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Freitag, 30. April 2021

Das wirkliche Leben


Allgemeines

Titel: Das wirkliche Leben
Autor: Adeline Dieudonné
Verlag: dtv (24. April 2020)
Genre: Coming-of-Age-Drama
ISBN-10: 3423282134
ISBN-13: 978-3423282130
ASIN: B07ZRVL6SZ
Seitenzahl: 240 Seiten
Originaltitel: La Vraie Vie
Preis: 9,99 (Kindle-Edition)
18€ (gebundene Ausgabe)
11,95€ (Taschenbuch)
Link: Hier klicken!



Inhalt

Eine Reihenhaussiedlung am Waldrand, wie es viele gibt. Im hellsten der Häuser wohnt ein zehnjähriges Mädchen mit seiner Familie. Alles normal. Wären da nicht die Leidenschaften des Vaters, der neben TV und Whisky vor allem den Rausch der Jagd liebt.
In diesem Sommer erhellt nur das Lachen ihres kleinen Bruders Gilles das Leben des Mädchens. Bis eines Abends vor ihren Augen eine Tragödie passiert. Nichts ist mehr wie zuvor. Mit der Energie und der Intelligenz einer mutigen Kämpferin setzt das Mädchen alles daran, sich und ihren Bruder vor dem väterlichen Einfluss zu retten. Von Sommer zu Sommer spürt sie immer deutlicher, dass sie selbst die Zukunft in sich trägt, wird immer selbstbewusster – ihr Körper aber auch immer weiblicher, sodass sie zusehends ins Visier ihres Vaters gerät.


Bewertung

Schon bevor "Das wirkliche Leben" letztes Jahr auf deutsch bei dtv erschienen ist, hat Adeline Dieudonné in Frankreich damit eine große Fangemeinde versammelt. Mittlerweile hat ihr Romandebüt zahllose Preise gewonnen und in verschiedenen Ländern die Bestsellerlisten gestürmt. Auf dem Cover ist neben einem springenden pinken Hasen und gekritzeltem Titel vor allem eines abgebildet: Lobpreisungen. Neben dem vielversprechenden Titel "Die Sensation aus Frankreich" wecken vor allem die begeisterten Blurbs in den Leselaschen hohe Erwartungen. Normalerweise mache ich um Empfehlungen des Feuilletons eher einen großen Bogen, da mich selten Geschichten überzeugen, die Literaturprofessoren für hochwertig halten. Hier hat mich die Geschichte mit jeder Begegnung im Netz und in Buchhandlungen einfach nicht mehr losgelassen, sodass ich zum Erscheinungstermin des Taschenbuchs letzte Woche beschlossen habe, doch mal einen Blick hineinzuwerfen. Eine gute Entscheidung, wie es sich herausstellte...

"Geschichten sind dazu da, alles hineinzupacken, was uns Angst macht. Denn so könne wir uns sicher sein, dass es nicht im wirklichen Leben passiert."

Montag, 27. Dezember 2021

Montagsfrage #4 - Jahreshighlights?

Hallöchen,

und damit herzlich Willkommen zurück aus der kurzen Weihnachtspause und zur letzten Montagsfrage des Jahres 2021. Trotz dass dieses Jahr mal wieder alles ein wenig anders war, hatte ich ein wundervolles, harmonisches und herrlich entspanntes Weihnachtsfest. Statt Geschenkewahn, Menüplanung, Hetzen von einem Treffen zum nächsten und panischen letzten Vorbereitungen gab es dieses Jahr zwei kleine Familientreffen und ansonsten herrlich ruhige Weihnachtsfeiertage mit Spaziergängen, Spielemittagen, Tee, Büchern und Netflixabenden. Ich hoffe, Ihr hattet ebenfalls eine schöne Zeit - egal ob Ihr Weihnachten gefeiert habt, oder nicht - und könnt jetzt gemütlich ins neue Jahr rutschen...

Für mich stehen diese Woche noch ein paar kleinere To dos für die Uni auf dem Plan, die leider noch abgearbeitet werden wollen, bevor ich dann Anfang Januar eine ganze Woche nichts mehr von Praktikumsberichten, Stressmanagement-Programmen und statistischen Auswertungen hören und sehen will. Je nachdem wie es mit den Inzidenzen so aussieht, sind dann vielleicht auch noch ein paar Tage Skiurlaub drin...? Wir werden sehen. 

Jetzt aber zum Grund, weshalb Ihr heute wieder hier seid: der Montagsfrage.



Was war Euer Lesehighlight 2021 (gerne auch im Plural beantwortbar)? 


Ich erspare Euch an dieser Stelle das Schwadronieren darüber, wie unfassbar schnell dieses Jahr wieder vorbeigegangen ist (das hebe ich mir für meinen Jahresrückblick auf, der wie jedes Jahr am 1.1. online gehen wird) und komme gleich zum Punkt. Nachdem ich mir letzte Woche eine Alternative zur bisher üblichen Weihnachtswunschliste überlegt hatte, würde ich diese Woche gerne die kleine Tradition von Antonia fortführen und nach dem Lesehighlight des fast verstrichenen Jahres fragen. Da ich es in den letzten Jahren kein einziges Mal geschafft habe, mich auf EIN Highlight festzulegen, will ich dabei aber auch gerne ein kleines Schlupfloch für alle hinterlassen, die sich genauso schlecht entscheiden können wie ich, und deshalb von meinen TOP-5-Highlights des Jahres 2021 berichten. Da mich diese Auswahl angesichts meiner (stand heute) 122 gelesenen Bücher, von denen mich einige weniger, andere dafür aber umso mehr beeindruckt haben, schon genug strapaziert hat, sind die fünf Bücher nach meinem Lesezeitpunkt im Jahr sortiert und nicht hierarchisch durchnummeriert (I´m sorry, das wäre sonst zu hart für mich gewesen).

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Weil wir uns lieben




Allgemeines:

Titel: Weil wir uns lieben
Autor: Colleen Hoover
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (24. Juli 2015)
Genre: Roman
IBSN: 978-3423716406
Seitenzahl: 384 Sieten
Preis: 9,95 € (gebundene Ausgabe)
7,99 € (Kindle-Edition)
Vorgängerbände: Weil ich Layken liebe;
Weil ich Will liebe
Inhalt:

"Schuld hat man nur, wenn man eine Entscheidung bewusst getroffen hat."

