Donnerstag, 23. März 2017

Elfenfehde - Drei ist einer zu viel




Allgemeines:

Titel: Elfenfehde - Drei ist einer zu viel
Autor: Mariella Heyd
Verlag: Zeilengold Verlag (8. Mai 2017)
Genre: Fantasy
ISBN-10: 3946955010
ISBN-13: 978-3946955016
Seitenzahl: 276 Seiten
Preis: 12,99€ (Taschenbuch)
Weitere Bände: Elfenfehde - Zweimal im Leben


 
 Inhalt:

 "Unfähig mich zu bewegen, zu atmen oder zu denken, konnte ich nur dabei zusehen, wie die Wasserwelt um mich herum von einem allesverschlingenden Schwarz übermannt wurde. Kein weißer Tunnel, kein Leben, das an mir vorbeizog. So fühlte es sich also an zu sterben: Kalt, einsam und panikerfüllt."

 -Was tust du, wenn dich dein Freund hintergeht und dich mit deinem Feind zurücklässt?
Wenn das Böse gut wird - und das Gute schlecht?-


Zurück in der sterblichen Welt, kehrt allmählich Ruhe in Feodoras Leben ein. Schule und Freunde bestimmen ihren Alltag. Nur Zerdon scheint sich nicht in das normale Leben fügen zu wollen. Obwohl Arawn sein neues Leben als Alex in vollen Zügen genießt, wittert Zerdon ständig Gefahren und treibt Feodora mit seinem Beschützerinstinkt in den Wahnsinn. Feodora beugt sich nur widerwillig den Anweisungen ihrer Wache, bis Zerdon spurlos verschwindet und Feodora selbst entscheiden muss, was richtig und was falsch ist.
 

 
Bewertung:


"Feodora,
ich erwarte nicht, dass du das verstehst oder dass du mir das jemals verzeihen wirst, aber ich werde nicht mehr zu dir zurück kommen. Nie mehr...Das ist nicht meine Welt, mein Zuhause. ich gehöre nicht in deine Welt mit ihren modernen Regeln. (...)
Bitte vergiss mich und pass auf dich auf..."
 
 
Nach "Elfenfehde - Zweimal im Leben" ist das der zweite und letzte Teil einer wundervollen Dilogie von Mariella Heyd. Zu aller erst möchte ich ihr wieder meinen Dank aussprechen, dass wir den Roman zum Vorablesen zur Verfügung gestellt bekommen haben und ganz herzlich zur Verlagsveröffentlichung gratulieren, die heute, am 23.03.17 ansteht!


Das Cover ist wieder hübsch gestaltet, dies Mal ganz in Rot-Braun gehalten. Mich persönlich hat aber gestört, dass wieder zwei Models zu sehen sind, die mit meiner Vorstellung von Feo und Zerdon nur mäßig übereinstimmen. Wieder aufgefallen sind mir die vielen Kurzabsätze innerhalb der Kapitel, woran man sich aber schnell gewöhnen kann. Der Titel "Drei ist einer zu viel" klang in meinen Ohren zuerst etwas sonderbar, passt aber perfekt zum Buch, was man etwa nach der Hälfte an Lektüre feststellt. Er spiegelt super den Grundkonflikt wider.


"Sie starren dich alle an", nuschelte Louis mir unnötigerweise zu. "Da wäre ich nicht drauf gekommen. Danke für den Hinweis. Jetzt fühle ich mich gleich viel wohler in meiner Haut."
"Echt jetzt?"
Ich schüttelte genervt den Kopf und starrte zurück auf den Boden..."


Auch wenn dieser zweite Teil um einiges anders ist, als der erste, steht er jenem in nichts nach. Die Charaktere werden vertieft, neue Personen eingeführt, die Spannung ist hoch und der Stil wieder toll. Mariella Heyd geht es dies Mal etwas langsamer an: Anstatt uns gleich in ein apokalyptisches Weltuntergangsszenario zu werfen, welches in dem Eintritt in einer fremden Welt mündet, bekommen wir erstmal der Alltag und das Liebesleben unserer beiden Hauptcharaktere geschildert. Feos bester Freund Louis hat darin eine ebenso große Rolle wie der geheimnisvolle Fremde Dylan.

Leider war die Rolle von Arawn, dem bösen Dunkelelfen aus Band 1, nur recht klein und unbedeutend. Ihn fand ich sehr interessant. Man trifft ihn zwar wieder, doch seine mythische Ausstrahlung ist mit seiner Bösartigkeit verloren gegangen.


"Ich bin nur in deine Welt gekommen, damit dort drüben nicht plötzlich wieder etwas Boshaftes in mein Bewusstsein vordringen kann. Verstehst du? Ich habe Angst. Und ich bin schwach." Ich nickte ihm zu. (...)
"Mache ich dich nervös?", fragte Arawn ruhig.
"Nein. Ja. Ich weiß es nicht!"


Was ich auch zuerst sehr schade fand, ist das ein Großteil der Handlung in der gewöhnlichen "Menschenwelt" stattfindet und nur wenige Szenen in der magischen Anderswelt Tír na nóg spielen, über welche ich zugegeben noch gerne etwas mehr erfahren hätte. Stattdessen wird die Beziehung zwischen Zerdon und Feodora in den Vordergrund gerückt.

