Dienstag, 31. Januar 2017

Das Geheimnis der Night Sky

 
Allgemeines:
 
Titel: Das Geheimnis der Night Sky
Autor: Oliver Jungjohann
Genre: Fantasy
ISBN-10: 3981768426
ISBN-13: 978-3981768428
ASIN: B01B2P700E
Preis: 2,99€ (Kindle-Edition)
11,20€ (Taschenbuch)
Weitere Bände: "Hinter dem Wasserfall";
"Verrat am Elfenparadies"

Hier geht´s zum Buchtrailer...

 

Inhalt:
 
 
"...Und was findest du besser? Mit den Dingen leben, oder hier diese Welt ohne Dreck und mit viel Zeit?..."
 
 Das mysteriöse Verschwinden des Forschungsschiffes 'Night Sky' vor langer Zeit ist nicht das einzige Abenteuer, auf das sich die zwölfjährige Finja und ihr jüngerer Bruder Aaron einlassen müssen. Auch außerhalb der Elfenwelt, die die beiden entdeckt hatten, bereitet das Leben den Geschwistern mit ihren Freunden und Verwandten eine Menge Aufgaben, und Finja entdeckt den Zauber der Liebe. Finja und Aaron begeben sich tatsächlich nach langer Vorbereitung in Italien auf eine gefährliche Expedition, um das Rätsel der 'Night Sky' zu lösen...
 
 
 
 
Bewertung:
 
 
"DISCLAIMER: Dieses Buch ist zweiter Teil der "Wasserfall-Trilogie", weshalb mögliche Spoiler über die Handlung des ersten Teiles nicht ausgeschlossen werden können!!!
 
 
"Das Geheimnis der Night Sky" ist der zweite Teil der "Wasserfall-Trilogie", welche mit "Hinter dem Wasserfall" schon spannend gestartet ist. Er glänzt mit spannenden Erlebnisse der Geschwister, doch auch außerhalb der fantastischen Elfenwelt gibt es viele aufregende Momente! Welche Entwicklung nimmt die Liebe zwischen der jungen Finja und ihrem Freund Toni? Auch hier vorab ein dickes Dankeschön! an Oliver Jungjohann für das Rezensionsexemplar!!!
Ich habe es auch dieses Mal wieder sehr genossen mit Finja und Aaron in ein Abenteuer starten und den beiden beim Großwerden zusehen zu dürfen.
 
 
 Erster Satz: "Der Geruch alter Bücher wehte Finja entgegen, als sie die große Eingangstür öffnete."
 
 ...


 Doch nun wieder zum Cover: Dieses Titelbild ist abermals in Blau- und Schwarz - Tönen gehalten, wird aber durch einen Kleck Türkis und etwas Beige und grün etwas aufgelockert. Zusehen ist diesmal ein Meer mit Küste und im Vordergrund die dunkle Silhouette eines Paares. Im linken unteren Eck sieht man zwei Gestalten, die durch eine Höhle tauchen. Da man diesmal kein Modelgesicht auf dem Cover sieht, hat mir dieses Cover viel besser gefallen, als das vorherige. Auch dass die alle wichtigen Zusammenhänge und Schritte der Handlung visuell sichtbar sind, hat mir gut gefallen. Es verkörpert nämlich wieder sehr schön die Grundstimmung des Buches und wirkt jetzt endgültig nicht mehr wie ein Kinderbuch. Wieder sehr gefreut habe ich mich über die Kapitelzeichnungen und Bilder, die die Kapitel hübsch ausschmücken.
 
 Der Einstieg in das Buch fiel mir überraschend einfach. Auch wenn ich den ersten Teil erst tags zuvor beendet hatte, kommt es bei mir oft vor, dass ich eine Weile brauche um wieder in eine Geschichte hineinzukommen, was auch vor allem daran liegen mag, dass auch der Autor eine kurze Weile braucht, um richtig in die Geschichte zu starten.
 
 
"Oh oh", sagte Aaron und grinste seine Schwester an. "Stirnlampen an und rein in das schwarze Loch, der glühenden Lava mit ihren Feuermonstern entgegen", antwortete Finja mit scherzhafter Gruselstimme."
 
 
Doch nicht so hier. Oliver Jungjohann startet gleich von Anfang an voll durch und informiert den Leser gleich nebenbei indirekt über die Vorgeschichten und Vergangenheiten der beiden wichtigen Protagonisten Aaron und Finja. Dabei greift er gekonnt Dinge und Passagen aus dem ersten Band auf, ohne überladen oder aufdringlich zu erscheinen. Ich habe viele Rezensionen gelesen, in denen Neuleser gleich mit dem zweiten Teil gestartet sind, was ich ein bisschen schade um den tollen ersten Teil fand, doch alleine die Tatsache, dass so etwas bei dieser Trilogie möglich ist, spricht doch schon für sich!
 