Ein Auf und Ab der Gefühle – das ist die Liebesbeziehung von Will und Layken seit dem ersten Tag, an dem sie sich trafen. Erst jetzt, nach ihrer Hochzeit, scheint ihr Glück perfekt zu sein – wäre da nicht Wills Vergangenheit, die einen Keil zwischen die beiden zu treiben droht . . .

 
Bewertung:

"Wir alle werden in diese Welt hineingeboren
als winzige Teile eines Puzzles.
Als eines von vielen,
die sich zu einem Leben zusammensetzen.
Es ist an uns, im Laufe der Jahre all die anderen Teile zu finden,
die das Puzzle unseres Lebens komplett machen."

 
Zuerst mal zum Cover bevor ich anfange rumzumotzen! Das ist nämlich wie die zuvor sehr hübsch. Wieder ist der obligatorische Farbklecks zu sehen und auch der Titel passt zu dem Buch und denen davor. Der Farbklecks ist dieses Mal violett mit einigen rosa und blauen Stellen eingefärbt. Ich finde diese Geste sehr schön da ja die ersten beiden Teile jeweils pink und Türkis blau waren und das Lila jetzt eine Mischung aus beiden darstellt. Dieses Mal ist anstatt dem "Will" das Wort "wir" eingefärbt. Ein kleiner Wermutstropfen: Der Schriftzug mit dem Namen der Autorin unterscheidet sich von den ersten beiden Titel und "stört" etwas die optische Harmonie der Reihe. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau.  Also allgemein sehr hübsch und viel schöner als das englische Cover.

Also was mich an der Zusammenfassung des Inhalts aufregt, ist dass sie rein gar nichts mit dem Inhalt des Romans zu tun hat. Entweder hat derjenige, der sie geschrieben hat, das Buch nicht gelesen oder aber er wollte einfach nicht auf die Rückseite von "Weil wir uns lieben" schreiben:
"Will und Layken verbringen ihren Honeymoon gemeinsam in einem Hotel, währen dessen erzählt Will Band 1 der Reihe aus seiner Sicht." Denn das hätte wohl auch mich daran gehindert es zu kaufen.

Es ist meiner Meinung nach etwas ungerecht dem Leser gegenüber, das dieses Buch überall als dritter Teil der großen "Will & Layken Trilogie" vermarktet wird. Ich würde eher sagen, es ist eine Art extra Band in dem der erste Teil aus Wills Sicht nacherzählt wird. Aus seiner Sicht wird der sogenannte "Honeymoon" beschrieben, der gleich an das Ende des zweiten Teiles anknüpft. Layken fragt ihn dann Dinge über zum Beispiel ihre erste Begegnung und er erzählt es ihr in dem die ganze Szene als Kapitel geschildert wird. Ich hatte natürlich mehr neue Handlung erwartet aber habe mich schnell damit angefunden. Es ist schon eine Weile her, dass ich "Weil ich Layken liebe" gelesen habe und das Buch hat mich wieder sehr gefesselt vor allem da Will sehr überzeugend auftritt und auch neue Szenen und Dinge mit hineinkommen die man davor nicht gewusst hat. Leider kommen aber zu wenige neue Aspekte um daraus ein dritter Teil zu machen. Ich möchte das Buch nicht schlecht machen! Es ist sicherlich eine große Leistung ein Buch, das schon existiert aus einer anderen Sicht zu schreiben. Colleen Hoover ist das auch wirklich gut und logisch gelungen. Ich habe größten Respekt vor der Autorin , ihr gelingt es immer wieder mit ihrem Schreibstil, dass der Leser die Zeit um sich herum vergisst und die Geschichte in kurzer Zeit beendet hat, auch wenn nicht viel Neues passiert.

Aber genau das ist mein Problem: es gibt keinen neuen Schicksalsschlag wie im Klapptext angekündigt. Layken muss zwar noch ein paar peinliche und unbegründete Eifersuchtsattacken überwinden, ihr (Ehe-)Glück ist aber an keiner Stelle der Geschichte bedroht.
Auch auf neue wunderschöne Poetry-Slam-Texte darf man sich freuen. Es werden völlig neue Seiten beleuchtet und auch einige süßen Insiderwitze und Auflösungen kleiner Details die man zuvor noch nicht wusste finden sich als "Eastereggs" wieder.  Auch frühere Missverständnisse zeigen sich in einem ganz anderen Licht. Am emotionalsten fand ich jedoch die Stelle, in der er von dem Unfall seiner Eltern berichtete. Dieser Teil war besonders schön geschrieben und mir standen für kurze Zeit die Tränen in den Augen, vor allem aber auch, weil man vorher nicht viel von dieser Geschichte von Will erfahren durfte.

 
Der Epilog ist dann noch mal komplett neu und beinhaltet eine wunderschöne Überraschung mit einem süßen Ende das mich dann nicht bereuen lassen hat, es gekauft zu haben. Es endet dann schließlich noch mit einem letzten Gedicht, das den Titel "Was noch gefehlt hat" trägt. Ich werde ganz sicher nicht verraten worum es geht aber nur so viel: Es ist soooooo schön! Meiner Meinung nach hätte man die Reihe aber nach dem zweiten Band beenden sollen - der hatte auch ein wunderbares Ende - und dann diesen Teil als Extra-Band verkaufen sollen.


Fazit:

Das Buch waren leider einfach 400 Seiten Happy End, ohne eine wirkliche Geschichte aber dafür gewohnt süß und mit viel Gefühl.
 Allerdings ist dieser Band wirklich nur etwas für die wahren Will-und- Layken-Fans, oder für welche, die Band 1 kaum mehr in Erinnerung hatten wie ich.



Ich habe verstanden (Will)
"Ich habe ein Mädchen kennengelernt,
das ist unglaublich schön.
Ich bin ihr verfallen.
Und zwar so richtig.
Rettungslos.

Leider kommt einem das Leben manchmal in die Quere.
Mir ist das passiert.
Mir ist es sogar massiv in die Quere gekommen.
Das Leben hat die Tür, die zu dem Mädchen geführt hat,
mit dicken Kanthölzern verrammelt, sie zusammengenagelt

und davor eine dreißig Zentimeter dicke Betonwand befestigt,
die mit einem Stahlgitter gesichert war,
an das wiederum ein Titanrahmen genietet war, der
nicht einen verdammten Millimeter nachgegeben hat –
egal, wie fest ich daran rüttelte.

