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Montag, 15. Mai 2017

Die Nacht der tausend Farben - Rebellische Elemente


Allgemeines:

Titel: Die Nacht der tausend Farben - Rebellische Elemente
Autorin: Claudia Rehm
Genre: Fantasy
ASIN: B071R28MF8:
Seitenzahl: 412 Seiten
Preis: 3,99€ (Kindle-Edition)
Weitere Teile: Die Nacht der tausend Farben  - Tödliche Elemente;
                                                                     - Verratene Elemente


Inhalt:

"Ganz besonders, was deine Verbündeten betrifft, darfst du dir kein Mitleid erlauben«, versucht Harris Emma zu warnen, als sie gemeinsam ihre Pläne zum Aufstand gegen den magischen Rat schmieden."

Doch Emma kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen, dass diese Worte sie schon sehr bald vor die schwierigste Entscheidung ihres Lebens stellen werden. Um gegen die mächtigen Ratsmitglieder anzutreten, braucht sie nämlich nicht nur die Hilfe von Harris, der als Bimorphicus einige besorgniserregende Veränderungen durchlebt, sondern auch von Cai, der sie in der letzten Nacht der Tausend Farben schon einmal kapital betrogen hat. Schon bald ist Emma durch einen Verrat dazu gezwungen, sich eine eigentlich unmögliche Frage zu stellen. Ist ihr die Aussicht auf einen Frieden zwischen den beiden Seiten der Magie wichtig genug, um diesem Ziel das Leben eines geliebten Menschen zu opfern?


Bewertung:

DISCLAIMER: Dieses Buch ist der dritte und letzte Band einer Reihe, mögliche Spoiler über das Geschehen vorheriger Teile, sind nicht auszuschließen. Wenn ihr diese Reihe nicht kennt, beginnt doch bei der Rezension zum ersten Teil (Link im nächsten Abschnitt)

An dieser Stelle erst einmal "vielen Dank" an die Autorin Claudia Rehm, die so freundlich war, uns vom ersten Teil ihrer Buchreihe, "Die Nacht der tausend Farben - Tödliche Elemente" an, die Chance zu geben, diese vorab als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen. Band für Band habe ich gespannt mit gefiebert und bin bei diesem finalen Band umso dankbarer, auf diese Geschichte aufmerksam gemacht worden zu sein - denn sonst wäre mir vermutlich eine wirklich tolle Story durch die Lappen gegangen!

Erster Satz: "Die Verletzungen, die Caven sich in der letzten Nacht der Tausend Farben beim Aufstieg zum Kloster am Eisgipfel zugezogen hatte, hielten ihn seit Wochen an einer nervenaufreibend schmalen Grenze zwischen leben und Tod gefangen."

Samstag, 23. Juli 2016

Die Nacht der tausend Farben

 
 
 
Allgemeines:
 
Titel: Die Nacht der tausend Farben
Autor: Claudia Rehm
Genre: Fantasy
ISBN: 978-1517776497
Preis: 13,90 € (Taschenbuch)
3,99€ (E-Book)


Inhalt:

"Sie nahm noch wahr, dass sie von dem goldenen Lichts des Rings eingehüllt wurde, doch dann begann sich der Raum um sie herum plötzlich so schnell zu drehen, dass ihr schwindelig wurde. Emma hatte das Gefühl den Boden unter ihren Füßen zu verlieren und um sie herum wurde es stockdunkel. Sie wurde von einer unsichtbaren Kraft nach unten gezogen und versank in einem Sumpf aus Taubheit und Leere."

In der Nacht der Tausend Farben soll jeder junge Formwandler erstmals seine tierische Gestalt erfahren. Doch was, wenn die feierliche Wandlungszeremonie eine gefürchtete Fähigkeit offenbart, die eine Gefahr für andere Magier ist?
 Der sechzehnjährigen Emma Magdalena Trinall widerfährt genau dieses Schicksal und entdeckt eine dunkle Gabe in sich, die alles verändern soll. Ihre eigenen Freunde und Bekannte im Reich der weißen Magie wollen sie lieber tot sehen, als im Besitz dieser seltenen Fähigkeit. Verzweifelt nimmt sie die Hilfe eines schwarzen gutaussehenden Magiers an, der ihr auf der dunklen Seite der magischen Künste Schutz verspricht.  Doch schon bald muss Emma sich fragen, auf welcher Seite sie nun tatsächlich stehen will: Auf der Seite der weißen Magie, wo man sie fürchtet und ihr nach dem Leben trachtet, oder auf der Seite der schwarzen Magie, wo sie sich plötzlich mit einer noch viel größeren Gefahr konfrontiert sieht als der, getötet zu werden. Als der Teufelskreis sich schließt, steht Emma vor der größten Entscheidung ihres Lebens...


Bewertung:

"Wenn die Charakter eines jeden Menschen, so wie viele Formwandler glaubten, tatsächlich tausend Farben hatte, dann musste es ein fantastischer Anblick sein, nachts auf die Erde herabzusehen und sie in all ihren Facetten leuchten zu sehen."

An dieser Stelle erst einmal "vielen Dank" an die Autorin Claudia Rehm, die so freundlich war, uns den ersten Teil ihrer Buchreihe als Rezensionsexemplar zukommen zu lassen! Und ich muss sagen, hätte sie das nicht getan wäre mir vermutlich ein tolles Buch durch die Lappen gegangen!

