Sonntag, 18. Juni 2023

Kurzrezension: Neon Gods



Die Fakten

Titel: Neon Gods - Hades & Persephone
Autorin: Katee Robert
Verlag: LYX (25. November 2022)
Genre: Romantasy
Seitenzahl: 416 Seiten
Weitere Bände: Neon Gods - Eros & Psyche
Link: Hier klicken!





Der Inhalt

Völlig aus dem Nichts hat ihre Mutter Persephone während einer schillernden Party Zeus versprochen. Doch das ist das Letzte, was sie will, und so flieht sie und findet sich auf der Brücke am Fluss Styx wieder, die ins Reich des geheimnisvollen Hades führt. Niemand hat ihn je gesehen, sein Platz in der Regierungsrunde ist schon lange leer. Hades hat sein Leben in den Schatten verbracht und keine Absicht, daran etwas zu ändern. Doch als sein Blick auf Persephone fällt, steht seine Welt kopf, und Hades ist bereit, es mit dem ganzen Olymp aufzunehmen, um sie nicht zu verlieren. Als Zeus Persephone aufspürt, müssen sie alles riskieren, um ihr Leben und ihre Liebe zu retten ...


Die Eindrücke

Handlung: Nachdem mich das letzte Persephone & Hades-Retelling von Scarlett St. Clair leider enttäuscht hat, war ich sehr gespannt auf die "Neon Gods"-Reihe von Katee Robert, die ein Retelling der griechischen Mythologie in kontemporären, dystopischen Setting versucht. Leider konnte mich aber auch genau wie "A Touch of Darkness" die Umsetzung der Mythologie überhaupt nicht überzeugen, da das Worldbuilding nicht erklärt, auf die magischen Aspekte von Olympus nie eingegangen und auch die Referenzen zu den Gottheiten nicht wirklich ausgenutzt werden. Die Autorin hätte die Figuren einfach anders nennen und sie zu Mitgliedern verfeindeter Mafia-Familie machen können und es hätte nichts am Plot geändert. Neben der ärgerlichen Tatsache, dass die Mythologie also mehr als Verkaufsstrategie als als wirklicher Ideengeber verwendet wurde, ist das Worldbuilding auch extrem lückenhaft. Sind die 13 "Götter" normale Menschen oder haben sie magische Kräfte? Was hat es mit der magischen Barriere zwischen Oberstadt und Unterstadt auf sich, wo es sich doch ansonsten um eine magiefreie Welt handelt? Wo befindet sich Olympus in unserem Weltgefüge...? Viele Fragen drängen sich auf, die einfach nie beantwortet werden. Auch die Handlung macht es sich leider total einfach und wählt an vielen Stellen den Weg des geringsten Widerstands, sodass eine lauwarme, vorhersehbare Geschichte entsteht.

Figuren: Am ärgerlichsten fand ich jedoch nicht die Logiklücken, die unspektakuläre Handlung oder das mittelmäßige Worldbuilding, sondern die oberflächlichen und klischeehaften Figuren. Anstatt ein spannendes Retellings der mythologischen Grundlage zu wagen, bewegen sich die Charakterisierungen stark im Rahmen der Vorlage und schaffen es kaum den Eindruck einer tiefgründigen Persönlichkeit zu vermitteln. Sowohl die Haupt- als auch Nebenfiguren sind aufgewärmte Mikrowellen-Charaktere und mich hat leider kein einziger wirklich interessiert. Auch die Liebesgeschichte konnte mich nicht abholen. Ich hatte auf eine charmante Umsetzung des Grumpy vs. Sunshine Tropes mit ein bisschen Glamour der Unterwelt gehofft. Bekommen habe ich jede Menge Insta-Love, Sex und oberflächliche Gefühle. 

Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin empfinde ich als grundsätzlich gelungen, sodass ich trotz der offensichtlichen Mängel der Geschichte bis zum Ende gut unterhalten wurde. Sehr schade finde ich aber, dass sie es kaum schafft, Emotionen zu transportieren und ich die Beziehung von Hades und Persephone - welche aufgrund des zuvor geschilderten Mangels an Plot und Worldbuilding DIE Stütze des Romans ist - kaum gefühlt habe. Ob es an den klischeehaften Figuren liegt, oder doch an der Tatsache, dass die beiden bei jeder Gelegenheit Sex haben (sehr repetitiven und wenig einfallsreichen übrigens), statt sich miteinander zu unterhalten und sich wirklich kennenzulernen, kann ich schwer sagen. Fest steht jedoch, dass es hier kaum eine Entwicklung gibt und die Autorin zunächst auf Insta-Lust setzt, bevor sie den beiden eine Schicksalsliebe andichtet, statt wirklich authentische Figuren mit einer bewegenden Liebesgeschichte aufzubauen. Da das Ende in sich abgeschlossen ist, reicht es in meinen Augen also völlig aus, einen Band zu lesen (oder es ganz zu lassen).

Das Urteil

"Neon Gods" konnte mich leider auf ganzer Linie nicht überzeugen. Das mythologische Thema ist nur in Ansätzen umgesetzt, das Worldbuilding lückenhaft, die Handlung vorhersehbar, die Figuren klischeebehaftet und die Liebesgeschichte für mich reizlos. 2 Sterne gibt es von mir für den Unterhaltungsfaktor und den Schreibstil.