Manchmal kann das Leben echt stur sein.
Es kommt einem in Quere
und stellt sich  einfach allem in den Weg.
Bei mir war es so.
Es stand meinen Plänen im Weg, meinen Träumen,
meine, Begehren, meinen Wünschen und meinen Bedürfnissen.
Es wollte mich einfach nicht durchlassen zu dem schönen Mädchen,
dem ich verfallen bin.
Und zwar so richtig.
Rettungslos.

Ich hab mir gedacht, dass das Leben mir wahrscheinlich
zu sagen versucht, was das Beste ist für mich und
für alle anderen.
Was Vorrang haben soll.
was an erster Stelle stehen sollte
und was an zweiter und an dritter.
Ich hab mir solche Mühe gegeben, alles zu organisieren,
zu kategorisieren, zu chronologisieren, damit alles an
seinem Platz steht, eben da, wo es hingehört.
Ich hab gedacht, dass es das ist, was das Leben von mir
will.
Dass alles schön in der vorhergesehenen Reihenfolge passiert.

So soll es doch sein, oder?
Oder nicht?
Eher nicht.
Wenn sich das Leben euch in die Quere stellt und stur
dasteht und euch den Weg blockiert, dann tut es das
nicht, weil es will, dass ihr aufgebt, euch ihm ergebt und
ihm die Führung überlasst.
Nein, verdammt.
das Leben macht das, damit ihr sauer werdet, damit ihr
kämpft und damit ihr das Ruder selbst in die Hand
nehmt.


 Weil es will, dass ihr es euch zu eigen macht,
dass ihr eine Axt packt und euch durch das Holz hackt,
dass ihr einen Vorschlaghammer nehmt und den Beton
zertrümmert,
dass ihr einen Schneidbrenner holt und die Gitterstäbe
und das Titan schmelzt, um endlich hindurchzugreifen
und die Tür aufzustoßen, die dahin führt, wo ihr hin-
wollt.

Das Leben will euch dazu bringen, dass ihr all das schön
Organisierte, Kategorisierte und Chronologisierte und
Was-weiß-ich-wie-Geordnete packt, in einen Mixbecher werft

und kräftig durcheinanderschüttelt.
Ich hab jetzt verstanden.
Das Leben wollte mir nicht sagen, dass mein kleiner
Bruder derjenige ist, der als Einziger für mich an erster
Stelle stehen sollte.


 Es wollte mir nicht diktieren, dass meine Ausbildung
und mein Beruf als Einziges an zweiter Stelle stehen
sollten.
Und es wollte mir definitiv nicht vorschreiben, dass das
Mädchen, das ich kennengelernt habe,
dieses unglaublich schöne und starke Mädchen,
dem ich so rettungslos verfallen bin,
erst an dritter Stelle kommen darf.
Auf die Warteliste gesetzt,
für später,
wenn dann alles passt.

Ich habe jetzt verstanden, was das Leben mir zu sagen
versucht hat.
Nämlich dass es flexibel ist. Dass da immer noch mehr
Platz ist, als man denkt, um all die Dinge unterzubringen, die zählen.
Und deswegen setzte ich das Mädchen,
das schöne Mädchen, dem ich verfallen bin,
auf meiner Prioritätenliste
ab heute
nach ganz oben."


Weitere wunderschönen Slamtexte findet ihr HIER!

Sonntag, 10. Dezember 2017

Wir sehen uns beim Happy End



Allgemeines:

Titel: Wir sehen uns beim Happy End
Autor: Charlotte Lucas
Verlag: Bastei Lübbe (24. November 2017)
Genre: Roman
ISBN-10: 378572599X
ISBN-13: 978-3785725993
ASIN: B071HL86M5
Seitenzahl: 560 Seiten
Preis: 6,99€ (Kindle-Edition)
18€ (gebundene Ausgabe)



Inhalt:

 "Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende." (Emilia Faust, geklaut bei Oscar Wilde)

Stell dir vor, Romeo und Julia erleben wunderbare Flitterwochen, die kleine Meerjungfrau bekommt ihren Prinzen und Hannibal Lecter wird zum kinderfreundlichen Veganer - Wie könnte die Welt aussehen, wenn jede Geschichte das Recht auf ein glückliches Ende hätte? Und was würdest du tun, wenn dir das Leben die Verantwortung für einen anderen Menschen gibt? Schenkst du ihm ein Happy End? Selbst wenn du nicht weißt, ob er das will?
Ein zauberhafter Roman über das Schicksal, unerwartete Begegnungen - und die Frage, ob erst ein Happy End das Leben lebenswert macht.


Bewertung:

Schon als ich dieses Buch in der Verlagsvorschau sah wusste ich es: diese Geschichte ist etwas ganz besonderes! Das Lesen hat mich darin nur noch bestätigt - ein zauberhafter Roman über die Suche einer jungen Frau nach dem Happy End.


Das Cover ist ganz wundervoll gestaltet, auch wenn es nicht so ganz mein Fall ist. Die türkis-blaue Hintergrundfarbe gefällt mir nicht besonders, da sie als Eye-Catcher zu schwach, aber als Hintergrund zu dominant ist und sich mit den liebevollen Verzierungen um den Titel herum um die Aufmerksamkeit des Betrachters prügelt. Die Ranken, Sterne, Sonnen, Heißluftballons, Vögel, Käfer, Meerjungfrauen und Schaukeln lassen das ganze Motiv verspielt und naiv erscheinen, was ich in Anbetracht des Inhalts wirklich wunderbar gemacht finde. Auch der bunte Handlettering-Titel passt wunderbar ins Bild und hebt sich beim darüberfahren auch fühlbar hervor. Wozu ich noch ein wenig unentschlossen stehe, sind die am Rand grell pink gefärbten Seiten, die im Kontrast zum türkis-hellblauen Einband sehr stark hervorspringen. Auch innerhalb der Buchdeckel gefällt mir die Gestaltung gut. Die einzelnen Kapitel, die genau die richtige Länge besitzen, werden manchmal von Blogbeiträgen abgewechselt, die in passendem Layout und Design mit einigen Kommentaren ihrer Leser untermauert werden. Eine interessante Idee!
Insgesamt eine sehr verträumte, exzentrische aber wunderschöne Gestaltung des Covers, welches wunderbar zur Geschichte passt, mich persönlich aber nur mäßig anspricht. Sowohl Titel und Klapptext sind aber einfach perfekt getroffen!

