Donnerstag, 15. September 2016

"Tschick" - Der Film

Abgefahrener Roadmovie

Wie ihr vielleicht schon gehört habt, kommt "Tschick" von dem, 2013 an einem Hirntumor verstorbenen Autor, Wolfgang Herrndorf ab heute als Film im Kino. Ich will mich hiermit in die Vielheit der überquellenden Leserstimmen zu dem Thema einreihen.
Tschick“ gehört laut Kritikern zu den größten literarischen Phänomenen auf dem deutschen Buchmarkt der vergangenen Jahre. Seit der Veröffentlichung 2010 hat das Buch Millionen von Lesern gefunden und wurde in 24 Sprachen übersetzt. Die Kritik verglich es mit „Huckleberry Finn“ von Mark Twain, der Autor erhielt mehrere Literaturpreise. Zudem begann ein zweiter Triumphzug des Stoffs auf deutschen Theaterbühnen: 2013 stach „Tschick“ dort mit den meisten Aufführungen des Jahres sogar den deutschen Dauerbrenner „Faust“ aus. Auch ich habe dieses Buch innerhalb des Deutschunterrichts als Lektüre gelesen und war im Theater in Freiburg, weshalb ich auf diesen Film sehr gespannt bin.





Und darum geht´s:

Die Mutter in der Entzugsklinik, der Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz…

Die leicht durchgedrehte Roadnovelle handelt von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem 14-Jährigen aus bürgerlichen Verhältnissen und einem verwahrlosten jugendlichen Spätaussiedler aus Russland Tschick. Es wird aus der Sicht von Maik Klingeberg, einem unsicheren Außenseiter, erzählt, der mit seinem schrägen Freund Andrej Tschichatchow, der von allen bloß Tschick genannt wird und ab und an besoffen ist, ein Abenteuer erlebt. Die Mutter in der Entzugsklinik, der Vater auf Geschäftsreise, so machen sich die zwei Freunde mit einem geklauten Lada auf den Weg in die "Walachei". Obwohl beide nicht genau wissen, wo die eigentlich liegt, sagt Maik nach kurzem Zögern zu, und eine Reise ins Ungewisse beginnt.

Herrndorf stellt mit Tschick viele Themen und Probleme von Jugendlichen anschaulich und realistisch dar, von unerwiderter Liebe über Familienprobleme bis hin zu Kriminalität und Mobbing. Dabei zeigen sie einige Stärken sowie Schwächen, allgemein gesehen wurde ich aber überzeugt.
Wolfgang Herrndorf
Mehr dazu in meiner Rezension zu dem Buch - Hier klicken!!!
Die entscheidende Frage ist daher für mich, ob es der Verfilmung gelingen kann, den Jugendjargon des Romans in eine adäquate Filmsprache zu übersetzen, ohne niveaulos und langweilig zu werden. Wolfgang Herrndorf hatte sich vor seinem Tod noch selbst mit der Wahl des Regisseurs einverstanden erklärt. Also bleibt nur abzuwarten!
Hier noch der Trailer für euch:

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