Dienstag, 28. Juni 2016

Lauren, vermisst



Allgemeines:

Titel: Lauren, vermisst
Autorin: Sophie McKenzie
Verlag: Bastei Lübbe (Boje) (2013)
Genre: Jugendroman
ISBN: 978-3414823434
Originaltitel: Girl, Missing
Seitenzahl: 288 Seiten
Preis: 12,99€ (gebundene Ausgabe)
9,99€ (Kindle-Edition)


Inhalt:

"Wer bin ich? Als ich jünger war, fiel mir die Antwort leicht. Ich schrieb einfach so offensichtliche Sachen wie: Ich bin Lauren Matthews. Ich habe braune Haare und blaue Augen. Doch jetzt sollten wir darüber schreiben, wer wir innen drin sind."

Lauren ist vierzehn - und sie ist adoptiert. Sie möchte endlich mehr über ihre Herkunft erfahren, das Problem ist nur, dass ihre Eltern ihr nichts darüber erzählen, ihre Mutter weigert sich auch nur irgendetwas preiszugeben. Also beginnt Lauren heimlich im Internet zu recherchieren. Doch dann stößt sie auf den Bericht über ein kleines Mädchen, das zwei Monate, bevor Lauren in London adoptiert wurde, als vermisst gemeldet wurde. Die Ähnlichkeit zwischen dem Mädchen und denen in Laurens eigenem Fotoalbum ist verblüffend. In Lauren wächst ein schrecklicher Verdacht: Kann es sein, dass sie als kleines Mädchen entführt wurde? Von einem Moment auf den anderen fühlt sich Laurens ganzes Leben an wie eine Lüge. Sie möchte mehr über ihre biologische Familie wissen - und sie muss herausfinden, ob ihre Adoptiveltern in die Entführung verstrickt waren. Zusammen mit ihrem besten Freund Jam macht Lauren sich auf die Suche. Doch je näher sie der Wahrheit kommen, desto mehr geraten sie in Gefahr ...


Bewertung:
Ich habe das Buch im Vorfeld nicht gekannt und irgendwann einmal geschenkt bekommen. Da es mir jedoch schon empfohlen wurde und die Kurzbeschreibung ebenfalls nicht schlecht klang, habe ich mich dann doch entschlossen, dem Buch eine Chance zu geben. Obwohl ich die Thematik von Anfang an mochte, waren meine Erwartungen dennoch nicht allzu hoch, von daher konnte ich nur positiv überrascht werden - und das wurde ich auch.

Das Cover ist schlicht, fast schon steril, aber dennoch ein Hingucker, da die Thematik gut zur Geltung kommt. Die einzelnen bunten Schnipsel die den Titel bilden sind die einzigen Farbkleckse und durch das Verschnippelte wird schon mal die Zerrissenheit und Suche nach dem Charakter ausgedrückt die im Buch im Vordergrund steht. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen und hat mich spontan angesprochen.
Sophie McKenzie beschreibt die Geschichte sehr eindringlich und behandelt die Themen Entführung und Adoption sensibel. Die Dialoge sind gelungen, die Figuren werden ausführlich beschrieben und die jeweiligen Familiensituationen werden so beschrieben, dass keine Fragen übrig bleiben. Die Suche nach ihrer wahren Familie und die Suche nach Antworten, was ihre Adoptiveltern getan haben, wird spannend erzählt, weist aber auch oft minimale Logikfehler auf. Es geht einfach zu schnell, wenn es darum, die nötigen Antworten und Adressen zu finden. Wenn man bedenkt, wie viele Jahre andere Menschen nach ihrer wahren Identität und Familie suchen müssen, ist dies hier schon fast der reinste Kinderkram. Auch die Aktionen die Jam und Lauren zum teil durchziehen finde ich für ihr Alter leicht konstruiert und unwahrscheinlich.

Dennoch haben mir die Figuren dabei mehr als gut gefallen. Jede Figur ist recht speziell, viele jedoch auch sympathisch. Die Geschichte wird aus der Sicht von Lauren erzählt. Der Schreibstil ist klar und einfach und die Gefühle des jungen Mädchens sind sehr gut dargestellt - wie innerlich zerrissen sie dann ist und wie sie von dem, was sie angezettelt hat, auch überrollt wird.

Etwas enttäuscht bin ich vom Ende. Die Geschichte endete viel zu plötzlich und viel zu harmonisch. Ich finde es ja immer schön, wenn man sich auf etwas einigt und daran auch festhalten möchte, hierbei fand ich es jedoch ein wenig zu aufgesetzt, wenn man den bisherigen Verlauf der Geschichte noch einmal Revue passieren lässt. Dazu ist die Geschichte eigentlich in sich abgeschlossen, sodass normalerweise kein zweiter und dritter Band nötig wären. Ich war wirklich überrascht als ich gelesen habe das es sich um eine Trilogie handelt. Dennoch bin ich gespannt, wie es mit Lauren und Co. weitergeht und werde sicherlich einen Blick in die Bücher hineinwerfen, sofern die Bücher weiterhin ins Deutsche übersetzt werden.

Fazit:

"Lauren, vermisst" besitzt sicherlich einige Schwächen, konnte mich aber dennoch von sich überzeugen. Spannung bis zum Schluss, interessante und vielseitige Figuren, sowie ein guter Schreibstil sorgen dafür, dass ich unbedingt mehr erfahren möchte.

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