Erster Satz: "Wenn es eine Sache gab, die Emilia Faust, genannt "Ella", mit absoluter Sicherheit wusste, dann die, dass eine Geschichte immer nur so gut ist wie ihr Ende."

Samstag, 1. Januar 2022

Jahresrückblick #5 - 2021


Hallöchen,

und herzlich Willkommen zu meinem alljährlichen Jahresrückblick, in dem ich mein Lesejahr aber auch sonstige besondere Vorkommnisse kurz Revue passieren lasse. Ich freue mich, wenn ihr Euch mit mir auf diese kurze Zeitreise begebt und mir auch gerne von Eurem Jahr erzählt!

Jahr in Worten

Meine kleine subtile Bitte an das Universum im letzten Jahresrückblick wurde wohl nicht erhört: Wenn 2020 das verhaltensauffällige Kind war, das die ganzen Pläne der Gruppe gesprengt und jede Menge Chaos verbreitet hat, war 2021 der genauso anstrengende Zwilling, der auch noch ein paar Freunde mitgebracht hat... (verzeiht mir die Pädagogik-Metapher, das achtwöchige Praktikum im Sommer in einer Jugendhilfe-Einrichtung hat wohl die Verschaltung meiner Synapsen ein wenig geändert)

Das zurückliegende Jahr war also mal wieder anders als ich mir das vorgestellt hatte und für meinen Geschmack ein bisschen zu nah an meinen geliebten Dystopien. Wie immer war rückblickend aber nicht alles schlecht. Ja, ich war mal wieder im Homeoffice, da die Universität in beiden Semesterhalbjahren geschlossen war, ja, das Onlinestudium nervt immer noch und ja, ich vermisse es, meine Freunde jeden Tag zu sehen und meine Großeltern umarmen zu können. Ja, Konzerte wären schön, genau wie Weihnachtsmärkte, Kinobesuche, große Familienfeste und unbeschwertes Feiern, aber ansonsten? Ansonsten hat mich meine introvertierte, gemütliche Spaziergang-Schreibtisch-Lesen-Lebensweise vor schlimmen Einbußen gerettet. Ich will mich hier also gar nicht so lange über das C-Wort, das Varianten-Alphabet und dessen Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben beschweren, da die Pandemie meine ganz persönliche Erlebniswelt gar nicht sooo stark beeinflusst hat. Ich konnte fast alles, was mich glücklich macht (Lesen, Bloggen, Schreiben, Musik hören und machen, Serien schauen, mit meiner Familie zusammen sein und mich ab und zu draußen sportlich betätigen) weiterhin (und sogar in ausgedehnterer Form) ausüben. Mit 124 gelesenen Bücher komme ich zwar nicht ganz an den Spitzenwert von 2020 heran, ich habe aber auch in diesem Jahr dank gesellschaftlich endlich akzeptiertem Couch-Potato-Sein das 100-Bücher-Leseziel locker geschafft. Auch für einige spannende neue Serien(-fortsetzungen) und Filme blieb mir 2021 viel Zeit (Auflistung siehe Ende des Beitrags). 

Donnerstag, 2. September 2021

Das Gewicht der Worte


Allgemeines

Titel: Das Gewicht der Worte
Autor: Pascal Mercier
Verlag: Carl Hanser (27. Januar 2020)
Genre: Philosophischer Roman
ISBN-10: 3446265694
ISBN-13: 978-3446265691
ASIN: B081HH68S6
Seitenzahl: 576 Seiten
Preis: 26€ (gebundenes Buch)
11,99€ (Kindle-Edition)
Link: Hier klicken!


Inhalt

Seit seiner Kindheit ist Simon Leyland von Sprachen fasziniert. Gegen den Willen seiner Eltern wird er Übersetzer und verfolgt unbeirrt das Ziel, alle Sprachen zu lernen, die rund um das Mittelmeer gesprochen werden. Von London folgt er seiner Frau Livia nach Triest, wo sie einen Verlag geerbt hat. In der Stadt bedeutender Literaten glaubt er den idealen Ort für seine Arbeit gefunden zu haben – bis ihn ein ärztlicher Irrtum aus der Bahn wirft. Doch dann erweist sich die vermeintliche Katastrophe als Wendepunkt, an dem er sein Leben noch einmal völlig neu einrichten kann....


Bewertung

"Das Gewicht der Worte" ist mein erster Roman von Pascal Mercier und hat als Geburtstagsgeschenk zu mir gefunden. Mit über einer Woche habe ich verhältnismäßig lange für diesen 576 Seiten langen Roman gebraucht, der zugleich Betrachtung eines Lebens, Studie von Sprache, Worten und Literatur und philosophische Diskussion ist. Dabei ist das Geschilderte vom ersten Welcome home, Sir“ bis zum letzten „Welcome home, Sir“ zwar durchaus beeindruckend, interessant und anregend, aber leider ohne Spannung und eher ermüdend erzählt, weshalb ein gemischter Gesamteindruck zurückbleibt. 

Freitag, 30. April 2021

Monatsrückblick #4 - April 2021



Hallöchen,

der April hat sich mal wieder rasend schnell von den Socken gemacht, was bedeutet, dass schon wieder Zeit für einen kurzen Monatsrückblick ist...

Bücher


Da die letzten zwei Wochen mein neues Semester wieder angefangen hat und meine ProfessorInnen und SeminarleiterInnen wohl immer noch nicht verstanden haben, dass Online-Lehre weitaus anstrengender und organisationsaufwändiger ist, als normaler Studienbetrieb, war ich diesen Monat ziemlich ausgelastet. Umso mehr freut es mich, dass ich trotzdem 10 Bücher geschafft habe. Witzigerweise scheint sich dieser Wert so langsam als festes Lesepensum einzupendeln - in 6 der letzten 8 Monate habe ich genau 10 Bücher gelesen.

