Sonntag, 26. November 2017

Filmempfehlung: "Zweisitzrakete"

Ich liebe Komödien. Noch mehr liebe ich sie, wenn sie einen frischen, eleganten Witz mit subtilen, zarten Tönen und wunderbaren Bildern verbinden, so wie das "Zweisitzrakete" von Regisseur Hans Hofer getan hat, den ich vor kurzem gesehen habe. Der Film, der am 17. Oktober 2013 erschien und in den Filmladen Studios produziert wurde, dauert 113 Minuten und ist ab 6 Jahren freigegeben.
 
 
Worum geht´s?

Manuel ist in seine beste Freundin Mia verliebt, doch die weiß nichts davon, weil Manuel die Freundschaft nicht kaputt machen will. Plötzlich verliebt sich Mia Hals über Kopf - in einen anderen. Ausgerechnet in einen Italiener. Nun wird es erst recht schwer für Manuel, Mia für sich zu gewinnen. Also schmiedet er einen Plan: Er will Mia ihren Kindheitstraum erfüllen. Dazu benötigt er jedoch die Mithilfe seines Mitbewohners Detlev, dessen Selbsthilfegruppe für verlassene Ehemänner sowie eine große Portion Mut.

 
 
Warum sollte ich mir den Film unbedingt ansehen?
 
Diese Liebeskomödie ist abgehoben, im wahrsten Sinne des Wortes und hat auch nach der Veröffentlichung ganz gemischte Kritiken erhalten. Mir persönlich hat der Film sehr gut gefallen, auch wenn man ihn für ein wenig übertrieben und typisiert halten kann. Auf märchenhafte Art und Weise zeigt diese lebensbejahende, romantische aus Österreich, dass manch einer für die große Liebe schon mal verrückte Sachen macht...


So der Fotograf Manuel, der aus verzweifelter Liebe eine alte Zweisitzrakete aus dem technischen Museum klauen will, um seiner allerbester Freundin zu zeigen, dass er sie liebt. Von Beginn an ist klar: die beiden haben sich gesucht und gefunden - ein wenig verrückt aber auch sehr liebenswert. So sitzen nachts philosophierend über den Dächern von Wien (Bild rechts), haben dieselben verrückten Pläne für die Zukunft: Ein Foto von einem weißen Hai machen, eine Kokosnuss aus einem Supermarkt stehlen, um sie zu ihrer Palme zurückbringen und vor allem: zusammen nach New York gehen. Doch gerade als Manuel Mia seine Liebe gestehe will, verliebt sie sich auf einer Südtirol-Reise in einen italienischen Piloten und will prompt mit ihm auswandern.
 
Da muss ein Plan her, und wer wäre besser dafür als Mitstreiter geeignet, wie sein Freund und Mitbewohner Detlev (Bild links) - Motivator und Frauenheld, aber vor allem der Leiter der Selbsthilfegruppe trauriger Frischverlassener, denen er nach dem Motto "Zuerst der Zorn, dann die Vergebung" bei der Bewältigung ihrer Trennung hilft. Als schräge Lockerungsübungen und verklemmte Geständnisse nicht mehr ausreichen, kommt Manuel mit seinem Problem für die versammelten traurigen Gestalten gerade recht - gemeinsam schmieden sie einen Plan, um Mia doch noch zurückzuerobern. Gemeinsam wird beschlossen, in einer Nacht- und Nebelaktion eine alte Zweisitzrakete aus dem Technischen Museum zu stehlen um ihr einen Kindheitstraum zu erfüllen.
 

Mit bunten Bildern, unkonventionellen Szenen und nicht zuletzt herausragenden Schauspielen (Manuel Rubey, Alissa Jung, Simon Schwarz, Thomas Stipsits) wird ein lebendiges, innovatives Bild gezeichnet, dass enthusiastisch ans Herz geht. Eine Szene ist witziger und abgefahrener als die letzte, alles kommentiert durch zwei Österreicher Tauben (Michael Niavarani und Gerti Drassl), die die menschlichen Irrwege von oben herab betrachten und sich über vom Himmel regnende Tomaten und startende Raketen lustig machen.
 
Kritisiert wurde häufig, der Film setze "auf überholte Typenkomik", überziehe das Lokalkolorit und verschwimme in schlechten Gags, was ich aber absolut nicht nachvollziehen kann. Für mich hat dieses moderne Märchen eine willkommene Abwechslung zur Standardkomödie geliefert und mich mit liebevollem Witz mitgerissen. 
  
 
 
 
Neugierig geworden? Hier der Trailer:
 
 
(Bildquelle: www.zweisitzrakete.com)

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