Das Cover ist sehr hübsch mit dem Mädchen mit den knallroten Haaren. Auf meinem Reader ist das Cover leider nur schwarz weiß und da war ich doch sehr erstaunt, als ich es das erste Mal in Farbe gesehen hat. Und doch gefällt mir gerade das grelle Farbspiel sehr gut.
Die roten Schlieren passend perfekt in das feurige Bild, das von Emma entsteht.
Ich bin etwas verwirrt, da ich zwei verschiedene Cover gesehen habe, auf dem anderen steht eine Gestalt auf einer Klippe und breitet die Arme aus. Es sieht meiner Meinung nach mehr nach Emma, ihrer Risikobereitschaft und dem Streben nach Freiheit aus. Das Cover von meiner Ausgabe ist zwar auch zauberhaft aber meiner Meinung nach etwas zu verspielt. Etwas dunkleres oder dramatischeres hätte bestimmt nicht geschadet. Der Klappentext ist mir ein kleines bisschen zu lang und verräterisch. Ich denke, dass er weniger verraten würde, wenn er ein Ticken kürzer wäre. Allerdings muss ich auch hier sagen, dass er trotz der Länge, wenig vom Kernpunkt des Inhalts verrät, was also schon keine Spannung genommen hat.
 
"Hast du dich noch nie gefragt, was dort unten, am Grund dieses Loches ist?", wollte Emma von ihrer besten Freundin wissen..."

Das Buch startet nach einem mitreißenden Prolog gleich bei der Wandlungszeremonie. Die Autorin hat eine wunderbare Welt geschaffen, die in diesem ersten Teil noch nicht in allen verschiedenen Bereichen behandelt wurde, aber es gibt ja auch noch weitere Teile.
In ihrer Welt wandelt sich jeder junge Magier an seinem sechzehnten Geburtstag in der Nacht der tausend Farben in seine wahre Tiergestalt. Mir hat es unglaublich gut gefallen, von den Tieren und den Eigenschaften, die man ihnen nachsagt zu lesen. Die Wandlung entscheidet über das komplette weitere Leben, über die Stellung und den Beruf. Dazu erklärte Emma in Gedanken die Stellung, die eine solche Gestalt in der Gesellschaft einnehmen konnte. Natürlich fragt man sich sofort, was sie werden und in was man sich selbst gerne verwandeln würde. Was genau, es dann bei ihr wird, will ich hier nicht verraten, da es bei mir erst einmal so eine Art "Wow-Moment" gab, als ich es gelesen habe.
 
Womit ich am Anfang ein bisschen kämpfen musste, ist dass ein Wolf zum Beispiel eine sehr negative Wandlungsform ist und eine Maus eher positiv. Was mich auch erstmal etwas hat stutzen lassen, ist das ihr Bruder Robin ein Einhorn ist. Ja, ihr habt richtig gelesen: ein EINHORN!
Das hat für mich im ersten Moment überhaut nicht in die Geschichte gepasst, da es eher düstere und ernsthafte Fantasy ist und süße magische Tierwesen eher nicht das waren, womit ich gerechnet hatte. Aber da Robins Gestalt am Ende noch eine entscheidende Rolle spielt, konnte ich mich nach einer Weile gut damit abfinden.

Die Geschichte ist aus Emmas Sicht geschrieben, wobei aber ein Er-Erzähler gewählt wurde. Durch ihre Augen lernen wir mit ihr gemeinsam kennen, wie vielfältig die Welt der Formwandler und auch die der schwarzen Magier ist. Auch sehr interessant fand ich Emmas Bedenken vor und Reaktion auf ihre Wandlung. Als alle sie angreifen und verstoßen bleibt sie immer noch relativ bei Sinnen und zeigt wie auch in vielen anderen Szenen eine unglaubliche Spontanität und Risikobereitschaft. Ihre Gewissenskonflikte sind zudem sehr spannend zu verfolgen. Es bleibt jedoch immer die Frage: Wem kann sie vertrauen?

"So wie der Kampf begonnen hatte, in einer finsteren Nacht in der Emma nicht verstanden hatte, wieso die ganze Welt plötzlich gegen sie war, würde er enden: mit der einsamen Verzweiflung einer jungen Formwandlerin, die von einer Sekunde auf die andere auf sich ganz allein gestellt war."

Als der schwarze Magier Harris in der Nacht der tausend Farben auftaucht und ihr Schutz und Fürsorge der dunklen Seite anbietet, kann sie nicht widerstehen und geht mit ihm. Immer wieder wägt sie ihre eigenen Bedürfnisse und der Wunsch nach einer gesicherten und bequemen Zukunft gegen das Allgemeinwohl ab und dieses gewinnt immer. Und genau diese Selbstlosigkeit, die sie immer wieder versteckt an den Tag legt ohne übertrieben eine Heldin zu sein, macht aus ihr einen ganz besonderen Charakter. Auch das ihr in Gefahrensituationen nicht immer ein rettender Gentleman zur Seite steht und sie oft selber schauen muss, wie sie sich rettete, hat mir sehr gefallen. Sie wird von den kuriosesten Situationen immer wieder an ihre Grenzen getrieben und entwickelt sich unglaublich rapide von einem kleinen naiven Mädchen zu einer starken und selbstständigen Frau. Sie ist keineswegs eine perfekte Hauptperson. Da sind andere Facetten in ihr wie Neugierde, Furchtlosigkeit, Freiheitsliebe und Unabhängigkeit, die ihre Entscheidungen draufgängerisch und mutig wirken lassen. Gerarde durch diese Unperfektion wird sie sehr realistisch. Man kann kaum glauben, dass sie eigentlich böse und gefährlich sein soll.

"Ein Kampf zwischen der Liebe und dem Leben war niemals einer, der mit fairen Mitteln ausgetragen werden konnte. Die Liebe war dumm genug selbstlos und großzügig zu sein, während das leben gierig und egoistisch war. Im Kampf der Liebe gegen das Leben, besonders wenn es nicht um das eigene Leben ging, konnte es immer nur einen Sieger geben, und Emma wusste, wer er war. "

Auch bei anderen Charakteren verfließt die Grenze zwischen Gut und Böse ständig.
Und so merkt man einfach, dass es nicht klappt, Menschen in schwarz und weiß einzuteilen und einfach in Schubladen stecken. So erfahren wir Leser im Laufe der Geschichte die Schatten und Lichtseiten der beiden Parteien kennen. Emma passt nirgends so richtig hinein, da sie von beidem das beste vereint, doch sie muss das Schicksal, dass ihr bevor steht nicht alleine bestreiten. Ja und ihre verschiedenen Begleiter sind sehr speziell.
 
