Sonntag, 19. Juni 2016

Twig im Dunkelwald

 
Allgemeines:

Titel: Twig im Dunkelwald
Autor: Paul Stewart
Illustrator: Chris Riddell
Verlag: Carlsen (2003)
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3551372178
Originaltitel: Beyond the Deepwoods
Seitenzahl: 294 Seiten
Weitere Bände: Twig bei den Himmelspiraten;
Twig im Auge des Sturms;
Twig - Fluch über Sanktaphrax
Rook und Twig, der letzte Himmelspirat;
Rook und der schwarze Mahlstrom;
Rook in den freien Tälern;
Quint und die Eisritter;
 Quint und der Kampf der Himmelsgaleonen;
Die verschwundenen Schriftrollen;
Das Buch der unsterblichen Helden
Preis: 14,99 € (gebundene Ausgabe)
7,95€ (Taschenbuch)
Inhalt:

Twig wächst bei den Waldtrollen Selda und Tuntum auf, die ihn vor langer Zeit als hilfloses Baby gefunden hatten. An seinem 13. Geburtstag muss er jedoch losziehen und herausfinden, wer er ist und woher er kommt. Deshalb schicken ihn seine Pflegeeltern zunächst zu seinem Cousin Schatterbank, der am anderen Ende des gefährlichen Dunkelwaldes lebt. Es ist strengstens verboten, den Pfad durch den Wald zu verlassen. Doch Twig kann der Versuchung nicht widerstehen ... Der junge Twig hat also nur noch ein Ziel vor Augen: Raus aus dem gefährlichen Dunkelwald, und das möglichst schnell! Denn kein Tag, keine Stunde, keine Sekunde vergeht, ohne dass Twig nicht von Furien, Faulsaugern, Schleimschmeichlern oder anderen sonderbaren Wesen verfolgt wird. Nach einer abenteuerlichen Odyssee durch die verborgensten Höhlenwelten lernt er schließlich die stolzen Himmelspiraten kennen. Und Twig spürt, dass er von seinem Ziel nicht mehr weit entfernt sein kann...

Bewertung:
"Ich liebe dich seit dem Tag, an dem du zu uns kamst, Twig, aber du bist nicht mein Sohn und Tumtum ist nicht dein Vater."
Twig starrte sie ungläubig an.
"Wer bin ich dann?"

Dieses Buch ist einfach nur cool! Twig, der Held des Buches stolpert im gefährlichen Dunkelwald von einem wahnwitzigen Abenteuer ins nächste und begegnet dabei allerlei kuriosem Getier und Gewächs. Die Wirkung des Buches entfaltet sich vor allem durch die phantastischen Illustrationen von Chris Riddell ohne die es zugegebenermaßen nur halb so gut wäre. Aber gerade diese Kombination von Sprache und Bebilderung lässt den Dunkelwald in all seiner - manchmal etwas ekligen - Vielfältigkeit vor dem geistigen Auge des Lesers entstehen. Ich kann nur sagen: Hut ab für den Autor Paul Stewart! Sein Einfallsreichtum ist wirklich unglaublich. Er beschwört ein vor Leben nur so strotzendes Umfeld für Twigs Abenteuer hervor - leider ist nicht jedes Leben im Dunkelwald freundlich gesinnt.
Auf seiner Reise begegnet Twig vielen unterschiedlichen Gestalten, Furien, Faulsaugern, Schleimschmeichlern oder anderen sonderbaren Wesen. Er findet Freunde, Feinde und Wesen, die ihm vollkommen gleichgültig gegenüber stehen. Immer wenn er der Meinung ist, endlich sich irgendwo wohl zu fühlen, ist er gezwungen weiter zu ziehen. Dabei trifft er auf verschiedenartigste Kulturen und muss man vorgefasste Ansicht über ein Volk revidieren. Es ist wirklich sehr interessant, wie phantasievoll und einfallsreich man eine Fantasywelt trotz der einfach gehaltenen Handlung und der wenigen Seitenanzahl gestalten kann.
Es geht auch auf die Gefühlswelt des jungen Twig ein, der sich einsam und unnütz fühlt. Es handelt auch von Freundschaft und Hilfsbereitschaft und nicht zu vergessen: Dieser erste Band bereitet den Weg für die weiteren Bände der "Klippenland-Chroniken". Ich kann es kaum abwarten, den nächsten Band mit Twigs Abenteuern zu lesen.

Das vom Hersteller empfohlene Alter ab 10 Jahren finde ich etwas heftig, auf den ersten Blick ist es ein süßes Fantasy Buch für Kinder doch manche Kreaturen im Dunkelwald sind doch etwas zu schrecklich geraten. Man muss sich auch in traurigen und grausamen Szenen von liebgewonnenen Charakteren verabschieden die zum Teil auf furchtbare Art und Weise zu Tode kommen. Nur um ein Beispiel anzuführen wird sein bester Freund von den süßen aber gefährlichen Wig-Wigs aufgefressen bis nichts mehr übrigbleibt.

Das Ende fand ich etwas vorhersehbar. Aber für Kinder ist das nach den gruseligen Episoden vielleicht sogar beruhigend.

Fazit:
Also auf gar keinen Fall Kindern unter 12 Jahren in die Hand drücken! Ansonsten kann ich das Buch uneingeschränkt jedem empfehlen, der zwar keine literarisch anspruchsvolle, aber spannende und lustige Lektüre sucht. Man kann die Welt um sich herum vergessen und ganz im Dunkelwald versinken.


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