Donnerstag, 1. Juni 2017

Eine weiße Glut

 
Allgemeines:
 
Titel: Eine weiße Glut
Autor: Sarah Marie Keller
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (21. Juni 2014)
Genre: Fantasy
ISBN-10: 1500231169
ISBN-13: 978-1500231163
Seitenzahl: 272 Seiten
Preis: 9,99€ (Taschenbuch)
3,99€ (Kindle-Edition)
Weitere Bände: Ein dunkler Funke;
Ein schwarzes Feuer
 

 
Inhalt:
 
 "Das ist die Tragik der Geschichte", sagte Uruk bedrückt. "So ist es immer gewesen und wird es immer sein. Ein ewiger Kreis. Die Städtebauer lernen nichts dazu, wie es aussieht."
 
Die Flammen des Weltenbrandes sind dabei, die Welt zu verschlingen. Während sich der Dritte Todesengel unter der Führung der wahnsinnigen Kaiserin Elara unaufhaltsam den letzten freien Königreichen nähert, droht alles, wofür Garian, Taya, Uruk und Noa gekämpft haben, zerstört zu werden.
Allein Dalans Rückkehr scheint die Welt noch retten zu können. Doch die Vergangenheit des Erlösers birgt ein dunkles Geheimnis, das vielleicht alle Hoffnung zunichte macht...

 
 
Bewertung:
 
DICLAIMER: Da dieses Buch der dritte Teil einer Trilogie ist, sind mögliche Spoiler über den ersten Teil nicht auszuschließen.
 
Als ersten wieder ein riesen großes Dankeschön an Sarah Keller, die uns auch den dritten Teil ihrer Reihe als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt und uns somit an diesem wunderbaren Abenteuer teilhaben lassen hat!
 
Zuerst einige Worte zum Cover, das die Reihe wunderbar abrundet, in dem es wesentliche Elemente aufgreift und super zum Stil der beiden Vorgänger passt. Zusehen ist diesmal ein Mädchen mit roten Haaren, das eine weiße Rüstung mit einem geschwungenen Helm trägt und entschlossen in die Richtung des Lesers starrt. Das Mädchen ist vermutlich Taya, die in diesem Roman am Ende die Schlüsselrolle einnimmt. Im Hintergrund sind dunkle Funken, brennende Häuser und schwarze Wolken zu sehen, die dem Bild eine bedrohliche Atmosphäre verleihen - mal wieder super getroffen!!!

 
Erster Satz: "In dieser Nacht erfüllte sich die Letzte Prophezeiung."
 

Super getroffen ist auch der Einstieg des Buches. Ohne Umschweife beginnen wir mit der Erfüllung der letzten Prophezeiung: der Wiederauferstehung Dalans, was auch automatisch Noas Tod bedeutet. Sein Opfer ist aber ein Schuss ins Dunkle, denn weder weiß er, ob er danach noch er selbst sein kann, noch ob Dalans Erinnerungen ihm überhaupt helfen können, den Krieg zu beenden. Doch als Noa nach der Zeremonie wieder erwacht, muss er feststellen, dass sein ganzes Leben auf einer gewaltigen Lüge basierte und eine Welt stürzt zusammen...
Währenddessen befinden sich Garian und Uruk wieder auf dem Rückweg nach Elfaria, nachdem sie eine schwere Niederlage in Berial einstecken mussten und eine schreckliche Schlacht erlebten, die sie für immer verändert hat. Nun ist es nur noch eine Frage der Zeit bis Elana und ihre Wolfarmee sich für den Angriff auf die Elfen und Orks bereit machen. Während der Todesengel immer näher rückt, müssen verfeindete Königreiche sich verbünden, denn nur vereint haben sie eine Chance gegen die Übermacht zu überleben...


"Liali, meine sanftmütige, süße Liali... Wie konnte dich dein Glaube so weit bringen, dein Gewissen zum Schweigen zu bringen?"


Das Problem mit Dalan, das zuvor so aufgeplustert worden war, löste sich überrascht schnell wieder auf, worüber ich mich bestimmt aufgeregt hätte, wäre die Auflösung und die Wendung dahinter nicht so verdammt gut gemacht gewesen. Das die Schenra-Vey hinter der Kriegstreiberei stecken, wusste man schon in Band 2, aber dass der ganze Wahnsinn zudem noch auf einer großen Lüge basiert, das setzt diesem irrwitzigen, verdrehten Glauben die Krone auf. Was genau passiert, verrate ich natürlich nicht - lest selbst!
 