Harris, Morten van Exeters rechte Hand, zum Beispiel wechselt von einem Fremden, zu einem Freund, zu einem Feind, wieder zu einem Freund, zu einem Komplizen und so weiter. Man weiß nicht so recht, was man von ihm halten soll und seine Motive bleiben mehr als nur bedeckt. Doch genau das ist das Anziehende, was seinen Charakter ausmacht. Harris ist für Emma und auch für mich die dunkle Verführung, der böse Junge der Geschichte, der Emma beeinflusst. Er ist ein starker Charakter und seine Entwicklung dauert bis zum Schluss an, was ich als Pluspunkt für ihn und die Geschichte sehe.
 
Dann gibt es da noch Robin, das Einhorn, der sich als liebender Bruder entpuppt nachdem ich ihn nach den ersten paar Kapiteln als perfekten Idioten abgestempelt hatte. Er kümmert sich rührend um Emma und hält zu ihr.
 
Auch gibt es da noch Myla, eine schwarze Magierin, die sich zu Emmas Freundin und Vertraute entwickelt. Die fröhliche Schneiderin wächst einem einfach ans Herz und auch bei ihr kann man einfach nicht glauben, dass sie böse ist.
 
Andere facettenreichen Begleiter, deren Namen und Rolle ich nicht nennen will, sind ebenfalls sehr unterschiedlich gezeichnet. Von zynisch, skeptisch, herzlich, aufbrausend, still und geheimnisvoll vereinen sie die verschiedensten Charaktereigenschaften.

Schon bald müssen alle zusammenhalten, um nicht nur gegen weiße und schwarze Magier, sondern auch gegen einen äußerst gefährlichen Gegner bestehen zu können: Morten van Exeter. Er ist praktisch die Inkarnation des Bösen und nicht schwer zu hassen.
 
Der Plot wird während den 412 Seiten kein einziges Mal auch nur etwas langweilig, was definitiv eine Leistung ist. Es gibt Verluste die tragischer und weniger tragisch sind, was das Ganze noch ernsthafter wirken lässt. Ich hasse Bücher, bei denen es sowieso klar ist, dass eine Flucht glückt da der Autor sich nicht trauen würde, eine Hauptperson sterben zu lassen, doch Claudia Rehm gestaltete die Geschichte sehr unvorhersehbar. An manchen Stellen gab es kleine Logikfehler, die mich etwas verwirrt haben aber da konnte ich einfach darüber hinwegsehen. Als sie unter der Erde im Reich der schwarzen Magie aufgenommen wird und ausgebildet wird, hat mich alles sehr an "Die Bestimmung" erinnert. Auch als sie sich zum Beispiel ein Piercing stechen lässt, musste ich sofort an Tris denken.

Der reine Stil in dem das Buch verfasst ist, hat mir sehr gut gefallen. Es gibt viele beschreibende Adjektive und verschachtelte Sätze. Sie bringt ein dazu, völlig in die Geschichte einzutauchen und alles um sich herum zu vergessen, die Seiten fliegen nur so dahin und man muss unbedingt wissen wie es weiter geht.

"Ihre Mutter hatte ihr vor langer Zeit einmal erzählt, dass Formwandler sich nach dem Ende ihres menschlichen Daseins in Sterne verwandelten. Emma konnte sich durchaus schlimmere Schicksale vorstellen als die Ewigkeit als Stern am Nachthimmel zu verbringen!"

Allerdings würde ich nochmal einen Lektor auf die Lektüre ansetzen, denn ich bin doch über einige Flüchtigkeitsfehler, die beim Schreiben eben so passieren können gestolpert. Ab und zu sind Leerzeichen zu viel oder zu wenig, Wörter sind nicht in der richtigen Reihenfolge oder es fehlt ein Buchstabe. Auch manche Beschreibungen und Redewendungen wurden auffällig oft benutzt. "Der Junge mit den braunen verwuschelten Haaren", "Der Junge mit den schwarzen Augen",  "Das Mädchen mit den eisblauen Augen" oder zum Beispiel "Er erkannte ihre Absicht und..." wiederholen sich recht häufig. Außerdem musste ich manchmal etwas schmunzeln, da ich Wort-Neukreationen gefunden habe. Zum Beispiel gibt es jetzt "Überfäller", "Zuseher" (Seite 73) oder man kann "Ziel nehmen" (Seite 73).  Eigentlich wollte ich dieser tollen Geschichte 4,5 Sterne geben doch dann sah ich mich leider gezwungen noch einen Stern abzuziehen, auch wenn mich die Fehler nicht gravierend gestört haben, weil die Geschichte so toll ist.

Das Ende ist dann noch einmal sehr turbulent und actionreich. Als ich dann die letzte Seite vor mir hatte, konnte ich es kaum glauben, dass es schon vorbei war. Ich habe noch so viele Fragen und ungeklärte Handlungsstränge, sodass ich unglaublich erleichtert war, als ich sah dass es eine Trilogie werden soll.
 Auf jeden Fall freue ich mich sehr auf einen weiteren Teil Abenteuer mit Emma, Harris und wie sie alle heißen!


Fazit:

"Die Nacht der tausend Farben" überzeugt durch besondere Charaktere, ein bildreicher Schreibstil und Fantasie, der kaum Grenzen gesetzt ist und einen ins Unberechenbare stürzt. Man fiebert mit, fliegt über die Seiten, als wäre man unter den Gestaltenwanderer ein Vogel, liebt und hasst mit Emma und ist absolut geschockt über das Ende.