*keine WERBUNG, selbstgekauft*

Quelle Informationen: Amazon.de. Klapptexte und Zitate sind Eigentum des Verlags oder jeweiligen Rechtinhabers.

6 Kommentare:

  1. Hellooooo,

    kann jeden deiner Kritikpunkte absolut nachvollziehen! Ich hatte ja richtig Spaß am Hörbuch, aber ich habe die ganzen Ungereimtheiten bei den Figuren und vor allem auch im Worldbuilding einfach komplett ausgeblendet - sonst wäre ich wohl bei einer ähnlichen Bewertung gelandet wie du :D

    Mikrowellen-Charaktere trifft es sehr gut hahaha. Das Buch ist halt ein absoluter No-Brainer, bei dem man wirklich nicht seinen Verstand anschalten darf, und der einzige Grund, den ich mir vorstellen kann, aus dem die Figuren nach der griechischen Mythologie benannt sind, ist der Verkaufsaspekt - abgesehen von den Namen findet man hier nämlich, wie du schon sagtest, nichts aus der Mythologie, und man könnte die Namen auch einfach beliebig ersetzen.

    Das wird im zweiten Band übrigens nicht besser, und auch hinsichtlich des Worldbuildings und ob es jetzt Magie gibt oder nicht, wird man auch nicht schlauer. Insgesamt lohnt sich Band 2 auch generell weniger, erst recht, wenn dir Persephone & Hades schon nicht gefallen haben. Eros ist im Prinzip Hades 2.0, nur fühlt er sich noch ein bisschen mehr als Monster; er sagt ständig, dass er Psyche beschützen will, sie jemand viel besseren verdient hat, er aber zu egoistisch ist, sie gehenzulassen, und dass sie viel zu gut für ihn und nicht wie alle anderen (darüber hatten wir ja schon geschrieben) ist. :') Psyches einziger Charakterzug ist nervig.
    Ah, und hier spielt Voyeurismus auch irgendwie wieder eine Rolle, ob die Autorin da selbst eine Vorliebe hat? xD
    Kannst du dir also sparen. ;)
    Höre mir aber trotzdem Band 3 (Helena, Achill & Patroklos) an, wenn der auf Bookbeat erscheint, weil ich neugierig bin :D

    LG ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu,

      ich hatte beim Hören schon auch viel Spaß, sonst hätte ich noch eine viel schlechtere Bewertung abgegeben und es auch nicht zuende gehört. Denn ja, wenn man einmal kurz innehält und über die Figuren, die Handlung und das Setting nachdenkt, funktioniert es einfach nicht mehr, deshalb waren es für mich definitiv nicht mehr als zwei Sterne.
      Dass die griechische Mythologie hier nur ein Marketinggag war, fand ich extrem schade, da das eigentlich der Hauptgrund war, aus dem ich das Buch überhaupt gelesen habe.
      Nachdem was du so zu Band 2 erzählt hast, werde ich jetzt auch nicht mehr reinhören. Die Zeit, Bookbeat-Stunden und Nerven spare ich mir dann lieber 😅.
      Ist Band 3 dann über eine Dreiecksgeschichte, oder wieso sind das drei Personen? Ich bin dann mal gespannt, was du berichtest. Es macht ja auch immer super viel Spaß, über ein Buch zu ranten.

      LG
      Sophia

      Löschen
    2. joooo das stimmt, man darf wirklich gar nicht nachdenken :D
      stimmt, ist wirklich sehr schade. ich habe schon öfter gelesen, dass es hier eigentlich gar nicht wirklich um die mythologie geht, sondern es eher in richtung mafia (dark) romance geht, von daher viel es mir vermutlich eher leicht, das komplett auszublenden. aber dass das nur als marketing genommen wird, ist natürlich ein bisschen frech :'D
      haha, ja besser ist das :D ich kann dir dann ja noch von band 3 berichten.
      ich glaube schon?? so richtig geht das irgendwie nicht aus dem klappentext hervor. ich hoffe (und glaube) aber, es geht eher in die richtung polyamorie und nicht klassisches dreiecksding, das find ich immer ein bisschen nervig.

      auf jeden fall! xD

      Löschen
    3. Ja die Autorin hätte da locker zwei verfeindete Gangs machen können, deren Revier von einem Fluss getrennt wird und die Geschichte hätte genauso funktioniert (bzw. nicht funktioniert). Also das fand ich schon schwach...
      Ich bin auf jeden Fall gespannt, was du zu Band 3 berichtest und hoffe auch für dich, dass es eher Polyamorie (dazu habe ich glaube ich bisher erst ein Buch gelesne) und kein Liebesdreieck gibt!

      Löschen
    4. Genau das :')
      Zu Polyamorie habe ich bisher auch nur Und wir tanzen über den Flüssen von Sophie Bichon gelesen, aber das fand ich sehr schön! Aber das taucht wirklich selten in Büchern auf :'D

      Löschen
    5. Ich hatte eine polyamore Beziehung bisher nur einmal in "How do I tell them I love them". Von Sophie Bichon wollte ich aber schon länger mal was lesen....

      Löschen

Ich freue mich, wenn Du einen Kommentar dalässt.
Egal ob Kritik, Verbesserungsvorschläge, Lob, Anmerkungen, Fragen oder eigene Meinung - das ist der richtige Ort dafür ;-)