Donnerstag, 9. März 2017

Meeresflüstern



Allgemeines:
 
Titel: Meeresflüstern
Autor: Patricia Schröder
Verlag: cbj (13. Januar 2014)
Genre: Fantasy
ISBN-10: 3649603195
ISBN-13: 978-3649603191
ASIN: B007Y8F0DS
Seitenzahl: 416 Seiten
Preis: 8,99€ (Kindle-Edition)
12,99€ (Gebundene Augabe)
9,95€ (Taschenbuch)

 

Inhalt:
Nach dem Tod ihres Vaters verlässt die siebzehnjährige Elodie ihre Heimatstadt Lübeck, um bei ihrer Großtante auf Guernsey zu leben. Als wenig später auf der Nachbarinsel ein Mädchen ermordet aufgefunden wird, glaubt sie, dass ihre Ankunft auf der Kanalinsel in irgendeinem Zusammenhang mit dem schrecklichen Vorfall steht. Aber wie ist das möglich? Und wer ist der wunderschöne Junge, dem Elodie in ihren Träumen begegnet?

Dann, eines Tages, taucht dieser Junge plötzlich wie ein Geschöpf aus dem Meer vor ihr auf. Geheimnisvoll. Magisch. Betörend. Elodie kann nicht aufhören, an ihn zu denken. Und sie beginnt zu ahnen, welche Geheimnisse der Ozean tatsächlich verbirgt und wie sehr ihr eigenes Schicksal mit den dunklen Legenden der Kanalinseln verknüpft ist.

Eine berauschende Liebessaga vor der atemberaubenden Küste Guernseys...



Bewertung:
 

Erster Satz: "Eigentlich hatte ich mir meinen letzten Abend in Lübeck ein wenig anders vorgestellt, irgendwie intimer..."
 

Auf diesen Auftakt einer neuen Buchreihe bin ich vor etwa einem Jahr beim Stöbern in der Bibliothek ganz zufällig gestoßen. Der Name der Autorin kam mir schrecklich bekannt vor, auch wenn mir einfach nicht einfallen wollte, was ich noch von ihr gelesen hatte. Auf jeden Fall schien mir das Buch interessant und so wanderte es in meinen Korb. Nach der schnellen Lektüre dieses ersten Teils sind die andern Bände natürlich auch gleich noch verschlungen worden. Jetzt nachträglich eine kurze Rezension zu dem Buch, an das ich vor kurzem erinnert wurde, als ich endlich verstanden habe, warum mir der Name der Autorin so bekannt vorkam: "Blind Walk".
...

Worum geht's?
Nachdem ihr Vaters vor sechs Wochen bei einem Autounfall gestorben ist, wird Elodie von ihrer Mutter auf die Kanalinsel Guernsey geschickt. Bei ihrer Großtante Grace soll sie sich von dem traumatischen Einschnitt in ihrem Leben erholen. Elodie geht nicht gerne nach Guernsey. Zum einen vermisst sie ihre beste Freundin schon bei der Abreise, und zum anderen fürchtet sie sich, bis hin zur Panik, vor Wasser. Keine guten Voraussetzungen, um sich auf einer achtundsiebzig Quadratkilometer kleinen Insel eine sechsmonatige Auszeit zu nehmen. Dass das Haus ihrer Großtante direkt oberhalb des Meeres gebaut ist, wird für Elodie zu einem großen Problem. Zum Glück lernt sie schon an ihrem ersten Tag die quirlige Ruby kennen, die sie ihren Freunden in der ortsansässigen Clique vorstellt. Zum Schrecken aller wird schon in der ersten Woche nach Elodies Ankunft ein Mädchen der Clique tot aufgefunden. Sie ist ertrunken, obwohl sie nicht in der Nähe des Wassers lag. Elodie beschleicht immer mehr das Gefühl, dass sie in der Sache tiefer drinsteckt, als ihr lieb ist.
Das hört sich ja alles recht bekannt an, doch die Story entwickelt sich erfrischend ungewöhnlich. Nach einem geheimnisvollen und mysteriösen Prolog werden wir zuerst mit Elodie auf die neue Umgebung eingestellt, begleiten sie bei ihrer Eingewöhnung und der ersten Kontaktaufnahme mit der Inselclique und werden dabei erstmal mit einem riesigen Haufen an Jugendnamen überfordert. ;-)
Langsam nimmt die Story ihren Lauf, der zuerst ein bisschen wie ein Thriller anmutet, bis wir Gordian kennenlernen ... und das Geheimnis, das ihn umgibt. Ab dort hat mich das Buch wahrhaftig gepackt. Denn die Grundidee, Meerwesen abseits von Meerjungfrauen zum Inhalt eines Jugendromans aufzubauen, ist noch nicht so ausgelutscht wie beispielsweise das Vampir-trifft Werwolf-Thema.