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*unbezahlte WERBUNG* 
Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar, was meine ehrliche Meinung jedoch nicht beeinflusst hat. 
(Quelle- Information und Coverbild: Amazon.de. Die Bilder und Cover, sowie die Inhaltsbeschreibungen und Klappentexte sind Eigentum des jeweiligen Verlages bzw. Schriftstellers oder anderweitigen Rechteinhabers.)
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Montag, 5. August 2019

Die Verräter der Goldenen Stadt


 
Allgemeines:
 
Titel: Die Verräter der Goldenen Stadt
Autorin: Claudia Rehm
Verlag: Selfpublishing (5. August 2019)
Genre: Dystopie
Preis: 3,99€ (Kindle-Edition)
ASIN: B07SKX2RZ4
Seitenzahl: 433 Seiten
 
 
 
Inhalt:
 
Überleben ist eine Möglichkeit. Verrat eine Gewissheit.

Kälte, Hunger und Schnee. Nichts anderes kennt die 19-jährige Pru dank des vulkanischen Winters, der die Welt seit Generationen im Griff hält. Für eine Chance, sich aus ihrem Elend zu befreien, nimmt sie an der Auslese der Goldenen Stadt teil. Sie weiß, dass sie dort niemandem vertrauen darf. Nicht nur weil der Wettkampf um den Schlüssel zur einzigen Oase aus Licht und Wärme erbittert ist, sondern auch weil es Verräter gibt, die im Auftrag der Städter andere Teilnehmer sabotieren.
Kein Wunder also, dass Pru stutzig wird, als ihr ein Fremder eine Allianz anbietet. Sie spürt, dass sein Interesse an ihr gefährlich ist, und hat tatsächlich schnell mehr vor ihm zu fürchten, als nur die Möglichkeit, dass er ein Verräter ist. Denn nicht nur er hat etwas zu verbergen, sondern auch Pru. Und schon bald sind es nicht nur ihre Geheimnisse, denen er viel zu nahe kommt…
 
 
 
Bewertung:
 
Da mir ihre "Die Nacht der tausend Farben"-Trilogie wunderbar gefallen hat, freute ich mich sehr, als mir Claudia Rehm von ihrem neuen Buch schrieb, das heute endlich erscheint. Im Gegensatz zu ihren fantastisch-mystischen Erstlingswerken ist "Die Verräter der Goldenen Stadt" eine düstere Dystopie, die in eine eiskalte Welt voller Verrat, Schmerz, Hunger und Angst entführt, in der eine mutige Einzelkämpferin für eine bessere Zukunft für sich und ihre Brüder kämpft. Mich konnte sie mit dieser neuen Richtung wieder vollends überzeugen - spannend, unvorhersehbar, vielschichtig und mit klarer Linie erzählt.
 
"Die Aufgabe unserer Zukunft wird darin bestehen, die Kosten für die Träume unserer Vorfahren zu begleichen. Nicht, sie weiter zu träumen."

Montag, 20. Januar 2025

Montagsfrage #149 - AutorInnenbegegnungen?

Hallöchen,

die heutige Montagsfrage stammt wieder von Frank (Büchernarr). Einen guten Start in die neue Woche wünsche ich Euch!


Habt Ihr schon mal AutorInnen live getroffen und konntet mit Ihnen plaudern? Wenn ja, erzählt doch mal (Büchernarr)!


Ich habe in den letzten Jahren schon ein paar AutorInnen live getroffen, aber meistens im Rahmen von Events wie Buchmessen oder Lesungen, bei oft denen nicht viel Zeit zum Plaudern bliebt. Über ein "Hallo, ich bin xy, ich mag dein Buch xy, können wir kurz ein Foto machen?" hinaus gehen die Konversationen da leider häufig nicht. Um richtig ins Gespräch zu kommen, muss man schon ein richtiges Meet-and-Greet besuchen, zufällig AutorInnen persönlich kennen, im Alltag in sie hineinrennen und den Mut haben, sie anzusprechen oder sie am auf der Buchmesse alleine am Verlagsstand treffen. 

Sonntag, 18. August 2019

Montagsfrage #129 - 12.08.19


Scan (verschoben)



 
Hallöchen,
 
da bin ich wieder - frisch vom Zeltlager zurück und schon wieder voll im Stress da zwei meiner Uni-Bewerbungen wohl durch Probleme bei der Post nicht angekommen sind (grrr). Jetzt bin ich echt mal gespannt wohin es mich im nächsten Jahr verschlagen wird. Für alle die von meinem Timing verwirrt sind: Bevor die nächste Montagsfrage kommt, beantworte ich noch schnell die vom letzten Montag, da ich die sehr spannend fand. Wie ihr an der langen Antwort sehen könnt, liegt mir das Thema sehr am Herzen. Ich habe zur Untermalung ein paar Bilder von selbstverlegten Büchern angehängt, die mich beeindruckt haben und die ich euch nur ans Herz legen kann. Schaut doch einfach mal bei der dazugehörigen Rezi vorbei und gebt der Geschichte eine Chance!
 
 
Was sind eure Erfahrungen mit self-publishing Autoren?
 
"Der Raum zwischen den Worten" von Uwe Hermann
 Einer meiner Träume war schon immer selbst Bücher zu schreiben oder bei einem Verlag als Lektorin zu arbeiten. Zum ersten Mal mit dem Selfpublishing bin ich aber erst als Bloggerin in Kontakt gekommen. Gerade ganz junge Blogs bekommen am Anfang ja eher Anfragen von sehr unbekannten Autoren und können so in die Community finden und sich ein Netzwerk aufbauen. Zu Beginn war auch ich nicht besonders wählerisch und habe "genommen was ich kriegen konnte". So habe ich natürlich erstmal gemischte Erfahrungen mit SP-Autoren gemacht und unter vielen wundervollen Geschichten waren einige Vollnieten.


