Freitag, 26. August 2016

Der Ruf des Turul - Im Zeichen des Falken

 
Allgemeines:
 
Titel: Der Ruf des Turul - Im Zeichen des Falken
Autor: Sarah Schäfle
Verlag: Stephan Moll Verlag (27. Februar 2016)
Genre: Fantasy
ASIN: B01CBIOMPW
ISBN-10: 3940760986
ISBN-13: 978-3940760982
Seitenzahl:334 Seiten
Preis: 2,99€ (Kindle-Edition)
10,50€ (Taschenbuch)
Weitere Bände: Ildikos Erben;
Die Macht des Taltós
 
 
 
Inhalt:
 
"Du kannst weglaufen, doch du kannst nicht entkommen!
Ich werde dich überall finden, du kannst dich nicht verstecken!
Ich werde alle finden, die du liebst. Alle werde ich sie töten.
Dich zuerst stirbst du, Madeleine!"
 
 
Madeleine Binder ist ein ganz normales 16-jähriges Mädchen - dachte sie zumindest. Doch plötzlich kann sie Feuer aus ihren Händen fließen lassen, Spiegel zerspringen, wenn sie wütend wird, und sie hat dunkle Visionen. Erzählen kann sie davon nur ihrer besten Freundin Anja. Durch Zufall findet Madeleine eine kleine Statue eines Turuls -ein ungarischer Sagenvogel- in der Wohnung ihrer Großmutter und erfährt so, dass sie eine Turulträgerin ist und magische Kräfte hat.

Während Madeleine nun lernen muss, mit ihren Kräften umzugehen, verhält sich ihr Freund Jan, mit dem sie erst seit kurzem zusammen ist, sehr merkwürdig und zieht sich immer mehr von ihr zurück. Schließlich beendet er sogar ihre Beziehung.

Und auch der neue Mitschüler, Thilo, verhält sich seltsam. Er sucht das Gespräch mit Madeleine, als er erfährt, dass er adoptiert wurde. In der darauffolgenden Nacht überschlagen sich die Ereignisse. Nachdem ein Brandanschlag auf die Wohnung der Binders verübt wurde, schickt Eva Binder ihre Tochter umgehend zu ihrer Großtante Eszter nach Budapest. Anja darf ihre Freundin begleiten. In der ungarischen Hauptstadt können die Mädchen ihren Nachforschungen weiter nachgehen ...
 
 
 
 
Bewertung:
 
"Die Dunkelheit erhellte sich nur langsam"
 
Das ist der erste Satz des Buches und ich finde ihn unglaublich passend für die Entwicklung des Plots. Als Leser und auch für die Hauptpersonen erhellen Erkenntnisse nur sehr langsam die Dunkelheit und bringen immer mehr ans Licht. Doch bevor ich mich noch weiter in "Licht-Wortspiele" verstricke, will ich noch etwas zum Cover sagen.
 
Es trägt blaue Farbkleckse in Batik-Manier und die leicht krakeligen Umrisse eines Vogels, vermutlich denen eines Falken. In weißer Farbe schwebt darüber der Titel und die Autorin. Auch wenn ich diese Beschriftung etwas unübersichtlich finde, spricht mich das Cover an und passt zum Buch.
 
"Im Zeichen des Falken" startet sehr gemächlich und überschaubar in das normale Leben von der sechzehnjährigen Madeleine Binder. Sie geht zur Schule, trifft sich mit Freunden, verliebt sich und telefoniert mit ihrer besten Freundin, was Jugendliche eben so tun. Durch den Sarkasmus und den Witz, den Maddie aber im Alltag zeigt, wird es trotzdem nicht langweilig und man hat wenigstens viel Zeit um die Charaktere kennenzulernen.
 
Vor allem Madeleine, die Hauptperson, die aus der Ich-Perspektive ihre Geschichte erzählt, war mir sofort sympathisch. Sie ist ein Tollpatsch und amüsiert und als Leser und ihre Freunde mit schrägen Aktionen.
 
 
"Warum hat das keiner gefilmt?", fragte Jan immer noch lachend.
"Brennt es in euer Gedächtnis ein, damit ihr es in den passenden Momenten hervorholen könnt!", meinte Anja und klopfte mir aufs Knie.
Ich grinste nur breit. Andere Leute mit meinen peinlichen Aktionen zu amüsieren, war schließlich eines meiner größten Hobbys."
 
 
  Sie sagt immer ehrlich, was sie denkt und lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Dank ihrer offenen Art, die Welt zu sehen hat es mir sehr viel Spaß gemacht, dem Plot zu folgen.
 
