an einer Hand abzählen. Wobei es ja auch manchmal ein kleines Erfolgserlebnis ist, wenn man eine Entwicklung richtig vorhergesagt hat (wenn es nicht gerade von Seite 1 an offensichtlich ist)....

      Liebe Grüße
      Sophia

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