Zum ersten Mal aktiv in den Schaffungsprozess eines Buches bin ich vor etwa zwei Jahren eingetreten, als mich eine Bekannte angesprochen hat, ob ich ihr denn nicht beim Überarbeiten und Verlegen ihres Kinderbuches helfen kann. Natürlich habe ich mich daraufhin sofort enthusiastisch ans Testlesen und Recherchieren gemacht, doch schon sehr bald musste ich feststellen, dass es viel mehr Dinge zu beachten gibt, als man als Leser oder Blogger auf den ersten Blick sieht. Mir war zum Beispiel nicht bewusst, wie viel Geld freie Lektoren verlangen, wie hoch die Anforderungen der großen Verlage sind und einen wie hohen Prozentsatz Buch-Agenturen vom späteren Gewinn abzwacken.
 
"Hinter dem Wasserfall" von Oliver Jungjohann
Von dem her kann ich alle Selfpublisher, die es auf eigene Faust probieren und von Verlag und Lektorat absehen, immer mehr verstehen. Seitdem habe ich einen ganz anderen Blickwinkel auf SP-Autoren erhalten und habe größten Respekt vor den Leistungen, die diese Autoren erbringen. Neben ihrem Schriftstellertum müssen sie das Design, das Marketing, die Organisation und die Finanzierung ihrer Veröffentlichung selbst in die Hand nehmen und das bedeutet einen riesigen Batzen Arbeit.
 
"Knock-Out" von Armin Weber
 Weshalb erzähle ich euch das? Weil ich finde, dass gerade Buchblogger beginnen, in der Buchbranche eine ganz neue Rolle einzunehmen und durch die ganzen Selfpublisher immer mehr an Macht und Einfluss gewinnen. Kann beispielsweise eine unbekannte Geschichte eines Selfpublishers einen Blogger überzeugen, sodass dieser Werbung in seiner Sache macht, so ist das für das Buch ein riesiger Schritt ins öffentliche Rampenlicht, den man nicht unterschätzen darf.
 
Wenn wir uns also ab und zu die Zeit nehmen, auch unbekannte Geschichten zu lesen, finden wir nicht nur immer wieder kleine, originelle Schätze, die definitiv mehr Aufmerksamkeit verdienen - wir können auch eine ganz andere Perspektive auf das Lesen bekommen und unseren Follower einen wirklich interessanten Beitrag bieten. Etwas zu Büchern zu schreiben, die in aller Munde sind, kann jeder, auf unscheinbare, übersehene Geschichten hinzuweisen, die abseits der großen Hypes auf eine Leserschaft warten, ist dagegen eine viel größere und wichtigere Kunst.
"Die schwarze Quelle" von Susanne Gavénis

Um ein wenig mit Vorurteilen aufzuräumen: generell kann man auf keinen Fall sagen, dass man einen definitiven Unterschied in der Qualität der Buchelemente von Verlagsautoren und Selfpublishern erkennen kann. Es gibt SP die es verdammt gut beherrschen, eine glaubwürdige Geschichte aufzustellen, ich wurde aber auch schon wirklich enttäuscht, was genau so auch für Verlagsautoren gilt. Leser sollten nicht alle SP über einen Kamm scheren und für schlechtere Schriftsteller erklären, nur weil es Autoren aus diesem Bereich gibt, die manchmal wirklich keinen grammatikalisch geraden Satz aufs Papier bringen können. 
 
"Trümmerwelt" von Maike Ruppelt
Gerade bei Selfpublishern, die ihr erstes Werk veröffentlichen, fällt leider oft auf, dass sie sich nicht genug Zeit nehmen, ihre beendete Geschichte nochmal auf Fehler zu überprüfen. Es gibt nichts Ärgerlicheres als eine gute Geschichte, die vorschnell veröffentlicht scheint und sich noch reichlich unausgegoren liest. Das ist eine wirkliche Verschwendung der guten Ideen und der vielen Zeit, die investiert wurden. Auch auf der Ebene der Geschichte fällt oft auf, dass ein wenig mehr Zeit nicht geschadet hätte. Zu wenige Details, eine zu schnell voranschreitende Handlung und damit einhergehende Verständnislöcher sind häufige Fehler, die einfach nicht sein müssen. So verlieren eigentlich ganz wunderbare Geschichten durch viele sprachlichen Mängel, Tippfehler oder Formatierungsmängel an Seriosität.
 
Das gilt aber natürlich nicht für alle SP-Autoren. Meistens trifft man bei selbstverlegten Büchern sogar auf kreativere, unkonventionellere Geschichten, da gerade Selfpublisher oft mutiger und freier sind, aus gesetzten Schemata auszubrechen und etwas ganz anders zu machen. Neben den ungewöhnlichen, neuen Ideen schätze ich aber auch vor allem den persönlichen Kontakt zu Autoren sehr, der beim Kauf in Buchhandlungen oder bei Verlagen einfach nicht so leicht und so intensiv hergestellt werden kann. Tipps, Anregungen, Lob, Kritik und Fragen gleich per Mail an den jeweiligen Autor weiterleiten, exklusive Infos über Folgebände erhalten und spannende Diskussionen führen zu können ist ein Blogger-Privileg, das ich nicht mehr abgeben will. In den allermeisten Fällen ist der Austausch sehr nett, aufgeschlossen, interessant und basiert auf gegenseitigem Respekt, wodurch beide Parteien profitieren.

Wenn man also offen auf Anfragen reagiert, die Copy-und-Paste Mails mit etlichen Rechtschreibfehlern aussortiert und sich interessant klingende Geschichten von ehrlich um Hilfe bittenden Autoren herauspickt, stößt man sehr oft auf wahre Schätze, deren Verbreitung bald zum persönlichen Anliegen wird.
 
Meine Message: gebt SP-Autoren eine Chance!!! Es lohnt sich!!!
 