Auch Anja, ihre Mystik-besessene beste Freundin hat mir als Charakter zugesagt. Sie ist quirlig, lebendig und immer gut gelaunt, somit also die perfekte beste Freundin. Mit der Begeisterung, die sie gegenüber Maddies neuen Gaben an den Tag legt, hat sie das ein oder andere Mal zum lachen gebracht. Sie schreibt alles auf, was sie herausfinden und sammelt es in einem großen rosa Schuhkarton -hallo?!? ;)
 
Dann gibt es da noch Jan und Thilo. Was ich genau von Jan halten soll, weiß ich nicht. Man weiß, dass er Geheimnisse hat und auch irgendwie in die ganze Sache verstrickt ist, doch auf welcher Seite er steht, wird nicht ganz klar. Thilo dagegen ist mir sehr sympathisch, auch wenn er etwas blass bleibt.
 
Was mir sehr gut gefallen hat, ist der Handlungsstrang in Budapest. Als sich die Ereignisse überschlagen werden die beiden Mädchen von Maddies Mutter nach Ungarn zu Tanta Eszter geschickt. Diesen abrupten Schauplatzwechsel fand ich sehr interessant, genau wie auch die Familiengeheimnisse, mysteriösen Bilder und Briefe so wie die Visionen, die Maddie von düsteren Häusern und Porträts erhält. Ausgerechnet Ungarn zur Schlüsselstelle zu wählen, hat mich etwas überrascht. Diese Tendenz nach Osten ist etwas komplett anderes, verglichen mit anderen Büchern. Auch die Sagen mit dem Turul ist komplett neu und absolut nicht geklaut. Und sehr spannend - diese Sagengestalt gibt es tatsächlich!!!!
 
 
"Nein, dachte ich nur, nein!
Eisige Kälte umfing meinen Körper, hüllte mich ein und versuchte mich in die Knie zu zwingen. Eine fremde und abstoßende Präsenz berührte mich mit ihrer Kälte, umschlang mich und raubte mir den Atem. Aber in mir regte sich Widerstand und leise Wut, die stetig wuchs und alle Ängste überlagerte. Ich würde nicht zulassen, dass meinen Freunden etwas zustieß!"
 
 
Auch die Spannung steigt nach anfänglichen leichten Startschwierigkeiten rasant an. Die Bedrohungen werden mysteriöser, die Flucht rasanter, die Orte gruseliger und das Ausmaß größer. Bald konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es ist in der Entwicklung des Plots innerhalb des Buches eine klare Steigerung zuerkennen. Ganz nach dem Motto "Die Dunkelheit erhellte sich nur langsam" kommt immer mehr auf den Tisch, das gleichzeitig noch mehr Fragen aufwirft. Und wenn es im nächsten Teil so weiter geht, wird es irgendwann ganz schön nervenaufreibend werden.
 
Der Schreibstil von Sarah Schäfle hat mir sehr gefallen. Er ist sehr locker und leicht geschrieben, sodass man das Buch sehr schnell durchbekommt. Sie hat es sehr mit Witz, Ortsbeschreibungen und unaussprechlichen Namen.
 
 
"Ohne ein Wort zu verlieren schlugen wir uns durch hohes Gras und Gestrüpp bis die Treppe vor uns lag. Nun war auch der letzte Zweifel beseitigt. Die Fassade sah noch renovierungsbedürftiger aus als in meinem Traum. Überhaupt war das haus verglichen mit den anderen Gebäuden in dieser Straße völlig verwahrlost du wirkte fehl am Platz. Große Teile des grauen Putzes waren bereits abgefallen und von den hölzernen Fensterrahmen blätterte die weiße Farbe ab.
Die Fenster selbst waren schwarze leere Augenhöhlen, die uns musterten wie Eindringlinge."
 
 
  Als einzigen Kritikpunkt muss ich die Glaubwürdigkeit anbringen, die mir an manchen Stellen etwas gefehlt hat. Man sieht die Richtung und durchschaut den Sinn von gewissen -natürlich rein zufälligen- Handlungen oder Dialogen schon beim Lesen und kann an anderen Stellen kaum an einen Zufall glauben. Dadurch wirkt das Konstrukt auf das die Geschichte aufbaut zu manchen Zeitpunkten etwas wackelig.  
 
Trotzdem hat es mir sehr viel Spaß gemacht es zu lesen und das ein oder andere wird bestimmt noch in den zwei weiteren Teilen aufgeklärt, auf die ich mich sehr freue. Nicht zuletzt der miese Cliffhanger im Epilog macht mich sehr gespannt auf die Fortsetzung.
 
 
 
Fazit:
 
Alles in allem ist "Im Zeichen des Falken" ein guter Start zu einer interessanten neuen Trilogie mit authentischen Charakteren, viel Spannung, Humor und Mystik.
 
 
An dieser Stelle möchte ich mich noch bei der Autorin Sarah Schäfle bedanken, dafür dass sie uns ihre Buchreihe als Rezensionsexemplar zur Verfügung stellt.
Vielen vielen Dank!!!
 

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