Dienstag, 16. Januar 2018

Filmempfehlung: Der seltsame Fall des Benjamin Button

 
Gestern habe ich ein wunderschönes Märchen über die Grausamkeit der Zeit gesehen: "Der seltsame Fall des Benjamin Button". Prämiert mit 3 Oscars leiden Brad Pitt und Cate Blanchett als Benjamin und Daisy 159 Minuten lang unter der Unmöglichkeit ihrer Liebe. Ich war hin und weg über diese Verfilmung aus dem Jahre 2009 und begeistert angesichts dem, was Regisseur David Fincher aus einer Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald gemacht hat.
 
 
 Worum geht´s?
 
New Orleans, 1918.
Bei der Geburt von Benjamin stirbt seine Mutter. Das Aussehen seines eben geborenen Sohnes Benjamin stößt Vater und Knöpfe Fabrikant Button derart ab, dass er das Baby mit der Physis eines über 80-Jährigen vor einem Alte-Pflegeheim ablegt, wo es von der dort arbeitenden Queenie liebevoll aufgenommen wird. Trotz dass alle denken, er sei dem Tode geweiht, wächst Benjamin fast normal unter den Alten heran - außer dass er eben jünger wird statt zu altern. Früh ist er fasziniert von der hinreißenden Daisy, der Enkelin einer Patientin. Doch bis sie zusammenfinden, müssen noch mehr als 30 Jahrzehnte vergehen, in denen Benjamin den Krieg und die Liebe erfährt...

 
 
Warum ich mir den Film unbedingt anschauen sollte:
 
"Ich wurde unter ungewöhnlichen Umständen geboren."
 
So beginnt die ungewöhnliche Lebensgeschichte des Benjamin Button, deren Zeuge wir werden, als eine dunkelhaarige Tochter mittleren Alters aus dem Tagebuch ihrer im sterben liegenden Mutter vorliest. Während vor den Fenstern des Krankenhauses ein Hurrikan tobt und die Mutter mit dem Tod ringt, erfährt die Frau immer mehr über die tatsächlich äußerst ungewöhnlichen Umständen des Lebens Benjamin Buttons und welche Verbindung sie damit hat. Ein Baby, das als über 80-jähriger Greis auf die Welt kommt und ab dort an immer jünger wird - ein absurd klingendes Fantasiedrama authentisch um das Schicksal eines bemerkenswerten Mannes, der - wie wir alle - der Zeit nicht entkommen kann.



Dank vieler technischer Tricks, Makeup-Künstler, Effektspezialisten und Körperdoubles nehmen wir Benjamin seine Rückentwicklung vom Greis über einen gealterten Opa, einen Best-Ager, einen jungen Mann bis zu einem Kind vollkommen ab und erkennen hinter dem Äußeren aber immer noch den entgegengesetzten Geist.
 
So fällt er als buckliger, kleingewachsener Greis mit seinen kindlichen Zügen im Altersheim seiner Ziehmutter Queenie nicht auf und wächst umgeben von Bettnässern, die sieben mal vom Blitz getroffen wurden, alten Opernsängerinnen, dunkelhäutigen Abenteurern und adrett gekleideten Damen mit steinalten Hunden zu einem neugierigen und aufgeschlossenen Jungen heran. Während die Leute in ihm schon einen Herrn mit viel Lebenserfahrung sehen, ist er jedoch innerlich immer noch ein Kind, was an vielen Stellen wunderbar hervorkommt.

Von seiner Geburt zu Ende des ersten Weltkriegs 1918 über den Verlauf des zweiten, den kalten Krieg, dem Ende des 20. Jahrhunderts bis ins Neue hinein erleben wir mit, wie Benjamin etlichen Menschen begegnet, Abenteuer erlebt aber während allem eine Person nicht vergessen kann: die wunderschöne Tänzerin Daisy, die er seit seiner Kindheit nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Bildgewaltig schließt er sich Kapitän Mikes Schleppertruppe auf der "Chelsea" an, und findet in dem Säufer und Tätowierungskünstler, mit einer Vorliebe für Kolibris einen besten Freund, findet er die Liebe bei mitternächtlichen Verabredungen mit der russischen Kanalschwimmerin Elisabeth, verliert sie wieder, er erfährt Lebensfreude und Todestrauer und kehrt schließlich zu Daisy zurück.
 
 Schon immer voneinander angezogen gewesen dürfen sie schließlich einige Jahre voller Glücksseligkeit verbringen, als sie sich in ihrem Alterungsprozess in der Mitte treffen, doch das die beiden keine Zukunft haben, ist vorherzusagen.

Brad Pit und Cate Blanchet
spielen ihre tragischen Rollen um das Paar, das von ihren verschiedenen Alterungsprozesse in unterschiedliche Richtungen getrieben wird, wirklich herzzerreißend gut, verhindern aber durch Situationskomik und stimmungsvolle Musik der verschiedenen Zeiten, durch die die Protagonisten reisen, das ein reines Drama aus der Geschichte wird. Selbstverständlich endet die Geschichte ebenso tragisch wie berührend.

 Während die Rolle der rückwärts laufende Uhr am Bahnhof von New Orleans in Bezug auf Benjamins Leben unklar bleibt, wird jedoch nicht erst im letzten Satz klar, was diese Lebensgeschichte eines wahrlich seltsamen Lebens mit ungemein tragischen wie witzigen Begegnungen uns sagen will: "Ich hoffe du lebst ein Leben, auf das du stolz sein kannst. Und wenn es nicht so ist, dann hoffe ich du reißt dich zusammen und fängst noch mal von vorne an."
Seht ihn euch selbst an und schaut, was der Film euch sagt!

Ein zeitloses Neuzeitmärchen in fantasievollen Details und von einer hervorragenden Besetzung gespielt.



Neugierig geworden? Dann schaut doch mal in den Trailer rein:
 

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