Sonntag, 23. Juli 2023

Serienempfehlung: Citadel

"Citadel" ist eine ganz neue Actionserie aus dem Hause Prime Video, die mit enormem Budget produziert wurde und ein globales Franchise mit Spin-Offs in diversen Ländern und Sprachen werden soll. Seit April 2023 kann man die 6 40minütigen Episoden der ersten Staffel streamen. Als endlich alle Folgen erschienen waren, habe ich mal reingeschaut...

Darum geht´s:

Die Agenten Mason Kane (Richard Madden) und Nadia Sinh (Priyanka Chopra Jonas) arbeiteten für Citadel, eine global agierende Spionageagentur, die keinem Land verpflichtet ist. Acht Jahre sind nach einem Zugunglück vergangen und Mason und Nadia können sich nicht mehr an ihre actiongeladene Vergangenheit erinnern und führen mit neuen Identitäten ein normales Leben. Eines Tages wird Mason von seinem früheren Kollegen Bernard Orlick (Stanley Tucci) aufgespürt und um Mithilfe gebeten. Er soll zusammen mit seiner früheren Partnerin Nadia der Organisation Manticore das Handwerk legen, die eine neue Weltordnung anstreben.


Deshalb sollte ich mir die Serie ansehen:

Nach dem Trailer hatte ich einen inhaltlich generischen, aber optisch ansprechenden und spannenden Agententhriller erwartet - und als genau das hat sich die erste Staffel "Citadel" auch entpuppt. Das enorme Budget (man munkelt von Produktionskosten von 300 Millionen Dollar) ist im Hochglanz-James-Bond-Look sichtbar, wenn die Figuren auf Skiern verschneite Berge hinunterrasen, in choreografierten Actionszenen einen Schnellzug in den italienischen Alpen zerlegen, durch die Gassen Marokkos und durch eine staubige Wüste brettern oder mit dem Fallschirm auf Ubooten landen. Zu der teuren, glamourösen Optik passen auch der Soundtrack (der ebenfalls stark an James Bond erinnert) und die gutaussehende Eye-Candy-Besetzung. Der Unterhaltungswert der sechs Episoden ist also schonmal gesichert!

Etwas anstrengend sind hingegen die teilweise hektischen Schnitte und die 180-Grad Drehungen der Kamera, durch die etliche Szenen auf dem Kopf stehen. Dadurch wollten die Serienmacher wohl zusätzliche Spannung generieren, ein wenig mehr Ruhe hätte der Optik, den Figuren und vor allem der Handlung aber sehr gutgetan. Denn hinter dem ansprechenden Look ist die tatsächliche Geschichte leider sehr 08/15 und erinnert an zahlreiche andere Actionfilme und -serien. Mit einer großen Weltverschwörung aus gelgierigen Eliten und spionierenden Geheimbunden hat "Citadel" ein sehr einfaches Weltbild, in dem Gut und Böse einfach definiert sind (natürlich mit dem typischen amerikanischen arabischen-russischen Feindbild). Auch der Plot an sich ist teilweise vorhersehbar und bis auf eine Wendung am Ende konnte mich keine überraschen. Rückblicke, Zeitsprünge und rege Ortswechsel machen die Geschichte zwar interessanter und abwechslungsreicher, täuschen allerdings nur Komplexität vor. Nach wenigen Folgen wird klar, dass was ursprünglich vielschichtig und interessant klang, eher wenig inspiriert und zusammenkopiert ist. 

Das Ganze überträgt sich leider auch auf die Figuren, die zwar grundsätzlich sehr sympathisch sind, aber nur wenig Tiefgang entwickeln konnten und sich in gekünstelte, maue Dialoge verwickeln. Das Universum hält aber definitiv noch weiteres Potenzial bereit, sodass ich dem Citadel-Universum noch für mindestens eine weitere Staffel eine zweite Chance geben möchte.

Fazit

"Citadel" ist ein inhaltlich generischer, aber optisch ansprechender Agententhriller mit Hochglanz-James-Bond-Look, sympathischen Figuren und 08/15-Handlung. Man kann es schauen und sich amüsieren, muss es aber nicht. 


Zum Trailer:



Bild-Quellen: Moviepilot.de

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