 
Liebe Grüße
Sophia
 
PS: Was habt ihr für Erfahrungen mit SP-Autoren gemacht?
Ich würde mich über eine paar Kommentare zu dem Thema sehr freuen

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Montag, 29. Juli 2019

Montagsfrage #128 - 29.07.19

Scan (verschoben)
 
 
Hallöchen,
 
endlich ist es bei uns mal erträglich warm und ich kann in der Stadt meine Besorgungen machen, die ich seit Wochen aufschiebe. Außerdem hat heute meine beste Freundin Geburtstag (Sina, wenn du das hier liest: Ich bin sooo stolz auf dich!!!) - viel Zeit zum Bloggen bleibt mir also nicht. Dennoch nehme ich mir natürlich einige Minütchen Zeit um die Montagsfrage zu beantworten:
 
 
 

Können Bücher bei euch das Blut in den Adern gefrieren lassen?

 
 
Bücher können bei mir fast jegliche Art an Reaktion hervorrufen - also warum nicht auch mein Blut in den Adern gefrieren lassen. Im übertragenen Sinne natürlich, auch wenn das bei dieser Sommerhitze natürlich eine willkommene Vorstellung ist ;-)
 
Das letzte Buch, das mir einfach durch sein eiskaltes Setting und sein schonungsloses Thema einen Kälteschock verpasst hat, ist "Die Verräter der goldenen Stadt" von Claudia Rehm. Diese wundervolle Thriller-Dystopie kommt aber erst am 5. August raus und deshalb darf ich noch nicht allzu viel darüber erzählen.
 
Auf andere Art kalt übergelaufen ist es mir bei meiner neuerlichen Lektüre von "Vollendet" von Neal Shusterman. Wer meinen Blog aufmerksam verfolgt hat vielleicht schon meine mehr als begeisterte Rezension in den letzten Tagen gesehen. Diese unglaubliche Dystopie hat mich erschüttert, berührt, verstört und begeistert! Besonders viel will ich nicht dazu verraten nur so: die ganze Geschichte ist ein einziger Gänsehautmoment. Die rasant erzählte Geschichte über das schwere Schicksal dreier Jugendliche, die unterschiedlicher nicht sein könnten aber in ihrem Hass auf den Staat vereint sind, hat mich von der ersten Seite in ihren Bann gezogen. Die Vorstellung, dass hier Kinder bloß durch Nichtgefallen oder Budgetkürzungen willentlich für das Allgemeinwohl geopfert werden und jedes Recht auf Leben, Selbstbestimmung oder ihren Körper verlieren ist einfach nur beklemmend.
 
Liebe Grüße
Sophia

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Dienstag, 6. September 2016

Die Nacht der tausend Farben - Verratene Elemente




Allgemeines:

Titel: Die Nacht der tausend Farben - Verratene Elemente 
Autorin: Claudia Rehm
Genre: Fantasy
ASIN: B01KKIU4JS
Seitenzahl: 444 Seiten
Preis: 2,99€ (Kindle-Edition)
Weitere Bände: Die Nacht der tausend Farben - tödliche Elemente



Inhalt:

Seit Emmas verhängnisvoller Wandlungszeremonie in der sie das Element des Feuers wurde, ist ein knappes Jahr vergangen. Zurück im sicheren Kreis ihrer Familie versucht sie krampfhaft, sich wieder im Alltag einer weißen Magierin zurechtzufinden. Doch Emma fällt es schwer, ihre abenteuerliche Zeit im Reich der Schwarzmagier einfach zu vergessen. Und auch ihre Mitmenschen vertrauen nicht darauf, dass Emma ihre turbulente Vergangenheit restlos hinter sich gelassen hat. Als Emma plötzlich Freunde und Mitglieder des magischen Rats angreift, steht schnell für alle fest, dass sie endgültig die Seiten gewechselt hat.
Doch steckt hinter Emmas Angriff wirklich das, was die weißen Magier behaupten? Und was hat der neue Fürst damit zu tun, der alles daran setzt, seine Identität geheim zu halten?
Sicher ist nur: die Kluft zwischen Emma und der weißen Magie ist tiefer als je zuvor und ihre Feinde sind ihr näher, als sie selbst es ahnen kann.



Bewertung:

"So wie immer, wenn eine neue Nacht der tausend Farben bevorstand, herrschte im weißen Turm von Aronis hektisches Treiben..."

Mit diesen Worten beginnt der zweite Teil der "Die Nacht der tausend Farben - Reihe". Das Buch beginnt, wie schon auf den letzten Seiten des vorangestellten Bandes angekündigt, mit der Befreiung Harris´ aus dem Gefängnis. Doch anstatt endlich ein Happyend zu erreichen, muss die Liebe zwischen Emma und Harris abermals eine Probe überstehen. Robin - das sagenumwobene Einhorn ;)  und Emmas Bruder - erpresst den jungen Schwarzmagier und fordert, dass er sich von Emma fern hält.

"Sie hatte im Reich der weißen Magie ihre Wurzeln zurück in einen Boden geschlagen, der sie nicht mehr ausreichend nähren konnte. Emma fühlte sich leer und ausgelaugt und ausgerechnet jener Mensch, der ihren Durst nach diesen verbotenen Sehnsüchten mit einer bloßen Berührung seiner Finger stillen konnte, hatte sich kompromisslos und ohne auch nur ein einziges Wort des Abschieds von ihr abgewendet. Harris."

Doch das gestaltet sich als schwieriger als gedacht, denn mit einem neuen Fürst der schwarzen Magie kommt eine weitere Gefahr für die Welt auf die Jugendlichen zu. Anders als Morten van Exeter im ersten Teil, hält dieser seine Identität jedoch bedeckt, sodass schön gerätselt werden darf, wer dahinter steckt. Und wenn das nicht schon genug wäre, hat Emma auch große Probleme sich wieder auf der "langweiligen" Seite der Magie einzuleben.

