Montag, 15. August 2016

Zu Asche verbrannt

 

 
Allgemeines:
 
Titel: Zu Asche verbrannt
Autor: Arnold Clancy
Verlag: Books on Demand (31. März 2016)
Genre: Kriminalroman
ISBN: 978-3839127339
Seitenzahl: 214 Seiten
Preis: 7,90€ (Taschenbuch)
0,99€ (Kindle-Edition)
 
 
Inhalt:
 
Alex Pedersen, ein junger Mann, der eigentlich für seine Kameraden Chris und Julien vor dem Friedhof Schmiere stehen sollte, wird nachts an einem Friedhof brutal niedergeschlagen. Der Täter übergießt ihn mit Benzin und zündet ihn an. Der unverhältnismäßig brutale Mord erschüttert die kleine Elbestadt und die umliegenden Dörfer. Wo liegt das Motiv für dieses grausame Verbrechen, und hat der Täter Verbindungen zum örtlichen Schrottplatz des dubiosen Kaltoft, auf dem das Opfer zuletzt gearbeitet hat?
Schon zwei Jahre vorher ist ein Junge aus dessen Clique unter mysteriösen Umständen verstorben. Könnte der krumme Geschäfte gemacht haben und Zeugen mussten jetzt aus dem Weg geräumt werden? Oder will jemand den Tod des Autoerotikers, der bei seinen Sexspielchen  auf dem Schrottplatz verschätzt hat, rächen? Eine mögliche Spur könnte auch das von einem der Clique vergewaltigte und getötete Mädchen liefern.
Die beiden Ermittler Henrick Rudenko und Ernest Verhoef stehen vor einem Rätsel. Sie versuchen den Hintergründen auf die Spur zu kommen und stoßen auf zahlreiche Verdächtige, falsche Fährten und verschworene Zeugen. Als eine weitere verkohlte Leiche gefunden wird, ahnen sie, dass der Täter ein drittes Mal zuschlagen wird.
 Rasante Ermittlungen beginnen, vor allem wird es zu einem Rennen gegen die Zeit, denn weitere Opfer lassen nicht lange auf sich warten.
 


Bewertung:
 
"Zu Asche verbrannt" war in meiner Ausgabe mit 126 Seiten bloß sehr kurz und so wird auch meine Rezension ausfallen.

Mit dem Cover konnte ich erstmal nicht wirklich etwas anfangen, da ich keinerlei Bezug zum Inhalt des Buches finden konnte. Ich hätte vielleicht ein Benzinkanister, Schrottplatz oder etwas mit Feuer erwartet. Was genau das Cover nun wirklich darstellen soll, habe ich nicht wirklich erkannt. Der Titel jedoch wurde bald Programm als man als Leser sofort in die Befragungen der Verdächtigen nach dem brutalen Mord an Alex Pedersen eintaucht. Das Feuer scheint für den Mörder eine zentrale Rolle zu spielen, da er seine Opfer immer nach der Tat verbrennt und nicht viel mehr als eine verkohlte Leiche und ein Häufchen Asche zurückbleiben.

Am Anfang fand ich die verschiedenen Namen der verdächtigten  Jungs, die mir alle nicht geläufig waren, leicht verwirrend da sie alle gleichzeitig auftauchen und erst langsam mit Charaktereigenschaften, Verhaltensmuster und Aussehen verknüpft werden. Wer war auf dem Friedhof dabei? Wer wird wegen was beschuldigt? Welcher war nochmal der aufmüpfige? ...
Doch das lag wohl eher an mir als an dem Buch.

Der Schreibstil des Autors empfand ich als sehr angenehm, da die oft schmucklosen und kurzen Sätze perfekt zum Buch gepasst haben und die Handlung noch rasanter erschienen ließen. Die vielen Informationen und Fakten werden in logischen Sätzen gut verständlich gebündelt, was das mitdenken erheblich erleichtert. Die Perspektiven wechseln andauernd zwischen den Ermittlern und den verschiedenen Verdächtigen. Vor allem die Szenen aus der Sicht des Opfers, das seine letzten Gefühle und Gedanken beschreibt, haben mir sehr gefallen.

Die Spannung nimmt immer mehr an Fahrt auf, es gibt zahlreiche Verdächtige und man  kann die ganze Zeit über gut mit rätseln und kombinieren. Da der wahre Täter sehr lange im Verborgenen bleibt und man im Leben nicht auf ihn kommt, bleibt es bis zum Ende hin spannend. Die beiden Ermittler sind gegenüber der Vielzahl an verschiedenen Verdächtigen, Motiven und Möglichkeiten komplett ratlos und müssen fast hilflos zusehen, wie ein Junge nach dem anderen aus der ursprünglichen Clique brutal umgebracht wird.


