Donnerstag, 6. Oktober 2016

Weil wir uns lieben


 


Allgemeines:

Titel: Weil wir uns lieben
Autor: Colleen Hoover
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (24. Juli 2015)
Genre: Roman
IBSN: 978-3423716406
Seitenzahl: 384 Sieten
Preis: 9,95 € (gebundene Ausgabe)
7,99 € (Kindle-Edition)
Vorgängerbände: Weil ich Layken liebe;
Weil ich Will liebe


Inhalt:

"Schuld hat man nur, wenn man eine Entscheidung bewusst getroffen hat."


Ein Auf und Ab der Gefühle – das ist die Liebesbeziehung von Will und Layken seit dem ersten Tag, an dem sie sich trafen. Erst jetzt, nach ihrer Hochzeit, scheint ihr Glück perfekt zu sein – wäre da nicht Wills Vergangenheit, die einen Keil zwischen die beiden zu treiben droht . . .

 
Bewertung:

"Wir alle werden in diese Welt hineingeboren
als winzige Teile eines Puzzles.
Als eines von vielen,
die sich zu einem Leben zusammensetzen.
Es ist an uns, im Laufe der Jahre all die anderen Teile zu finden,
die das Puzzle unseres Lebens komplett machen."

 
Zuerst mal zum Cover bevor ich anfange rumzumotzen! Das ist nämlich wie die zuvor sehr hübsch. Wieder ist der obligatorische Farbklecks zu sehen und auch der Titel passt zu dem Buch und denen davor. Der Farbklecks ist dieses Mal violett mit einigen rosa und blauen Stellen eingefärbt. Ich finde diese Geste sehr schön da ja die ersten beiden Teile jeweils pink und Türkis blau waren und das Lila jetzt eine Mischung aus beiden darstellt. Dieses Mal ist anstatt dem "Will" das Wort "wir" eingefärbt. Ein kleiner Wermutstropfen: Der Schriftzug mit dem Namen der Autorin unterscheidet sich von den ersten beiden Titel und "stört" etwas die optische Harmonie der Reihe. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau.  Also allgemein sehr hübsch und viel schöner als das englische Cover.

Also was mich an der Zusammenfassung des Inhalts aufregt, ist dass sie rein gar nichts mit dem Inhalt des Romans zu tun hat. Entweder hat derjenige, der sie geschrieben hat, das Buch nicht gelesen oder aber er wollte einfach nicht auf die Rückseite von "Weil wir uns lieben" schreiben:
"Will und Layken verbringen ihren Honeymoon gemeinsam in einem Hotel, währen dessen erzählt Will Band 1 der Reihe aus seiner Sicht." Denn das hätte wohl auch mich daran gehindert es zu kaufen.

Es ist meiner Meinung nach etwas ungerecht dem Leser gegenüber, das dieses Buch überall als dritter Teil der großen "Will & Layken Trilogie" vermarktet wird. Ich würde eher sagen, es ist eine Art extra Band in dem der erste Teil aus Wills Sicht nacherzählt wird. Aus seiner Sicht wird der sogenannte "Honeymoon" beschrieben, der gleich an das Ende des zweiten Teiles anknüpft. Layken fragt ihn dann Dinge über zum Beispiel ihre erste Begegnung und er erzählt es ihr in dem die ganze Szene als Kapitel geschildert wird. Ich hatte natürlich mehr neue Handlung erwartet aber habe mich schnell damit angefunden. Es ist schon eine Weile her, dass ich "Weil ich Layken liebe" gelesen habe und das Buch hat mich wieder sehr gefesselt vor allem da Will sehr überzeugend auftritt und auch neue Szenen und Dinge mit hineinkommen die man davor nicht gewusst hat. Leider kommen aber zu wenige neue Aspekte um daraus ein dritter Teil zu machen. Ich möchte das Buch nicht schlecht machen! Es ist sicherlich eine große Leistung ein Buch, das schon existiert aus einer anderen Sicht zu schreiben. Colleen Hoover ist das auch wirklich gut und logisch gelungen. Ich habe größten Respekt vor der Autorin , ihr gelingt es immer wieder mit ihrem Schreibstil, dass der Leser die Zeit um sich herum vergisst und die Geschichte in kurzer Zeit beendet hat, auch wenn nicht viel Neues passiert.

Aber genau das ist mein Problem: es gibt keinen neuen Schicksalsschlag wie im Klapptext angekündigt. Layken muss zwar noch ein paar peinliche und unbegründete Eifersuchtsattacken überwinden, ihr (Ehe-)Glück ist aber an keiner Stelle der Geschichte bedroht.
Auch auf neue wunderschöne Poetry-Slam-Texte darf man sich freuen. Es werden völlig neue Seiten beleuchtet und auch einige süßen Insiderwitze und Auflösungen kleiner Details die man zuvor noch nicht wusste finden sich als "Eastereggs" wieder.  Auch frühere Missverständnisse zeigen sich in einem ganz anderen Licht. Am emotionalsten fand ich jedoch die Stelle, in der er von dem Unfall seiner Eltern berichtete. Dieser Teil war besonders schön geschrieben und mir standen für kurze Zeit die Tränen in den Augen, vor allem aber auch, weil man vorher nicht viel von dieser Geschichte von Will erfahren durfte.
 
