Montag, 5. September 2016

Mondtochter - Die Nacht der Elemente

 
 
Allgemeines:
 
Titel: Mondtochter - Die Nacht der Elemente
Autor: Lia Haycraft
Genre: Fantasy
ISBN: 978-9963526093
Preis: 12,99€ (broschiert)
2,99€ (Kindle-Edition)
Weitere Bände: Mondschwinge;
Sonnenschwinge
 
 
 
Inhalt:
 
Die junge Rocksängerin Lucija Harris trifft eines Nachts zusammen mit ihrer Krähe Kapua den geheimnisvollen Sander, der sie auf seltsame und unheimliche Weise berührt. Auch ihn lässt das Treffen nicht kalt. Längst hat er gespürt, dass Lucija eine von vier Mondkindern ist, die er noch vor der Nacht der Elemente finden muss. Er ist ein Arantai und muss sie in sein Geheimnis einweihen, denn in wenigen Tagen wird sie in der Nacht der Elemente selbst zu einer Arantai werden, einem Geschöpf der Nacht, um fortan über ihr Element zu herrschen und damit der Natur zu helfen.
Sander will Lucija bei der Verwandlung begleiten, doch seine Vergangenheit holt sie beide ein.
 
Plötzlich taucht die Schwester seiner ehemaligen Geliebten auf. Umbra will Rache an Sander für den Tod ihrer Schwester nehmen. Noch bevor sich Lucija verwandeln kann, gerät sie in die rachsüchtigen Fänge ihrer Widersacherin. Als Lucija Sanders Interesse auf sich zieht, beschließt Umbra, die beiden zusammenzubringen, um sie dann auf ewig zu trennen und somit Sanders Herz zu brechen, wie einst ihres zerbrach...
 

 
Bewertung:
 
"Dicke Wolken hingen am Himmel. Die Grabsteine waren nur als vage Umrisse zu erkennen. In diesem Moment riss die Wolkendecke auf und die Blätter der Ahornbäume malten im Mondlicht tanzende Muster auf den Weg."

 
Mit diesen Worten startet das Buch seinen mystischen und verwobenen Lauf. Perspektivisch wird oft gewechselt, was dem Leser einen rundum Einblick in die Handlung, Gefühle und Gedanken aller ermöglicht.
 
Schon das Cover wirkt sehr fantasievoll und verschnörkelt. Wenn nicht schon wieder ein Modelgesicht darauf zusehen wäre, würde ich sagen, es hätte mir sehr gut gefallen. Lucija sah in meiner Vorstellung komplett anders aus. Was genau das Schwarze um sie herum sein soll, habe ich nicht genau verstanden. Zuerst dachte ich an Federn, was gut zu ihrer Krähenfreundin Kapua passen würde, die andeutungsweise in das Bild fliegt, dann an Wasser. Es wirkt auf jeden Fall genau wie das Buch selbst, mysteriös und schwungvoll dynamisch.

 
 "Mum schwor auf Yoga, um sich zu beruhigen. Vielleicht sollte sie auch endlich damit anfangen. Welche Übungen machte Mum immer? Kopfstand. Das passte. Ihre Welt stand Kopf, warum sollte Lucija das nicht auch tun?"

 
Das Buch startet bei Nacht auf dem Friedhof. Man lernt die achtzehnjährige Lucija Harris kennen, die dort auf Sander trifft. Sie wird in 2 Wochen 19 Jahre alt und ist eine recht normale junge Frau, die fest im Leben zustehen scheint. Sie arbeitet als Schmuckdesignerin bei einem Juwelier und singt mit Freundinnen in einer Rockband. Doch sie merkte schon als Kleinkind, das sie anders ist. Sie liebt die Ruhe und Friedlichkeit von Friedhöfen, ist eher Nachtaktiv und schon im Kindesalter trifft sie auf die Krähe Kapua, jene sie die "Krähensprache" lehrt. Folglich kann sie die Krähen nicht nur verstehen, sondern sich auch mit diesen unterhalten, was ihr nicht nur mehr als einmal Ungläubigkeit und Gelächter ihrer Mitmenschen eingebracht hat. Nur ihre beste Freundin Elin gibt ihr Halt und das Gefühl von Normalität. Sie war ein interessanter Hauptcharakter, da sie so stark und unerschütterlich wirkt, und Leser aber hinter ihre Fassade blicken lässt.

 
"Schon immer hatte sie tief in ihrem Herzen an die Existenz von irgendwelchen mystischen Wesen geglaubt und fast damit gerechnet, ihnen eines Tages zu begegnen."

 
Auch Elin hat es mir angetan, ihr gute Laune war richtiggehend ansteckend, was sie zu der typischen besten Freundin machte. Normalität, jugendliche Unbeschwertheit, nichts scheint ihre Welt erschüttern zu können. Für mich blieb sie aber etwas blass und unlogisch. Sie war immer Lucijas Anker zur "normalen Welt" gewesen und es hat meiner Meinung nach überhaupt nicht gepasst, dass sie später auch in die ganze Angelegenheit verwickelt wird und eine magische Herkunft feststellt.
 