Mein Bewertungsdurchschnitt hingegen ist nochmal ein kleines bisschen im Vergleich zum März angestiegen und liegt nun bei 3,77 von 5 Sternen. Das hängt damit zusammen, dass ich nur einen richtigen Flop hatte ("Mit dir bin ich unendlich" von Mila Summers, welches mich wie der erste YA-Roman der Autorin leider überhaupt nicht mitreißend konnte) und ansonsten nur überzeugende Romane gelesen habe. Vor allem "Das wirkliche Leben" von Adeline Dieudonné hat mich sehr beeindruckt und durfte in den Wordworld´schen 5-Sterne-Club einziehen. Doch auch Kira Lichts Fortsetzung der Kaleidra-Trilogie "Kaleidra - Wer die Seele berührt" (endlich mal ein erfolgreicher Buddyread 😂) und der Jugend-Apokalypse-Thriller "Dry" aus der Feder des Autorenduos Jarrod und Neal Shusterman waren mit 4,5 von 5 Sternen richtige Highlights! 

Mit "Beastly" habe ich diesen Monat mal wieder eine langjährige SuB-Leiche von ihrem Leid erlöst und war zwar gut unterhalten, bin aber nicht in Begeisterungsstürme ausgebrochen. Genauso ging es mir mit "So leise wie ein Sommerregen" von Leonie Lastella, "Und dann war es Liebe" von Lorraine Brown, welche ich beide gegen Ende des Monats in wenigen Tagen gelesen habe, langfristig aber wohl keine riesigen Eindrücke hinterlassen werden. Anders sieht es mit "Alles okay" von Nina LaCour, welches wegen kleinerer Mängel einen Sterneabzug erhielt, ansonsten aber ziemlich hervorsticht. Wirft man einen Blick auf die Übersicht bleiben nun noch zwei Bücher übrig. Das eine ist "It was always you" von Nikola Hotel aus, welches der einzige Reread des Monats war. Zum letzten Buch auf der Liste darf ich Euch noch nicht viel verraten (Spaaaaaannung), da ich es weit vorab lesen durfte (Top Secret und so). Ich werde Euch zu gegebenem Zeitpunkt aber noch seeehr viel mit begeisterten Informationen und Meinung überschwemmen, keine Angst!

Serien


So, das war jetzt mal mein buchiger Lesemonat April. Auch an der Serienfront sah es ziemlich turbulent aus. Im April habe ich insgesamt drei Serien beendet und zu zwei weiteren endlich eine Empfehlung verfasst. "Outlander" und "Suits" habe ich zwar schon im letzten Jahr geschaut, einen Beitrag aber immer vor mir hergeschoben. Kurz vor dem Ende meiner Semesterferien habe ich mich deshalb nochmal zusammengerauft und zu beiden Herzensserien eine Empfehlung geschrieben. Wenn es Euch interessiert, schaut gerne mal bei den Beiträgen vorbei... Seit letztem Oktober begleitet hat mich "The Vampire Diarys". Hier habe ich nicht die Serienempfehlung, sondern die letzten Folgen ewig vor mir hergeschoben, da ich einfach nicht wollte, dass die Geschichte endet.
Ganz neu angefangen habe ich "Tiny Pretty Things" und "Shadow and Bone". Ersteres habe ich eher zufällig beim Stöbern entdeckt und in wenigen Tagen geschaut, auf die filmische Umsetzung des Grisha-Verse von Leigh Bardugo hingegen habe ich mich schon seit Monaten heftigst gefreut. Wenn Euch mein Urteil zu den beiden Serien interessiert, klickt doch auch mal durch. 

Wie war Euer Lesemonat April?

Liebe Grüße
Sophia

Dienstag, 20. März 2018

Gated - die letzten 12 Tage

 
Allgemeines:
 
Titel: Gated - die letzten 12 Tage
Autor: Amy Christine Parker
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (1. September 2014)
Genre: Thriller
ISBN-10: 3423760982
ISBN-13: 978-3423760980
ASIN: B00K0NE2BK
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre
Originaltitel: Gated
Seitenzahl: 336 Seiten
Preis: 14,99€ (Kindle-Edition)
16,95€ (Gebundene Ausgabe)
Weitere Bände: Gated - Sie sind überall
 
 
Inhalt:
 
"Wir waren etwas Besonderes. Wir waren auserwählt. Wir würden die Überlebenden sein."
 
Bis vor Kurzem glaubte die siebzehnjährige Lyla, die Gemeinschaft von Mandrodage Meadows, in der sie mit ihrer Familie lebt, bewahre sie vor dem Bösen in der Welt und dem bevorstehenden Weltuntergang. Dann trifft sie Cody, einen Jungen von außerhalb, und stellt fest, dass sie in Wahrheit in einem perfiden Unterdrückungssystem gefangen ist. Doch Lylas Versuch, gegen Pioneer, den ebenso charismatischen wie gefährlichen Führer der Gemeinschaft, zu rebellieren, führt zum Kampf.
*Furchterregend, bedrohlich und erschreckend wahr*
 
 
Bewertung:
 
Erster Satz: „Diesmal schießt du, um zu töten, okay?“
 
Mit diesem Satz beginnt "Gated", welches schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf meinem SuB liegt und von dem ich eigentlich dachte, einen düsteren Endzeit-Thriller vor mir zu haben. Gerade weil das wirkliche Thema ein wenig an meinen Apokalypsen-Erwartungen vorbeiging, konnte mich der Roman aber auf eine ganz hartnäckige Weise fesseln. Der Roman ist eine einzige klare Warnung und schildert das langsame Aufwachen eines jungen Mädchens in einer Sekte, das beginnt an den Worten ihres Anführers zu zweifeln, ihr Leben in der Gemeinschaft zu hinterfragen und versucht aus einem Leben zu entfliehen, dem sie sich nicht gewachsen fühlt.
 
 
Sie sind meine Leute. Meine Gemeinde. Meine Familie. Ich kann mir nicht länger um den Rest der Welt Gedanken machen. Ihr Schicksal wurde vor langer Zeit entschieden – genau wie meins.“

Sonntag, 15. Oktober 2017

Love and Confess



Allgemeines:

Titel: Love and Confess
Autor: Colleen Hoover
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (20. November 2015)
Genre: Roman
ISBN-10: 3423740124
ISBN-13: 978-3423740128
ASIN: B016AOI8DA
Originaltitel: Confess
Seitenzahl: 400 Seiten
Preis: 9,99€ (Kindle-Edition)
12,95€ (broschiert)



Inhalt:

"Ich werde dich immer lieben, Auburn", flüsterte er an meinem Mund. "Selbst dann noch, wenn ich es nicht mehr kann."