Der Epilog ist dann noch mal komplett neu und beinhaltet eine wunderschöne Überraschung mit einem süßen Ende das mich dann nicht bereuen lassen hat, es gekauft zu haben. Es endet dann schließlich noch mit einem letzten Gedicht, das den Titel "Was noch gefehlt hat" trägt. Ich werde ganz sicher nicht verraten worum es geht aber nur so viel: Es ist soooooo schön! Meiner Meinung nach hätte man die Reihe aber nach dem zweiten Band beenden sollen - der hatte auch ein wunderbares Ende - und dann diesen Teil als Extra-Band verkaufen sollen.


 
Fazit:

Das Buch waren leider einfach 400 Seiten Happy End, ohne eine wirkliche Geschichte aber dafür gewohnt süß und mit viel Gefühl.
 Allerdings ist dieser Band wirklich nur etwas für die wahren Will-und- Layken-Fans, oder für welche, die Band 1 kaum mehr in Erinnerung hatten wie ich.



 
Ich habe verstanden (Will)
 
"Ich habe ein Mädchen kennengelernt,
das ist unglaublich schön.
Ich bin ihr verfallen.
Und zwar so richtig.
Rettungslos.

Leider kommt einem das Leben manchmal in die Quere.
Mir ist das passiert.
Mir ist es sogar massiv in die Quere gekommen.
Das Leben hat die Tür, die zu dem Mädchen geführt hat,
mit dicken Kanthölzern verrammelt, sie zusammengenagelt

und davor eine dreißig Zentimeter dicke Betonwand befestigt,
die mit einem Stahlgitter gesichert war,
an das wiederum ein Titanrahmen genietet war, der
nicht einen verdammten Millimeter nachgegeben hat –
egal, wie fest ich daran rüttelte.

Manchmal kann das Leben echt stur sein.
Es kommt einem in Quere
und stellt sich  einfach allem in den Weg.
Bei mir war es so.
Es stand meinen Plänen im Weg, meinen Träumen,
meine, Begehren, meinen Wünschen und meinen Bedürfnissen.
Es wollte mich einfach nicht durchlassen zu dem schönen Mädchen,
dem ich verfallen bin.
Und zwar so richtig.
Rettungslos.

Ich hab mir gedacht, dass das Leben mir wahrscheinlich
zu sagen versucht, was das Beste ist für mich und
für alle anderen.
Was Vorrang haben soll.
was an erster Stelle stehen sollte
und was an zweiter und an dritter.
Ich hab mir solche Mühe gegeben, alles zu organisieren,
zu kategorisieren, zu chronologisieren, damit alles an
seinem Platz steht, eben da, wo es hingehört.
Ich hab gedacht, dass es das ist, was das Leben von mir
will.
Dass alles schön in der vorhergesehenen Reihenfolge passiert.

So soll es doch sein, oder?
Oder nicht?
Eher nicht.
 
Wenn sich das Leben euch in die Quere stellt und stur
dasteht und euch den Weg blockiert, dann tut es das
nicht, weil es will, dass ihr aufgebt, euch ihm ergebt und
ihm die Führung überlasst.
Nein, verdammt.
das Leben macht das, damit ihr sauer werdet, damit ihr
kämpft und damit ihr das Ruder selbst in die Hand
nehmt.


 Weil es will, dass ihr es euch zu eigen macht,
dass ihr eine Axt packt und euch durch das Holz hackt,
dass ihr einen Vorschlaghammer nehmt und den Beton
zertrümmert,
dass ihr einen Schneidbrenner holt und die Gitterstäbe
und das Titan schmelzt, um endlich hindurchzugreifen
und die Tür aufzustoßen, die dahin führt, wo ihr hin-
wollt.

Das Leben will euch dazu bringen, dass ihr all das schön
Organisierte, Kategorisierte und Chronologisierte und
Was-weiß-ich-wie-Geordnete packt, in einen Mixbecher werft

und kräftig durcheinanderschüttelt.
Ich hab jetzt verstanden.
Das Leben wollte mir nicht sagen, dass mein kleiner
Bruder derjenige ist, der als Einziger für mich an erster
Stelle stehen sollte.


 Es wollte mir nicht diktieren, dass meine Ausbildung
und mein Beruf als Einziges an zweiter Stelle stehen
sollten.
Und es wollte mir definitiv nicht vorschreiben, dass das
Mädchen, das ich kennengelernt habe,
dieses unglaublich schöne und starke Mädchen,
dem ich so rettungslos verfallen bin,
erst an dritter Stelle kommen darf.
Auf die Warteliste gesetzt,
für später,
wenn dann alles passt.

 
Ich habe jetzt verstanden, was das Leben mir zu sagen
versucht hat.
Nämlich dass es flexibel ist. Dass da immer noch mehr
Platz ist, als man denkt, um all die Dinge unterzubringen, die zählen.
Und deswegen setzte ich das Mädchen,
das schöne Mädchen, dem ich verfallen bin,
auf meiner Prioritätenliste
ab heute
nach ganz oben."


Weitere wunderschönen Slamtexte findet ihr HIER!
 

Kommentare:

  1. Ich war auch ein wenig enttäuscht. Tolle, ehrliche Rezi!

    Liebe Grüße,

    Andreea
    https://andreealiest.blogspot.de/

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  2. Liebe Andrea,

    Danke für deine lieben Worte! Ich finde eben einfach, dass man einen Extraband als solchen kennzeichnen und nicht als dritter Teil einer Reihe ausgeben sollte!
    Ich schau gleich mal auf einen Gegenbesuch vorbei : )

    Liebe grüße
    Sophia

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