Aber... worum geht es in diesem Teil?
Nachdem sie die Elfenwelt bereits vor einiger Zeit retten konnten, befassen sich die beiden Geschwister nun um das Rätsel des versunkenen Schiffs „Night Sky“. Ihre Suche bringt sie auf die Fährte eines verschollenen Forschungsschiffes in Italien. Da kommt ihnen der geplante Familienurlaub nach Italien gerade recht. Kann es dort vielleicht einen zweiten Zugang zur Elfenwelt geben? Wird Finja das Geheimnis lösen, dass sich hinter dem Brett mit "E. Jefferson" darauf verbirgt? Alle Spuren laufen in einer geheimnisvollen Höhle an der Küste zusammen. Es wird geplant, ein Kletterkurs gemacht und dann ab ins Abenteuer...
 
 
"Die Zeit verging wie im Flug. Finja, Toni und Aaron erklärten abwechselnd Teil aus ihrem Leben, dabei merkten sie, wie selbstverständlich gewordene Alltagsdinge nur schwer zu beschreiben waren und ihnen manchmal sogar plötzlich merkwürdig vorkamen..." 
 
 
Ja, aber darum geht es auch:
Das Leben in der Realität bereitet den Geschwistern mit ihren Freunden und Verwandten eine Menge Aufgaben. Finjas junge Beziehung zu ihrem Freund Toni entwickelt sich weiter, sie entdeckt erste Körperlichkeit, ihre Freundin Paulina, die offensichtlich mit einem ernsten Problem kämpft braucht dringen ihre Hilfe und auch ansonsten bewegen sie Alltagsereignisse wie Besuche auf dem Reiterhof, Treffen mit Freunden, Schule und der ganz normale Alltag.
 
Neben dem Abenteuer spielen die ganz normalen Dinge des Heranwachsens eine große Rolle: die erste Liebe, familiärer Zusammenhalt, Freundschaft, den eigenen Platz in der Gesellschaft zu finden, und so weiter. Diese "Normalität" ist eigentlich nicht besonders spannend, doch müssen in der Geschichte einfach ihren Platz haben um die Umbruchzeit "nicht mehr ganz Kind aber auch nicht ganz jugendlich" authentisch darzustellen. Und das ist dem Autor wirklich gelungen!
 
Dieser Band spielt hauptsächlich in der Realwelt, verliert aber niemals den Faden zur ursprünglichen Expedition und zu dem Reich der Elfen. Gerade durch diese Mischung aus Realität und Fiktion wird dieses Buch so besonders und niemals langweilig.
 Die Spannung wird durch gekonnt eingewebten Ereignissen konstant gehalten, bis sie am Ende noch einmal richtig auflebt. Dabei ist es sehr interessant, dass nun viele größere Zeitsprünge gemacht werden, welche aber logisch und feinfühlig mit eingebaut werden.
 
 
"Als die Feuerwerkssonne in schnellen Umdrehungen die Funken weit sprühte und überall die Raketen hochstiegen, dachte sie an die kommenden Ereignisse. Was würden sie in Italien entdecken? Würden sie überhaupt etwas finden? Und wie würde wohl ihr Zelturlaub mit Toni werden? Auf jeden Fall würde sie ein unglaublich spannendes Jahr vor sich haben, auf das sie sich riesig freute!"
 
 
Besonders gut gefallen hat mir, dass der Roman neben den spannenden Ereignissen auch eine klare Aussage besitzt. Er verliert sich nicht in Wiedersehensfreude und sinnlosem Geplänkel wie viele Mittelbände sondern spricht klar und deutlich wichtige Themen der jungen Zielgruppe an - Probleme gleichsam mit Erfahrungen, die einfach dazugehören. Dabei versteht es der Autor auch meisterhaft schwierige Themen wie zum Beispiel Alkoholismus und Gewalt in Familien, Aufklärung und Verantwortung behutsam anzupacken und in die Geschichte mit einzuweben. Dass das Buch zu jedem Problem auch gleich noch eine mögliche Lösung oder ein Tipp mitliefert ist dann für mich noch einmal die Krönung gewesen. So wird dieses Abenteuerbuch indirekt auch zu einer Story die aufklärt, ermahnt, informiert und prägt.
 