"Seit sie letztes Jahr am Leben auf der schwarzen Seite der Magie wie an einem reizvollen Cocktail genippt hatte, konnte sie die Erinnerung an die süße Tropfen dieses verführerischen Getränks nicht mehr aus ihren Gedanken verdrängen. Egal, wie sehr sie versuchte, sich ihrer Familie zuliebe wieder an das Dasein einer vorbildlichen weißen Magierin anzupassen, in ihrem tiefsten Inneren spürte sie noch immer jenen alles verzehrenden Hunger nach Abenteuer, den sie an dem Ort, den sie nun wieder ihr zu Hause nannte, niemals würde ausleben dürfen."

 Als Emma, von einem Zauber belegt, eine ganze Party mit Ratsmitgliedern in Flammen aufgehen lässt, muss sie fliehen, da sie alle für schuldig halten. Das Problem: Sie werden ab jetzt von der weißen Seite der Magie und der schwarzen Seite aufs erbittertste verfolgt. Gut nur, dass Emma dabei auf die Hilfe ihres Bruders Robin sowie ihrer Elementfreunde Cai und Caven zählen kann. Auch Harris tritt wieder überraschend auf den Plan und steht den jungen Gestaltwandlern zur Seite.

Und so nimmt die Geschichte ihren rasanten Lauf. Man kann sich auf interessante neue Orte wie zum Beispiel das rote Moor oder ein vereister Berggipfel freuen, lernt neue Charakter kennen und hetzt mit viel Spannung und Brisanz den düsteren Plänen des neuen Fürsten hinterher. Auch Harris wahre Geschichte wird endlich erzählt und er bekommt mit einer tragischen Vergangenheit noch mehr Tiefe.

"Schritte", hauchte Caven dann plötzlich, als auch Cai vom Stehenbleiben seiner beiden Begleiter alarmiert neben ihnen anhielt und sich mit besorgter Miene an ihrer Seite aufbaute.
"Ich kann auf dem Boden Vibrationen sich nähernder Schritte fühlen.
Unzählige Schritte..."

Wieder wird die Geschichte aus Emmas Sicht geschrieben, wobei aber ein Er-Erzähler gewählt wurde. Die Perspektiven wandern dieses Mal aber auch zu Robin oder Harris. Emma wirkt plötzlich ganz anders als noch im ersten Teil sehr beherrscht, überlegt und erwachsen nachdem sie sonst manchmal etwas naiv und verwirrt war. Durch die Geschehnisse des letzten Jahres ist sie zu einer starken jungen Frau geworden, die zu sich als Element steht und keine Angst mehr vor ihrer Gabe hat. Trotzdem bleibt der wagemutige, abenteuerlustige Teil von ihr, der sie sehr interessant und faszinierend macht. Sie wartet nicht ab, bis sie gerettet wird, sondern nimmt es gleich selbst in die Hand. Wie sie sich ständig in den verrücktesten Geschehnissen wiederfindet und gleich mehrere Male an ihre Grenzen gerät, ertrinkt, erstickt, erfriert, oder anderweitig gebeutelt wird und trotzdem ihre Willensstärke behält hat mir sehr gefallen.

Wie ich auch schon beim ersten Teil feststellen musste, ist sie keineswegs eine perfekte Hauptperson. Da sind andere fremde Facetten in ihr wie Neugierde, Furchtlosigkeit, Freiheitsliebe und Unabhängigkeit, die ihre Entscheidungen draufgängerisch und mutig wirken lassen und sie zu einer schwarzen Magierin machen. Gerarde durch diese Unperfektion wird sie sehr realistisch und menschlich.

"Harris mochte unberechenbar, undurchschaubar und damit ohne Zweifel in mancher Hinsicht gefährlich sein. Doch im Gegensatz zu ihrer Familie im Reich der weißen Magie mochte er Emma nicht trotz der Tatsache, dass sie in ihrer Nacht der tausend Farben zu einem Element geworden war, sondern gerade deswegen. Von allen Menschen, die sie ihre Vertrauten nannte, schien außer ihm niemand zu verstehen, dass die Ecken und Kanten ihres eigenwilligen Charakters Emma nicht schutzbedürftig und verletzlich machten, sondern unabhängig und stark."

Harris bleibt sehr geheimnisvoll und mysteriös, auch wenn er immer öfter seine "weichen Seiten" durchblitzen lässt. Nach dem er im vorherigen Band von einem Fremden, zu einem Freund, zu einem Feind, wieder zu einem Freund, zu einem Komplizen und so weiter wechselte, weiß man auch in diesem Teil nicht so recht, was man von ihm halten soll und seine Motive bleiben mehr als nur bedeckt. Auch Emma ist ständig am Zweifeln, ist es doch nicht für ihn die einfachste Art der Rückkehr nach seinem Verrat an der schwarzen Seite, einfach alle unter sich als neuer Fürst zu unterwerfen? Auch wenn man immer weniger daran glaubt, ihn noch mal als Gegner wiederzusehen, sind da schon einige Ungereimtheiten, die gegen ihn sprechen.

Doch genau das ist das Anziehende, was seinen Charakter ausmacht. Harris ist für Emma und auch für mich die dunkle Verführung der schwarzen Seite, der böse Junge der Geschichte, der Emma beeinflusst. Er ist ein starker Charakter und seine Entwicklung scheint immer weiter zu gehen. Gegen Ende wirkt er fast treu und verletzlich, was zwei Adjektive sind, die ich nur sehr verwundert für ihn verwende.

"Harris und Emma mochten nicht durch schöne Erinnerungen oder zuckersüße Zukunftsträume miteinander verbunden sein, doch tief verborgen in ihrem Inneren trugen ihre Herzen dieselben narben. Und wulstige Narben, so wusste Emma aus schmerzlicher Erfahrung, vermochten Menschen weit effektiver und unzertrennlicher zu vereinen, als Erinnerungen und Träume es jemals zu tun vermochten."