Vor fünf Jahren hat Auburn ihre erste große Liebe in Dallas zurücklassen müssen, verbunden mit einem Schmerz, den sie bis heute nicht ganz überwunden hat. Als sie eines Abends im Schaufenster einer Kunstgalerie Briefe mit anonymen Bekenntnissen entdeckt, ist sie zutiefst berührt, denn auch sie trägt ein Geheimnis mit sich. Niemand soll von ihrer Vergangenheit wissen – vor allem nicht Owen, der junge Künstler mit den grünen Augen, der sich von den Geschichtenanderer Menschen für seine Bilder inspirieren lässt. Vom ersten Augenblick an fühlt sie sich zu ihm hingezogen und Owen geht es nicht anders. Die beiden verlieben sich mit ungeahnter Wucht ineinander. Doch auch Owen hat ein Geheimnis, das alles zu zerstören droht, was ihnen wichtig ist . . .


Bewertung:

Fast jeder Freund von Young Adult und Liebesromanen hat ihren Namen schon einmal gehört: Colleen Hoover. Diese Autorin ist einfach der Hammer - eine Frau mit einem unfassbaren Stil, die mit ihrem tollen Talent, krass emotionale, mega spannende und ultra poetische Stories in die Welt zu setzen, zu meinen absoluten Lieblingsautoren gehört. Von ihr habe ich bis jetzt fast alles gelesen und geliebt. Ihre "Will und Layken - Trilogie", "Zurück ins Leben geliebt", "Maybe Someday", "Nächstes Jahr am selben Tag", all das konnte mich begeistern, natürlich war es keine Frage, dass ich auch "Love and Confess" unbedingt lesen wollte. Ich muss zugeben, bei diesem Buch bin ich dem Hype erlegen und musste es mir einfach wünschen. Es ist dann erstmal eine Weile auf meinem SuB rumgegammelt, doch tadaaaa, ich hab´s geschafft, es doch noch recht zeitnah zu lesen. Mal wieder habe ich nur ein Wort um meinen Eindruck zu beschreiben, das diesmal witziger Weise auch sehr gut zum Inhalt passt: OMG!

Erster Satz: "In dem Wissen, dass ich heute zum letzten Mal hier sein werde, stoße ich die Schwingtür auf und trete in die Eingangshalle."

Donnerstag, 12. April 2018

In dieser ganz besonderen Nacht

Allgemeines:
Titel: In dieser ganz besonderen Nacht
Autor: Nicole C. Vosseler
Verlag: cbj (25. Februar 2013)
Genre: Fantasy
ISBN-10: 357015534X
ISBN-13: 978-3570155349
ASIN: B00AM5HTNY
Seitenzahl: 576 Seiten
Preis: 8,99€ (Kindle-Edition)
14,99€ (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
 "Eingehüllt in das sanfte Strömen von Dunst und Nebel, in seinem Duft nach grünen Moos und sonnengetrocknetem Treibholz, schloss ich die Augen und ließ mich von dem zarten Lufthauch seiner Finger in den Schlaf streicheln."
Eine hinreißend romantische Geistergeschichte vor der beeindruckenden Kulisse San Franciscos
Nach dem Tod ihrer Mutter muss Amber, die in einer deutschen Kleinstadt gelebt hat, nach San Francisco ziehen – zu ihrem Vater, den sie kaum kennt. Sie fühlt sich einsam und verlassen. Eines Abends begegnet sie dort in einem leer stehenden Haus Nathaniel, einem seltsam gekleideten Jungen. Er scheint der Einzige zu sein, der sie versteht. Aber er bleibt merkwürdig auf Distanz. Als Amber den Grund dafür erfährt, zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg: Nathaniel stammt aus einer anderen Zeit und die beiden können niemals zusammenkommen. Doch in einer ganz besonderen Nacht versuchen die beiden das Unmögliche …
Bewertung:
"Für all die verwaisten Seelen dieser Welt, die darum kämpfen, wieder heil und ganz zu werden."
Schon mit der Widmung hatte mich dieses Buch gepackt, welches auf eine gewisse Weise wunderschön, todtraurig und liebevoll aufbauen ist, wie es nur ganz wenige Geschichten können. Kennt ihr Bücher, die man einfach nicht aus der Hand legen kann und bei deren Lektüre einem durchgängig ein verträumtes "Hach" auf den Lippen liegt? Diese Geschichte ist genau so ein Buch. Auch wenn ich von Nicole Vosseler noch kein einziges Buch gelesen und dieses auch nur auf einem Flohmarkt mitgenommen habe, werde ich mir unbedingt mehr von dieser Autorin besorgen!
Das Cover ist ganz in einem warmen Blau gehalten, welches in der Mitte durch den großen Vollmond aufgehellt wird, vor dem sich zwei Silhouetten ausmachen lassen, die sich an der Hand halten und langsam zu verwischen scheinen.. Unter dieser angedeuteten Szene schwebt der Titel in verschnörkelten Lettern und komplettiert dieses schöne Bild. Auch wenn ich die Gestaltung wirklich wunderschön finde, fehlt dem Cover meiner Meinung nach das gewisse Etwas. Titel und Klapptext passen hingegen wunderbar. Was mir an der Gestaltung zusätzlich noch sehr zugesagt hat, sind die relativ kurzen Kapitel und die Unterteilung in 3 Teile. Auch die Zitate, die auf kunstvolle Art und Weise passend mit eingewebt werden, haben den Gesamteindruck angenehm unterstrichen.

Erster Satz: „Wenn man stirbt, so heißt es, zieht das ganze Leben an einem vorbei.“

Montag, 25. Juli 2016

Viren schlafen nicht

 
 
Allgemeines:
 
Titel: Viren schlafen nicht
Autor: Alex Bensson
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (28. April 2016)
Genre: Thriller, Krimi
ISBN: 978-1532824111
Seitenzahl: 300 Seiten
Preis: 9,99€ (Taschenbuch)
2,99€ (E-Book)
 
 
Inhalt:
 
 
"Das Leben ist süß, der Tod ist es nicht. Mache dir das Leben so süß es geht, damit Du dem Tod widerstehst!"
 