Ich war wirklich sehr gespannt, wie die Geschichte um Taya, Garian, Uruk und Noa weitergeht und wie die Geschichte ein gutes Ende annehmen sollte. Als ich das Buch dann gelesen habe, hatte ich nach der Hälfte kurz Angst, nicht das komplette Buch zugeschickt bekommen zu haben, da die Charaktere sich immer noch beim Verbündete Suchen befanden und ich mich fragte, wie eine finale Schlacht, eine Auflösung und ein Happy End in die etwa 60 Seiten passen sollten, die mein Reader mir noch anzeigte. Als ich dann am Ende ankam, wusste ich wie: gequetscht und zusammengefasst. Das hat mich dann extrem enttäuscht.


"Ich weiß, dass es schwer ist, aber wir dürfen uns jetzt nicht von der Trauer überwältigen lassen", sagte Sandarius. "Es wird eine Zeit geben, in der wir um die Gefallenen weinen können, doch im Augenblick brauchen wir all unsere Kraft."


Man bekommt zuerst auch hier wieder ein packender und spannender Roman geliefert, doch das wirkliche Finale, vor allem geprägt durch Schlachten, Kleinkämpfe und andere Action, erschien einfach ein bisschen flach und langweiliger, als man das in den vorherigen Bänden gewohnt war. Die Action schon gut dargestellt - nicht überladen, mit einem guten Spannungsbogen und einigen Überraschungen und Wendungen - doch es fehlten ein wenig die Erklärungen, Einblicke in fremde Welten und ihre Kulturen, emotionale Überleitungen, die das Geschehende auch wirklich zum Leser herantragen,... Mir wurde vieles, das eigentlich total gut gemacht war, in einem zu schnellen Tempo und ohne Ausführlichkeit abgehandelt.

Das fand ich total schade, da ich in diesen finalen Band viel Hoffnung gesetzt habe, da mir die ersten beiden Teile total gut gefallen haben. Ein wirklich gutes Finale ist nun eben mal das A und O einer High - Fantasy - Reihe. Dieses hier tut die meiste Zeit genau das, was ich an den anderen so gut fand, dass sie es nicht taten - im Einheitsbrei an Fantasy Romanen verschwimmen. Das bedeutet keineswegs, das es schlecht war - nein: nur nicht so gut, wie ich dachte.


"Das ist er...
Ihr Herz schlug wild. Sie hatte das Gefühl, einem Ungeheuer zu begegnen, das aus ihren Albträumen in die Wirklichkeit getreten war.
... der Dritte Todesengel!"


Super fand ich, dass am Ende die Perspektiven sehr schnell von einer Person zur nächsten wechselte, die jede irgendwo in einer brenzligen Schlüsselposition steckte. So behielt man einen schönen Überblick über alle Fronten der Schlacht: der Regentensaal, eine Krankenstation, die Schlacht am Todesengel, im Todesengel und an der Küste - überall blieb es spannend, wenn auch durch die schnellen Wechsel nur recht oberflächlich. Da hätte man durch ein bisschen längere Szenen noch mehr Spannung herausholen können!

Sehr gut gefallen, haben mir in diesem Teil endlich die Charaktere, auch wenn Uruk ein wenig blass bleibt. Am besten hat mir hier Taya gefallen, die ihre starken Kräfte als Kind der Magie nun auch endlich nutzt und akzeptiert. Sie ist mittlerweile richtig erwachsen geworden und wird zur entscheidenden Schlüsselfigur im Verlauf der Schlacht.


"Nun bin ich mein eigener Herr. Der Orden, meine Eltern, Dagul und Liali; all die Grausamkeiten, die ich in Medoran erlebt habe, liegen hinter mir. Auch wenn es die schrecklichen Ereignisse nicht ungeschehen machen kann - ich werde nicht zurückblicken. Vor uns liegt die Zukunft und ich werde alles tun, um diesen Krieg zu beenden."


Für was Sarah Keller mit Noa, der sich inzwischen zu meinem Lieblingscharakter entwickelt hat, macht, hasse ich sie!!! *heul* Er hat in diesem Teil schwer zu kämpfen, denn er muss sich seinem Schicksal stellen und nimmt große Verantwortungen auf sich. Als man dann denkt, er hat endlich alles hinter sich und nähert sich seinem wohlverdienten Happy End - kommt DAS!!!