Sander ist, wie sein Name schon bedeutet, ein Mann mit ausgeprägtem Beschützerinstikt und einer tragischen Vergangenheit. Er war mir sehr sympathisch, da er sehr geheimnisvoll erscheint aber trotzdem überlegt, verantwortungsbewusst und mitfühlend ist. Er beherrscht das Element des Windes und wirkt wie alle anderen Charaktere in diesem Buch auch, erfrischend erwachsen. Er lebt mit anderen Arantai in einem großen Haus, dass früher seinem Urgroßvater gehörte. Er und seine Freunde haben es sich zur Aufgabe gemacht die vier neuen Mondkinder zu finden, die alle 19 Jahre geboren werden und in diese fremde Welt einzuführen und ihnen somit die Wandlung einfacher zumachen.
 
Denn das Beherrschen eines der vier Elemente hat seinen Preis. Die Mondkinder müssen sie sich verwandeln und ihrer Menschlichkeit entsagen. Fortan können sie als Kinder der Nacht nicht mehr im Sonnenlicht wandeln ohne sich zu verbrennen und sich auch nicht ihrem alten Leben und alten Vertrauten offenbaren. Außerdem gilt es der Bedrohung durch die "Machthungrigen" zu trotzen, Arantai die vom rechten Weg abgekommen sind und ihre Macht nutzen um Schaden anzurichten.
 
Solch eine Machthungrige ist Umbra Jones, der Bösewicht der Geschichte. Sie ist eine Arantai des Wassers und kann das Eis beherrschen. Sie kommt aus der Schattenwelt Axikon, der sagenumwobenen Parallelwelt dessen Tor sich nah der verheißungsvollen Nacht der Elemente öffnet. Sie will sich mit allen Mitteln an Sander rächen, den sie für den Mörder ihrer geliebten Zwillingsschwester hält. Man kann ihre Wut durchaus nachvollziehen, was sie greifbar und real erscheinen lässt. Trotzdem kommt man nicht darum, die Frau mit der eiskalten Aura zu hassen.

 
"Mit dieser Stimme konnte sie sicher Regen in Hagel verwandeln."

 
Die anderen Arantai, die Lucija in Sanders Haus kennenlernt sind alle so verschieden wie interessant. Jeder beherrscht ein anderes der Elemente und so weisen Noelani, Hilal und Are komplett andere Charaktereigenschaften auf. Leider bleiben sie trotzdem leicht blass.
 
 
Die Idee mit den Elementen und auch der Verlauf des Plots ist zwar nicht gerade etwas, was man noch nicht zuvor schon mal irgendwo gelesen hat, doch trotzdem erschien es mir ausreichend abwechslungsreich und faszinierend mystisch, dass es mich in seinen Bann gezogen hat. Auch die Nacht, der Mond und dessen Kraft hatte eine magische Wirkung auf mich und haben somit die Anziehungskraft des Buches verstärkt.
Die Autorin hat die einmalige Fähigkeit, mit ihren Worten ein Bild zu gestalten, dunkel, glänzend und geheimnisvoll wie die Kunstwerke, vor denen Lucija gerne steht. Mit dem malerischen Stil, der sehr beschreibend und treffend das Geschehende umschreibt, ist es sehr angenehm und einfach zu lesen.
 
 
"Bitte hab keine Angst vor mir. ich will dir nichts tun, sondern dir helfen und alles erklären," Seine Stimme war tief vor Gefühlen. Verstehen, Sorge und noch etwas anderem."
 
 
Auch das Grundgerüst des Buches steht sehr sicher und wohlkonstruiert. Es hat genau die richtige Länge, um nicht zu kurz und zu geschmuddelt zu sein, jedoch nicht in langweiligen Erläuterungen einzuschlafen. Man wird mit Lucija langsam  in diese fremde, neue Welt der Elemente eingeführt, wird häppchenweise mit Informationen gefüttert um immer bei der Stange zu bleiben und entschlüsselt nach und nach die Geheimnisse dieser, sodass es bis zur letzten Seite spannend bleibt und man in der doch sehr kurzen Geschichte aufgehen kann.
 
Seltsamerweise haben mir die 200 Seiten vollkomme ausgereicht, um alle kennenzulernen und ganz im Plot anzukommen. Trotzdem freue ich mich auf die weiteren Teile, in denen es dann aber nicht mehr um Lucija und Sander gehen wird.

 
 
Fazit:
 
 Ein magisches und mysteriöses Buch voller Fantasie und dunklen Geheimnissen, das trotz etwas ausgelutschter Idee überzeugt.
 

Vielen Dank an Lia Haycraft für ihr tolles Buch, das sie uns zur Verfügung gestellt hat, für die Möglichkeit Lucija und ihre Freunde kennenzulernen und einige versüßten Momente.

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