Sonntag, 10. Juli 2016

Poetry Slam



Neben dem Lesen ist meine zweite Leidenschaft das Slammen! Ich will euch das mit dem folgenden Post etwas näher bringen, da sehr viele einfach noch nie davon gehört haben.


Was ist Poetry Slam?


Ein Poetry Slam bedeutet sinngemäß etwas wie "Dichterwettstreit" oder "Dichterschlacht", nach Duden gibt es das Wort nur in den Schreibweisen "Poetry-Slam" und "Poetryslam", letztere ist jedoch umstritten. Bevor ihr euch jetzt aber davon abschrecken lässt muss ich ganz klar sagen, dass ich hier nicht von ausgelutschten Klassikern und lyrisch schweren Texten rede. Es ist zwar ein literarischer Vortragswettbewerb, bei dem aber nur selbstgeschriebene Texte  einem Publikum vorgetragen werden. Es gibt dabei keinerlei Vorgaben, was Inhalt und Form angeht. Es muss sich nichts reimen, der Inhalt ist frei wählbar und auch sonst kann man auf der Bühne so ziemlich alles veranstalten, was man will. Wenn er wollte, könnte der Künstler sogar die letzte Einkaufsliste oder sein Testament vortragen, denn was wirklich zählt ist die Performance! Durch besondere Betonungen, bewusste Selbstinszenierung wie Mimik oder Gestik und der Vortragrhythmus wird der Text interessant gemacht.
Bildergebnis für Poetry slam
Textpassagen können also beispielsweise geschrien, geflüstert, oder gekeucht werden. Rhythmisches und auswendiges Vortragen kann den positiven Eindruck bei dazu geeigneten Texten fördern. Generell sollte den Texten das Leben eingehaucht werden, das ihnen bei traditionellen Lesungen manchmal fehlt. 

Die Veranstaltungsform entstand 1986 in Chicago und verbreitete sich in den 1990er Jahren weltweit. Die deutschsprachige Slam-Szene gilt nach der englischsprachigen als die zweitgrößte der Welt. Jedes Jahr finden viele Veranstaltungen statt und es werden sogar Poetry Slam Meisterschaften ausgeführt.
 

Regeln


Natürlich gibt es auch beim Poetry Slam gewissen Regeln, die es einzuhalten gilt. Diese sind aber sehr schnell erklärt:
1. Die Texte müssen selbstgeschrieben sein!


Bildergebnis für Zeitlimit2. Es dürfen keine Requisiten, Kostüme oder andere Hilfsmittel verwendet werden


3. Der Künstler hat nur eine bestimmte Zeitspanne zur Verfügung , welche von Slam zu Slam unterschiedlich ist (meist etwa 5 min.).


Die einzelnen Vorträge werden im Laufe des Abends vom Publikum bewertet, sodass am Ende ein Gewinner gekürt werden kann. Je nach Veranstalter stimmt dabei das gesamte Publikum per Applaus ab oder es wird aus dem Publikum eine Jury gewählt, die die einzelnen Vorträge mit Punkten bewertet. Dabei stehen die Zahlen von 1 bis 10 zur Verfügung. 1 wäre sehr schlecht und 10 dabei sehr gut. Bei richtigen Poetry-Slam-Veranstaltungen gibt es einen Moderator, der eine riesige Show daraus macht, die einzelnen Künstler anmoderiert und Jurykarten an das Publikum verteilt. In den USA werden die höchste und die niedrigste Note nach der Wertung gestrichen, um die Auswirkungen parteiischer Bewertung zu vermindern. Die Juroren werden angehalten, sowohl auf den Inhalt als auch die Art des Vortrags zu achten. Die Moderatoren (Slammaster) können die Jurymitglieder auffordern, ihre Bewertungen zu begründen. Es gibt oft mehrere Runden, bei denen immer einige Künstler ausscheiden bis sich schließlich zwei in einem Finale gegenüberstehen. Wer sich noch für den genauen Ablauf interessiert, kann sich hier genauer informieren.


Das Wichtige beim Poetry Slam ist die Freiheit des Künstlers, seine Meinung zu äußern. Natürlich ist das Ganze ein Wettstreit doch es gilt:

1. Jeder ist ein Gewinner!

2. Geklatscht wird für den Poeten und nicht für die Wertung!

3. Niemand wird ausgebuht!


Denn jeder der so eine Veranstaltung besucht sollte wissen:

"Der Punkt sind nicht die Punkte, der Punkt ist die Poesie!"



So und warum erzähle ich euch das?


Der Poetry Slam erobert vor allem bei jungen Leuten zur Zeit die Welt. Es wird langsam zu einer neuen Ausdrucksform, die Millionen begeistert. Es hat einfach kaum mehr etwas mit normalen Gedichten zu tun, die oft wegen ihrer Schwierigkeit und dem Alter unbeliebt sind. Vielmehr ist es eher eine Mischung aus Songtexten, Stellungnahmen, Comedie und Lyrik. Wir haben das sogar im Deutschunterricht vor einiger Zeit durchgenommen und auch in den sozialen Netzwerken, tauchen immer mehr Texte und Videos auf. Ich finde das ist eine super Sache für jedes Alter, da man einfach beinahe uneingeschränkt tun kann, was man will. Wie gesagt, bin ich durch ein Buch auf den Geschmack gekommen und schreibe seitdem auch fleißig Texte. Ich habe euch unten noch einige super Texte verlinkt, die ihr euch mal ansehen könnt, vielleicht kommt ihr ja auf den Geschmack! Wenn ihr euch dann wirklich dafür interessiert, könnt ihr mir gerne noch Fragen schreiben oder eine der vielen Websites zu dem Thema besuchen. Mithilfe des Poetry Slam Kalenders könnt ihr überblicken, wann und wo in eurer Nähe eine Veranstaltung oder ein Workshop stattfindet.






1. Der Gewinner der deutschen Meisterschaften 2014 Lars Ruppel mit seinem Text "Alter Schwede" aus der Reihe "Redewendungen"





2. Jan Philipp Zymny mit seinem Text "Döner and other Poems"

 




3. Lisa Eckhart mit ihrem Text "Der Saal brennt lichterloh"



(Quelle: Wikipedia)



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