***Achtung Spoiler***

Eigentlich war mir klar, dass irgendeine der Hauptcharaktere noch sterben musste, denn wenn alle unsere Lieblinge überlebt hätten, wäre das unrealistisch gewesen. Doch als es dann so weit war und es ausgerechnet Noa getroffen hat, nachdem mir schon mein erster Lieblingscharakter Dagul auf so unspektakuläre Art und Weise genommen wurde, habe ich mir wirklich aufgeregt. Er durfte noch nicht einmal als Held sterben, sich Opfern oder sonst etwas. Er lief in eine Falle und zack - tot. Das kam so plötzlich und so un emotional, dass es mich gar nicht richtig erreicht hat. Und auch die Trauer von Taya, Uruk und Garian hat mich nicht wirklich überzeugen können, da alle kurz gedanklich erwähnen, wie am Boden zerstört sie sind, dann weiter kämpfen und bis zum Ende kaum mehr einen wirklichen Gedanken an ihn verschwenden. So konnte man als Leser gar nicht richtig um ihn trauern oder von seinem Tod berührt sein - er war einfach nicht mehr da.

***Spoiler Ende***

Garian versucht immer noch die Schrecken der letzten Schlacht zu verarbeiten und muss dabei erkennen, dass der Weg einer Sturmklinge vielleicht doch nicht der Richtige für ihn ist. Immer wieder sieht er das Bild des Wolfssoldaten vor sich, das er getötet hatte und wird von Selbstzweifeln gequält, dass er zu nichts mehr nütze sei. Zu sehen, dass sein Lebenstraum zu Staub zerfällt, ist nicht leicht für ihn, doch während die Welt brennt, ergeben sich für ihn neue Alternativen...


„So lange ich denken kann, wollte ich immer eine Sturmklinge werden, wie mein Vater. Ich habe von nichts anderem geträumt. Ich wollte ein Held sein, ein großer Krieger. Aber jetzt ist mir klar, dass ich nichts von alledem bin. Als die Schlacht begann, war ich vor Furcht wie gelähmt. Ich habe beinahe meinen Verstand verloren."


Kelrik Daralos tritt endlich wieder als Kelrik auf die Bühne und mischt noch mal ordentlich mit. Meiner Meinung nach verkraftet er sein Trauma, seine Taten und seine Schuld aber ein wenig schnell, was ihn am Ende etwas unglaubwürdig da stehen lässt. Das aber nur am Rande, denn ich mochte ihn sehr!!!

Elara hat mir gegen Ende hin immer mehr Leid getan: wahnsinnig, verkrüppelt alleine. Von der machtvollen, gütigen Herrscherin, die alle lieben und verehren, weil sie Gerechtigkeit bringt, ist nichts in ihr vorhanden und sie zerbricht daran, ihren Traum, ihr Lebenswerk zerbröckeln zu sehen.


"Willst du mich töten?" Dann fing sie an zu kichern. Der Wahnsinn gewann wieder die Kontrolle über sie. "Du kannst mich nicht vernichten. Niemand kann das. Ich bin die Herrscherin des Universums! Ich werde ewig leben!" Und ihr irrsinniges Lachen dröhnt durch den Garten, während der Himmel brannte..."


Dass das Setting kurzzeitig auch mal nach Murika, dem Orkkontinent wechselt, hat mir gut gefallen. Auch wenn wir im allgemeinen Trubel der Kriegsvorbereitungen nicht die Möglichkeit bekommen, wirklich viel davon zu sehen, fand ich den rauen heißen Kontinent, der mich durch die Beschreibung der Tier und Pflanzenwelt sowie des Klimas sehr an unser Afrika erinnert hat, interessant!
Auch sonst blieb Sarah Marie Keller sich in ihrem Schreibstil treu, der mich überzeugt hat - außer ganz am Ende, wie ich schon gesagt hatte.

Ganz am Ende greift die Autorin dann wieder den Prolog von Band 1 auf, als der alte Ork Uruk seiner Enkelin seine Geschichte erzählt. Er beendet seine Märchenstunde und berichtet über das weitere Schicksal der Protagonisten. Das fand ich eine sehr interessante Art, einen Epilog zu schreiben, der Informationen über das Ende der Geschichte heraus gibt. Auch wenn das ein bisschen von "Herr der Ringe"/ "Der Hobbit" abgeschaut ist...
 

"Und plötzlich war da wieder Hoffnung in ihrem Herzen, wie eine weiße Glut. Die Hoffnung, dass nach einer langen, schrecklichen Nacht die Sonne wieder scheinen würde."
 
 
Fazit:

Ein packendes Finale, eine entscheidende Schlacht und viele spannungsreiche Szenen. Der letzte Teil der "Dalan-Trilogie" fährt die ganz große Schiene auf, verliert am Ende aber leider ein wenig seiner Tiefe. Trotzdem eine wunderbare Geschichte, die nun leider zu Ende erzählt ist.
Klare Leseempfehlung an alle!

 


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