Plötzlich taucht es aus dem Nichts auf: ein mysteriöses, bisher unbekanntes Virus. Der alte Wissenschaftler Professor Löwenstein hat es in seinem Labor entdeckt, zugeschickt von einem unbekannten Absender. Der englische Geheimdienst MI6 beauftragt den jungen Lord Lucius Bromley, der Spur des gefährlichen Virus zu folgen. Doch alle, die mit dem hochansteckenden Virus in Berührung kommen, sterben unaufhaltsam. Und aus jeder brauchbaren Fährte wird eine Falle.
Unterstützt von seinem Team und Claire Hansen, einer deutschen Ärztin und Biologin, jagt Lord Bromley das tödliche Virus quer durch Europa. Wohin sie sich auch wenden, überall stoßen sie auf unüberwindliche Hindernisse, während sich das gefährliche neue Virus rasant ausbreitet. Aus einem gewöhnlichen Auftrag wird innerhalb kürzester Zeit ein Kampf auf Leben und Tod. Das Geheimnis des Virus zu entschlüsseln ist die einzige Chance zu überleben. Lord Bromley muss sofort handeln – die Zeit verrinnt.
Denn die Viren schlafen nicht...
 
 
 
Bewertung:
 
"Langsam, fast behutsam strich er über das Gesicht der Frau.
"Keine Angst", sagte er. "Es tut nicht weh. Das andere war viel schlimmer."
Ihre Augenlieder flackerten im Schlaf.
"Ruhe sanft!"
 
Ich habe das Buch als E-Book ohne Farbe gelesen und war deshalb von den Farben überrascht als ich es das erste Mal sah. Das grelle Gelb auf dem Schwarz wirkt wie eine Art Warnung und erzeugt gleich einen gefährlichen Eindruck, was wirklich sehr passend ist. Eine der stachelballartigen Viren wie sie auch auf dem Cover zusehen sind, ziert immer den Anfang eines neuen Abschnittes. Denn das Buch ist nicht in Kapitel eingeteilt, sondern in Tage, während denen immer wieder die Schauplätze und Uhrzeiten wechseln. Das Design des Buches ist also sehr ansprechend und vor allem passend gestaltet.
 
Wie ich eben schon sagte, wechseln die Schauplätze im Schnitt etwa über fünfzehn Mal in einem Kapitel. Rechts oben steht immer der Ort, Tag und Ortszeit angegeben um dem Leser etwas Orientierung zu ermöglichen. Die einzelnen Abschnitte sind dabei unglaublich kurz, sodass man praktisch in Höchsttempo durch die ganze Welt zu den verschiedensten Personen in den unterschiedlichsten Situationen gejagt wird. Alex Bensson schafft es dabei, die allgemeine Situation aus den abgefahrensten Sichtweisen zu erzählen, sodass ein allübergreifenden Überblick geschaffen wird und man gleichzeitig trotzdem nicht schlauer wird. Geradezu meisterhaft versteht der Autor es, die vielen verschiedenen Namen und Charakter sofort in den ersten Sätzen mit einer Situation, Eigenschaften, Gefühlen oder Zielen so geschickt zu verknüpfen, dass man sie alle als eigenständige Charakter in Erinnerung hat und nicht durcheinanderbringt. Es ist wirklich unglaublich, wie es der Autor schafft in wenigen Sätzen oder Seiten einen komplexen Charakter zu schaffen mit einer Geschichte, Gefühlen, Ängsten, Hoffnungen, Vergangenheit, Familie, Freunden und andere kleinen Details, die sie einzigartig machen. Allein "Ellen" und "Elke" waren mir in der Flut aus Namen doch etwas zu ähnlich, sodass ich erstmal etwas verwirrt war.

"Seine Augen lagen in tiefen dunkelvioletten Höhlen, aus seinem rechten Augenwinkel rann ein dünnes Rinnsal Blut. Seine Arme und Hände, die au der Bettdecke lagen, waren von Handteller großen blauen Flecken übersät.
"Ted!", schrie Monika.
Doch er zuckte nur kurz, schlug aber die Augen nicht auf..."

Zu Beginn war es etwas gewöhnungsbedürftig, so von einem zum nächsten zu springen und ich konnte keine wirkliche Verbindung zwischen den einzelnen Personen
erkennen, doch am Ende werden wie bei einem Teppich alle Handlungsstränge kunstvoll ineinander gewoben, sodass plötzlich alles Sinn ergab. Der sonstige Schreibstil war auf jeden Fall angenehm zu lesen, ohne viele komplizierte und verschachtelten Sätzen. Ich muss zugeben, dass ich mich gar nicht genauer dazu äußern kann, da ich mich viel mehr auf die Handlung konzentriert hatte und ganz im Plot versunken war. Zusammen mit den Ermittlern geht man auf die abenteuerliche Reise auf der Suche nach der Wahrheit. Trotz dass man viele zusätzliche Informationen erhält, die sie nicht wissen, geht einem immer in genau den richtigen Momenten ein Lichtlein auf. Wenn das Buch also eines nicht ist, dann durchsichtig!
Die vielen kleinen "Aha-Momente", in denen mein Atem kurz stockte und ich nicht glauben konnte, was mir gerade eingefallen war, haben das Buch für mich zu etwas ganz besonderem gemacht.

"Als er die Intensivstation verließ betete er stumm, ohne die Lippen zu bewegen:
...und vergib und unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern..."
 
Und ein zusätzlicher Vorteil hat das Buch ebenfalls: Man lernt eine Menge über Viren, Ärzte, Wunden und Gene im Allgemeinen! Man merkt, dass der Verfasser absolut vom Fach ist, denn die vielen Informationen, mit denen das Buch gespickt ist, sind nachvollziehbar, auf hohem Niveau und korrekt -soweit ich das sagen kann. Doch bevor sich jetzt jemand davon abschrecken lässt: Da die Ermittler selbst keine Ahnung von Molekularbiologie haben erklärt Claire es ihnen ganz langsam und absolut gut zu verstehen. Man sollte aber dennoch etwas an Grundwissen und auch Interesse mitbringen. Man muss kein besonderes Wissen haben um es verstehen zu können, aber was genau eine Zelle oder das Immunsystem ist, sollte man schon verstanden haben. Und wer jetzt immer noch skeptisch ist: ICH habe es verstanden, das sagt ja wohl alles aus ;) .