"Der nächste Junge angezündet und verbrannt",
murmelte Verhoef niedergeschlagen."

Die Leser, die viel Action im Krimi bevorzugen, kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten. Denn der Mörder geht äußerst brutal vor, es fließt mehr als nur einmal viel Blut, es verbrennt, Menschen, Tiere, Gebäude und verschiedene verwahrloste junge Männer richten zahlreich Unheil an, das einen so richtig erschreckt und stellenweise sprachlos macht. Es wird überfallen, vergewaltigt, gemordet, geraubt und geschmuggelt was das Zeug hält. Dabei bleibt der Plot jedoch immer nachvollziehbar und realistisch, was durchaus eine Leistung ist.

Dieser Roman ist der Auftakt zu einer neuen Krimi-Reihe rund um die beiden Ermittler Henrick Rudenko und Ernest Verhoef und gleichzeitig der Debütroman des Autors. Für mich bleiben die beiden noch etwas blass, doch das kann ja noch kommen.

Die vielen Verdächtigen aus der Clique jedoch konnte ich mir sehr gut vorstellen, da sie sehr ausführlich beschrieben wurden. Nach dem leichten Kuddelmuddel zu Beginn wird jedem von ihnen ein Charakter und eine Vergangenheit zugeordnet. Sie waren gut dargestellt, wobei keiner wirklich sympathisch war, was bestimmt auch nicht anderes beabsichtigt war. Alle haben viel kriminelle Energie, zeigen sich rücksichtslos, gewaltbereit und angesichts ihrer angeknacksten Leben, taten sie mir einfach nur leid. Einzig Chris war mir und auch dem Ermittlerteam in manchen Situationen noch etwas sympathisch. Interessant finde ich, dass man als Leser von den Vergangenheiten der Personen liest, ihr Verhalten bemerkt aber trotzdem keinem von ihnen einen Mord zutraut. Man bemerkt schnell, dass auch sie alle nur Opfer sind. Auch die Gefühle der einzelnen Jungs - als ihre Kollegen langsam wegsterben und immer die Frage bleibt:" Bin ich der nächste?" - sind nachvollziehbar und jagen einem des Öfteren einen kalten Schauer den Rücken herunter.

Dann gibt es natürlich noch Jack Kaltoft, welcher wirklich als der "Böse" dargestellt wird. Der Schrotthändler ist ein fetter, schmieriger Kleinkrimineller ohne viel Achtung vor seinen Mitarbeitern. Ich konnte ihn von Anfang an nicht leiden, doch die offensichtlich unsympathischen sind ja nie die Mörder.
Ich war erst einmal einen Moment sprachlos, als es herauskam, denn der Täter war immer lad, lautlos, unscheinbar und absolut nicht zu verdächtigen. Also lasst euch überraschen! Das schlussendliche Motiv kam mir dann etwas abgefahren vor aber da diese Person ja sowieso verrückt sein muss um so viele brutalen Morde zu begehen ist das wohl nachvollziehbar.

 
"Auf dem Firmengelände quollen blaue Rauchschwaden aus den Bergen mit den Altreifen und Kunststoffabfällen. irgendwo zwischen den Schrottresten mussten sich Brandnester gebildet haben. Die Kisten in Bodennähe brannten schon lichterloh. Weiter rechts stand ein umgefallener Benzinkanister in Flammen.
"Feuer", keuchte Eddie und presste die Fäuste an die pochenden Schläfen.
"Es brennt! Der Schrott brennt!"


Alles in allem hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Ich weiß aber nicht, ob das Genre "Kurzkrimi" wirklich was für mich ist, da ich den Charakteren gerne bei Entwicklungen zusehen und allgemeingesehen lieber in ausschweifenden Erklärungen und Beschreibungen abtauche.
Das lag aber absolut nicht am Buch und ist nicht als Kritikpunkt anzusehen. An dieser Stelle möchte ich mich noch bei Arnold Clancy bedanken! Vielen Dank, dass du uns dein Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hast!!!


Fazit:

Ein interessanter und kurzweiliger Krimi, mit leichten Schwächen, der mich vor allem aufgrund der vielen Möglichkeiten überzeugt hat. Da es noch Luft nach oben gibt, heißt es dranbleiben!

 


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