Dienstag, 14. Juni 2016

Göttlich - verdammt




Allgemeines:

Titel: Göttlich - verdammt
Autorin: Josephine Angelini
Verlag: Oetinger Taschenbuch (2013)
Genre: Fantasy
ISBN: 9783841501370
Originaltitel: Starcrossed
Seitenzahl: 496 Seiten
Preis: 19,99€ (gebundene Ausgabe)
Weitere Bände: Göttlich - verloren;
 Göttlich - verliebt


Inhalt:
Die 16-jährige Helen lebt mit ihrem Vater auf der einsamen Insel Nantucket und... langweilt sich. Die Mutter hat sie kurz nach der Geburt verlassen und sich nie wieder gemeldet. Helen ist ein außergewöhnliches Mädchen, außergewöhnlich hübsch und außergewöhnlich stark, außergewöhnlich abnormal. Dabei versucht sie alles um nicht aufzufallen.
Als die Familie Delos auf die Insel zieht, ändert sich für Helen alles. Alle sind hin und weg von den äußerst attraktiven Neuankömmlingen. Nur Helen spürt von Anfang an großes Misstrauen gegenüber dem übernatürlichen Familienclan. In dem Moment, in dem sie den unglaublich heißen und intelligenten Lucas Delos zum ersten Mal sieht, überwältigt sie ein unerklärlicher Hass, und sie möchte ihn umbringen. Gleichzeitig plagen sie plötzlich düstere Albträume in denen drei düstere Frauen ihre verdiente Rache nehmen wollen. Was dahintersteckt, erfährt Helen erst nach und nach: Lucas und sie stammen von Halbgöttern ab und sind dazu verdammt, einen erbitterten Kampf auszulösen, weil sie sich ineinander verlieben...


Bewertung:
Die farbliche Gestaltung mit dem goldenen Rahmen auf Hinter- und Vorderseite und dem Hintergrund aus Blau und Bernstein ist wunderschön gelungen. Schade ist das stereotype Mädchengesicht, das zwar von Aussehen und Haarfarbe zu Helen passt, aber einen unglaublich gelangweilten Gesichtsausdruck hat.
Josephine Angelini erzählt ihren Fantasy-Roman aus der personalen Sicht von Helen, der Protagonistin, schiebt aber auch zwischenzeitlich Parts aus der Sicht von anderen Personen ein. Man kann die Welt so gut verstehen und die rätselhaften Einschübe halten auch von Anfang an die Spannung aufrecht während der Plot im Alltags Geschehen dahinplätschert.

Die eindeutigen Parallelen zu gewissen anderen Romanen lassen sich nicht leugnen *hust, hust Biss, Percy Jackson,... hust, hust*. Grundsätzlich stört mich das ja nicht. Es gibt mittlerweile so viele Bücher in diesem Genre auf dem Markt, dass es fast unmöglich ist eines zu finden, in dem nicht irgendwann mal ein Charakter, eine Szene, eine Idee vorkommt, über die man irgendwo schon mal so ähnlich gelesen hat. Und man muss sagen, das dieser Mix aus verschiedenen bekannten Szenen wirklich sehr gut umgesetzt wurde! 

Die Protagonisten Helen und Lucas waren mir von Anfang an sehr sympathisch und ich habe das ganze Buch über mit ihnen gelitten, aber auch ihre glücklichen Momente genossen. Helen hat eine rasante Entwicklung durchgemacht. Sie hatte ja von ihrer Abstammung keine Ahnung und musste erst alles darüber lernen. Hier bekam auch der Leser die griechische Mythologie häppchenweise und gut verdaubar serviert.

Diese Halbgötter besitzen natürlich auch unmenschliche Fähigkeiten, die Helen bei sich erst noch entdecken und entwickeln musste. Sie sorgt sich um andere, insbesondere ihre Freunde und ihren Vater, wirkt aber mit ihrer manchmal ein wenig hitzigen, dickköpfigen Art trotzdem kantig, dadurch das sie nicht als perfekt dargestellt wird, erscheint sie menschlich und authentisch. Besonderen Spaß hatte ich auch an Helens Freundin Claire, die immer eine schlagfertige Antwort parat und keine Scheu hat, sich mit den Halbgöttern anzulegen. Sie wird oft als "laufenden Meter" beschrieben, ist aber trotzdem laut, frech und herrlich witzig, weshalb man gar nicht anders kann, als sie ins Herz zu schließen.
Der Schreibstil ist sehr passend für ein Jugendbuch. Die Sprache ist locker und einfach, aber nicht zu einfach, und auch nicht flapsig oder besonders umgangssprachlich. Man kann wirklich flott vor sich hin lesen. Die Handlung ist gut durchdacht und war für mich auch bis ins Detail nachvollziehbar, Spannung ist durchweg vorhanden, mal mehr, mal weniger.
Natürlich darf der Bösewicht in der Geschichte nicht fehlen. Was dieser im Schilde führt, wird bald klar, aber dadurch, dass die Charakterisierung nicht vollständig in schwarz-weiß erfolgt, macht auch er Fehler, was dem Ganzen den gewissen Pepp verleiht. Schade ist nur, dass es lange dauert, bis Helen nicht mehr andauernd aus den gefährlichen Situationen gerettet werden muss. Beim erwarteten Showdown allerdings ist sie gut dabei und lässt es ordentlich krachen - genauso wie es einige Geheimnisse tun, die kurz vor Ende noch gelüftet werden.

Fazit:

Herzschmerz, Witz und Mythologie - das alles ergibt hier zusammen einen wirklich spannenden Fantasy-Roman.


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