Dienstag, 7. Juni 2016

Kim

 
 
Allgemeines:
 
Titel: Kim
Autor: Rudyard Kipling
Genre: Abenteuerroman
ISBN:  978-3423126021
Preis:14,95€ (gebundene Ausgabe)
10,99€ (Taschenbuch)



Inhalt:

Der verwaiste Kim wächst in Indien in den Slums von Lahore auf. Gerne streunt der kleine Herumtreiber voller Witz und Charme durch die belebte Stadt und wird von den Indern »kleiner Freund aller Welt« genannt. Eines Tages begegnet er einem buddhistischen Lehrmeister und schließt sich dem Lama auf dessen Pilgerreise an. Auf der Suche nach seinem Namen und seiner Herkunft durchstreift er mit dem tibetanischen alten Mann den Subkontinent und landet in einem Land voller Farben, Menschen und Gerüche.
Doch dann gerät Kim in das weitverzweigte britische Spionagenetz...

 
 
Bewertung:

 "Kim" ist ein wundervoller Roman, der einfach jeden Lesertyp anspricht. Es ist eine bunte, humorvolle Reiseerzählung, ein mitreißender Abenteuerroman über einen schlitzohrigen Straßenjungen, ein philosophisches Werk und gleichzeitig eine spannende Spionagegeschichte. Über all dem liegt der magisch-mystische Hauch des echten Indiens.

Kiplings Schilderungen Indiens sind wunderschön und sehr ausführlich. So lernt Kim auf seinen vielen Reise diesen, an Kultur und Menschen so reichen Subkontinent kennen. Der Autor bringt auf angenehme Weise den Leser mit seinen poetischen Schilderungen von Landschaften und Menschen zum Träumen und Schwärmen. Die Massen von verschiedenen Völkern auf Indiens staubigen Straßen, jede Persönlichkeit mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet.
 
Ich fand vor allem die vielen Abbildungen und Anmerkungen die auf Fakten und wahren Ereignissen basieren wirklich toll gemacht. Wie viele Kasten, Rassen, Religionen, Nationalitäten, verschiedene Menschen und Tiere, Landschaftsformen und Bräuche gibt, hat mich wirklich positiv überrascht.
Ich glaube es gibt wohl keine schönere, spannendere und kurzweiligere Einführung in die indische Geschichte, in Bräuche und Religion des Landes, wie dieser, schon vor fast 100 Jahren erschienene Roman Rudyard Kiplings. 

Leider muss ich zugeben, dass ich zwischendurch stellenweise nicht ganz mitgekommen bin. Auch mit dem quirligen Kim konnte ich mich 
nicht hundertprozentig anfreunden. Manchmal wirkte er unwahrscheinlich schlau für sein Alter,  manchmal hat mich seine Naivität in den Wahnsinn getrieben. Durch die schiere Masse an Charakteren und Informationen,  konnte auf die einzelnen Gefühle und Gedanken nur unzureichend eingegangen werden.
  Natürlich hat das Buch auch eine Message: Es zeigt vor allem, wie wichtig menschliche Beziehung ist und dass es, trotz völlig unterschiedlicher Einstellung und Weltsicht möglich ist, voneinander zu lernen, sich gegenseitig zu beeinflussen und auch zu helfen. Wenn die Bereitschaft vorhanden ist, können selbst Träume verwirklicht werden und der Weg dorthin muss nicht nur steinig und mühevoll sein.

Der Schreibstil ist wie auch schon im Dschungelbuch schwierig aber unaufdringlich und angenehm zu lesen mit vielen detaillierten Beschreibungen. 

 
 
Fazit:

Kim ist eine schöne Lektüre für junge und junggebliebene Menschen mit Fernweh und Abenteuerlust.

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