Ich habe wieder kurze Zeit gebraucht, um in das Buch hineinzukommen, was mir durch das gemäßigte Tempo zu Beginn und einigen Wiederholungen erleichtert wurde. Trotz dass eigentlich nicht sonderlich viel passiert, ist die Handlung durchweg spannend. Zur Handlung an sich kann ich gar nicht viel sagen, da ich sonst übel spoilern würde, doch man darf sich auf einige Überraschungen gefasst machen. Zwar hat man durch einige geheimnisvolle Ungereimtheiten schon gewisse Vorahnungen, eine tolle Wendung waren die Enthüllungen am Ende trotzdem. Einige einschneidende Elemente des Plots haben mich stark an die "Twillight -Reihe" erinnert, was aber keineswegs als Kritik aufzufassen ist. Interessant verpackt und mit anderen neuen Ideen werden die Ähnlichkeiten geschickt zu einer neuen Geschichte verwoben.

  Der Stil hat mir wieder gut gefallen. Mariella Heyd gibt dem Leser das Gefühl, von einer erfahrenen Bestsellerautorin zu lesen und keinen Indie-Roman vorliegen zu haben. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern ist der Stil wirklich jugendlich und keine Pseudo-hirnverbrannte-Jugendsprache-Kacke (Entschuldigung für den Ausdruck ;-/), die zwanghaft versucht jugendlich zu klingen, wie ich es schon oft erlebt habe (zum Beispiel bei "Numbers" oder "tschick"...). Ohne mit gezwungen hippen Wörtern um sich zu schmeißen wirken Feos Gedanken locker und authentisch, wie man es von einer Jugendlichen erwarten würde. Dabei man darf auch des Öfteren über sie schmunzeln.


"Die Musik war so laut, dass sie in den Ohren wummerte und man das Gefühl hatte, auf dem leuchtenden Fußboden die Balance zu verlieren. Es war aber kein unangenehmes Gefühl. Man wollte sich fallen lassen, sich in die Menge stürzen, mittanzen und vor Freude in die Luft springen."


Mit seinen knapp 250 Seiten war mir die Länge jedoch etwas zu kurz gewählt. Ich hatte zwar bei keiner Stelle wirklich das Gefühl, dass etwas Essenzielles fehlen würde, doch ein bisschen mehr Zeit - vor allem am Schluss- hätte dem Buch bestimmt gut getan. Gerade als es beginnt sehr spannend zu werden und es auf einen finalen Showdown zuläuft, wirkt alles ein kleines bisschen gehetzt. Dafür war es aber auch wirklich super spannend und von ganz anderen Ausmaßen, als man das gewohnt war!

Die Charaktere haben mir wieder gut gefallen. Die junge Feodora wirkt interessanterweise in "ihrer Welt" ganz anders als in der Anderswelt: viel selbstbewusster, gelöster und stärker. Während sie im ersten Teil noch sehr an Zerdons Jackenzipfel hing und von allen relativ herum geschubst wurde, lässt sie sich nun weniger gefallen. Trotzdem ist sie auf liebenswürdige Weise immer noch sehr naiv, wenn es um Entscheidungen geht. Sie will nie jemandem wehtun und genau das wird ihr zum Verhängnis...
 
Zerdon wird ebenfalls in einem ganz anderen Licht gezeigt. Wenn er im Rausch des Abenteuers in Band 1 noch wie der große Held wirkte, erschien er nun eher wie ein besitzergreifender Freund mit überbordendem Beschützerinstinkt. Natürlich ist einem als Leser die ganze Zeit klar, was es mit seinem Verschwinden auf sich hat, doch am Anfang hat er mich, ebenso wie Feo, eine kurze Zeit genervt. Als die beiden dann ihre mittelgroße Beziehungskiste überwunden haben -gerade noch rechtzeitig für das nächste große Problem - wurde er mir wieder sympathischer.


"Was ist los?", fragte ich und grinste.
"Ach nichts", wiegelte er ab.
"Nun komm schon. Was hast du?"
"Mein Dad hat gesagt, wenn ich möchte, dass du dich in mich verliebst, dann müsste ich dich einfach nur zum Lachen bringen."
 "Das hast du wohl geschafft", stellte ich fest.
"Ja, aber er hat mir nicht erzählt, dass ich derjenige sein würde, der sich jedes Mal aufs Neue in dich verliebt, wenn du lachst..."


Zu Dylan möchte ich gar nicht viel sagen, da ich bei jedem Kommentar spoilern würde (allein schon bei diesem ;-D ). Ich fand ihn aber sehr interessant, auch wenn er - wie fast alles in diesem Buch- am Ende etwas zu blass wurde.

Gefreut hat mich vor allem auch, dass wir in der Anderswelt altbekannte Charaktere wieder treffen dürfen. Septentriones, Occidens der etwas verrückte Archivar und ........ *Trommelwirbel* ....... auch die Walküren!!! Das hat mir besonders gut gefallen, da ich diese seltsamen Wesen schon im ersten Teil sehr spannend fand. Dass man mehr über sie erfährt, eine kennenlernt und an ihrer Seite sogar das Reich der Toten beschreiten darf, ist wirklich faszinierend dargestellt. Ihr merkt also, man darf sich auf einiges freuen!!!

Das Ende ist, ... nun ja, happy! Alles findet sein Ende und wird wieder ins Lot gebracht. Man kann die kurze Reihe also ohne offene Fragen und dafür mit einem rundum guten Gefühl beenden.
 

"Ich stöhnte auf und ließ den Mauszeiger über das kleine x in der rechten, oberen Bildschirmecke wandern. Mit einem Kick lösten sich meine Probleme zumindest für den Moment in Millionen Pixel auf..."

Ja, die Geschichte löst sich nun auch in Pixel auf, ich werde mich aber bestimmt noch eine Weile an dieses Abenteuer erinnern.


 
Fazit:

Eine schöne Fortsetzung, die zwar etwas kurz geraten ist, aber ein spannender Abschluss bildet. Für Fantasy-Leser sowie für Fans von Young-Adult- Büchern nur zu empfehlen!

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