Robin und Myla, kommen in diesem Buch leider etwas weniger vor. Das Einhorn, der sich als liebender Bruder entpuppt hatte, nachdem ich ihn nach den ersten paar Kapiteln im ersten Buch als perfekten Idioten abgestempelt hatte, war mir immer mehr ans Herz gewachsen. Er kümmert sich rührend um Emma und hält zu ihr.
Auch Myla, eine schwarze Magierin, die sich in einen silbernen Wolf transformiert und sich zu Emmas Freundin und Vertraute entwickelt hatte, war mir wieder sehr sympathisch. Die fröhliche Schneiderin wächst einem einfach ans Herz, auch wenn sie während den dramatischen Ereignissen etwas von ihrer fröhlichen Unbeschwertheit einbüßt, als auch ihre Geschichte erzählt wird.
Der Rat aber auch die Schwarzmagier wirken zunehmend abstoßend und ungerecht. Die beiden Extreme wirken zu überzogen, als das einer der beiden im Recht sein könnte. So kommt einem bald die Ahnung, dass es für diese Welt um keine Frage ob Schwarz oder Weiß geht, sondern die Lösung viel mehr in der grauen Grenze dazwischen liegt. Emma und ihre Freunde liegen genau in der Mitte der beiden Welten, vereinen die besten Eigenschaften und werden dennoch von beiden Seiten gehasst und verfolgt.
Auf Caven und Cai liegt in diesem Buch ein kleiner Akzent, auch wenn die beiden für mich in diesem Teil etwas zu blass blieben. Cai war mir noch nie wirklich sympathisch da ich mich nicht genau entscheiden konnte, ob einer ein Schwächling oder herzlos war. Aber Caven, eigentlich neben Harris mein Lieblingscharakter, wurde etwas vernachlässigt. Der junge Mann mit den dunkelbraunen Haaren, den man im Reich der schwarzen Magie kennengelernt hat, gradlinig, ehrlich, nicht scheu seine Meinung zu sagen, kam mir viel zu misstrauisch, still und verbittert vor.

"Caven!", stammelte Emma von Freude, Erleichterung bis hin zu tiefem Schrecken eine ganze Palette menschlicher Emotionen gleichzeitig durchlebend, während der junge Mann in ihren Armen benommen seine Augen aufschlug.
"Ich dachte schon, ich hätte dich verloren!"

Zu dem neuen bösen schwarzen Fürst möchte ich nicht allzu viel sagen um nicht die Spannung zu nehmen. Schon weit zu Beginn wird klar, dass es jemand aus Emmas näherem Umfeld sein muss, doch wer genau mit falschen Karten spielt bleibt lange ein Rätsel. Ich sage nur eins: diese Wendung ist sehr überraschend!
Der Schreibstil hat mich in diesem Teil sehr überzeugt. Wie auch seine Charakter hat er sich sehr entwickelt, wenn er zu Beginn noch etwas unerfahren war, wurde er immer eleganter, sicherer und mystisch verschnörkelt. Die vielen neuen und oft gegensätzlichen Umgebungen wie zum Beispiel das unterirdische rote Moor war sehr klar und faszinierend beschrieben.

"Alles, was sich um diesen See herum befand, war scharlachrot. Felsen, Sträucher und sogar das Wasser selbst schien einen roten Schimmer zu haben, der in der erst langsam den Himmel erobernden Morgensonne genauso idyllisch wie geheimnisvoll wirkte."

Was mir aber am besten gefallen hat, waren die vielen bedeutungsschweren und umschreibende Metaphern. Über ganze Abschnitte zog sich wie zum Beispiel oben in dem Zitat mit dem Cocktail der selbe Bezug. Leider sind mir auch hier wieder ziemlich viele Tippfehler aufgefallen, nichts schlimmes, einfach nur das Fehlen eines Wortes oder ein Buchstabendreher. Mit den manchmal leicht eigenwilligen Formulierungen habe ich mich inzwischen abgefunden und bin soweit, sie sogar als genial anzusehen.

"Und woher zum magischen Kodex soll ich wissen, dass alles, was du vorgibst, auch tatsächlich die Wahrheit ist?", hinterfragte Robin Harris´ Pläne mit wie Brausepulver auf seiner Zunge explodierendem Misstrauen."

Das Cover erinnert vom Stil her sehr an den ersten Teil, was sie gut als Reihe kennzeichnet.
Zusehen ist ein Mädchen mit feuerroten Haaren, das den Blick leicht nach unten abgewandt hat. Die roten Schlieren und Schwaden umwallen sie kunstvoll und erinnern an das Feuer, dass sie in sich trägt. Den Titel ziert wieder ein goldener Schnörkelkranz. Auch wenn mich das Modelgesicht, wie schon so oft erwähnt, etwas stört, spricht mich das Cover dank der grellen Farbe und des Feuers sehr an. Das Model schaut meiner Meinung nach aber etwas zu schüchtern und wirkt viel zu verletzlich und unschuldig, als dass ich sie mit dem feurigen abenteuerlustigen Temperament von Emma vereinen kann. Das jedoch nur am Rande.

Einen genauen Höhepunkt kann ich in diesem Buch kaum festmachen, da die letzten 100 Seiten durchweg von Spannungshöhepunkten nur so gespickt sind. Es endet sehr rasant und leider etwas vage. Ich hoffe sehr auf einen baldigen dritten Teil!!!


Fazit:

Auch dieser zweite Teil der Reihe konnte mich überzeugen und hat mir durch den gut ausgearbeiteten, malerischen Schreibstil,  den authentischen Charakteren, ordentlich Spannung und Action viele angenehme Lesestunden beschert.


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Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar, was meine ehrliche Meinung jedoch nicht beeinflusst hat. 
(Quelle- Information und Coverbild: Amazon.de. Die Bilder und Cover, sowie die Inhaltsbeschreibungen und Klappentexte sind Eigentum des jeweiligen Verlages bzw. Schriftstellers oder anderweitigen Rechteinhabers.)
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