Gut ist dabei, dass durch die Bandbreite an aufgelisteten Themen, sich jeder das "herauspicken" kann, was ihn interessiert oder in seiner jetzigen Lebenssituation berührt und den Rest einfach überlesen. Denn in Finjas Freundeskreis gibt es einige Fälle, die ganz gut stellvertretend dafür stehen können, was einem Kind in seiner Lebenswelt alles begegnen kann. Man muss nicht einmal selbst mit solchen Erfahrungen in Berührung kommen, auch wenn Freunde oder Bekannte in eine solche Situation geraten, ist es möglicherweise hilfreich, sich schon einmal distanziert von der Wirklichkeit in Form eines Buches damit beschäftigt zu haben. Der Inhalt des Buches ist dabei ist dabei so perfekt auf die Zielgruppe des Buches abgestimmt, dass ich nur jeder Mutter empfehlen kann, ihren 10 bis 13jährigen Kindern diese Reihe in die Hand zu drücken.
 

"Tschüss Rømø", sagte Finja wehmütig mit einem Winken, als sie wieder auf die Straße fuhren. Dieser Ort war jetzt für alle Zeiten etwas ganz Besonderes, ging ihr durch den Kopf. Ein Ort, an dem sie fliegen gelernt hatte, ohne Elfenkraft, aber mit einem anderen Zauber. Liebeszauber. Jetzt war sie kein kleines Mädchen mehr, dessen war sie sich sicher."

 
Die Charakterentwicklung von Fanja hat mir wieder sehr gut gefallen. Es macht sehr viel Spaß ihr dabei zuzusehen, wie sie rieft und immer vernünftiger wird. Natürlich tut sie oft Dinge, bei denen man sich denkt "naja" und verrennt sich ab und zu, doch das darf sie auch! Sie ist immerhin genau in der Umbruchzeit zwischen Kindheit und Jugend, wo man eben manchmal eher wie ein Kind ist, dann aber wieder jugendlicher und sich auch ziemlich komplizierte Gedanken macht.
Zusammen mit Band 1 und 3 wird insgesamt ein Entwicklungszeitraum überstrichen, der auch in der Realität viel Umbrüche, Erlebnisse, wirre Gefühle und soziale Reifungen enthält, was ich super finde, da es sehr wenige Buchreihen gibt, die einigermaßen interessant zu lesen sind und sich mit dieser Zeitspanne befassen. Es ist eben einfach nicht leicht, einen Charakter zu definieren, der genau zwischendrin steckt und ihn dann auch nachvollziehbar und sympathisch erscheinen zu lassen. Das hat der Autor aber super hinbekommen.
 
 Auch wenn ich Finja also sehr gemocht habe, finde ich dennoch, dass Aaron wieder etwas zu kurz kommt. Da das Buch mit den Geschwistern als gemeinsames Abenteuer und Geheimnis gestartet ist, finde ich es etwas schade, dass er nur eine Randfigur bleibt. Alles aus der Sicht eines Jungen zu erleben, würde mir auch sehr interessant erscheinen. Vielleicht rückt er in Band drei wieder in den Fokus der Handlung, was ich mir sehr wünschen würde. Wenn ich gerade schon am Kritisieren bin: Am Ende fand ich einige Freiheiten, die die Eltern Aaron und Finja zugestehen doch etwas unlogisch. Keine Eltern würden beispielsweise ihre 12 und 9 jährigen Kinder in einem fremden Land ganz alleine eine Fahrradtour machen lassen und sich nicht wundern, wenn beide einen ganzen Tag wegbleiben.
 
 
"Sie beobachtete die grazilen Bewegungen der Elfen zu der melancholischen Musik, die über den von Laternen beleuchteten Platz in die warme Abendluft wehte. (...)
"Komm auch, tanz mit!", sagte Atéschi und zog an Finjas Hand.
"Aber...ich weiß doch gar nicht..."
"Höre auf dein Herz und fühle die Musik!"
 
 
Der Schreibstil ist immer noch sehr leicht und klar, hat sich aber deutlich mit den beiden Protagonisten weiterentwickelt. Dadurch dass er sehr nah an seiner Zielgruppe bleibt, können Kinder problemlos folgen und Erwachsene werden an ihre Kindheit erinnert. Besonders gut hat mir seine Dialoggestaltung gefallen, die realistisch aber doch gut durchdacht wirkt.
 
Das Ende hat mir sehr gut gefallen und gleich Spannung auf den nächsten Teil geweckt.
 
 
 
Fazit:
 
„Das Geheimnis der Night Sky“ trifft wunderbar den Geschmack junger, sowie erwachsener Leser und zeigt ein breites Band an Problemen, Erfahrungen, Reife, Entwicklung, Phantasie, Botschaft, Lebendigkeit und Abenteuer auf. Eine klare Leseempfehlung!
 
 

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