"Die Viren schlafen also in der Wirtszelle?"
"Ich würde es eher ruhen nennen. Viren schlafen nicht!"

Über die Spannung muss ich glaube ich gar nicht viel sagen. Durch die schnellen Wechsel der Perspektiven und die vielen Berichte aus der Sicht der Erkrankten entsteht eine gehetzte Stimmung und die katastrophale Wirkung des Virus entgleist langsam wie die Spannung auch. Gerade weil das Gedankenspiel, ein gefährlicher neuer Virus könnte die Weltbevölkerung auslöschen, alles andere als weit hergeholt ist, kann man das Ende kaum erwarten. Man bangt mit dem Ermittlerteam und hofft, auf die schlussendliche Rettung der Welt. Innerhalb von einem Tag hatte ich die 300 Seiten durch. Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Und so kann ich mir gutem Gewissen sagen, das es dieser Thriller locker mit Illuminati, 007 oder anderen Hochkarätern aufnehmen kann.

"Sie war so müde, so schwer. Zu schwer.
Auf einmal wollte sie auch nicht mehr. Es war ihr egal, dass sie in ihrem dünnen Nachthemd auf dem kalten Boden lag. Sie spürte auch keine Schmerzen. Nur eine unendliche, bleierne Müdigkeit."

Die Charakter sind nicht leicht aufzuzählen, weil eigentlich alle nennenswert sind. Mein Lieblingscharakter ist die junge Gynäkologin Claire Hansen aus Deutschland. Die hübsche Frau mit den roten Haaren ist eine ehemalige Schülerin von Professor Löwenstein, welcher das Virus untersuchte, dann aber plötzlich verstirbt. Sie wird vom MI6 angeheuert um dem bunten Ermittlerteam mit Fachkenntnissen und Informationen über ihren toten Lehrer zur Seite zu stehen.

"Sie spürte Panik in sich aufsteigen. Sie würde hier nicht herauskommen.
Zumindest nicht lebend!"
 
Dann ist da natürlich Lucius (Lucius Arthur Brandon Nevis-Mayfield, Lord Bromley). Er ist eigentlich der perfekte Agent: intelligent, gutaussehend, aufmerksam, charismatisch, reich und mit vielen guten Beziehungen in die ganze Welt. Ob dieser rein äußerliche Eindruck auch wirklich auf seinen Charakter zutrifft, lässt sich nicht genau sagen, da neben der Handlung und den vielen weiteren Persönlichkeiten nicht sooo genau auf ihn eingegangen wird. Doch wie das Cover und auch das Ende hoffen lassen, wird es vielleicht weitere Teile mit Lord Bromley geben...
 
Mit in dem Team sind dann noch Alexej, der verlässliche Computerspezialist, der sich überall hineinhacken kann aber schon beim geringsten Tropfen Blut kollabiert und allgemeingesagt leicht freakig wirkt; die wunderschöne aber vollkommen uneitele Uriela, die eine erfolgreiche Karriere als Kunstdiebin hinter sich hat; der etwas barsche aber immer topfitte Superagent Michael; sein sympathischer Bruder Raphael und zuletzt -der älteste im Team- Gabriel, der eigentlich alles kann, von Hubschrauber fliegen, über Taschendiebstal bis zu dem Einsatz von Trojanern.
Wie alle anderen auch werden diese fünf im Schnelldurchlauf charakterisiert, bleiben aber eindeutig hängen. Sie sind alle etwas speziell aber absolut liebenswert!

"Wir tun alle, was wir können", sagte Alexej.
"Ich weiß", sagte Lucius.
"Ich hoffe, das reicht", dachte er im Stillen.
Er hatte die Besten der Besten um sich versammelt und jetzt mussten sie eben beweisen, was sie konnten."

Natürlich ist da noch DER Böse! Ich hatte bis zu den letzten Seiten keine Ahnung, wer hinter all dem stecken sollte, doch als es dann herauskam war es als wäre das letzte Puzzleteil an seinen Platz gerückt worden und mir wurde plötzlich alles klar. Diese Identität ist es, was alle Handlungsstränge miteinander verbindet und als ich es plötzlich wusste, wäre ich fast durchgedreht. Sehr schön finde ich aber, dass auch kurz in das Leben des "Bösen" ein geblickt wird und man seine Sicht durchaus nachvollziehen kann. Deshalb habe ich auch das "Böse" in Anführungszeichen gesetzt, denn wie auch in anderen guten Büchern verschwimmt die Grenze zwischen gut und böse leicht. Es wird das Phänomen der "Mitläufer" aufgezeigt, das der Rebellen, die sich wehren und für ihren Widerstand büßen müssen und einfache leicht beschränkte Marionetten, die einfach kopflos Befehle ausführen.

"Genieß die letzten Stunden, die Dir noch bleiben. Wir werden uns nicht mehr sehen.
Aber sei gewiss, ich genieße meinen Triumph. (...)
Er ließ den Hörer fallen. Das Grauen breitete sich auf seinem Gesicht aus."
 
Ja und wenn man dann alles einigermaßen verstanden hat, dann kommt nach einem epischen und spannendem Finale das Ende!
Schonungslos und geradezu grausam offen wird es gelassen und lässt mich auf einen baldigen weiteren Teil hoffen. Die Handlung und das "Virenproblem" ist zwar komplett in sich abgeschlossen, doch was genau mit den Hauptpersonen passiert, bliebt komplett unklar!
 

 
Fazit:
 
Von diesem Buch kann ich getrost sagen, es ist einer der besten Thriller, den ich jemals gelesen habe!!!
Die Art der Erzählung mit den wechselnden Perspektiven hat mich komplett überzeugt, die Charakter begeistert, das Wissen belehrt und die Spannung wuchs immer weiter ins Unermessliche!
Als ich zu Ende gelesen hatte, dachte ich einfach nur: WOW!
Und das ist es, was ein Buch wirklich ausmacht, oder nicht?


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Vielen Dank an den Autor für das Rezensionsexemplar, was meine ehrliche Meinung jedoch nicht beeinflusst hat. 
(Quelle- Information und Coverbild: Amazon.de. Die Bilder und Cover, sowie die Inhaltsbeschreibungen und Klappentexte sind Eigentum des jeweiligen Verlages bzw. Schriftstellers oder anderweitigen Rechteinhabers. 
Bildquelle: alexbensson.de)
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