Als dann zu der erfrischenden Idee auch noch der erfahrene und mitreißende Schreibstil der Autorin dazukam, hatte sie mich komplett am Haken. Der jugendlichen Sprachstil und das Spielen in der jetzigen Zeit, in der auch Medien wie Facebook usw. erwähnt werden, lässt die Geschichte sehr nah wirken - das Erzählen aus der Ich-Perspektive hat dann noch ihr übriges getan: ich wurde von der Geschichte geradezu gefesselt.

Auch mit den Charakteren konnte ich mich zum größten Teil anfreunden. Elodie, das 17jährige Mädchen aus Lübeck, ist mir sofort ans Herz gewachsen. Mit ihrer ordentlichen Portion Sarkasmus und ihrer Eigenart, Wasser absolut zu hassen, zu fürchten und eine regelrechte Phobie dagegen zu haben, hebt sie ein bisschen von allen gekannten Charakteren ab, was mir sehr gefallen hat. Viele haben kritisiert, dass sie sich wirklich Hals über Kopf verliebt und sich wahrhaft abhängig macht, doch ich finde, dass kann man dem jungen Mädchen nicht vorwerfen.

Ihre neue Freundin Ruby ist wahnsinnig quirlig und scheint mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen, was bei Elodies leicht abgehobener Art nicht schaden kann. Mit ihr wird sie Teil der Inselclique, die man einfach mögen muss. Neben Ruby ist da noch ihr Freund Ashton, wer gerade wegen seiner Andersartigkeit, ein wirklich liebenswerter Charakter ist. Er leidet am sogenannten Tourette-Syndrom, bei dem man unkontrollierte Zuckungen und verbale Ausstöße hat. Die Krankheit macht ihn wirklich interessant und - trotz der vielen Schimpfwörter - ist er einer der freundlichsten Personen, die Elodie trifft.
Dann gibt es noch den geheimnisvollen Javen Spinx, in den schon Elodies Mutter vor Jahren verliebt war, und Cyril, der nicht weniger geheimnisvoll ist, mit dem ich aber nicht wirklich warm geworden bin. Ich habe die ganze Zeit verzweifelt versucht herauszufinden, was er verbirgt und im Schilde führt, dass ich die Abzweigung zu "sympathisch", die Elodie irgendwann in Bezug auf ihn nimmt, irgendwie überlesen habe.
Ja und Gordy ist einfach nur süß ... das wars. Seinen Charakter fand ich etwas langweilig, da er einfach der Held sein soll und somit kaum wirkliche Ecken und Kanten hat. Dass man kaum Informationen über ihn hat, soll ihn womöglich geheimnisvoll machen, für mich blieb er dadurch sehr blass. Schade!


"Es war unvernünftig, hirnrissig, unlogisch, aber: Ich liebte Gordian. Dass ich ihn kaum kannte, zählte nicht. Ich wollte nie wieder ohne ihn sein."


Nun zu meinem Lieblingspunkt in Anbetracht dieser Reihe: Das Cover. Das hübsche Gesicht eines Mädchens mit türkisgrünen Augen; plastischen Sand- und Salzkristallen auf den Lippen, um die Augen und an der Seite des Gesichts; eine Muschel; im Hintergrund das Meer - was ich eigentlich furchtbar kitschig finden würde, ist hier so passend, dass ich es seltsam hübsch finde. Der Titel des Buches ist in Glitzersilber hervorgehoben, auch auf dem Buchrücken, so dass man es auch sieht, wenn das Buch im Regal steht. Selbst das Lesebändchen glitzert, da ein Silberfaden eingewebt ist. All dies finde ich eigentlich immer schrecklich, passt aber hier wie angegossen und stimmt perfekt auf die Handlung ein. Es geht um das Meer und seine Geheimnisse, ein süßes Mädchen und die erste Liebe - all das kann man prima am Cover ablesen.

Es gibt nach einem rasanten Ende zwar keinen wirklichen Cliffhanger, doch es bleiben durchaus Fragen offen, für die es sich lohnt, weiterzulesen. Ich bin also mal gespannt, was die Zukunft der Reihe bringt und werde ganz sicher dabeibleiben, auch wenn ich das Buch nach einem Jahr etwas vergessen habe...

 
Fazit:

Meer, Mystik, Magie, ein Hauch Kitsch und ein süßes Geheimnis, welches es zu lüften gilt. Das ist das Erfolgsrezept von "Meeresflüstern". Mir hats gefallen!

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